Diese Masterarbeit dient als Inspirationspunkt für diejenigen, die erfahren möchten, wie die Digitalisierung und die digitalen Lösungen in der Praxis, beruhend auch auf mehreren Forschungen, den Personalmangel in der Hotellerie erfolgreich bekämpfen. Die Hauptfragestellung lautet: Inwieweit kann die Digitalisierung als Lösung dem Personalmangel in der Tiroler Hotellerie entgegenwirken? Basis für Überlegungen sind die verschiedenen Fallbeispiele aus der Praxis und Literatur. Anhand dieser Behauptungen lässt sich folgende Annahme skizzieren: die Umsetzung von digitalen Lösungen und Ansätzen in der Tiroler Hotellerie führt zur Lösung des Fachkräftemangel-Problems der Branche.
Darüber hinaus lassen sich zwei Subforschungsfragen ableiten: Welche Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden, um anhand von Digitalisierung den Personalmangel in der Hotellerie zu überwinden? In welchen Bereichen der Tiroler Hotellerie ist es heutzutage realistisch, den Personalmangel mit dem Einsatz der Digitalisierung zu überwinden?
Die aktuelle Situation der Branche ist durch eine Vielzahl Veränderungen gekennzeichnet. Es ist bemerkenswert, wie solche Faktoren wie die neuen Trends im Tourismus- und Gästeverhalten, Globalisierungstrends sowie veränderte Rahmenbedingungen auf den europäischen Arbeitsmärkten, sich als wichtige aktuelle Herausforderungen für die Hotellerie in Tirol etablieren und für die Steigerung der Wettbewerbsintensität sorgen. Somit ist es zu beobachten, wie die Hoteliers in den letzten Jahren versucht haben, das Phänomen Arbeitskräftemangel durch Work-Life Balance-Maßnahmen zu überwinden. Als ein Gegentrend in dieser Problematik sieht der Autor den digitalen Wandel.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich damit, diesen Lösungstrend hotelspezifisch zu analysieren und anhand der Fallbeispielen die Vorteile dieses Ansatzes hervorzuheben. Da die Gefahr von skurrilen Situationen dabei hoch sei, konzentriert sich der Autor auf Lösungen und Ansätze, die die Prozesse optimieren können und dabei den menschlichen Einsatz möglichst ersetzen, ohne „das Menschliche“ im Rahmen der Gastfreundlichkeit zu verlieren. In diesem Sinne soll im Rahmen dieser Masterarbeit auf Basis der digitalen Ansätze untersucht werden, inwieweit es der Hotellerie-Branche gelungen ist oder sein könnte, den Fachkräftemangel durch Digitalisierung als Lösung, zu besiegen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsfragen und Hypothese
1.3 Methode
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Einblicke in die Personalführung der Hotellerie
2.1 Analyse des Fachkräftemangels in der Hotellerie
2.2 Besonders problematische Bereiche
2.3 Wirtschaftliche Konsequenzen des Personalmangels
3 Digitalisierung
3.1 Digitale Ansätze als Gegenmaßnahme
3.2 Digitalisierung als Weg aus dem Fachkräftemangel
3.3 Komplett digitalisierbare Tätigkeiten
3.4 Teilweise digitalisierbare Tätigkeiten
4 Best-Practice Beispiele
4.1 Fallbeispiel in Tirol
4.1.1 Beschreibung des Hotels
4.1.2 Rolle des Autors im Betrieb
4.1.3 Herausforderungen in Bezug auf Personalmangel
4.1.4 Digitale Lösungen
4.2 Beispiele Europaweit
4.3 Globale Beispiele und Trends
4.4 Fazit der Best-Practice Beispiele auf Grund von Grounded Theory
5 Fazit
5.1 Beantwortung der Forschungsfragen
5.2 Handlungsempfehlungen
5.3 Hypothesenüberprüfung
5.4 Ausblick
6 Exkurs Covid-19
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Digitalisierung als strategisches Instrument dienen kann, um dem akuten Fachkräftemangel in der Tiroler Hotellerie entgegenzuwirken, wobei ein besonderer Fokus auf der Balance zwischen technologischem Fortschritt und der bewahrung der traditionellen Gastfreundschaft liegt.
- Analyse des Fachkräftemangels in der Tiroler Tourismusbranche
- Gegenüberstellung von analogen Arbeitsprozessen und digitalen Substitutionsmöglichkeiten
- Praxisorientierte Untersuchung von Best-Practice-Beispielen (Fallstudie Alpenhotel Stefanie)
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Prozessoptimierung durch digitale Systeme
- Kritische Reflexion der Einsatzmöglichkeiten von Robotik und Künstlicher Intelligenz
Auszug aus dem Buch
3.3 Komplett digitalisierbare Tätigkeiten
In diese Kategorie fallen die Tätigkeiten, die eine hohe Maß an Digitalisierungsbedürfnis aufweisen: Portier, Room Service Kellner, Shop Manager, Revenue Manager, Marketing Assistent und Sales Mitarbeiter. Erfahrungsgemäß dem Autor, sind diese Berufe im Hotel besonders optimierbar, deren Prozesse sich am meisten verdoppeln, dazu noch kostenaufwendig und substituierbar agieren. Da die Nachfrage der Kunden nach besserem Service steigt, muss die Hotellerie die Innovationen nicht nur zwecks Personalmangel beheben nutzen, sondern auch um die Erwartungen gewisser Zielgruppen erfüllen zu können. Die Branche wird durch Innovationen wie Online Check-in, intelligente In-Room-Anwendungen, elektronische Concierge-Software und verbesserte, unkomplizierte Buchungsmaschinen verändert.
