Wie politisch ist Fußball? Die Verbindung von Politik und Sport am Beispiel der Nationalmannschaftskarriere von Mesut Özil


Hausarbeit (Hauptseminar), 2019

27 Seiten, Note: 1,3

Marco Hoffmann (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einführung

2. Spieler mit Migrationshintergrund im bundesdeutschen Fußball
2.1 Die Bundesliga
2.2 Entwicklungen in der Nationalmannschaft und beim DFB

3. MesutÖzil
3.1 Fußballkarriere
3.2 Nationalspieler und Integrationssymbol
3.2.1 Mediale und politische Begleitung
3.2.2 Das Engagement um Integration von DFB und Bundesregierung
3.2.3 Umgang mit der Doppelrolle
3.3 Die „Özil-Erdoǧan-Affäre“
3.3.1 Beginn und Hintergrund
3.3.2 Verlauf der Debatte
3.3.3 Folgen

4. Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einführung

Fußball gilt in Deutschland und auch weltweit als die populärste Sportart.1 Die Nationalmannschaften agieren dabei als emotional aufgeladene Verkörperungen ihrer Länder, die sich in einem internationalen Wettstreit um Ruhm und Ehre befinden. Spieler dieser Teams werden schnell zur Personifikation von Triumph oder Misserfolg. Oftmals wirken sie sogar über den sportlichen Aspekt hinaus als Vorbilder. In solchen Fällen können z.B. die Herkunft der Akteure und ihr Weg zum umjubelten und hochbezahlten Fußballprofi, zur Vorlage für faszinierende Aufstiegsgeschichten dienen.

Ein Blick auf ehemalige und aktuelle DFB-Spieler zeigt, dass auch dort das Potential für derartige Erzählungen besteht. In diesem Jahrzehnt wurde kaum ein Spieler gleichermaßen als Symbol für die integrative Kraft des Fußballs bemüht wie Mesut Özil. Unter den Nationalspielern mit Migrationshintergrund, verfügt er bis heute, nach Miroslav Klose und Lukas Podolski, über die meisten Spieleinsätze.2 In der Darstellung als Sinnbild für Integration in Deutschland, übertrifft er jedoch alle Teamkollegen bei Weitem. Die Verleihung des „Bambis für Integration“ 3 2010 - dessen erster Preisträger er war - bildete dabei nur den Anfang einer diesbezüglichen „Einordnung“ des Fußballprofis und seiner Leistungen. Aufgrund der gesellschaftlich hoch relevanten Integrationsthematik, erhielten Kommentare zur Person Özils, dadurch oft gleichzeitig auch eine gewisse politische Dimension.

In der nachfolgenden Arbeit soll daher, am Beispiel der Nationalmannschaftskarriere von Mesut Özil, nachvollzogen werden, unter welchen Rahmenbedingen ein Fußballer zur integrationspolitischen Identifikationsfigur eines Landes werden konnte. Hierzu wird einerseits untersucht, inwiefern der DFB-Spieler in die jeweiligen Integrationsbemühungen von Sport und Politik eingebunden wurde. Andererseits steht auch der Fußballprofi selbst im Zentrum der Betrachtung. An seinem Werdegang soll aufgezeigt werden, warum Nationalspielern politische Bedeutung zukommt, was dies für die Definition ihrer Rolle heißt und welche gesellschaftsbezogene Aussagekraft darin verborgen liegt.

2. Spieler mit Migrationshintergrund im bundesdeutschen Fu ßball

2.1 Die Bundesliga

Zur ersten Bundesliga-Saison 1963/64, befanden sich unter den Profis der Erstligaclubs lediglich fünf Spieler ohne deutschen Pass.4 Abseits der offiziellen Ligen jedoch, entstanden in dieser Zeit aus Reihen der Zuwanderer, zahlreiche - in Eigenregie aufgestellte - Fußballmannschaften.5 Der nordrheinwestfälische Minister Konrad Grundmann, nahm dieses offenkundige Interesse vieler Einwanderer am Fußballsport zum Anlass, um das zwischen 1966 und 1972 bestehende „Turnier um den Pokal des Arbeits-und Gesundheitsministers für ausländische Fußballmannschaften“ ins Leben zu rufen.6

