In dieser Hausarbeit wird sich besonders auf die Kinder konzentriert, die direkte Gewalt von ihren Eltern erfahren haben. Trotzdem ist die indirekte Gewalt gegen die Mutter, die Kinder und Jugendliche tagtäglich miterleben müssen nicht zu unterschätzen. Um eine Basis für das allgemeine Verständnis zu schaffen, wird geklärt, was unter den Begriffen "häusliche Gewalt" und "Kind" zu verstehen ist und in welche Formen Misshandlungen eingeteilt werden.
Anschließend wird sich mit der Ursachenforschung von Gewalt gegen Kinder beschäftigen und geklärt, was dies für die kindliche Entwicklung bedeutet. Der Fokus wird dabei auf das Phänomen gerichtet, warum geschlagene Kinder eine höhere Wahrscheinlichkeit aufweisen, später selbst zu Tätern zu werden und dahingehend verschiedene Theorien mit einbezogen. Im letzten Teil wird der zweite große Schwerpunkt gesetzt, indem aus Sicht der Polizei beleuchtet wird, worin die Schwierigkeit bei dem Einsatz der häuslichen Gewalt mit Kindern liegt und wie man am besten mit ihnen umgeht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Häusliche Gewalt gegen Kinder
2.1. Begriffserklärung: Häusliche Gewalt
2.2. Definition: Kind
3. Die Gewaltformen
3.1. Die körperliche/physische Gewalt
3.2. Die seelische/ psychische Gewalt
3.3. Der sexuelle Missbrauch
3.4. Das Miterleben von Häuslicher Gewalt gegen die Mutter
4. Die Folgen/ Auswirkungen Häuslicher Gewalt gegen Kinder
4.1. Die körperlichen und psychischen Folgen
4.2. Vom misshandelten Opfer zum Täter
5. Die Ursachen für Häusliche Gewalt gegen Kinder
6. Umgang mit Kinder als Opfer häuslicher Gewalt im polizeilichen Einsatz
7. Fazit
8. Literatur
9. Abschlusszitat
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die Problematik von Kindern als Opfer oder Zeugen häuslicher Gewalt. Dabei steht die Analyse der verschiedenen Gewaltformen, ihrer psychischen und physischen Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung sowie die besondere Rolle und Herausforderungen der Polizei bei entsprechenden Einsätzen im Vordergrund.
- Phänomenologie und Formen häuslicher Gewalt gegen Kinder
- Langzeitfolgen von Misshandlung und Miterleben von Gewalt
- Theoretische Erklärungsmodelle für die Weitergabe von Gewalt (Generationeneffekt)
- Risikofaktoren für Gewalt in Familien
- Polizeiliche Interventionsstrategien und Handlungskompetenzen
Auszug aus dem Buch
3.2. Die seelische/psychische Gewalt
Psychische oder seelische Gewalt sind nach Eggers (1994) „Haltungen, Gefühle und Aktionen, die zu einer schweren Beeinträchtigung einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Bezugsperson und Kind führen und dessen geistig-seelische Entwicklung zu einer autonomen und lebensbejahenden Persönlichkeit behindern.“
Dem Kind wird bei dieser Form von Gewalt ein Gefühl der Ablehnung vermittelt, so dass es Schwierigkeiten hat, ein stabiles Selbstbewusstsein aufzubauen (BIG e.V., 2005). Als einfache seelische Gewalt gilt dabei die Demütigung, Beleidigung oder Herabsetzung des Kindes durch beispielsweise unangemessene Schulansprüche oder Liebesentzug, Zurücksetzung, Gleichgültigkeit und Ignoranz. Dem gegenüber kann auch überbehütendes und überfürsorgliches Verhalten zu psychischer Gewalt werden, wenn es dem Kind Ohnmacht, eigene Wertlosigkeit und Abhängigkeit vermittelt. Schwerwiegende seelische Gewalt umfasst unter anderem Akte, die dem Kind Angst machen. Eine besonders häufig vertretene Form ist dabei dem Kind den Glauben einzureden, dass böse Geiser oder Monster sie holen kommen würden. Nicht unüblich ist, dass der junge Mensch mit Freiheitsentzug oder Hausarrest, schlimmstenfalls in dunklen Räumen wie Kellerräumen, Abstellkammern oder Dachböden bestraft wird. In den meisten Fällen verbieten die misshandelnden Erzieher ihren Kindern Freunde zu treffen oder einzuladen. Besonders grausam wird die psychische Gewalt, wenn die Kinder mitansehen müssen, wie ihre Haustierer gequält oder getötet werden. Die Gewaltform der seelischen Gewalt ist meist schlimmer als körperliche Gewalt, denn die Angst, die in den Kinder geschürt wird, verheilt nicht wie Wunden oder blaue Flecke, sondern kann ein Leben lang bestehen (Vgl. Lehner-Hartmann 2002: S.116f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Verbreitung von Kindesmisshandlung anhand von Statistiken und gesellschaftlicher Relevanz, während sie gleichzeitig die Zielsetzung der Hausarbeit definiert.