Da Millennials die Welt dominieren, nutzen technisch affine Reisende Anwendungen und mobile Websites für die Reservierung von Restauranttischen, die Buchung von Massagen oder Wellnessanwendungen und die Bestellung von Zimmerservices. Das Spezifikum der Tiroler Hotellerie ist aber durch einen vorsichtigen Rückhalt gegenüber technischen und digitalen Fortschritten was die Kommunikation mit dem Gast angeht, geprägt. Daher konturiert sich die auf Erfahrung gestützte Beobachtung des Autors, dass Hotels unter Druck gesetzt werden, ihre Einrichtungen für eine individuellere Kommunikation zu digitalisieren, um den Anforderungen von Millennials gerecht zu werden, gleichzeitig aber ist die klassische Kommunikationsweise und klassischer Umgang mit den Gästen in fast allen Tiroler Hotels zu verzeichnen.
Viele Hoteliers akkreditieren in diesem Sinne die Idee, die sich mit den Aussagen des deutschen Buchautors Carsten K. Rath ausdrucken lässt: „Denn sobald es im Service ernst wird, sobald Gäste schwierige Fragen haben, Sonderwünsche oder Probleme, sobald das Prinzip Menschlichkeit greift – da ist ein Roboter überfordert und wird es auch weiterhin sein. […] Die Gäste sind immer noch Menschen. Und sobald ein Gast sich verhält wie ein Mensch und mal seine Meinung ändert oder zweifelt, wird es eng für Mr. Robot.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Arbeitskräftemangels in der Tiroler Hotellerie ein und stellt die Digitalisierung als potenziellen Lösungsansatz vor.
2 Einblicke in die Personalführung der Hotellerie: Dieses Kapitel analysiert die aktuelle Situation des Fachkräftemangels, die betroffenen Bereiche und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Konsequenzen für die Tourismusbranche.
3 Digitalisierung: Hier werden theoretische Grundlagen digitaler Ansätze wie Industrie 4.0 erläutert und deren Anwendungsmöglichkeiten zur Entlastung und teilweisen Ersetzung menschlicher Arbeitskräfte im Hotelbetrieb untersucht.
4 Best-Practice Beispiele: Dieses Kapitel veranschaulicht anhand von Fallstudien – insbesondere dem Alpenhotel Stefanie – die erfolgreiche Implementierung digitaler Lösungen auf Hardware- und Softwareebene.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, beantwortet die Forschungsfragen und gibt konkrete Handlungsempfehlungen für betroffene Unternehmen.
6 Exkurs Covid-19: Dieser Abschnitt beleuchtet die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Branche und diskutiert die Rolle der Digitalisierung im Kontext von Sicherheit und Gesundheit.
Schlüsselwörter
Fachkräftemangel, Hotellerie, Tirol, Digitalisierung, Roboter, Künstliche Intelligenz, Personalmanagement, Prozessoptimierung, Work-Life-Balance, Servicequalität, Revenue Management, Guest Experience, Automatisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit?
Die Arbeit analysiert, wie die Tiroler Hotellerie dem akuten Fachkräftemangel mithilfe von Digitalisierung begegnen kann, um Prozesse zu optimieren und die Personalbelastung zu senken.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verbindet Personalführung, Digitalisierung von Arbeitsprozessen (Industrie 4.0), operative Hotelmanagement-Strategien und internationale Best-Practice-Beispiele aus der Robotik und Softwareanwendung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet: Inwieweit kann die Digitalisierung als Lösung dem Personalmangel in der Tiroler Hotellerie entgegenwirken?
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor verwendet eine qualitative Forschungsmethode, insbesondere die Grounded Theory, basierend auf Literaturrecherchen, Internetanalysen und einem problemzentrierten Experteninterview mit einem Hotelinhaber.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse des Personalmangels, die Untersuchung digitaler Lösungsansätze sowie eine empirische Best-Practice-Analyse inklusive eines Fallbeispiels in Tirol.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind Fachkräftemangel, Digitalisierung, Prozessoptimierung, Personalmanagement und Guest Experience.
Wie werden digitale Lösungen im Alpenhotel Stefanie konkret umgesetzt?
Das Fallbeispiel zeigt den Einsatz von Orderman-Systemen im Service, digitalen Revenue-Management-Softwares sowie Staubsaugerrobotern und Minibarsystemen im Housekeeping, um Personal zu entlasten.
Welchen Einfluss hat die Covid-19-Pandemie auf die Thematik?
Der Exkurs zeigt, dass die Pandemie den Druck zur Digitalisierung erhöht hat, insbesondere im Bereich der kontaktlosen Prozesse und der hygienischen Reinigungsautomatisierung.
Kann Digitalisierung den Menschen im Hotel vollständig ersetzen?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass zwar monotone Routineaufgaben (z.B. Servietten falten, Reporting) digitalisiert werden können, aber der Mensch für komplexe zwischenmenschliche Gastbetreuung weiterhin unerlässlich bleibt.
- Arbeit zitieren
- Artur Musaelean (Autor:in), 2020, Fachkräftemangel in der Tiroler Hotellerie. Die Digitalisierung als Lösungsweg aus der Krise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/903374