Vorstöße wie dieser, blieben im Kontext des deutschen Fußballs, jedoch lange Zeit eine große Seltenheit.7 Zur Saison 1989/1990 gab der DFB an die Landesverbände gar noch die Empfehlung aus, dass in den Jugendauswahlmannschaften nur Fußballer deutscher Abstammung spielen sollten.8

Bis Mitte der 90er öffneten sich deutsche Spitzenvereine dennoch allmählich für ausländische Profis und so stellten diese bis dahin ca. 25% der Erstligaprofis. Zu diesem Zeitpunkt noch bestehende Beschränkungen für nichtdeutsche Fußballer, wurden durch das sogenannte „Bosman-Urteil“ des Jahres 1995 aufgehoben.9 10 Die neue Gesetzeslage ermöglichte daraufhin ein vieldiskutiertes Novum in der Bundesligageschichte. So lief der FC Energie Cottbus im April 2001, in der Partie gegen den VfL Wolfsburg, als erstes Bundesligateam gänzlich ohne Spieler mit deutscher Staatsbürgerschaft auf.11 In der Saison 2008/09 bildeten ausländische Fußballprofis dann erstmalig die Mehrheit der Vereinsspieler in der 1. Fußball-Bundesliga.12 Heutzutage spielen Fußballer aus den verschiedensten Herkunftsländern in deutschen Proficlubs, sie sind daher längst keine Ausnahmeerschein mehr. Vielmehr sind sie ein Indikator für die Globalisierung einer Sportart, die - trotz längerer „Anlaufphase“- letztlich auch in der Bundesliga Einzug gehalten hat.

Als geradezu kurios anmutendes Sinnbild dieser Entwicklung, kann derzeit der SC Freiburg gelten. In den letzten beiden Jahren ist es diesem mehrmals gelungen, alleine dadurch für Schlagzeilen zu sorgen, dass Trainer Christian Streich in seiner Startelf keine ausländischen Fußballprofis aufbot.13

2.2 Entwicklungen in der Nationalmannschaft und beim DFB

„Es ist eine Identitätsfrage des Fußballsports, dass er überwiegend von Angehörigen der eigenen Nation ausgeübt und präsentiert wird. Das gilt mit Selbstverständnis für die Nationalmannschaft, […]“14. Derart äußerte sich der ehemalige DFB-Präsident Hermann Neuberger Mitte der 80er Jahre und verwies damit auf die für Landesauswahlen typische und stark ausgeprägte „nationale Codierung“15. Während für Fans von Bundesligavereinen eher die lokale Verbundenheit der Spieler große Bedeutung hat, erfolgt die Identifikation mit der Nationalelf, vielmehr über den Bezug der Profis zu Deutschland. Hierbei lässt sich über die Jahrzehnte hinweg - ähnlich wie bei der Bundesliga - anhand der Kaderzusammensetzung ein Paradigmenwechsel beobachten. Zwar findet sich mit Jupp Posipal, bereits unter den „Helden von Bern“, ein Spieler mit Migrationshintergrund in den Reihen der Nationalmannschaft. Bis Ende der 90er Jahre bildeten er und Fußballer wie Rainer Bonhof oder Erwin Kostedde dort aber eine große Ausnahme.

So geht beispielsweise Schulze-Marmeling davon aus, dass ein Umdenken beim DFB - neben der Einführung des neuen Staatsangehörigkeitsgesetzes im Jahr 2000 - v.a. durch einen Blick auf andere große „Fußballnationen“ gefördert wurde. Im Jahr 1988 wurden die Niederlande mit vier Spielern surinamesischer Abstammung Europameister. Noch ausschlaggebender sei aber das gute Abschneiden des französischen Teams 1998 gewesen. Auch unter den Weltmeistern befanden sich zahlreiche Spieler mit Migrationshintergrund und so sollen die Erfolge dieser „bunten“ Mannschaften, einen erheblichen Beitrag zur immer sichtbarer werdenden Öffnung des DFB geleistet haben.16

