Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Jura - Strafprozessrecht, Kriminologie, Strafvollzug

Kriminalwissenschaften. Wovon reden wir?

Titel: Kriminalwissenschaften. Wovon reden wir?

Seminararbeit , 2013 , 24 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Caroline Wähner (Autor:in)

Jura - Strafprozessrecht, Kriminologie, Strafvollzug
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Kriminalität gehört zu unserem Alltag. Betrachtet man seine Umwelt genauer, sind überall, wo sich Menschen mit unterschiedlichen Kulturen, sozialen und wirtschaftlichen Potentialen, Werten, Religionen und Ansichten, Zielen, Moral- oder Gerechtigkeitsvorstellungen, Erwartungen und Hoffnungen treffen, potentiell-kriminellen Handlungen ausgesetzt. [...]
Deswegen verwundert es nicht, dass auch auf diesem Gebiet Grundlagen, Ursachen sowie soziale und gesellschaftliche (Aus)-Wirkungen ergründet werden wollten.
Der außenstehende Laie assoziiert mit Kriminalwissenschaften, ein Fach, das etwas mit „Krimi“, Kriminalroman oder Kriminalfilm zu tun hat. Dies ist grundsätzlich einmal gar nicht so falsch, handelt es sich doch, zumindest vom Wortlaut her, um denselben Ursprung. Überdies verdeutlicht dieses Genre in unterhaltsamer Weise die Grundregeln des kriminalistischen Denkens. Dabei gilt diese Feststellung nur für die Detektivgeschichte, keinesfalls aber für die Kriminalgeschichte und den Thriller.

Andere verstehen unter „Kriminalwissenschaften“ eine Anwendungstechnik zur Überführung eines Täters und sehen darin eine handwerkliche Kunst. [...]
Unter Kriminalwissenschaften sind vielmehr die Wissenschaftsdisziplinen versammelt, die sich mit dem kriminellen Verhalten von Menschen, aus dem lateinischen crimen abgeleitet, beschäftigen.
Obgleich Fälle von Kriminalität alltäglich sind, bleiben diese -trotz größter Bemühungen von Polizei und Justiz- oft ungeklärt, nicht aufgearbeitet oder schlichtweg ungelöst. Darin liegt aber gerade das Problem. Ungelöste Kriminalität birgt das Risiko zu eskalieren oder zu expandieren. Dies geschieht im Zusammenhang mit kleineren Delikten genauso, wie bei organisierter Kriminalität im Großen.
Genau an diesem Punkt setzen die Kriminalwissenschaften an, um mit Hilfe einzelner Disziplinen der Wissenschaft die Kommunikation zu stärken und so letztlich Kriminalität, ihre Ursachen und Wirkungen aufzuklären und begreiflich zu machen.

Leseprobe


Gliederung

A. Einleitung

B. Gliederung Kriminalwissenschaften

I. Juristische Kriminalwissenschaften

1. Strafrecht

2. Strafprozessrecht

II. Nichtjuristische Kriminalwissenschaften

1. Kriminalistik

1.1 Definitionsansätze und Gegenstand

a) Definition (1)

b) Definition (2)

c) Definition (3)

1.2 Aufgabe, Ziel und Grundsätze der Kriminalistik

1.3 Teilbereiche der Kriminalistik

a) Allgemeine Theorie und Methodologie (ATM)

b) Kriminalstrategie

c) Kriminaltaktik

d) Kriminaltechnik (naturwissenschaftlich-technische Kriminalistik)

e) Kriminaldienstkunde und -logistik

2. Kriminologie

2.1 Wesen und Ursprünge der Kriminologie

2.2 Eigenständigkeit der Kriminologie

2.3 Der Standpunkt des Kriminologen

2.4 Abgrenzung der Kriminologie zu anderen Wissenschaften

2.5 Gegenstand der Kriminologie

a) Definition „Verbrechen“

b) Definition „Kriminalität“

c) Die strafgesetzliche Definition – Form. Verbrechensbegriff

d) Die naturrechtlich-ethische Definition – Mat. Verbrechensbegriff

e) Die rechtsgutsbezogene Definition – Mat. Verbrechensbegriff

f) Die sozialwissenschaftliche Definition – Mat. Verbrechensbegriff

g) Gesamtbetrachtung

C. Resümme

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Fachgebiet der Kriminalwissenschaften, klärt dessen begriffliche Grundlagen und setzt sich mit der systematischen Einteilung in juristische und nichtjuristische Disziplinen auseinander, um ein Verständnis für die Ursachen und Wirkungen von Kriminalität zu schaffen.

