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Umweltbelastungen und Umweltschutz bei Olympischen Sommerspielen

Anspruch und Wirklichkeit an den Beispielen Sydney 2000 und Athen 2004

Titel: Umweltbelastungen und Umweltschutz bei Olympischen Sommerspielen

Diplomarbeit , 2007 , 175 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Michael Westerberg (Autor:in)

Sport - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, welche Umweltbelastungen Olympische Sommerspiele verursachen und welche Schutzmöglichkeiten dem entgegenwirken können. Die Wirklichkeit eines olympischen Umweltschutzes wurde an den Beispielen Sydney 2000 und Athen 2004 betrachtet und am Anspruch der Olympischen Bewegung gemessen. Die zentrale Frage, ob die Olympische Bewegung ihrem selbst auferlegten Umweltschutzanspruch gerecht wird, soll mit dieser Arbeit beantwortet werden.

Die direkten und indirekten Einwirkungen auf die natürliche Umwelt in der Vorbereitungs-, Durchführungs- und Nachnutzungsphase Olympischer Sommerspiele sind vielfältig. Die Ausrichtung der Spiele kann die Stadtentwicklung der Ausrichterstadt in kurzer Zeit um Jahre voranbringen oder auch zurückwerfen. Dies schließt den Umweltschutz mit ein, im positiven wie negativen Sinne. Maßnahmen, welche die Einwirkung Olympischer Spiele auf die Umwelt, reduzieren wie auch ausgleichen können, existieren und bieten nicht nur im Bereich des Umweltschutzes Vorteile.

Mit der Implementierung des Umweltschutzes als Dritte Säule der Olympischen Bewegung und der Ausdifferenzierung des olympischen Umweltschutzes in grundlegenden Schriftstücken hat sich die Bewegung eindeutig positioniert und zeigt sich der globalen Umweltlage und der Notwendigkeit einer nachhaltigen, umweltschützenden Sportentwicklung wie auch Sportdurchführung bewusst. Die Olympische Bewegung hat sich selbst verpflichtet überall wo es ihr möglich ist, die Umwelt zu schützen und zu fördern. Der adaptierte Leitspruch „Global denken und lokal handeln“ (IOC 1999, 21) soll dies zum Ausdruck bringen.

Naturschädigende Olympische Spiele sind in der heutigen Zeit ethisch und moralisch nicht mehr vertretbar. Das IOC trägt durch seine Übernahme des Umweltschutzes als fundamentales Prinzip eine Verantwortung, dass es selbst wie auch die Ausrichterstädte Olympischer Spiele dieses Prinzip beachten und umsetzen. Diesem muss die Olympische Bewegung nachkommen und den Umweltschutz ernsthaft vertreten und auch vorleben. Dann trägt sie zu einer dauerhaften Stärkung unserer Umwelt bei.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand

3. Aufbau und Methodik der Arbeit

4. Terminologische Abgrenzungen

5. Umweltbewusstsein, umweltgerechtes Verhalten und ökologische Kommunikation

6. Entwicklung des Umweltschutzes und dessen Problemfelder

7. Der Umweltschutz der Olympischen Bewegung

7.1. Der Umweltschutz in der Olympischen Bewegung

7.2. Die Entwicklung des Umweltschutzes in der Olympischen Bewegung

7.3. Die Umsetzung des Umweltschutzanspruches in der Olympischen Bewegung

8. Umweltproblematik und Umweltschutzmöglichkeiten Olympischer Sommerspiele

8.1. Planung und Organisation

8.2. Bauliche Maßnahmen

8.3. Transport und Verkehr

8.4. Ressourcen- und Abfallmanagement

8.5. Zusammenfassung

9. Die Olympischen Spiele in Sydney 2000

9.1. Bewerbungs- und Vorbereitungsphase der XXVII. Olympischen Sommerspiele

9.2. Umweltschutz und Umweltbewusstsein in Australien

9.3. Das Sportstätten- und Umweltschutzkonzept in Sydney 2000

9.3.1. Bauliche Maßnahmen und die Umsetzung der Umweltschutzmaßnahmen

9.3.2. Transport und Verkehr

9.3.3. Ressourcen- und Abfallmanagement

9.3.4. Zentrale Umweltprojekte: Homebush Bay und das Olympische Dorf

9.3.5. Umweltbildungsmaßnahmen und -effekte der Spiele in Sydney

9.4. Die Zeit nach den Spielen – Nachhaltigkeit in Sydney

9.5. Beurteilung der Olympischen Spiele in Sydney

10. Die Olympischen Spiele in Athen 2004

10.1. Bewerbungs- und Vorbereitungsphase der XXVIII. Olympischen Sommerspiele

10.2. Umweltschutz und Umweltbewusstsein in Griechenland

10.3. Das Sportstätten- und Umweltschutzkonzept in Athen 2004

10.3.1. Bauliche Maßnahmen und die Umsetzung der Umweltschutzmaßnahmen

10.3.2. Transport und Verkehr

10.3.3. Ressourcen- und Abfallmanagement

10.3.4. Zentrale Umweltprojekte: Schinias und Markopoulo

10.3.5. Umweltbildungsmaßnahmen der Spiele in Athen

10.4. Die Zeit nach den Spielen – Nachhaltigkeit in Athen

10.5. Beurteilung der Olympischen Spiele in Athen

11. Umweltschutz in Sydney 2000 und Athen 2004 – Parallelen und Gegensätze

12. Umweltschutz – Dritte Säule der Olympischen Bewegung?

13. Ausblick

14. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist die Untersuchung von Umweltbelastungen und Umweltschutzmaßnahmen bei den Olympischen Sommerspielen in Sydney 2000 und Athen 2004, um zu prüfen, inwieweit der ökologische Anspruch der Olympischen Bewegung mit der praktischen Umsetzung vor Ort übereinstimmt.

  • Analyse des Umweltschutzanspruchs der Olympischen Bewegung und des IOC.
  • Untersuchung ökologischer Herausforderungen bei Großveranstaltungen (Bau, Verkehr, Ressourcen).
  • Vergleichende Analyse der Umweltschutzmaßnahmen und -konzepte in Sydney 2000 und Athen 2004.
  • Bewertung der langfristigen Nachhaltigkeit und Nachnutzung der olympischen Sportstätten.
  • Reflektion über die Rolle des Umweltschutzes als "Dritte Säule" der olympischen Idee.

Auszug aus dem Buch

8. Umweltproblematik und Umweltschutzmöglichkeiten Olympischer Sommerspiele

Die Olympischen Spiele sind die weltweit größte Veranstaltung des Sports. Neben organisatorischen, strukturellen und wirtschaftlichen Problemen sehen sich die Veranstalter zudem mit dem immer bedeutenderen Problem einer mit dem Ausmaß der Spiele anwachsenden Belastung der natürlichen Umwelt konfrontiert. Olympische Spiele stellen für die Umwelt ein kurzzeitiges Belastungsmaximum dar. Die auftretenden Belastungen der Umwelt entstehen direkt durch die Ausübung der Sportarten und das öffentliche Interesse an ihnen sowie indirekt durch die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur. Konflikte mit der Umwelt entstehen bei allen Wettkämpfen, egal ob in Wettkampfhallen und Stadien, in temporären Anlagen oder unter freiem Himmel (SCHEMEL/ ERBGUTH 2000, 204). Es müssen große Sportkomplexe erbaut und der Transport, die Versorgung wie auch die Kommunikation von mehreren hunderttausend Personen ermöglicht werden. Die Belastungen der Umwelt sind weitaus größer als im alltäglichen Leben (OTTESEN 1996, 285).

Bereits die Tatsache, dass die Olympischen Spiele alle vier Jahre an einem anderen Ort veranstaltet werden, bedeutet einen hohen Ressourcenverbrauch für die neu zu bauenden Wettkampfstätte. Dies betrifft nicht nur die Wettkampfanlagen, sondern auch die Außenanlagen zwischen den Veranstaltungsorten, die für kurze Zeit eine enorme Zahl an Besuchern aufnehmen müssen, für die Nachnutzung aber meist überdimensioniert sind (MUHAR 1998, 14). Die Betrachtung der durch Olympische Spiele auftretenden ökologischen Probleme darf zudem nicht einzig auf den Zeitpunkt der Wettkämpfe beschränkt sein, sie muss auch die Vorbereitungsphase und die Zeit nach den Olympischen Spielen berücksichtigen. Ebenso wie in der Phase der Wettkämpfe finden in den beiden anderen Phasen erhebliche Eingriffe in und Auswirkungen auf die Natur statt. In der Vorbereitungsphase auf die Olympischen Spiele sind dies vor allem Flächenverbrauch, Bodenversiegelung und der durch den Bau olympischer Anlagen verursachte Ressourcenverbrauch sowie Schadstoffbelastungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die wachsende Bedeutung des Umweltschutzes im Kontext der Olympischen Bewegung und Definition der Forschungsfrage.

2. Forschungsstand: Überblick über die bestehende wissenschaftliche Literatur und Defizite in der Analyse olympischer Umweltschutzkonzepte.

3. Aufbau und Methodik der Arbeit: Erläuterung der theoretischen Grundlagen sowie der qualitativen Forschungsmethode, insbesondere der Experteninterviews.