Zum Confederations-Cup 1999 konnte mit Mustafa Doǧan, sodann auch erstmals ein türkischstämmiger Fußballer seinen Einstand in der Nationalelf begehen.17

Zudem kann argumentiert werden, dass die WM 2002, in der sowohl Deutschland als auch die Türkei sehr gut abschnitten, dem DFB einen weiteren Anlass bot, auch das fußballerische Potenzial der größten Einwanderergruppe hierzulande, im Blick zu halten. Denn mit Yildiray Baştürk, Ümit Davala, Tayfur Havutҫu und Ilhan Mansiz, hatte der WM-Dritte Fußballer in seinen Reihen, die auch im Trikot der deutschen Nationalmannschaft an dem Turnier hätten teilnehmen können.18

Bis zur WM 2006 konnten sich Miroslav Klose, Lukas Podolski, Oliver Neuville, Gerald Asamoah und David Odonkor für einen Platz im DFB-Kader durchsetzen und gaben diesem damit eine deutlich multiethnische Prägung. Noch im selben Jahr etablierte der Deutsche Fußballbund, unter der damaligen DFB-Doppelspitze Mayer-Vorfelder und Zwanziger, erstmals regelrechte „Integrationsstrukturen“. Dazu zählte u.a. die Einführung des Amtes eines Integrationsbeauftragten.19 Im Jahr darauf wurde, unter der Schirmherrschaft von Oliver Bierhoff, erstmals der „DFB und Mercedes-Benz Integrationspreis“ verliehen.20 21 Zusätzlich platzierte der DFB ab 2008, für etwa fünf Jahre, vor den Übertragungen der Länderspiele der Nationalmannschaft, einen von Sönke Wortmann, dem Regisseur des „Sommermärchens“, inszenierten „Integrationsspot“.22

Zur WM 2010 ragten bei insgesamt elf Fußballern des 23-köpfigen WM-Kaders, die unmittelbaren familiären Wurzeln über Deutschland hinaus.23 Damit wies dieses Team eine nie gekannte kulturelle Vielfalt auf, was sehr schnell zu einem „Lieblingsthema“ der Presseberichterstattung rund um die deutsche Elf jenes Jahres wurde. So war in deutschen Medien beispielsweise von der „Multikulti-Nationalelf“24 und der „Internationalmannschaft“25 die Rede. Auch der internationalen Presse entging diese Entwicklung im deutschen Kader nicht. Die New York Times sprach etwa vom „New German Volk“ und sah in der Zusammensetzung der Nationalelf, einen Beleg für eine neue deutsche Identität.26 Mesut Özil sorgte bei diesem Turnier zudem mit seinem 0:1 Siegtreffer im Vorrundenspiel gegen Ghana, für das erste Tor eines Gastarbeiterkindes im Trikot der Nationalmannschaft.27

Noch im selben Jahr fügte der DFB seiner Satzung den Verbandszweck der „Förderung von Integration und Vielfalt sowie der Verhinderung und Beseitigung von Diskriminierung“ hinzu.28 Daneben stellt der DFB deutschen Fußballvereinen seit 2011, ein eigens entwickeltes „Praxishandbuch Integration“29 zur Verfügung. Darin enthalten sind exemplarische Geschichten zur Integrationskraft des Sports. Diese werden teilweise auch von bzw. über prominente Fußballer und Fußballerinnen erzählt und mit der Angabe von „Praxistipps“ unterfüttert.

Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit einsetzen“, siehe: www.dfb.de/preiswettbewerbe/julius-hirsch-preis/ (abgerufen am 26.03.19).

