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Lebensqualität und Überbevölkerung

Kontextbetrachtung Ressourcen und Bevölkerung

Titel: Lebensqualität und Überbevölkerung

Seminararbeit , 2020 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dominik Velasco (Autor:in)

Ethik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Gegenwärtig leben etwa 7,5 Milliarden Menschen auf diesem Planeten; obwohl sich diese Gegenwart als die friedlichste Zeit seit Anbeginn der Menschheit darstellt, ist die Bevölkerung dieser Welt von anderen Übel betroffen: Klimawandel (und Naturkatastrophen), Wirtschaftskrisen, Technologie-Überschwemmungen, Müll-Problematiken bzw. zunehmende Umweltverschmutzung, Hunger, soziale Ungerechtigkeit bzw. Ungleichheit, schwindende Ressourcen u.v.m. . Bereits 1972 hat der Club of Rome mit seiner Studie Die Grenzen des Wachstums Langzeitfolgen des jeweils gegenwärtig-aktuellen Handelns der Menschheit auf globale Auswirkungen die zukünftige(n) Generation(en) betreffend, simuliert. Zentrale Aussage der Studie war es, dass die absolute Kapazität der Erde innerhalb eines Jahrhunderts nach Veröffentlichung der Studie erreicht werde, solange die Faktoren Bevölkerungszuwachs, Industrialisierung, Umweltverschmutzung, Nahrungsmittelproduktion und natürlicher Ressourcenverbrauch konstant blieben (Meadows et al., 1972). Diese Erkenntnisse – in ähnlicher Weise nicht zum ersten Mal in der Geschichte hervorvorgebracht (vgl. Malthus u.a.) – haben sich über die Jahre hinweg als nicht gänzlich irrelevant erwiesen und münden immer wieder in einem scheinbar korrelierendem Wertepaar: Ressourcen und Bevölkerung. Wenn nicht von Ressourcenschwund die Rede ist, ist das vorherrschende Thema - das ‚Angstthema‘ der zivilisierten Welt - die Überbevölkerung; die Angst, unter Umständen ‚bald keinen Platz mehr‘ zu haben.

Die Frage, die sich an dieser Stelle aufdrängt, ist weshalb im Laufe der Zeit weder an der Stellschraube Ressourcenverbrauch noch an der Stellschraube Bevölkerung gedreht wurde bzw. welche Varianten dieser Wechselbeziehung denkbar wären.
Harald Lesch (2016) hat diese Wechselbeziehung einst anders ausgedrückt: „Die Erde hat Mensch“ und vereinte in diesem Satz das generelle Verhalten des Menschen zu seiner Umwelt als auch im Hinblick zu dessen Werte und Verhalten untereinander.
Im Zuge dieser Arbeit sollen zunächst Aufschlüsse zum Thema Bevölkerung(-sentwicklung) und Ressourcen gegeben und in einen globalen Zusammenhang gesetzt werden. Darauf aufbauend sollen Lösungsansätze und im Anschluss ethische Grundlagen zum Thema Überbevölkerung genannt werden. Als Stoßrechnung des Diskurses soll ein Ausblick auf Erziehung bzw. das Intergenerationenproblem gegeben werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung / Problemstellung

Bevölkerungsentwicklung und Ressourcen

Zahlen und Fakten

Auswirkung der Bevölkerungsentwicklung

Mögliche Lösungsansätze zum Bevölkerungswachstum

Ethische Aspekte im Kontext Überbevölkerung

Utilitaristisches Kalkül oder: Derek Parfit’s ‚abstoßende Konklusion‘

Deontologie oder: Kant’s Verallgemeinerungsprinzip

Intergenerationenkonflikt und ‚nachhaltige‘ Erziehung

Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der wachsenden Weltbevölkerung, der begrenzten Ressourcenverfügbarkeit und den daraus resultierenden ethischen sowie erziehungswissenschaftlichen Implikationen für künftige Generationen.