  • Strukturelle Gliederung der Kriminalwissenschaften in Strafrecht, Strafprozessrecht, Kriminalistik und Kriminologie.
  • Differenzierung der Aufgabengebiete und Erkenntnisinteressen der beteiligten Disziplinen.
  • Analyse verschiedener Definitionsansätze von "Verbrechen" und "Kriminalität".
  • Beleuchtung der Institutionalisierung der Kriminologie, insbesondere im österreichischen Kontext.

Auszug aus dem Buch

1.2 Aufgabe, Ziel und Grundsätze der Kriminalistik

In der Kriminalistik wird vom Vorhandensein oder der Möglichkeit einer Rechtsgutverletzung (kriminellen Handlung) ausgegangen. Hauptaufgabe ist somit die unmittelbare Verbrechensbekämpfung. Dies geschieht zum einen repressiv, z.B. in Form von Verbrechensaufklärung oder durch Beschaffung und Sicherung von Beweismitteln für ein ordnungsgemäßes gerichtliches Verfahren, wie auch präventiv durch die Ausarbeitung geeigneter technischer, taktischer und strategischer Konzepte und Maßnahmen gegen bekannte oder zu erwartende Arten der Verbrechensbegehung.

Aufgabe der kriminalistischen Arbeit ist in 1. Linie die Wahrheitserforschung, d.h. Verbrechen zu erkennen, aufzudecken, oder zu verhindern, wie auch Beweise zu erbringen und diese kritisch zu prüfen.

Ziel kriminalistischer Arbeit ist die Verbrechensaufklärung durch Erforschung der Wahrheit zu unterstützen und dazu die entsprechenden Beweise zu suchen, zu sichern und auszuwerten, gerade damit die Ermittlung und Überführung des Täters möglich wird. Für die Aufgabenlösung entwickelt die Kriminalistik erforderliche, wissenschaftlich fundierte und praktisch orientierte Mittel, Methoden und Verfahren. Wichtige Aufgabenbestandteile sind:

- Entwicklung von Methoden zur Straftatenbekämpfung

- Aufdeckung von Straftaten aus der Latenz (Dunkelfeld)

- die Ermittlung unbekannter Täter zu Straftaten

- umfassende Sachverhaltsaufklärung (Details, Hintergründe, sachliche und personelle Zusammenhänge zu Straftaten und kriminalistisch relevanten Sachverhalten)

- Beweisführung im Rahmen der Untersuchung von Straftaten (Beweisfindung, Beweissicherung, Beweisprüfung und Beweisführung)

- Strategieentwicklung zur Kriminalitätsbekämpfung

Ferner sind die Ausgangsfragen (Grundsätze) der Kriminalistik in den 7 goldenen W-Fragen wiederzufinden: Wer = Täter?, Was = Straftat?, Wann = Tatzeitpunkt?, Wo = Tatort?, Wie = Tathergang?, Womit = Spuren? und Warum = Motiv?

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Allgegenwärtigkeit von Kriminalität ein und hinterfragt die populärwissenschaftlichen sowie oberflächlichen Verständnisse des Begriffs "Kriminalwissenschaften".

B. Gliederung Kriminalwissenschaften: Dieses Kapitel erläutert die systematische Aufteilung der Kriminalwissenschaften in juristische (Strafrecht, Strafprozessrecht) und nichtjuristische (Kriminalistik, Kriminologie) Disziplinen.

I. Juristische Kriminalwissenschaften: Dieser Abschnitt beschreibt das Strafrecht als materielle Grundlage und das Strafprozessrecht als formelle Verfahrensordnung zur Durchsetzung des Rechts.

II. Nichtjuristische Kriminalwissenschaften: Hier wird der Fokus auf die empirischen Disziplinen gelegt, die sich der praktischen Verbrechensbekämpfung und Erforschung krimineller Phänomene widmen.

1. Kriminalistik: Dieses Kapitel definiert die Kriminalistik als Wissenschaft zur Aufdeckung und Untersuchung von Straftaten unter Einsatz technischer und taktischer Methoden.

1.1 Definitionsansätze und Gegenstand: Hier werden unterschiedliche theoretische Ansätze zur Definition der Kriminalistik gegenübergestellt und analysiert.

1.2 Aufgabe, Ziel und Grundsätze der Kriminalistik: Dieser Abschnitt erläutert die Wahrheitserforschung als primäres Ziel und führt die sieben goldenen W-Fragen als methodisches Grundprinzip ein.