4. Terminologische Abgrenzungen: Definition der zentralen Begriffe wie Umwelt, Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Ökologie für den Kontext der Arbeit.

5. Umweltbewusstsein, umweltgerechtes Verhalten und ökologische Kommunikation: Darstellung psychologischer und soziologischer Aspekte des Umweltverhaltens und der Rolle von Bildungsmaßnahmen.

6. Entwicklung des Umweltschutzes und dessen Problemfelder: Historische Entwicklung globaler Umweltpolitik und die daraus resultierenden Zielkonflikte.

7. Der Umweltschutz der Olympischen Bewegung: Analyse der Charta und der institutionellen Verankerung des Umweltschutzes beim IOC.

8. Umweltproblematik und Umweltschutzmöglichkeiten Olympischer Sommerspiele: Kategorisierung der ökologischen Konfliktbereiche und Anforderungen an ein systematisches Umweltmanagement.

9. Die Olympischen Spiele in Sydney 2000: Detaillierte Fallstudie zu den "Green Games" in Sydney inklusive ihrer Erfolge, Kritikpunkte und Nachnutzung.

10. Die Olympischen Spiele in Athen 2004: Analyse der Umweltschutzbemühungen in Athen, ihrer Defizite bei der Umsetzung und der Problematik der Nachnutzung.

11. Umweltschutz in Sydney 2000 und Athen 2004 – Parallelen und Gegensätze: Direkter Vergleich der beiden Fallbeispiele anhand ökologischer Indikatoren.

12. Umweltschutz – Dritte Säule der Olympischen Bewegung?: Kritische Diskussion darüber, ob der Umweltschutz den Status einer gleichberechtigten Säule neben Sport und Kultur erreicht hat.

13. Ausblick: Entwicklung von Handlungsempfehlungen für das IOC zur Verbesserung des olympischen Umweltschutzes.

14. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Ergebnisse und Beantwortung der zentralen Forschungsfrage.

Schlüsselwörter

Olympische Spiele, Umweltschutz, Sydney 2000, Athen 2004, Nachhaltigkeit, IOC, Umweltmanagement, Sportstättenbau, Abfallmanagement, Umweltbewusstsein, Greenwashing, ökologische Bilanz, Umweltbildung, Ressourcenverbrauch, Nachnutzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen den ökologischen Versprechen der Olympischen Bewegung und der realen ökologischen Auswirkungen bei den Sommerspielen in Sydney 2000 und Athen 2004.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die olympische Umweltpolitik, das Umweltmanagement bei Sportgroßveranstaltungen, die Bedeutung des Umweltbewusstseins sowie eine detaillierte vergleichende Analyse der beiden Austragungsorte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, zu ermitteln, ob die Olympische Bewegung ihren selbst auferlegten Anspruch einer nachhaltigen und umweltgerechten Ausrichtung der Spiele in der Praxis einlösen konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Neben einer umfassenden Literaturrecherche und der Analyse von offiziellen Dokumenten des IOC und der Organisatoren stützt sich die Arbeit auf Experteninterviews und eine systematische Vergleichebene.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert strukturiert die Planungs-, Vorbereitungs- und Durchführungsphase der Spiele in Sydney und Athen anhand von Kategorien wie Bauwesen, Verkehrskonzepte, Ressourcenmanagement und Bildungsmaßnahmen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Nachhaltige Entwicklung, Green Games, Greenwashing, Umweltverträglichkeitsprüfung und die "Dritte Säule" der olympischen Idee.

Warum wird Sydney als "Green Games" bezeichnet?

Sydney gilt als Pionier, da hier erstmals ein systematisches Umweltkonzept in enger Zusammenarbeit mit Umweltorganisationen wie Greenpeace erstellt wurde, das weit über damalige Standards hinausging.

Warum wird die Umsetzung in Athen kritisch bewertet?

Die Umsetzung in Athen wird als mangelhaft eingestuft, da Umweltschutzaspekte kaum in die Verträge mit Baufirmen einflossen, wichtige regenerative Energiekonzepte ignoriert wurden und eine langfristige Nachnutzungsstrategie fehlte.

Ende der Leseprobe aus 175 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Umweltbelastungen und Umweltschutz bei Olympischen Sommerspielen
Untertitel
Anspruch und Wirklichkeit an den Beispielen Sydney 2000 und Athen 2004
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,3
Autor
Michael Westerberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
175
Katalognummer
V90264
ISBN (eBook)
9783638042574
ISBN (Buch)
9783640820900
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Umweltbelastungen Umweltschutz Olympischen Sommerspielen Thema Sommerolympiade 2012
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michael Westerberg (Autor:in), 2007, Umweltbelastungen und Umweltschutz bei Olympischen Sommerspielen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90264
Blick ins Buch
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