  • Korrelation von Bevölkerungswachstum und Ressourcenverbrauch
  • Ethische Bewertung des Bevölkerungswachstums (Utilitarismus vs. Deontologie)
  • Problem der Generationengerechtigkeit im Kontext der Überbevölkerung
  • Bildung und Erziehung als Ansätze zur Förderung eines nachhaltigen Konsumverhaltens

Auszug aus dem Buch

Utilitaristisches Kalkül oder: Derek Parfit’s ‚abstoßende Konklusion‘

Dem Utilitarismus (Nutzenlehre) zufolge, sind wir angeheißen „die Gesamtmenge an Glück, Nutzen, Präferenzbedingungen oder dergleichen zu maximieren“ (Fehige, 1995, S. 140), d.h. den (maximierten) Gesamtnutzen aller Betroffenen als Ergebnis jedweder Handlung – unabhängig des Schicksals des Einzelnen - zu präferieren, anstatt die Handlung selbst zum Gegenstand der Untersuchung zu machen. Parfit (1984, S. 381ff) hat auf die Frage hin, ob es eine Überbevölkerung geben könne, das Verhältnis von Qualität und Quantität gelebten Lebens im Sinne seiner ‚abstoßenden Schlussfolgerung‘ auf Basis utilitaristischer Grundgedanken als ebenbürtig gegenübergestellt. Die abstoßende Schlussfolgerung basiert auf den Prämissen, dass mit einer Veränderung von Bevölkerung (Quantität) im Allgemeinen eine reziproke Veränderung von Lebensqualität einhergeht, allerdings ein Leben mit äußerst geringer Lebensqualität noch lebenswert sei. An die Logik des Utilitarismus zur Summe kleinster Teile Glück (entsprechend Lebensqualität) zu einem Ganzen, ergibt sich die kritische Betrachtung darin, dass der Verlust individueller Lebensqualität durch eine hinreichend große Menge an gelebter (wie auch immer ausgeprägter) Lebensqualität kompensiert werden könne und so das utilitaristisch-optimale Ergebnis dadurch erreicht würde, wenn eine immens große Anzahl an Menschen lebte, „obwohl diese Menschen Leben hätten, die gerade noch lebenswert sind“ (ebd., S. 384).

Der abstoßenden Schlussfolgerung zufolge sei es also „moralisch geboten, die Bevölkerungszahl sehr stark ansteigen zu lassen – und zwar auch dann, wenn die Lebensqualität der einzelnen Mitglieder zukünftiger Generationen dadurch nur noch äußerst gering wäre“ (Sturma & Heinrichs, 2015, S. 209). Die eher als Provokation anzusehende abstoßende Schlussfolgerung impliziert daher, dass keine Rücksicht auf zukünftige Generationen hinsichtlich der Eindämmung des Bevölkerungswachstums und resultierender Verringerung von Lebensqualität (Ressourcen) genommen werden muss; und versucht damit zu betonen, dass eine utilitaristische Beantwortung der Frage zur Steuerung des Bevölkerungswachstums nur bedingt bzw. nur unzureichend gegeben werden kann. Aus der utilitaristischen Grundnorm geht nur hervor, dass die Gesamtsumme an Nutzen/Glück offenbar mit zunehmender Bevölkerung steigen muss, verwehrt sich in seinem Prinzip allerdings der differenzierten Ausweisung der Gesichtspunkte (soziale) Gerechtigkeit und Individualität von Lebensqualität bzw. Glück.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung / Problemstellung: Hinführung zum Thema durch Aufzeigen der Korrelation zwischen Ressourcen und Weltbevölkerung sowie Darstellung der Forschungsfrage.

Bevölkerungsentwicklung und Ressourcen: Analyse der demographischen Daten und der kausalen Zusammenhänge zwischen Bevölkerungswachstum, medizinischem Fortschritt und Ressourcenverbrauch.

Zahlen und Fakten: Detaillierte Betrachtung der exponentiellen Entwicklung der Weltbevölkerung in den letzten 2000 Jahren.

Auswirkung der Bevölkerungsentwicklung: Untersuchung der ökologischen und sozialen Konsequenzen, die aus der aktuellen demographischen Dynamik resultieren.