Auch die Homepage des DFB stellt diesbezügliche Hinweise zur Verfügung und benennt die Weltmeister Özil und Boateng als „Brückenbauer“ in Sachen Integration.30 Im Zuge einer seit September 2015 erhöhten Aufnahme schutzsuchender Menschen, wurde das Spektrum der Ratschläge noch um die Kategorie „Im Fußball Zu Hause! Flüchtlinge im Fußballverein“ erweitert.31

Derartige Entwicklungen wurden durch einen gewissen „Gesinnungswandel“ der Entscheidungsträger beim DFB erst ermöglicht. Eng verbunden hiermit ist die Amtszeit des, ab September 2006 alleinigen, DFB-Präsidenten Theo Zwanziger. In teilweise scharfem Kontrast zu den Auffassungen seiner Vorgänger, trug dieser das neue „Image“ des DFB - als Verein mit gesellschaftlicher Verantwortung in Fragen der Integration von Migranten - auch offen nach außen.32 33

In diesem Geiste zogen DFB-Präsidenten seither in zahlreichen Reden, Statements und Interviews, Parallelen zwischen der Integration als gesamtgesellschaftlicher Herausforderung und dem raschen Eingliederungs- und Aufstiegspotential, welches der Fußball talentierten Sportlern jeglicher Herkunft bietet.

So erklärte Wolfgang Niersbach im Rahmen der Verleihung des „DFB und Mercedes-Benz Integrationspreis“ 2012, dass Spieler wie Özil, Boateng und Khedira, eine Verkörperung gelungener Integration seien und diese daher als Ansporn für Kinder mit Migrationshintergrund dienen können.34 Ähnlich argumentierte dessen Nachfolger Grindel bei der gleichen Veranstaltung im März 2018. Die Integrationsarbeit der Vereine, so der DFB-Präsident, führe dort zu einer neuen Vielfalt und stärke diese damit.35

3. MesutÖzil

3.1 Fußballkarriere

Der in Gelsenkirchen geborene Sohn türkischer Einwanderer, spielte seit seiner Kindheit für verschiedene Vereine seiner Heimatstadt und ab dem Jahr 2000 fünf Jahre lang für Rot-Weiss Essen. Zur Saison 2005/06 erfolgte der Wechsel zur Juniorenmannschaft des FC Schalke 04, mit der er im Jahr 2006 die deutsche A-Juniorenmeisterschaft gewann. In der darauffolgenden Saison war Özil bereits Teil des Profikaders und schloss diese mit dem Ruhrpott-Club als „Vizemeister“ ab.36

Ab Januar 2008 stand Mesut Özil daraufhin bei Werder Bremen unter Vertrag und konnte dort, neben einer erneuten „Vizemeisterschaft“, auch den Gewinn des DFB-Pokals der Saison 2008/09 feiern. Özil gelang es dabei nicht nur in der Bundesliga zu überzeugen, auch europäische Spitzenclubs zeigten bald Interesse.

Die erste Station im Ausland führte ihn zu den „Königlichen“ von Real Madrid , für die er ab August 2010 auflief. Für die damalige „Rekordtransfersumme“37 von ca. 50 Millionen Euro, wechselte Özil dann im September 2013 zum FC Arsenal, für den er bis heute aktiv ist. Den Weg in die deutsche A-Nationalmannschaft, schlug Özil ab September 2006 über Einsätze für die U-19 und U-21 Nationalmannschaften ein.

In der Qualifikationsphase zur WM in Südafrika, bestritt er im August 2009 sein Länderspieldebüt. Für die direkt anschließende WM, sowie für alle folgenden Europa-und Weltmeisterschaften, wurde er stets für den Kader der Nationalmannschaft berücksichtigt. Neben teilweise sehr guten Platzierungen in anderen Turnieren, bildete der Gewinn des WM-Titels 2014, jedoch unbestritten den größten Erfolg seiner Karriere im Trikot der Nationalelf. Im Zuge der medialen Berichterstattung um das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2018 in Russland und der bereits kurz vor der WM einsetzenden Debatte um die sogenannte „Özil-Erdogan-Affäre“, erklärte Mesut Özil am 22. Juli 2018 seinen Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft.38

[...]


1 Wernecken, Jens / Bacher, Joachim: „Willkommen in Deutschland… Zur Integrationsfunktion der Fußball-Weltmeisterschaft 2006“, in: Fußball - Fernsehen - Politik, hg. v. Christina Holtz-Bacha, Wiesbaden 2006, S. 218.

