In der vorliegenden Arbeit soll die Frage beantwortet werden, inwieweit durch die Behandlung von Sexualstraftätern in einer sozialtherapeutischen Anstalt positive Ergebnisse erzielt werden können, Sexualstraftäter nach der Entlassung also im Sinne von § 2 StVollzG erfolgreich resozialisiert werden konnten. Hierzu wurden als Indikatoren verschiedene Rückfallstatistiken sowie entsprechende Forschungsarbeiten herangezogen.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
I. Überblick - sozialtherapeutische Anstalten und Abteilungen
a.) Historische Einordnung
b.) Rechtsgrundlage sozialtherapeutischer Anstalten
c.) Existenzform sozialtherapeutischer Anstalten
II. Zielrichtung sozialtherapeutischer Anstalten
a.) Sexualstraftaten
b.) Sexualstraftäter
c.) Voraussetzungen des § 9 Abs.1 StVollzG
III. Daten zu sozialtherapeutischen Anstalten
a.) Anzahl / Haftdauer/ Insassen
b.) Deliktsgruppen
B. Sexualtäterbehandlung und Legalbewährung
I. Problematik bezüglich Legalbewährung/Rückfälligkeitsbemessungen
a.) Definition Legalbewährung
b.) Definition Rückfälligkeit
c.) Dunkelfeld bei Sexualdelikten
d.) Deliktsart
II. Weitere Problemfaktoren
a.) Geringe Fallzahlen
b.) Beobachtungszeitraum
c.) Vergleichbarkeit
C. Rückfalluntersuchungen
I. Untersuchungsansatz zur Rückfälligkeit
II. Untersuchungen / Design
III. Rückfallstudien - Sozialtherapie
1.) Studie von Wiederholt (1989)
2.) Studie von Dünkel und Geng (1994)
3.) Studie von Dolde (1996)
4.) Studie von Seitz und Specht (1998)
5.) Studie von Albrecht/Ortmann (2000)
6.) Studie von Rehn (2001)
7.) Studie von Seitz und Specht (2001)
VI. Weitere Rückfallstudien
1.) Studie von Berner und Bolterauer (1995)
2.) Studie von Stadtland, Hollweg et al. (2004)
V. Meta-Analysen
1.) Meta-Analyse von Egg, Pearson, Cleland & Lipton (2001)
2.) Meta-Evaluation von Lösel et al.
3.) Ausländische Meta-Analyse von Alexander (1999)
4.) Ausländische Meta-Analyse von Hanson & Bussiere (1998)
D. Aussage der Rückfalluntersuchungen / Kritik
a.) Einzeluntersuchungen
b.) Meta-Analysen
c.) Gesamtaussage
E. Ergebnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht, inwieweit die Behandlung von Sexualstraftätern in sozialtherapeutischen Anstalten zur erfolgreichen Resozialisierung (Legalbewährung) beiträgt. Ziel ist es, die Wirksamkeit dieser Therapiemaßnahmen anhand wissenschaftlicher Rückfallstudien und statistischer Daten kritisch zu bewerten.
- Rechtsgrundlagen und Zielsetzungen sozialtherapeutischer Anstalten in Deutschland
- Herausforderungen bei der Messung von Legalbewährung und Rückfälligkeit
- Analyse und Vergleich verschiedener wissenschaftlicher Rückfallstudien zu Sexualstraftätern
- Kritische Auseinandersetzung mit der Aussagekraft von Meta-Analysen im kriminologischen Kontext
Auszug aus dem Buch
1.) Studie von Wiederholt (1989)
Die Studie umfasste zunächst 70 Probanden die in der sozialtherapeutischen Abteilung der JVA München behandelt wurden. Hiervon wurden allerdings nur 58 Probanden statistisch ausgewertet. Die restlichen 12 haben die Therapie entweder abgebrochen oder verweigert. Leider wurde hieraus auch keine Vergleichsgruppen-untersuchung durchgeführt. Das Beobachtungsintervall betrug mindestens ein Jahr. Die Rückfallquote betrug insgesamt 48 %, wobei 33 % einschlägig rückfällig wurden.
