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Alexis de Tocqueville und die Zivilgesellschaft

Zur Entwicklung einer demokratischen und/ oder antidemokratischen (rechten) Zivilgesellschaft

Title: Alexis de Tocqueville und die Zivilgesellschaft

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 28 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Niklas Sommerburg (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Die Frage des organisierten Rechtsextremismus ist, besonders im Zusammenhang mit den Wahlerfolgen der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) im September 2004 mit 9,2% in Sachsen und im September 2006 mit 7,3% in Mecklenburg-Vorpommern, verstärkt in den Vordergrund gerückt worden. Meist wird als Abwehrreaktion gegen zukünftige Erfolge der Rechtsextremen die Stärkung der Zivilgesellschaft als Allheilmittel propagiert.

Als Grundlage für eine florierende Zivilgesellschaft erscheint das aktive bürgerschaftliche Engagement und oft wird zivilgesellschaftliches Engagement gerade dann gefordert, wenn sich der Staat aus sozialen Bereichen zurückzieht. Aber: Welche sozialen Bindungen stützen politische und wirtschaftliche Freiheit, statt sie zu zerstören? Lassen sich solche Bindungen in der modernen Welt finden – gar schaffen –, und wenn ja, wo und wie?

Im Gegenzug stellte die NPD in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts ihre „Drei-Säulen-Strategie“ auf – den Kampf um die Straße, den Kampf um die Köpfe, den Kampf um die Wähler. Durch dieses Konzept erlangte die Partei ihre Kampffähigkeit zurück. Die NPD schaffte sich hiermit ein Potential und band dieses auch (lose) an sich – die NPD wurde damit zu einem „nationalen Netzwerk“ in Deutschland.

Die Frage, die im folgenden bearbeitet werden soll ist die, ob die politische Rechte, in Form der Gesellschaftlichen Rechten, besonders am Beispiel der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands, den Versuch unternimmt, erstens die gesellschaftliche Hegemonie nach dem Konzept Antonio Gramscis zu erobern, somit die Erreichung der gesellschaftlichen Hegemonie der der politischen Machtergreifung vorausgeht, und zweitens, ob dieses Ziel über den Aufbau einer Zivilgesellschaft versucht wird? Daran schließt sich die Frage an, ob es möglich ist eine antidemokratische Zivilgesellschaft aufzubauen; ob somit vermeintlich (basis-) demokratische Elemente bewusst gegen die Demokratie genutzt werden können. Um dies zu erreichen ist es notwendig auf das Konzept der Hegemonie nach Gramsci einzugehen, ebenfalls soll das Prinzip der Souveränität nach Alexis de Tocqueville als Grundlage für das Verständnis einer Zivilgesellschaft vorausgesetzt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Fragestellung

1.2 Forschungsstand

2 Alexis de Tocqueville und die Zivilgesellschaft – Die Entwicklung einer demokratischen und/ oder antidemokratischen (rechten) Zivilgesellschaft

2.1 Der Diskurs der Zivilgesellschaft

2.2 Alexis de Tocqueville – Über die Souveränität des Volkes in Amerika

2.3 Antonio Gramsci – Hegemonie

2.3.1 Zur Person des Antonio Gramsci

2.3.2 Zur Frage der Hegemonie nach Antonio Gramsci

2.4 Gibt es die Entwicklung einer rechten Zivilgesellschaft?

2.4.1 Kritik an den vorherrschenden Argumentationen

2.4.2 Freie Nationalisten: Mein Selbstverständnis – Ein Leitfaden – Wie organisieren wir den Widerstand?

2.4.3 Zur eigenen Argumentation

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob die politische Rechte, exemplarisch dargestellt an der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD), den Versuch unternimmt, durch den Aufbau einer Zivilgesellschaft gesellschaftliche Hegemonie im Sinne Antonio Gramscis zu erlangen. Dabei wird analysiert, ob vermeintlich demokratische zivilgesellschaftliche Strukturen gezielt zur Etablierung antidemokratischer Bestrebungen instrumentalisiert werden können.