2 Mesut Özil lief insgesamt in 92 Einsätzen für die DFB-Elf auf; siehe: Schulze-Marmeling, Dietrich: Der Fall Özil. Über ein Foto, Rassismus und das deutsche WM-Aus, Göttingen 2018, S. 9.

3 Siehe: https://www.welt.de/vermischtes/prominente/article10870046/Mesut-Oezil-bekommt-den-Bambi-fuer-Integration.html (abgerufen am 26.03.19).; Spohr, Andreas/Buschmann, Heiko/ Hesse, Uli: „Mesut Özil. Auf dem Weg zum Weltstar, Bielefeld 2012, S. 71.

4 Zuvor verpflichtete der 1. FC Köln im Jahr 1960 mit Coskun Taş jedoch bereits den ersten türkischen Vertragsspieler.

5 Ole Merkel beziffert deren Anzahl für das Jahr 1966 im Bundesland Nordrhein-Westfalen mit über 80 Fußballmannschaften, siehe: Merkel, Ole: „Verbandspolitik im Wandel. Der Umgang mit zugezogenen Menschen seit der Zeit der Gastarbeiter“, in: Von Kuzorra bis Özil. Die Geschichte von Fußball und Migration im Ruhrgebiet, Essen 2015, S. 107f.

6 Ebd.

7 Lediglich unter dem Eindruck fremdenfeindlicher Ausschreitungen 1992 in Rostock-Lichtenhagen wurde für die Bundesliga-Saison 1992/93 die Aktion „Mein Freund ist Ausländer“ geschaffen. Anstelle der Trikotwerbung trugen alle Bundesligateams an einem Spieltag ebendiesen Spruch. Zudem wurde im Oktober 1993 ein Benefizspiel der Nationalmannschaft gegen eine Auswahl nichtdeutscher Bundesliga-Profis ausgetragen. Siehe: Beichelt, Timm: Ersatzfeldspieler. Zum Verhältnis von Fußball und Macht, Berlin 2018, S. 138.

8 Schulze-Marmeling, Der Fall Özil, S. 19.

9 Der belgische Fußballprofi Jean-Marc Bosman hatte gegen die Praxis geklagt, nach der für Spieler - selbst nach Auslaufen ihres Vertrages - noch Ablösesummen erhoben werden können. Hierin und in der Begrenzung der Anzahl ausländischer Fußballer (bis 1992 auf maximal 2, danach 3 pro Team), sah der Europäische Gerichtshof einen Verstoß gegen die im EU-Recht verankerte Arbeitnehmerfreizügigkeit und das Diskriminierungsverbot, siehe: http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/das-europalexikon/176722/bosman-urteil (abgerufen am 26.03.19); Höreth, Marcus: „Bosman-Urteil“, in: Das Europalexikon, hg. v. Martin Große Hüttmann/ Hans Georg Wehling, Bonn 2013, S. 48.

10 Seit der Saison 2006/07 wird in der 1. Bundesliga die sogenannte „Local-Player-Regelung“ praktiziert. Nach dieser müssen Vereine u.a. mindestens 12 deutsche Lizenzspieler unter Vertrag haben. https://www.dfl.de/de/hintergrund/transferwesen/local-player-regelung/ (abgerufen am 26.03.19).

11 Philippsen, Cai: „Cottbus kickt rumänisch“ (FAZ) [08.04.2001], unter: https://www.faz.net/aktuell/sport/analyse-cottbus-kickt-rumaenisch-120132.html (abgerufen am 26.03.19).

12 Blecking, Diethelm: „Vielheit statt Integration. Wie Migranten den deutschen Fußball aufbauen“, in: „Zurück zum Tatort Stadion: Diskriminierung und Antidiskriminierung in Fußball-Fankulturen“, hg. v. Martin Endemann, Göttingen 2015, S. 155f.; Dembowski, Gerd: „Ballarbeit. Szenen aus Fußball und Migration im Profifußball“, in: „Der Ball ist bunt. Fußball, Migration und die Vielfalt der Identitäten in Deutschland“, hg. v. Diethelm Blecking / Gerd Dembowski, Frankfurt a.M. 2010, S. 34f.