Mögliche Lösungsansätze zum Bevölkerungswachstum: Diskussion von Strategien wie Geburtenkontrolle und der Bedeutung von Bildung für eine aufgeklärte Familienplanung.

Ethische Aspekte im Kontext Überbevölkerung: Einleitung in das moralische Dilemma zwischen dem Erhalt menschlichen Lebens und der ökologischen Belastungsgrenze.

Utilitaristisches Kalkül oder: Derek Parfit’s ‚abstoßende Konklusion‘: Kritische Auseinandersetzung mit der utilitaristischen Ethik hinsichtlich einer Maximierung der Bevölkerungszahl zu Lasten der Lebensqualität.

Deontologie oder: Kant’s Verallgemeinerungsprinzip: Bewertung der Überbevölkerungsfrage anhand der pflichtenethischen Perspektive und der moralischen Integrität des Individuums.

Intergenerationenkonflikt und ‚nachhaltige‘ Erziehung: Diskussion der generationenübergreifenden Verantwortung und der Notwendigkeit einer werteorientierten Bildung für zukünftige Generationen.

Ausblick: Zusammenfassende Reflexion über die Rolle von Gier, Geld und Verantwortung in einer gemeinsamen Welt.

Schlüsselwörter

Überbevölkerung, Bevölkerungswachstum, Ressourcen, Lebensqualität, Utilitarismus, Deontologie, Generationengerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Erziehung, ökologischer Fußabdruck, Konsumverhalten, Klimawandel, Ethik, Weltbevölkerung, Ressourcenverknappung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen dem stetigen Wachstum der Weltbevölkerung und den begrenzten natürlichen Ressourcen der Erde unter ethischen Gesichtspunkten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt demographische Trends, die ökologischen Auswirkungen des Bevölkerungswachstums, ethische Grundlagentheorien und erziehungswissenschaftliche Ansätze für nachhaltiges Handeln.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Wechselwirkungen zwischen Ressourcenverbrauch und Bevölkerung zu durchleuchten und ethisch zu bewerten, wie das Zusammenleben künftiger Generationen nachhaltig gestaltet werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf einer Literaturanalyse und der Anwendung ethischer Theorien (Utilitarismus und Deontologie) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme demographischer Daten, eine kritische ethische Diskussion der Wachstumsfolgen sowie eine Untersuchung erziehungswissenschaftlicher Konsequenzen für die Nachhaltigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind unter anderem Überbevölkerung, Generationengerechtigkeit, ethische Normen, Nachhaltigkeit und das Spannungsfeld zwischen individuellem Konsum und ökologischer Verantwortung.

Wie unterscheidet sich die utilitaristische von der deontologischen Sichtweise in Bezug auf das Bevölkerungswachstum?

Während der Utilitarismus das Bevölkerungswachstum rein nach dem Gesamtnutzen (Glückssumme) bewertet, fokussiert die deontologische Sichtweise von Kant auf die moralische Integrität der Handlung und die allgemeine Gesetzmäßigkeit individuellen Verhaltens.

Was bedeutet die ‚abstoßende Konklusion‘ von Derek Parfit?

Die abstoßende Konklusion besagt, dass aus utilitaristischer Sicht eine sehr große Weltbevölkerung mit einer nur minimalen Lebensqualität erstrebenswerter sein könnte als eine kleinere Bevölkerung mit hoher Lebensqualität, was als moralisch problematisch angesehen wird.

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Details

Titel
Lebensqualität und Überbevölkerung
Untertitel
Kontextbetrachtung Ressourcen und Bevölkerung
Hochschule
Universität Salzburg
Veranstaltung
Grundprobleme pädagogischer Ethik
Note
1,0
Autor
Dominik Velasco (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
16
Katalognummer
V903025
ISBN (eBook)
9783346207104
ISBN (Buch)
9783346207111
Sprache
Deutsch
Schlagworte
überbevölkerung bevölkerung kontextbetrachtung lebensqualität ressourcen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dominik Velasco (Autor:in), 2020, Lebensqualität und Überbevölkerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/903025
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Leseprobe aus  16  Seiten
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