Auswirkung des demografischen Wandels auf die gesetzliche Alterssicherung in Deutschland


Essay, 2020

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Forschungsfrage
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit

2 Demografischer Wandel
2.1 Definition
2.2 Die Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland
2.3 Bevölkerungsprognose Deutschlands bis 2060

3 Die Alterssicherung
3.1 Grundlegendes Verfahren
3.2 Entwicklung der Alterssicherung
3.3 Die Alterssicherung in der Zukunft
3.4 Kapitalgedeckte Altersvorsorge

4 Zukunft des Rentensystems
4.1 Vier Veranderungsansatze
4.2 Familien- und Migrationspolitik

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wie sich die Bevölkerung entwickelt

1 Einleitung

1.1 Problemstellung und Forschungsfrage

Der demografische Wandel ist in Deutschland bereits in vollem Gange. Die Zahl an alteren Personen über 65 Jahren wachst stetig an und die Zahl der erwerbsfahigen Personen zwischen 20 und 64 Jahren wird immer kleiner. Aufgrund der aktuellen hohen Erwerbstatigkeit in Deutschland, werden groBe Beitragssummen in die Alterssicherung eingezahlt. Durch die geburtenstarken Jahrgange der 1950er und 1960er Jahre wird die Alterssicherung ab den 2030er-Jahren jedoch vor enormen Problemen stehen, da diese Jahrgange dann in Rente gehen werden und erhöhte Ausgaben niedrigeren Einnahmen gegenüberstehen.1

Anhand der Forschungsfrage soll untersucht werden, ob der demografische Wandel Auswirkungen auf die gesetzliche Alterssicherung in Deutschland hat.

1.2 Zielsetzung

Das Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit besteht darin, den demografischen Wandel in Deutschland aufzuzeigen und die zukünftigen Auswirkungen auf die Alterssicherung darzustellen. Zum Schluss sollen Lösungsansatze aufgezeigt werden, die eine mögliche Alterssicherung für die nachsten Jahrzehnte ermöglichen soll.

1.3 Aufbau der Arbeit

Dieses Scientific Essay ist in fünf Kapitel gegliedert. Im nachfolgenden Kapitel werden der demografische Wandel und die Entwicklung in Deutschland aufgezeigt. Daraufhin wird die Alterssicherung kurz beschrieben und die Entwicklungen, sowie die zukünftigen Prognosen der gesetzlichen Rentenversicherung dargestellt. Im vierten Kapitel werden Lösungsmöglichkeiten angesprochen, woraufhin im abschlieBenden fünften Kapitel ein Fazit folgen wird.

2 Demografischer Wandel

2.1 Definition

Die wichtigsten Merkmale des demografischen Wandels sind die Fertilitat (Geburtenrate), die Mortalitat (Sterbefalle) und die Migration (Ein- und Auswanderungen). Diese Merkmale haben einen Einfluss auf die Veranderung der Bevölkerungsstruktur. In Deutschland ist der demografische Wandel anhand der niedrigen Geburtenraten, der steigenden Lebenserwartung und der hohen Zuwanderung festzumachen. Somit wird die Bevölkerung in Deutschland immer alter und dies hat Auswirkungen auf die Alterssicherung.2

2.2 Die Entwicklung der Bevölkerung in Deutschland

In den Jahren von 1947 bis1971 sind in Deutschland jahrlich über eine Millionen Kinder geboren worden, wobei der höchst gemessenste Stand im Jahr 1964 war, mit einer jahrlichen Geburtenrate von 1.36 Millionen Neugeborenen. In den kommenden Jahren sank die Zahl der jahrlich geborenen Babys immer weiter, bis es ein Tief im Jahr 1975 von 782.000 erreicht hatte. Seit der Wiedervereinigung Deutschlands ist die Zahl im Vergleich zu den 70er Jahren um die Halfte gesunken.3

Mit Beginn der 1980er Jahre sind mehr Menschen in Deutschland gestorben, als neue Babys auf die Welt gekommen. Seit 2010sind jedes Jahr mindestens 100.000 Menschen mehr gestorben, als Baby geboren worden.4

Die Zahl der Sterbenden wird aufgrund der geburtenstarken Jahrgange der 1950er und 1960er Jahre steigen. Allerdings sind aufgrund der seit 40 Jahren anhaltenden geringen Geburtenziffer wenig Mütter vorhanden, die neue Kinder gebaren können. Somit würde die Bevölkerung seit 40 Jahren immer weiter sinken, wenn es keine Zuwanderung nach Deutschland geben würde.5

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands sind insgesamt 7.5 Millionen Menschen nach Deutschland eingewandert. Dadurch, dass die Zuwanderer im Durchschnitt jünger sind, als die Bevölkerung Deutschlands, wirkt dies dem demografischen Wandel entgegen.6

2.3 Bevölkerungsprognose Deutschlands bis 2060

Eine Erhöhung der Bevölkerung ist bis 2060 nicht zu erwarten. Bei der nachfolgenden Prognose wird das Augenmerk auf die Zuwanderung gerichtet. Hierbei sind drei Szenarien möglich, eine niedrige, eine ausgeglichenen und eine hohe Zuwanderung. Sollte die Zuwanderung bei 221.000 Menschen pro Jahr liegen, also einer ausgeglichenen Zuwanderung entsprechen, so wird die Bevölkerung bis 2060 auf 78.2 Millionen sinken.7

Wie in Abbildung 1 dargestellt, wird sich in Deutschland bis 2060 eine Anderung der Altersverschiebung anbahnen. Bei den Jugendlichen unter 20 Jahren wird es einen Rückgang von 2 Millionen auf 13.3 Millionen geben. Bei der Altersgruppe von 20 bis unter 67 Jahren wird der Rückgang am höchsten sein. Im Jahr 2060 werden nur noch 34.3 Millionen im erwerbsfahigen Alter sein, dies ist ein Rückgang von 14.9 Millionen. Bei den Menschen im Alter von 67 Jahren und alter, wird sich die Zahl bis 2060 um 5.4 Millionen auf 22.3 Millionen erhöhen. Somit ist erkennbar, dass die Bevölkerung Deutschlands immer alter wird.8

Abbildung 1: Wie sich die Bevölkerung entwickelt9

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3 Die Alterssicherung

3.1 Grundlegendes Verfahren

Die Alterssicherung, auch gesetzliche Rentenversicherung genannt, macht neben der Arbeitslosenversicherung, der Kranken- und Pflegeversicherung den gröBten Teil der Sozialversicherung aus.10

Die gesetzliche Rentenversicherung wird mittels des Umlageverfahrens finanziert. Das bedeutet, dass die Renten von den monatlichen sozialpflichtigen Beitragen der Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Halfte getragen werden. Der Beitragssatz zur Rentenversicherung liegt im Jahr 2019 bei 18,6%. Doch die Finanzierung aus diesem Mittel reicht bei weiten nicht aus, deshalb wird auch ein groBer Teil vom Bundeshaushalt hinzugezahlt.11

Bis auf wenige Ausnahmen, wie Beamte und Selbstandige, sind alle dazu verpflichtet, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Die Beitragsbemessungsgrenze sagt aus, bis zu welchem Betrag das Einkommen bei der Berechnung des Rentenbeitrags herangezogen werden darf. 2019 lag sie monatlich bei 6.700 Euro in Westdeutschland und bei 6.150 Euro in Ostdeutschland.12

Der Grundsatz der Alterssicherung besteht darin, dass die Höhe der Rente von der Höhe des Arbeitseinkommens abhangt. Dies wird in Entgeltpunkte umgerechnet, die in Verbindung mit dem Rentenfaktor und dem Rentenwert, die Rentenhöhe bestimmt.13

Das Rentenniveau, welches sich aus der Relation vom Durchschnittseinkommen und der Rentenhöhe ergibt, Betragt momentan 48,1%.14

3.2 Entwicklung der Alterssicherung

Seit der Zusammenlegung der alten und neuen Bundeslander im Jahr 1989, sind im Jahr 1992 die Anzahl der Renten um 6.42 Millionen gestiegen.15 In diesem Zeitraum sind die Ausgaben für die Alterssicherung von 130 Millionen auf 277 Millionen angestiegen. Die Differenz zwischen den Ausgaben und den Einnahmen ist immer gröBer geworden. 1992 wurden die Ausgaben noch zu 89% von den Einnahmen gedeckt,2018nurnoch zu 85%.16

Die Regelaltersgrenze lag seitfast hundert Jahren bei 65 Jahren, ehe sie2012 auf 67 Jahre angepasst wurde. Aufgrund der hohen Lebenserwartung, hat sich die Rentenbezugsdauer somit von 12 Jahre (1970) auf aktuell 19 Jahre erhöht.17

[...]


1 Vgl. Stadtmüller, S., Demografischer Wandel und unpopulare Reformen, 2016, S. 7-9.

2 Vgl. Mayer, T., Die transformative Macht der Demografie, 2017, S. 29.

3 Vgl. Pötzsch, O., Die transformative Macht der Demografie, 2017, S. 92.

4 Vgl. Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch Deutschland und Internationales, 2019, S. 33.

5 Vgl. Statistisches Bundesamt, Demografische Aspekte Demografischer Wandel und Bevölkerungszahl, 2020.

6 Vgl. Statistisches Bundesamt, Demografischer Wandel, 2020.

7 Vgl. Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch Deutschland und Internationales, 2019, S. 57.

8 Vgl. Nier, H., Wie sich die Bevölkerung entwickelt, 2018.

9 Vgl. Nier, H., Wie sich die Bevölkerung entwickelt, 2018.

10 Vgl. Bundesministerium für Arbeit uns Soziales, Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung, 2019.

11 Vgl. Bundesministerium für Arbeit uns Soziales, Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung, 2019.

12 Vgl. Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Soziale Sicherung im Überblick 2019, 2019, S. 155.

13 Vgl. Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Soziale Sicherung im Überblick 2019, 2019, S. 175.

14 Vgl. Buslei, H., et al., Das Rentenniveau spielt eine wesentliche Rolle für das Armutsrisiko im Alter, 2019, S. 376.

15 Vgl. Deutsche Rentenversicherung Bund, Rentenversicherung in Zeitreihen, 2019, S. 158.

16 Vgl. Statista Research Department, Beitrage und Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland in den Jahren von 1991 bis 2018, 2019.

17 Vgl. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Renteneintrittsalter und Lebenserwartung, o.J.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Auswirkung des demografischen Wandels auf die gesetzliche Alterssicherung in Deutschland
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Frankfurt früher Fachhochschule
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
15
Katalognummer
V902869
ISBN (eBook)
9783346221582
Sprache
Deutsch
Schlagworte
alterssicherung, auswirkung, deutschland, wandels
Arbeit zitieren
Marvin Imlauer (Autor), 2020, Auswirkung des demografischen Wandels auf die gesetzliche Alterssicherung in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/902869

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