13 Siehe: https://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/sc-freiburg-elf-deutsche-beim-klub-der-willis-15748644.html (abgerufen am 26.03.19); https://www.focus.de/sport/fussball/bundesliga1/bundesliga-christian-streich-sc-freiburg-gegen-eintracht-mit-elf-deutschen-spielern_id_6742786.html (abgerufen am 26.03.19).

14 Schulze-Marmeling, Dietrich: „Ein Spiel der Migranten. Kleine Geschichte über Fußball in Europa“, in: „Der Ball ist bunt. Fußball, Migration und die Vielfalt der Identitäten in Deutschland“, hg. v. Diethelm Blecking / Gerd Dembowski, Frankfurt a.M. 2010, S. 207.

15 Vgl. Wernecken, Jens / Bacher, Joachim: „Willkommen in Deutschland… Zur Integrationsfunktion der Fußball-Weltmeisterschaft 2006“, in: Fußball - Fernsehen - Politik, hg. v. Christina Holtz-Bacha, Wiesbaden 2006, S. 225f.

16 Schulze-Marmeling, „Ein Spiel der Migranten“ in: „Der Ball ist bunt“, S. 207f.

17 2006 hatte mit Malik Fathi zum zweiten Mal ein Spieler mit türkischen Wurzeln einen Einsatz für die deutsche Nationalelf, siehe: Blecking, Diethelm: „Vielheit statt Integration. Wie Migranten den deutschen Fußball aufbauen“, in: „Zurück zum Tatort Stadion: Diskriminierung und Antidiskriminierung in Fußball-Fankulturen“, hg. v. Martin Endemann, Göttingen 2015, S. 157.

18 Blecking, „Vielheit statt Integration“, in: „Zurück zum Tatort Stadion“, S. 157f.

19 Derzeit bekleidet der in Brasilien geborene Ex-Nationalspieler Cacau dieses Amt.

20 Siehe: https://www.dfb.de/vielfaltanti-diskriminierung/integration/ (abgerufen am 26.03.19).

21 Bereits seit 2005 ehrt der DFB mit dem „Julius-Hirsch-Preis“ jährlich Personen, Vereine und Initiativen, die sich für „die Unverletzbarkeit der Menschenwürde, Verständigung, Vielfalt und gegen Antisemitismus,

22 Siehe: https://www.dfb.de/news/detail/dfb-veroeffentlicht-neuen-integrationsspot-14935/(abgerufen am 26.03.19); https://www.dfb.de/vielfaltanti-diskriminierung/integration/ (abgerufen am 26.03.19).

23 Unter diesen befanden sich: Mesut Özil, Miroslav Klose, Dennis Aogo, Serdar Tasci, Marko Marin, Jérôme Boateng, Sami Khedira, Piotr Trochowski, Lukas Podolski, Mario Gómez und Cacau

24 Siehe: https://www.welt.de/sport/fußball/article1016870/Mesut-Oezil-Ein-Tor-gegen-die-Pfiffe.html (abgerufen am 26.03.19).

25 Görke, André: „Die Internationalmannschaft“, (Der Tagesspiegel) [04.06. 2010], unter: https://www.tagesspiegel.de/sport/fußball-wm2010/deutscher-wm-kader-die-internationalmannschaft/1850658.html (abgerufen am 26.03.19); Foitzik, Alexander: „Özil: die Fußball-Nationalmannschaft - ein Integrations-Märchen?“, in: Herder-Korrespondenz: Monatsheft für Gesellschaft und Religion (Heft 8), Freiburg Br. 2010, S. 383-384.

26 Foitzik, „Özil“, in: „Herder-Korrespondenz“, S. 384.

27 Schulze-Marmeling, „Der Fall Özil“, S. 35.

28 Unter: §4 Absatz 2 Satzung des Deutschen Fußball-Bundes, siehe: www.dfb.de/fileadmin/_dfbdam/159360-02_Satzung.pdf (abgerufen am 26.03.19).