In der Studie wurde zwischen einzelnen Deliktsgruppen unterschieden. So setzte sie sich zusammen aus: 24 Pädophilen, 22 Vergewaltigern, 7 Exhibitionisten, 2 Inzesttätern, 2 Sadisten und einem sexuellen Tötungsdelikt. Die höchste einschlägige Rückfälligkeit wiesen die Exhibitionisten mit 71 % auf. Homosexuelle Pädophile wurden zu 64 % einschlägig rückfällig, heterosexuelle zu 38 %. Vergewaltiger dagegen wurden zu 9 % einschlägig rückfällig. Die Studie ist allerdings wegen der, bezogen auf die Einzeldelikte geringen Datenbasis und der verschiedenen Bewährungszeiträume, die im Übrigen nicht genau bekannt sind, nur bedingt aussagekräftig.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Einführung in die Fragestellung zur Resozialisierung von Sexualstraftätern und Überblick über die sozialtherapeutischen Einrichtungen.
B. Sexualtäterbehandlung und Legalbewährung: Erörterung der methodischen Schwierigkeiten bei der Erfassung von Rückfallquoten und Legalbewährung.
C. Rückfalluntersuchungen: Detaillierte Darstellung und Analyse einzelner empirischer Studien sowie Meta-Analysen zur Wirksamkeit der Sozialtherapie.
D. Aussage der Rückfalluntersuchungen / Kritik: Kritische Reflexion der Vergleichbarkeit und Aussagekraft der behandelten Forschungsdaten.
E. Ergebnis: Synthese der Befunde mit dem Fazit, dass Therapie gegenüber reinem Wegsperren einen positiven Beitrag zur Legalbewährung leistet.
Schlüsselwörter
Sexualstraftäter, Sozialtherapie, Legalbewährung, Rückfallforschung, Resozialisierung, Strafvollzug, Rückfallquote, StVollzG, Kriminologie, Behandlungseffektivität, Meta-Analyse, Deliktsgruppen, Rückfälligkeit, Forensik, Rückfallprognose.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob die Behandlung von Sexualstraftätern in sozialtherapeutischen Einrichtungen nach der Entlassung zu einer besseren Legalbewährung führt als der herkömmliche Strafvollzug.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die gesetzlichen Rahmenbedingungen sozialtherapeutischer Anstalten, die Problematik der Rückfallmessung sowie die wissenschaftliche Evidenz durch verschiedene kriminologische Studien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu beurteilen, inwieweit die therapeutische Intervention in spezialisierten Anstalten positive Ergebnisse bei der Resozialisierung von Sexualstraftätern erzielen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Sekundäranalyse bestehender kriminologischer Studien und Meta-Analysen, die verschiedene Rückfalluntersuchungen zusammenfassen und vergleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die Darstellung der methodischen Probleme der Rückfallmessung und eine umfassende Auswertung zahlreicher Einzel- und Meta-Studien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Sexualstraftäter, Sozialtherapie, Legalbewährung, Rückfallforschung und Resozialisierung.
Warum ist die Rückfallmessung bei Sexualstraftätern so schwierig?
Die Schwierigkeiten ergeben sich aus uneinheitlichen Definitionen von Rückfälligkeit, hohen Dunkelziffern bei Sexualdelikten und der problematischen Vergleichbarkeit von kleinen Fallzahlen in den Studien.
Welches Ergebnis liefern die Meta-Analysen?
Die Meta-Analysen deuten tendenziell darauf hin, dass therapeutische Maßnahmen einen moderaten positiven Effekt auf die Senkung der Rückfallquoten haben.
Welche Rolle spielt die Selektion der Probanden?
Die Selektion beeinflusst die Ergebnisse stark, da für die Sozialtherapie meist nur bestimmte, als geeignet oder therapiewillig eingestufte Gefangene ausgewählt werden.
Ist die Sozialtherapie ein Allheilmittel?
Nein, die Arbeit stellt fest, dass von Sexualstraftätern auch nach der Entlassung eine potentielle Gefahr ausgeht, auch wenn die Therapie einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung dieser Gefahr leistet.
- Quote paper
- Moritz Pfeil (Author), Marlena Mušnjak (Author), 2007, Der Beitrag von Sexualtäterbehandlung in Sozialtherapeutischen Einrichtungen zur Legalbewährung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90259