  • Analyse der Zivilgesellschaft als Instrument rechter Strategien
  • Anwendung des Hegemonie-Konzepts nach Antonio Gramsci auf rechtsextreme Akteure
  • Untersuchung des Prinzips der Volkssouveränität nach Alexis de Tocqueville
  • Evaluierung der "Drei-Säulen-Strategie" und Aktivitäten der "Freien Nationalisten"
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Entwicklung einer antidemokratischen Zivilgesellschaft

Auszug aus dem Buch

2.2 Alexis de Tocqueville – Über die Souveränität des Volkes in Amerika

Das vierte Kapitel des Ersten Teils seines Buches von 1835 „Über die Demokratie in Amerika“ überschrieb Alexis de Tocqueville mit „Über die Souveränität in Amerika“. Die Souveränität stellt er bewusst an den vorderen Teil dieses Buches, da diese für ihn von zentraler Bedeutung für die gesunde Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft ist. So sagt er: „Wie ich bereits sagte, war der Grundsatz der Volkssouveränität von Anfang an die treibende Kraft in den meisten englischen Kolonien Amerikas.“

In den vorhergehenden Kapiteln informiert er mehrheitlich über die Grundlagen seiner Analyse, so handelt Kapitel eins über die äußere Gestalt Amerikas, Kapitel zwei über die Ausgangslage und ihre Bedeutung für die Zukunft der Angloamerikaner und Kapitel drei über die Gesellschaftsordnung der Angloamerikaner. Inhaltlich beginnt seine Analyse der Demokratie in Amerika erst mit dem vierten Kapitel – eben der Souveränität des Volkes. So heißt es in dem ersten Satz: „Jede Erörterung der politischen Gesetze der Vereinigten Staaten hat vom Dogma der Souveränität des Volkes auszugehen.“ Grundsätzlich, so Tocqueville, liegt jeder menschlichen Einrichtung der Wille des Volkes zugrunde; real betrachtet wird das Wort der Volkssouveränität jedoch meist nur als Lippenbekenntnis genutzt und in der Regel ist das Volk nicht der Souverän, als welches es verkündet wird. So ist der Volkswille eines der Worte, „das die Aufwiegler und Despoten aller Zeiten am meisten mißbraucht haben.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des organisierten Rechtsextremismus ein und umreißt die wissenschaftliche Fragestellung sowie den Forschungsstand.

2 Alexis de Tocqueville und die Zivilgesellschaft – Die Entwicklung einer demokratischen und/ oder antidemokratischen (rechten) Zivilgesellschaft: Das Hauptkapitel analysiert theoretische Konzepte der Zivilgesellschaft und verknüpft diese mit aktuellen Strategien rechtsextremer Akteure.

2.1 Der Diskurs der Zivilgesellschaft: Es wird eine begriffstheoretische Debatte geführt, die verschiedene historische Ansätze zur Zivilgesellschaft aufzeigt.

2.2 Alexis de Tocqueville – Über die Souveränität des Volkes in Amerika: Dieses Unterkapitel widmet sich der Analyse der Volkssouveränität bei Alexis de Tocqueville als essenzielle Grundlage demokratischer Entwicklung.

2.3 Antonio Gramsci – Hegemonie: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Hegemonie-Begriffs nach Antonio Gramsci sowie biografische Aspekte des Autors beleuchtet.

2.3.1 Zur Person des Antonio Gramsci: Eine biografische Einführung in das Leben und Wirken Antonio Gramscis.

2.3.2 Zur Frage der Hegemonie nach Antonio Gramsci: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der Hegemonie im Spannungsfeld zwischen ziviler und politischer Gesellschaft.

2.4 Gibt es die Entwicklung einer rechten Zivilgesellschaft?: Die Untersuchung wendet sich hier der praktischen Umsetzung rechter Strategien zur zivilgesellschaftlichen Einflussnahme zu.

2.4.1 Kritik an den vorherrschenden Argumentationen: Eine kritische Auseinandersetzung mit bestehenden wissenschaftlichen Einschätzungen zur Strategie der politischen Rechten.

2.4.2 Freie Nationalisten: Mein Selbstverständnis – Ein Leitfaden – Wie organisieren wir den Widerstand?: Analyse spezifischer Schriften der "Freien Nationalisten" und deren Organisationsverständnis.

2.4.3 Zur eigenen Argumentation: Hier führt der Autor seine eigene theoretische Argumentation basierend auf den Modellen von Gramsci und Tocqueville aus.

3 Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und beantwortet die Frage nach der Existenz einer rechten antidemokratischen Zivilgesellschaft.

Schlüsselwörter

Zivilgesellschaft, Rechtsextremismus, Hegemonie, Antonio Gramsci, Alexis de Tocqueville, Volkssouveränität, NPD, Freie Nationalisten, Radikale Rechte, Politische Strategie, Antidemokratische Tendenzen, Gesellschaftliche Hegemonie, Politischer Kampf, Demokratie, Strukturaufbau

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretische und praktische Auseinandersetzung der politischen Rechten, speziell der NPD, mit dem Konzept der Zivilgesellschaft zur Durchsetzung eigener politischer Ziele.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Theorien zur Zivilgesellschaft und Hegemonie, die Analyse rechtsextremer Strategiepapiere sowie die Frage der Instrumentalisierung bürgerschaftlicher Strukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, ob die politische Rechte versucht, durch den Aufbau einer Zivilgesellschaft Hegemonie zu erlangen und ob diese Entwicklung demokratische Strukturen gezielt gegen die Demokratie selbst wenden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Diskursanalyse, die klassische politikwissenschaftliche Konzepte (Gramsci, Tocqueville, Dahrendorf) auf die aktuelle Strategieentwicklung rechtsextremer Gruppen anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch die Konzepte von Gramsci und Tocqueville sowie eine empirische Untersuchung der Strategien der NPD und der "Freien Nationalisten".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Zivilgesellschaft, Hegemonie, Rechtsextremismus, Volkssouveränität und Politische Strategie charakterisiert.

Welche Rolle spielt der Begriff der "national befreiten Zonen"?

Der Begriff wird als Strategie zur Besetzung kultureller Räume interpretiert, um feste Strukturen für rechtsextreme Aktivisten zu schaffen und eine Strukturierung nach innen zu ermöglichen.

Warum ist die Analyse der "Freien Nationalisten" für das Ziel der Arbeit wichtig?

Die Analyse zeigt auf, wie diese Gruppierungen durch Eigeninitiative und dezentrale Strukturen versuchen, jenseits klassischer Parteienstrategien ein "schlummerndes Potential" zur gesellschaftlichen Veränderung zu aktivieren.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Staates im Kontext der Zivilgesellschaft?

Der Autor verweist auf Dahrendorf, wonach eine lebendige demokratische Zivilgesellschaft von der Unabhängigkeit vom Staat lebt, während rechtsextreme Strategien darauf abzielen, zivilgesellschaftliche Räume zur Verbreitung ihrer Ideologie zu nutzen.

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Details

Title
Alexis de Tocqueville und die Zivilgesellschaft
Subtitle
Zur Entwicklung einer demokratischen und/ oder antidemokratischen (rechten) Zivilgesellschaft
College
University of Rostock
Grade
sehr gut
Author
Niklas Sommerburg (Author)
Publication Year
2006
Pages
28
Catalog Number
V90277
ISBN (eBook)
9783638038829
ISBN (Book)
9783638936026
Language
German
Tags
Alexis Tocqueville Zivilgesellschaft Rechtsextremismus NPD Politik Extremismus Neonazismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Niklas Sommerburg (Author), 2006, Alexis de Tocqueville und die Zivilgesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90277
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