2. Die Häusliche Gewalt gegen Kinder: Dieses Kapitel definiert die Begriffe „Häusliche Gewalt“ sowie „Kind“ und bettet diese in den familiären Kontext ein.
3. Die Gewaltformen: Hier werden die verschiedenen Arten der Gewalt, von physischer und psychischer Misshandlung bis hin zum sexuellen Missbrauch und dem Miterleben von Gewalt gegen die Mutter, detailliert beschrieben.
4. Die Folgen/ Auswirkungen Häuslicher Gewalt gegen Kinder: Das Kapitel analysiert die kurz- und langfristigen körperlichen und psychischen Auswirkungen sowie die Theorie, warum Opfer später selbst zu Tätern werden können.
5. Die Ursachen für Häusliche Gewalt gegen Kinder: Hier werden multikausale Faktoren wie Überforderung, soziale Isolation und das „Aschenputtel-Syndrom“ als Ursachen für die Entstehung von Gewalt analysiert.
6. Umgang mit Kinder als Opfer häuslicher Gewalt im polizeilichen Einsatz: Das Kapitel befasst sich mit den notwendigen Handlungsstrategien und der polizeilichen Schlüsselfunktion bei der Intervention in gewalttätigen Familienkonstellationen.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und appelliert an die gesellschaftliche Verantwortung sowie die Notwendigkeit spezieller polizeilicher Kompetenzen.
Schlüsselwörter
Häusliche Gewalt, Kindesmisshandlung, Polizeilicher Einsatz, Gewaltformen, Psychische Folgen, Physische Gewalt, Modelllernen, Kindeswohlgefährdung, Interventionskette, Familiäre Gewalt, Traumatisierung, Prävention, Opferhilfe, Sozialisationsprozess, Risikogruppe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das sensible Thema der häuslichen Gewalt gegen Kinder, betrachtet die verschiedenen Erscheinungsformen und analysiert die Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder sowie die polizeiliche Herangehensweise bei solchen Einsätzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Gewaltformen, den psychischen und physischen Folgen für die Betroffenen, der Ursachenforschung sowie der praktischen Umsetzung polizeilicher Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Mehrdimensionalität der Gewalt in Familien gegenüber Kindern aufzuzeigen und die polizeiliche Rolle als wichtige Instanz in der Interventionskette zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie die Auswertung von Fachstudien und polizeilichen Leitfäden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Gewaltformen, die Analyse der Auswirkungen, die Ursachenforschung inklusive theoretischer Erklärungsmodelle für Gewaltweitergabe sowie die polizeiliche Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kindesmisshandlung, häusliche Gewalt, Interventionskompetenz, Langzeitfolgen und Schutzbedürftigkeit geprägt.
Warum neigen Kinder aus gewalttätigen Familien laut der Arbeit eher dazu, selbst Täter zu werden?
Dies wird unter anderem durch das „Modelllernen“ nach Albert Bandura erklärt, bei dem Gewalt als Problemlösungsmuster von den Eltern abgeschaut und internalisiert wird, sowie durch mangelnde Bewältigungsstrategien.
Welche Rolle spielt die Polizei bei der Intervention?
Die Polizei fungiert als unmittelbare Instanz und Teil eines Frühwarnsystems; sie muss speziell geschult sein, um Kinder empathisch zu befragen, Gefährdungen einzuschätzen und ggf. das Jugendamt einzubeziehen.
Wie unterscheidet sich seelische von körperlicher Gewalt laut dem Text?
Während körperliche Wunden oft sichtbar sind, wirkt seelische Gewalt durch Angst und Manipulation oft tiefer und nachhaltiger, da sie das Vertrauen und die Persönlichkeitsentwicklung dauerhaft beschädigen kann.
- Arbeit zitieren
- Cara-Lea Holtkamp (Autor:in), 2019, Kinder als Opfer häuslicher Gewalt. Gewaltformen und ihre Auswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/903157