29 Siehe: https://www.dfb.de/fileadmin/_dfbdam/13452-IntegrHandb_2013_100dpi.pdf (abgerufen am 26.03.19).

30 Siehe: https://www.dfb.de/vielfalt-diskriminierung/integration (abgerufen am 26.03.19).

31 https://www.dfb.de/vielfaltanti-diskriminierung/integration/fussball-mit-fluechtlingen/ (abgerufen am 26.03.19).

32 So äußerte sich Theo Zwanziger in diesem Zusammenhang derart: „Das Fußballspiel verfügt über soziale und integrative Potenziale, die wir verantwortungsbewusst, im Sinne des organisierten Fußballs und zum Wohl unserer Gesellschaft weiterentwickeln und nutzen wollen. Integration ist offensichtlich eine Marke des organsierten Fußballs in Deutschland. Sie drückt den Kontext einer Einwanderungsgesellschaft aus.“, siehe: Blecking, „Vielheit statt Integration“, in: „Zurück zum Tatort Stadion“, S. 152.

33 Noch der unmittelbare Vorgänger Zwanzigers, Mayer-Vorfelder, vertrat offen deutschnationale Ansichten: „Wenn beim Spiel Bayern gegen Cottbus nur zwei Germanen in der Anfangsformation stehen, kann irgendetwas nicht stimmen“. Auch die Amtsführung anderer ehemaliger DFB-Präsidenten erscheint wenig vereinbar mit dem DFB unter Zwanziger. So hielt der damalige DFB-Präsident Peco Bauwens anlässlich des WM-Sieges 1954 im Münchner Löwenbräukeller eine derart völkische Rede, dass sich viele Zuhörer an Parolen aus Zeiten der Nazidiktatur erinnert fühlten. Hermann Neuberger verteidigte in seiner Funktion als DFB-Präsident während der WM 1978 gar den Empfang geflohener Nazis im deutschen Trainingslager in Argentinien, siehe: Fritsch, Oliver: „Wie der DFB die Gesellschaft verbessern will“[31.03.2011], unter: https://www.zeit.de/sport/2011-03/zwanziger-dfb-rassismus-vorfelder (abgerufen am 26.03.19).

34 Siehe: https://www.presseportal.de/pm/28486/2439930 (abgerufen am 26.03.19).

35 Siehe: https://www.presseportal.de/pm/28486/3901647 (abgerufen am 26.03.19).

36 Alexander, Markus: „Mesut Özil Superstar“, Rostock 2012, S. 7f.; Schulze-Marmeling, „Der Fall Özil“, S. 31; Skrabania, David: „Mesut Özil. Von Gelsenkirchen an die Weltspitze“, in: Von Kuzorra bis Özil. Die Geschichte von Fußball und Migration im Ruhrgebiet, Essen 2015, S. 190f.; Spohr/Buschmann/ Hesse, „Mesut Özil“, 50f.

37 Es handelte sich dabei um die höchste vom FC Arsenal je für einen Spieler gezahlte Ablösesumme und zudem bis heute um die höchste für einen deutschen Spieler. Im Jahr 2016 wurden ebenfalls ca. 50 Millionen Euro für den Wechsel von Leroy Sané zum FC Schalke 04 aufgebracht, siehe: https://rp-online.de/sport/fußball/teuerste-deutsche-fussballer-leroy-sane-julian-draxler-mesut-oezil_bid-8740389 (abgerufen am 26.03.19).

38 Schulze-Marmeling, „Der Fall Özil“, S. 181f.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Wie politisch ist Fußball? Die Verbindung von Politik und Sport am Beispiel der Nationalmannschaftskarriere von Mesut Özil
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
27
Katalognummer
V903389
ISBN (eBook)
9783346220868
ISBN (Buch)
9783346220875
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mesut Özil Fußball Nationalmannschaft Sport Politik Integration Weltmeister, Erdogan Türkei DFB, Foto, internationale Beziehungen
Arbeit zitieren
Marco Hoffmann (Autor), 2019, Wie politisch ist Fußball? Die Verbindung von Politik und Sport am Beispiel der Nationalmannschaftskarriere von Mesut Özil, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/903389

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