1.3 Teilbereiche der Kriminalistik: Hier werden die verschiedenen Disziplinen innerhalb der Kriminalistik, wie Taktik, Technik und Strategie, strukturiert dargestellt.

2. Kriminologie: Dieses Kapitel behandelt das Wesen der Kriminologie als Tatsachenwissenschaft, die sich mit den Ursachen und Erscheinungsformen von Kriminalität beschäftigt.

2.1 Wesen und Ursprünge der Kriminologie: Dieser Abschnitt beleuchtet die historischen Ursprünge des Begriffs und die Entwicklung kriminologischer Definitionsversuche.

2.2 Eigenständigkeit der Kriminologie: Hier wird der mühsame Weg zur Institutionalisierung der Kriminologie, insbesondere im akademischen Raum Österreichs, analysiert.

2.3 Der Standpunkt des Kriminologen: Dieser Abschnitt definiert die Rolle des Wissenschaftlers als neutraler Beobachter gesellschaftlicher Strukturen und Kriminalitätsursachen.

2.4 Abgrenzung der Kriminologie zu anderen Wissenschaften: Hier erfolgt eine Differenzierung zwischen Kriminologie, Strafrecht und Kriminalistik anhand ihrer Erkenntnisinteressen.

2.5 Gegenstand der Kriminologie: Dieser Abschnitt erörtert den breiten Verbrechensbegriff der Kriminologie und verschiedene materielle Definitionsansätze.

C. Resümme: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz der methodischen Unterschiede der Disziplinen ein fachübergreifender Austausch für eine rationale Kriminalpolitik unerlässlich ist.

Schlüsselwörter

Kriminalwissenschaften, Kriminalistik, Kriminologie, Strafrecht, Strafprozessrecht, Kriminalitätsbekämpfung, Wahrheitserforschung, Verbrechensbegriff, Kriminaltaktik, Kriminaltechnik, Viktimologie, Kriminalprävention, Rechtsgutverletzung, interdisziplinäre Forschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine fundierte Übersicht über das System der Kriminalwissenschaften, ordnet deren Disziplinen systematisch ein und analysiert die wissenschaftlichen Grundlagen von Strafrecht, Kriminologie und Kriminalistik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentral sind die Abgrenzung der juristischen von den nichtjuristischen Kriminalwissenschaften, die methodischen Grundlagen der Kriminalistik sowie die Erforschung von Ursachen und Erscheinungsformen von Kriminalität durch die Kriminologie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das oft unklare Verständnis von "Kriminalwissenschaften" zu schärfen und die spezifischen Rollen, Methoden und Ziele der beteiligten Fachdisziplinen präzise herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine systematische Analyse und Gegenüberstellung verschiedener wissenschaftlicher Definitionen, Lehrmeinungen und historischer Entwicklungen innerhalb der strafrechtlichen und kriminologischen Literatur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Kriminalistik (Methoden, Ziele, Teilbereiche) und der Kriminologie (Ursprünge, Gegenstand, Abgrenzung) sowie deren Einbettung in das Rechtssystem.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kriminalwissenschaften, Kriminalistik, Kriminologie, Strafrecht, Kriminalitätsbekämpfung, Wahrheitserforschung und Verbrechensbegriff sind die zentralen Begriffe, die den Inhalt definieren.

Wie unterscheiden sich Strafrecht und Kriminologie laut der Arbeit?

Das Strafrecht ist eine normative Wissenschaft, die sich mit Rechtsnormen und der Strafbarkeit befasst, während die Kriminologie eine empirische Tatsachenwissenschaft ist, die nach Ursachen und sozialen Hintergründen forscht.

Was besagen die "7 goldenen W-Fragen" der Kriminalistik?

Sie dienen als methodischer Grundsatz der Aufklärungsarbeit und umfassen die Fragen nach dem Täter (Wer), der Straftat (Was), dem Zeitpunkt (Wann), dem Ort (Wo), dem Hergang (Wie), den Spuren (Womit) und dem Motiv (Warum).

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kriminalwissenschaften. Wovon reden wir?
Hochschule
Universität Wien  (Strafrecht und Kriminologie - Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Wien)
Veranstaltung
Seminar
Note
2,0
Autor
Caroline Wähner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
24
Katalognummer
V903564
ISBN (eBook)
9783346199393
ISBN (Buch)
9783346199409
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Strafrecht Kriminalistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Caroline Wähner (Autor:in), 2013, Kriminalwissenschaften. Wovon reden wir?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/903564
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  24  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum