Wilhelm II. und seine Zeit in der Kritik "wilhelminischer" Offiziere


Seminararbeit, 2020

27 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Kritik an den wilhelminischen Zuständen - Wilhelm II. und sein (Hof-) Staat
2.1. Widerhall des Eulenburg-Skandals beim Militär Oberst a.D. Richard Gädke
2.2. Kritik am Militarismus seitens eines Offiziers Oberst Alfons Falkner von Sonnenburg

3. Kritik an Wilhelm II. als Mensch und Monarch
3.1. Die Persönlichkeit des Kaisers Vizeadmiral Georg Alexander von Müller
3.2. Der herrschende Regierungsstil Vizeadmiral Albert Hopman
3.3. Der Kaiser als Militär Vizeadmiral William Michaelis

4. Auswertung der Kritik

Anhang

Kurzbiografien

Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Vorwort

,,Ich habe den Eindruck, unser Kaiser ist wahnsinnig. ‘‘1

Kaiser Wilhelm II. galt schon bei seinen Zeitgenossen als eine auffällige und exzentrische Persönlichkeit – und diesen Stempel trägt der umstrittene Monarch bis heute. Es scheint daher nicht verkehrt, mit einem etwas plakativen Zitat zu beginnen.

Die Debatte um seine Person und die Frage, inwiefern dem Kaiser eine direkte Schuld an den (Fehl-) Entwicklungen des Kaiserreiches zugeschrieben werden kann, sind Themen, an denen sich die Geister scheiden.2 Die unterschiedlichen Standpunkte der Historiker dazu lassen sich heute in unzähligen Monographien nachschlagen, mache Autoren haben mithilfe von Überlieferungen und Äußerungen der Zeitgenossen sogar den Versuch einer nachträglichen Psychoanalyse Wilhelms II. unternommen. Christopher Clark verurteilt in seinem Werk das Bemühen um eine wahrheitsgemäße Charakteristik des Kaisers als ,,eine faszinierende, aber doch überaus spekulative Methode.‘‘3 Tatsächlich scheint es, unmöglich zu sein, den Charakter einer verstobenen Person völlig vorurteilsfrei zu rekonstruieren; vor allem, wenn man sich dabei überwiegend auf subjektive Berichte stützen muss.

Die vorliegende Arbeit wird sich deswegen nicht darum bemühen, ein Psychogramm Wilhelms II. zu erstellen, sondern die Aussagen der Zeitgenossen zusammentragen und sie in einen historischen Kontext einordnen, um die Intersubjektivität zwischen den individuellen Meinungen aufzuzeigen und die Frage zu beantworten, welche Kritikpunkte besonders auffallend oft erhoben wurden und welche Erkenntnisse sich daraus gewinnen lassen. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei auf Personen aus den militärischen Kreisen, deren Anschauungen über Wilhelm II. und seine Zeit sich noch keiner überschaubaren Darstellung oder wenigstens eines kurzen Überblickes in der Literatur rühmen können.

Der erste Abschnitt der Arbeit wird dabei zunächst die indirekte Kritik behandeln. Diese wird sich mit zwei typisch wilhelminischen Merkmalen4 auseinandersetzen: zuerst - aufgrund der Involvierung des preußischen Militärs - mit der Harden-Eulenburg-Affäre, dann mit der Kritik am Militarismus und den damit zusammenhängenden preußischen Staat. Unter indirekter Kritik ist dabei solche zu verstehen, die sich zwar nicht namentlich auf den Kaiser selbst bezieht, die aber die unter ihm herrschenden bzw. durch ihn verursachten Zustände anprangert. Dabei rückten insbesondere dessen unmittelbare Umgebung und die Militärführung (insbesondere die Oberste Heeresleitung) ins Visier der kritischen Stimmen.

Im zweiten Abschnitt der Arbeit wird anschließend die direkte Kritik, die sich ausdrücklich auf Wilhelm II. und seine Persönlichkeit bezieht, vorgestellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Ego-Dokumenten aus der Feder des Seeoffizierskorps, auch ,,Elitekorps des Kaisers‘‘5 genannt, die in einem erstaunlich großen Umfang6 vorliegen: entweder als publizierte Editionen oder im Bundesarchiv-Militärarchiv als ungedruckte Quellen.7

Die Aufzeichnungen der Marineoffiziere, die nach dem Ersten Weltkrieg schon beinahe en masse veröffentlicht wurden, sind nachweislich überwiegend mit der Intention erschienen, Rechtfertigungen für die gescheiterte Flottenpolitik zu finden oder die Kriegsschuldfrage zu klären. Diese Beweggründe stechen besonders bei Großadmiral von Tirpitz8 (der aus Platzgründen in vorliegender Abhandlung nur am Rande tangiert wird) aber auch bei den Vizeadmirälen Hopman9 und Müller10 hervor. Die Intention und die unbestreitbare Tatsache, dass es sich hierbei um stark subjektive Darstellungen handelt, mögen in gewisser Weise den Quellenwert in Bezug auf den objektiven Tatsachenstand schmälern; als Ego-Dokumente verdienen die Aufzeichnungen dennoch Beachtung, weil sie eben den persönlichen Blickwinkel offenbaren, der sich in Kanzleischriften und ,,offiziellen‘‘ Dokumenten nur selten findet. Außerdem erlauben sie dem Historiker, einen etwas lebendigeren Blick auf die nüchternen Tatsachen zu werfen - und eventuell sogar neue Dankanstöße zu finden.

Widmete man sich bis jetzt den Aufzeichnungen, um entweder der Kriegsschuldfrage nachzukommen11 oder die Entwicklungen der Marine zu erforschen, so zielt die vorliegende Arbeit ausschließlich auf die Wiedergabe eines zeitgenössischen (kritischen) Bildes von Wilhelm II. und seiner Zeit ab – so, wie der Kaiser, dessen Persönlichkeit und Regierungsweise von den (kritischen) Zeitgenossen wahrgenommen wurden.

2. Die Kritik an den wilhelminischen Zust änden – Wilhelm II. und sein (Hof-) Staat

Wilhelm II. hat sowohl in seinem persönlichen als auch im politischen Handeln oft Widersprüchlichkeiten bewiesen und Kontroversen ausgelöst. Stets hat er – vom Gottesgnadentum überzeugt - auf der Idee des »persönlichen Regiments« beharrt und wollte völlig autokratisch regieren.12 Zugleich neigte der skandalumwobene Kaiser aber oft dazu, der öffentlichen Meinung zu entsprechen,13 und musste auch den Vorwurf über sich ergehen lassen, sich in seinen Entscheidungen (vor allem in der Außenpolitik) von einer mächtigen Kamarilla beeinflussen zu lassen.14 Der Hofmarschall Zedilitz-Trützschler witterte den starken Einfluss in militärischen Kreisen,15 andere – vor allem der bekannte Journalist Maximilian Harden – in dem besten Freund des Kaisers Phillip Graf zu Eulenburg-Hertefelds und der sogenannten Liebenberger Tafelrunde, der sowohl einige Schöngeister als auch Militärs angehörten.16 Der Beraterkreis, der für die ,,unkonsitutionelle, nichtinstitutionelle und arkane Machausübung‘‘17 verantwortlich gemacht wurde, bildete in der Öffentlichkeit einen Stein des Anstoßes und das Kaiserreich wurde wegen der berüchtigten Kamarilla in einen neuen Skandal verwickelt.

Ambivalent wie die Regierungsart zeigte sich auch das Verhältnis des Kaisers zu seiner Armee. Wilhelm II. hat den Militarismus zweifelsfrei gefördert, denn bekanntlich widmete er sein Interesse an erster Stelle den Belangen der Armee;18 der Kaiser setzte sich für Aufrüstung und Erweiterung des Offizierskorps ein,19 errichtete direkte Kommandoposten,20 um seiner Kommandogewalt möglichst uneingeschränkt nachgehen zu können, und bewies spätestens in der Zabern-Affäre,21 dass er ein Befürworter des Militarismus war. Unter ihm sollte sich die (Militär-)Monarchie in eine Militärdiktatur verwandeln.22 Er nahm an zahlreichen Manöver teil,23 ließ die Uniformenvorschriften mehrfach ändern24 und hielt gerne Reden vor den Soldaten, die er als seine Kameraden bezeichnete;25 im Krieg aber zog sich der Kaiser zunehmend zurück und überließ der Obersten Heeresleitung den verhängnisvollen freien Spielraum, der ihn letztendlich den Stempel eines Schattenkaiser aufdrückte. So sehr Wilhelm II. das Krieg spielen liebte, so sehr flüchtete er - der Oberste Kriegsherr - vor dem Krieg führen. Angesichts der vielen Widersprüchlichkeiten verwundert es kaum, dass der ambivalente Kaiser und sein Regierungsstil zur Zielscheibe der Kritik wurden – vor allem vonseiten ordnungsliebender und an genauste Vorschriften gewohnter Militärs.

2.1. Der Widerhall des Eulenburg-Skandals beim Milit är – Oberst a.D. Richard Gädke

,,Welche Flut von Schmutz hat sich in jenen h äßlichen vier Tagen über uns ergossen, was haben wir alles hören, worüber nicht erröten müssen!‘‘26

Hat das Ansehen des deutschen Kaiserreiches im Ausland bereits in den 1890er Jahren begonnen, sich zunehmend zu verschlechtern,27 galt das preußische Militär bis zur Harden-Eulenburg-Affäre dennoch als eines der vorbildlichsten in Europa.28 Der Homosexualitätsskandal um die engsten Berater des Kaisers in den Jahren 1907-1909 stellte plötzlich eine neue Bewährungsprobe für die Reputation des Reiches und der preußischen Armee dar.29 Sowohl dem Hof nahestehende Persönlichkeiten als auch hohe Offiziere30 - wie beispielsweise der Generalmajor und Flügeladjutant des Kaisers Kuno Graf von Moltke31 - waren in den Skandal involviert und mussten sich vor Gericht einer Verhandlung über ihre sexuellen Neigungen unterziehen.

Problematisch an der Affäre schien nicht nur die Verwicklung der Allerhöchsten Umgebung sondern auch der Umstand, dass es sich bei den Enthüllungen allem Anschein nach um längst bekannte offene Geheimnisse handelte, die nun öffentlich angeprangert wurden. Die homosexuellen Verhältnisse in der Armee waren nämlich bereits vor dem Skandal bekannt,32 und sind mit dem Harden-Eulenburg-Skandal, der sich einer regen Presseberichtserstattung rühmen konnte,33 nun auch in der Öffentlichkeit zum Gesprächsthema geworden.34 Das Bekanntwerden solcher Umtriebe – der damalige Zeitgeist stempelte die Homosexualität als widernatürlich ab und stellte sie unter Strafe35 – in dem Ausmaße eines Skandals hätte für das Ansehen der Armee jedoch fatale Folgen haben können.

Eine öffentliche Diskussion war allerdings kaum noch zu vermeiden, so sehr sich auch der Reichskanzler von Bülow, der zweifelsfrei auch weitere Enthüllungen fürchtete (es kursierten schließlich Gerüchte über seine eigene Homosexualität und die Neigungen seines Bruders, siehe Anm.31) darum bemühte.36 Zwangsläufig musste er sofort Stellung beziehen und öffentlich beteuern, dass ,,der Homosexuelle untauglich zum Offizier, der auch in seiner moralischen Lebenshaltung […] ein Muster und Beispiel sein soll,‘‘37 sei. Bülow versicherte außerdem, dass die Militärverwaltung alles tun werde, ,,um solche Greuel […] auszurotten.‘‘38 Auch das Militär musste sich rasch von den Vorwürfen, die bis hin zur ,,Versuchung ganzer Kavallerieregimenter‘‘39 reichten, distanzieren. Der Kriegsminister Karl von Einem hatte der Debatte im Grunde jedoch nichts anders hinzuzufügen als die Versicherung Bülows, Homosexuelle aus der Armee zu entfernen, zu wiederholen.40

Insbesondere von Einem wurde für seine Stellung in der Affäre öffentlich kritisiert, denn er hat seine Aufgabe, den Kaiser über die herrschenden Zustände aufzuklären, offensichtlich verfehlt. Wilhelm II.. wurde von seiner bestens informierten Umgebung über die laufende Debatten nicht in Kenntnis gesetzt, sondern von seinem ältesten Sohn aufgeklärt. Es ist zwar äußerst spekulativ zu behaupten, dass dem Kaiser möglicherweise die Neigungen seiner Freunde und Berater bekannt waren, eine völlige Ahnungslosigkeit Wilhelms II. in dieser Sache scheint aber ebenso fraglich.41 Es würde jedoch den Rahmen der Arbeit sprengen, dieser Frage nachzugehen.

Hirschfeld und seine Zeit, Berlin 2017, S. 164. Zur Involvierung des Militärs siehe: Domeier 2010, S.334-337; Hirsinger, Hauke: „Die geistige Zersetzung Deutschlands“? Vom Wandel des Antisemitismus im Gefolge des Eulenburg-Skandals zu Beginn des 20.Jahrhunderts, Bremen 2008, S.206-218.

Ein bekannter Militärkritiker und Schriftsteller Oberst a.D. Richard Gädke, der für das Berliner Tageblatt und später für die sozialdemokratische Zeitung Vorwärts schrieb,42 griff dieses Täuschungsphänomen43 auf und äußerte nach dem ersten Moltke-Harden-Prozess seinen Unmut über die herrschenden Zustände in einem Zeitungsartikel, der den anprangernden Titel ,,Wo sind die Schuldigen?‘‘44 trug.

Darin empörte sich Gädke nur nebensächlich über den Gegenstand der Verhandlung und legte den Fokus – wie der Titel schon verrät - vielmehr darauf, die Untätigkeit und die daraus resultierende Inkompetenz der Militärführung anzuklagen.

Zum einen sei laut Gädke die Homosexualität nämlich ,,unter schwerstem Mißbrauch der Dienstgewalt getrieben‘‘45 worden. Diese Behauptung indiziert, dass die Offiziere (!) ihre Untergebenen zum homosexuellen Verkehr gezwungen und somit missbraucht hätten. Wenn man bedenkt, dass das Offizierskorps in der wilhelminischen Gesellschaft stets einen exklusiven Status genossen hat, und dass das prototypische Bild eines schneidigen Offiziers das stolze Aushängeschild Preußen darstellte, scheint Gädkes Anschuldigung für das Ansehen der Armee ebenso rufschädigend gewesen zu sein wie der Skandal um die Kamarilla. Doch während sich in der gesamten Affäre alles hauptsächlich um die Entourage des Kaisers oder zumindest höher gestellte Persönlichkeiten drehte, sprach der sozialdemokratisch gesinnte Oberst en passant die Sicht ,,des kleinen Mannes‘‘ oder besser gesagt des einfachen Soldaten an. Bereits früher hat Gädke in einem Artikel die Missstände im Heer angeprangert, die sich seiner Ansicht nach in einem despotischen Umgangston geäußert hätten, und die in ,,blinde[r] Unterwürfigkeit nach oben und Willkür nach unten‘‘46 zum Ausdruck gekommen seien. Die (schlechte) Behandlung der Mannschaften bildete bei vielen Militärkritikern einen Anklagepunkt; insbesondere die SPD prangerte die Missstände an.47 Wilhelm II. hat die Kommandeure zwar einst dazu aufgefordert, gegen die Misshandlungen der Soldaten vorzugehen,48 in der Praxis hatte die Aufforderung keine nennenswerten Verbesserungen erzielt.49

Der Kriegsminister fühlte sich angesichts des Misshandlungsvorwurf im Namen der Offiziere angegriffen und hielt es für nötig, das Offizierskorps zu verteidigen. Er musste jedoch angesichts der Tatsachen zögerlich zugeben, ,,daß auch Offiziere gesündigt haben.‘‘50 Aber ,,daß sittlich die Ehre unserer Mannschaften durch Offiziere bedroht worden wäre‘‘ wies der Kriegsminister ,,im Interesse von Tausenden und aber Tausenden edler und tüchtiger Offiziere, die nur bestrebt sind, für das Wohl ihrer Untergebenen in jeder Hinsicht zu wirken und zu sorgen, hiermit mit aller Entschiedenheit zurück.‘‘51 Es sei nichts verschwiegen worden, denn ,,soweit ich [von Einem, Anm.d.Verf.] die Akten kenne, ist da, wo gesündigt worden ist, Anzeige durch die Soldaten erfolgt.‘‘ Wenn man bedenkt, dass erst der Skandal zur Verurteilung oder Entlassung beteiligter Offiziere (Graf Lynar, Graf Hohenau, etc.) führte, scheint es fraglich, dass solchen Anzeigen seitens der Soldaten – insofern solche überhaupt existiert haben- nachgegangen wurde.

Gädke ging jedenfalls davon aus, dass sowohl die Vorgesetzten als auch die Militärführung über die herrschenden Zustände bestens informiert gewesen seien und prangerte deswegen ihre ,,merkwürdige Unkenntnis‘‘52 an, die er vielmehr für Ignoranz hielt.53 Die Vorgesetzten - für die Erhaltung der Moral in der Truppe verantwortlich – hätten rechtzeitig handeln müssen, um die Homosexualität der Armee zu beseitigen. Die Tatsache, dass die Militärs gegen die homosexuellen Verhältnisse nicht vorgegangen sind, spricht jedenfalls dafür, dass Homosexualität im Kaiserreich ein offenes Geheimnis bildete. Ähnlich verhielt es sich mit anderen, gegen die Sitte oder die Standesehre des Offiziers verstoßenden Vorkommnissen; es galt alles zu ignorieren, solange es nicht bekannt wurde.54

Dass Gädkes Artikel ein großes Aufsehen erregen konnte, lag hauptsächlich daran, dass der Oberst a.D. die ,,Schuldigen,‘‘ wie er sie im Titel seines Beitrages bezeichnete, namentlich nannte. Er klagte insgesamt vier Personen an:

a) An erster Stelle aber nur nebensächlich den Grafen Kuno von Moltke und zugleich – seine sozialdemokratischen Gesinnungen durchschimmern lassend – die herrschende Klassenjustiz. Moltke hätte zur Wahrung seiner Standesehre Harden wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe bereits 1906 zum Duell auffordern müssen, statt sich für den zivilrechtlichen Weg zu entscheiden. Gädke verweist dabei auf einen ähnlichen Fall, indem ein Rechtsanwalt vor das Ehrengericht habe treten müssen, weil er sich für den strafrechtlichen Weg entschieden habe, statt seinen Gegner zu fordern. Der Oberst a.D. sah darin eine große Ungerechtigkeit im System: ,,Wo es gilt, einen einflußlosen armen Schlucker mit der ganzen Schärfe des ehrengerichtlichen Verfahrens zu treffen, […], da ist man leichten Herzens bei der Hand […]. Wo es sich aber um die Allgemeine Zeitung München Nr. 561 vom 03.Dezember 1907, S.4. Verfehlungen hochgestellter, dem Hofe nahestehender Offiziere handelt, da existieren keine Ehrengerichte.‘‘55
b) Den Chef des Militärkabinetts Dietrich von Hülsen-Haeseler56 für dessen angebliche Ahnungslosigkeit und die verfehlte Aufgabe, den Kaiser zu informieren. Gädke verlangte sogar dessen Entlassung und wünschte sich an seiner Stelle einen Mann, der ,,ein starkes Verantwortungsgefühl, eine tiefgehende Menschenkenntnis […]‘‘ besessen und ,,im Interesse der Sache, im Interesse des Heeres, im Interesse seines kaiserlichen Herrn selbst dessen Ungnade‘‘57 nicht gefürchtet hätte. Ähnlich äußerte sich auch der Hofmarschall Zedlitz-Trützschler über Hülsen-Haeseler, dem er durchaus die Fähigkeit zutraute, ,,sich manches zu erlauben, was vielleicht ein anderer nicht konnte.‘‘58 Dass der Militärkabinettschef den Kaiser nicht über die herrschenden Zustände aufgeklärt hat, habe laut Zedlitz-Trützschler daran gelegen, dass Hülsen-Haeseler nicht gewohnt gewesen sei, ,,sich für seine Überzeugung einzusetzen, wenn es wirklich ernst‘‘59 geworden sei.
c) Den Kommandeur des Gardekorps General Gustav von Kessel für dessen lakonischen Ausspruch ,,bedaure sehr, nichts bekannt.‘‘60
d) Und schließlich den Kriegsminister Karl von Einem, der die Aufgabe gehabt habe, ,,das Heer vor ernstem Schaden zu bewahren.‘‘

Von den Umständen spürbar irritiert wünschte sich Gädke eine Neubesetzung der Militärführung, deren Besetzung im Zuständigkeitsbereich des Kaisers lag. Ob Wilhelm II. den Artikel kannte, lässt sich nicht klären. Karl von Einem blieb jedenfalls in seiner Stellung als Kriegsminister, ebenso wie Gustav von Kessel, der sich noch 1915 an der Absetzung des Kaiser beteiligen wollte.61

Mit der den Schluss seines Artikels begleitenden Forderung ,,Nicht Maßregeln brauchen wir, nicht Kabinettsorders, sondern Männer, andere Männer, ganze Männer‘‘62 knüpfte Gädke an die Äußerung des Rechtsanwalts Max Bernstein, der im Moltke-Harden-Prozess den Journalisten Maximilian Harden vertrat. Bernstein, der sich im Sinne seines Mandanten über die als weichlich und unmännlich empfundene Umgebung des Kaisers (d.h. die Eulenburgsche Kamarilla) echauffierte, betonte in seiner Verteidigungsrede: ,,Um den deutschen Kaiser sollen und müssen ganze Männer sein.‘‘63

[...]


1 Rahn, Werner: Wilhelm II. und seine Marine, Kritische Beobachtungen während des Kaisermanövers in der Nordsee Herbst 1912, Aus den Erinnerungen von Vizeadmiral William Michaelis, in: Marine-Rundschau, Jg. 73, Heft 5 (1976), S. 285-291, S.289. Diese Aussage soll der Admiral Eberhard Heydel gegenüber dem Vizeadmiral William Michaelis getätigt haben.

2 So hat beispielsweise Dr. Eberhard Straub im Jahr 2008 eine Monografie vorgelegt, die sich u.a. mit dem politischen Einfluss des Kaisers befasst. Die Kernaussage seiner Arbeit, die sich ostensibel um eine Revision des negativen Kaiserbildes bemüht, bildet die Annahme, dass Wilhelm II. aufgrund starker Abhängigkeit vom Parlament nur wenig wirklichen politischen Einfluss besessen habe und somit nur beschränkt für die fatale Entwicklung verantwortlich gemacht werden könne. Seine Monografie - als ,,quellenarm‘‘ verurteilt - strotzt jedoch vor offensichtlicher Voreingenommenheit zugunsten von Wilhelm II.., vgl. die Rezension von Bormann, Patrick in: H-Soz-Kult, 28.04.2009, https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-12453 (zuletzt geprüft am 28. April 2020, 16:50 Uhr).

3 Clark, Christopher: Wilhelm II., Die Herrschaft des letzten deutschen Kaisers, München 62018, S.43.

4 Die wilhelminische Ära ist dabei besonders unter dem Aspekt ihrer zahlreichen Skandale und dem stark ausgeprägten Militarismus zu betrachten. Die von der Verfasserin gewählten Themen stehen damit stellvertretend für zwei typische Merkmale des Wilhelminismus - Skandalumwobenheit und Militarisierung. Zu Skandalen des Kaiserreiches siehe Rogge, Helmuth: Affairen im Kaiserreich, Symptome der Staatskrise unter Wilhelm II., in: Die politische Meinung 8 (1963), S.58-72. Zum preußischen Militarismus im Kaiserreich siehe Wette, Wolfram: Militarismus in Deutschland, Geschichte einer kriegerischen Kultur, Frankfurt am Main 2008, S.35-131.

5 Unter dem ,,flottenbegeisterten‘‘ Kaiser Wilhelm II. hat die Marine bereits von Anfang an eine besondere Stellung in der Armee eingenommen. Die Bezeichnung ,,Elitekorps‘‘ wurde insbesondere durch Herwig geprägt, vgl. Herwig, Holger H : Das Elitekorps des Kaisers, Die Marineoffiziere im Wilhelminischen Deutschland, Hamburg 1977.

6 Ein Grund für die große Bestandsmenge könnte neben der Tatsache, dass das Marinearchiv im Zweiten Weltkrieg nicht besonders stark beschädigt wurde, die im Marinekorps für angehende Offiziere seinerzeit bestehende Verpflichtung zum Führen der Tagebücher sein, vgl. Hopman, Albert: Das ereignisreiche Leben eines Wilhelminers, Tagebücher, Briefe, Aufzeichnungen, 1901 bis 1920, hg. von Michael Epkenhans, München 2004 (=Beiträge zur Militärgeschichte Band 62), S.5.

7 Das Tagebuch des Vizeadmirals Georg Alexander von Müller liegt in zwei publizierten Quelleneditionen vor (siehe Quellenverzeichnis), die gedruckten Ausgaben enthalten nachweislich einige Kürzungen und nachträgliche Verbesserungen. Jörg-Uwe Fischer, der den ungedruckten Nachlass Müllers eingesehen hat, hat in seiner Monografie die absichtlich gestrichenen Stellen teilweise zitiert, in den Fußnoten als ungedruckt kenntlich gemacht und damit die Quelleneditionen um die absichtlichen Kürzungen ergänzt. Die Aufzeichnungen von William Michaelis hingegen wurden bisher nur sehr spärlich editiert, siehe hier S.20.

8,,Deshalb erschien es mir als Pflicht, meine Erinnerungen niederzuschreiben, weil ich den Nachweis bringen kann, daß unser altes Staatsgebäude nicht morsch und veraltet war […]‘‘ in: Tirpitz, Alfred von: Erinnerungen, Leipzig 1919, o.S.,Vorwort. Deutschland habe seiner Meinung nach keine bzw. nur eine geringe Schuld am Krieg getragen und ,,Schuldig am Krieg wie an seiner barbarischen Führung […] einzig und alleine die Machthaber in London, Paris und Petersburg.‘‘ gewesen seien, in: ebd. S.248. Für das Scheitern der Marine seien hingegen – die Dolchstoßlegende fütternd - die sozialdemokratisch gesinnten Matrosen bzw. Soldaten verantwortlich gewesen: ,,Unsere Flotte ist schließlich von derselben Krankheit erfaßt worden, von der ganz Deutschland verseucht wurde.‘‘ ebd. S.299.

9 Vgl. Hopman 2004, S.7. Die Quellenedition enthält im Gegensatz zu Müller keine intentionellen Änderungen durch Verfasser oder Herausgeber, auch wenn sich an sich nicht völlig intentionsfrei ist.

10 Vgl. Fischer, Jörg-Uwe: Admiral des Kaisers, Georg Alexander von Müller als Chef des Marinekabinetts Wilhelms II., Frankfurt am Main 1992, S. 25-26.

11 Die sogenannten ,,Tagesmitteilungen‘‘ Hopmans an Tirpitz wurden im Rahmen der Fischer-Kontroverse ausgewertet, siehe Berghahn, Volker und Deist, Wilhelm: Kaiserliche Marine und Kriegsausbruch 1914, Neue Dokumente zur Juli-Krise, in: MGM, Heft 7 (1970), S.37-58.

12 Das »persönliche Regiment« gilt in der Forschung mittlerweile weitgehend als widerlegt. Selbst John Röhl, mit seiner mehrbändige Wilhelm-II-Biografie eine Koryphäe auf diesem Gebiet, änderte bzw. milderte mittlerweile seine Sichtweise auf das »persönliche Regiment« des Kaisers. Einst von der autokratischen Regierungsweise Wilhelms überzeugt, geht er nun vielmehr vom ,,Königsmechanismus‘‘ aus, vgl. Clark 2018, S.13; vgl. Röhl, John C.G.: Kaiser, Hof und Staat, Wilhelm II. und die deutsche Politik, Nördlingen 2007, S.116-140; vgl. ders.: Wilhelm II., Der Aufbau der persönlichen Monarchie 1888-1900, München 2011, S. 42, 888, 968, 1027.

13 Clark 2018, S.315.

14 Der Vorwurf der Existenz einer Kamarilla wurde dabei von vielen Seiten erhoben; Reichskanzler von Bülow glaubte ebenso an deren Existenz wie Graf zu Eulenburg. Letzterer sprach allerdings von einer ,,Generalskamarilla‘‘, vgl. Domeier 2010, S.31, Anm.2.

15,,Verhängnisvoll für den Kaiser war ferner, daß er […] sich auch niemals von militärischer Beeinflussung frei machen konnte.‘‘ in: Zedlitz-Trützschler, Robert Graf von: Zwölf Jahre am deutschen Kaiserhof, Aufzeichnungen des ehemaligen Hofmarschalls Wilhelms II., hg. von Gerd Fesser, Bremen 2005, S.25.

16 Einige der Mitglieder werden aufgezählt und zum Teil ausführlicher behandelt bei Hull, Isabel V: The Entourage of Kaiser Wilhelm II, 1888-1918, Cambridge 2004, S.45-75.

17 Domeier 2010, S.26.

18 Vgl. Wette 2008, S.56.

19 Vgl. ebd. S.51.

20 Vgl. Clark 2018, S. 290.

21 Vgl. Wette 2008, S.79.

22 Vgl. Clark, Christopher: Preußen, Aufstieg und Niedergang 1600-1947, München 2008, S.696.

23 Vgl. Clark 2018, S.289.

24 Vgl. Röhl, Wege in Abgrund, S.633.

25 Vgl. beispielsweise Meinhold, Paul: Wilhelm II., 25 Jahre Kaiser und König, Berlin 1912, S.250.

26 Berliner Tageblatt, Nr.552 vom 30.Oktober 1907, ,,Wo sind die Schuldigen?‘‘, S.1.

27 Einerseits hatte das Kaiserreich mit seiner außenpolitisch recht einsamen und isolierten Stellung zu kämpfen, andererseits sind zu diesem Zeitpunkt die ersten Gerüchte über die angebliche Geisteskrankheit Wilhelms II. entstanden, vgl. Röhl 2007, S.29. Nach und nach mehrten sich die Skandale und der Monarch geriet zunehmend ins Visier der Kritik. Zu den Skandalen unter Wilhelm II., siehe: Kohlrausch, Martin: Der Monarch im Skandal: Die Logik der Massenmedien und die Transformation der wilhelminischen Monarchie, Berlin 2005. (=Elitenwandel in der Moderne Band 7).

28 Wenn auch die strenge preußische Ordnung und Disziplin im In- und Ausland zuweilen verhöhnt wurden, so galt das preußische Militär dennoch als ,,Muster männlicher und soldatischer Fähigkeiten‘‘, vgl. Kölnische Volkszeitung, ,,Der Reichstag und die Folgerungen aus dem Moltke-Harden-Prozess‘‘, vom 14. November 1907, zitiert nach: Domeier, Norman: Die Erweiterung des binären Geschlechtermodells und die Radikalisierung der Politik im deutschen Kaiserreich, in: Bothe, Alina; Schuh Dominik (Hg.): Geschlecht in der Geschichte, Integriert oder separiert? Gender als historische Forschungskategorie, Bielefeld 2014, S.111-126, S.120. (=Mainzer Historische Kulturwissenschaften). Zum Thema preußisches Militär als Vorbild siehe: Baumgart, Winfried: Einführende Bemerkungen, in: Ephenhans, Michael; Groß, Gerhard P. (Hg.): Das Militär und der Aufbruch in die Moderne 1860 bis 1890, Armeen, Marinen und der Wandel von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft in Europa, den USA sowie Japan, München 2003, S.3-7, S. 4-5.

29 Insbesondere das Offizierskorps fühlte sich in seinem Ansehen bedroht, vgl. Rogge-Balke, Katharina: Befehl und Ungehorsam, Kaiserliches Militär und wilhelminische Gesellschaft im satirischen Blick des Simplicissimus, Marburg 2014, S.132.

30 Vgl. Winzen, Peter: Das Ende der Kaiserherrlichkeit, Die Skandalprozesse um die homosexuellen Berater Wilhelms II. 1907-1909, Köln und Weimar 2010, S.132, 141, 167.

31.Vgl. Bösch 2009, S.128. Moltke war aber nur einer der Offiziere, die der Homosexualität bezichtigt wurden. Auch Karl Ulrich von Bülow, ein Bruder des Reichskanzlers und Kavallerist, geriet in Verdacht, homosexuell zu sein, vgl. Winzen 2010, S. 294-295. Neben Moltke wurden u.a. Graf Hohenau und Graf Lyner angeklagt. Prinz Friedrich Heinrich von Preußen musste wegen Bekanntwerdens seiner Neigungen um Abschied aus der Armee bitten, vgl. Herzer, Manfred: Magnus

32 Der Berliner Kriminalbeamte Hans von Tresckow berichtete in seinem Tagebuch von Beschwerden der Kommandeure, die ihn ,,um Rat, wie sie die in ihren Regimentern eingerissene Päderastie der Soldaten bekämpfen können,‘‘ gebeten hätten, Winzen 2010, S.150. Homosexuelle Verhältnisse in der Armee seien außerdem bereits 1888 durch obszöne Kritzeleien in der Reitbahnwand angedeutet worden, vgl. ders.: Freundesliebe am Hof Kaiser Wilhelms II., Norderstedt 2010, S.150.

33 Vgl. Bösch 2009, S. 125.

34 Vgl. Rogge-Balke 2014, S. 133, Anm. 353.

35 Vgl. Nils, Freytag: Das wilhelminische Kaiserreich 1890-1914, Paderborn 2018, S.117.

36 Vgl. Bösch 2009, S.135.

37 Kölnische Zeitung, Nr.1121 vom 28. Oktober 1907, zitiert nach: Winzen 2010 a, S.151.

38 Winzen 2010 a, S.166

39 Ebd.

40 Vgl. ebd. S.169.

41 Gegen eine völlige Unwissenheit würden u.a. die semierotisch anmutenden Vorstellungen sprechen, die dem Kaiser von seinen Freunden vorgeführt wurden: als Pudel verkleidet oder in einem Ballerina-Kostüm, vgl. Röhl 2007, S.24.

42 Die Presse, Ostmärkische Tageszeitung, Anzeiger für Stadt und Land, Nr.18 vom 23.Januar 1912, ,,Herr Gädke,‘‘ S.1.

43 Es scheint ein des Öfteren vorkommendes Verhaltensmuster der kaiserlichen Beraterkreise gewesen zu sein, den Kaiser nicht zu informieren oder gar zu täuschen und demselben - aus Angst vor Ungnade - niemals zu widersprechen vgl. Zedltz-Trützschler 2005, S. 57-58. Wie man seine Meinung bei Wilhelm II. dennoch durchsetzen konnte, wusste der Reichskanzler von Bülow, der ,,Wilhelm II. durch eine Kombination von Schmeichelei und vorsichtiger Beharrlichkeit weitgehend zu lenken‘‘ vermocht habe, vgl. Röhl 2008, S.133. Das Abschirmen des Kaisers von (wichtigen) Informationen fand sogar im Ersten Weltkrieg statt, vgl. Clark 2018, S.292.

44 Berliner Tageblatt und Handelszeitung Nr. 552 vom 30. Oktober 1907, ,,Wo sind die Schuldigen?‘‘ S.1.

45 Ebd.

46 Die Neue Zeit, Wochenschrift der Deutschen Sozialdemokratie, Band 1, Jg. 22, 1903-1904, Nr.4, S.110.

47 Vgl. Afflerbach, Holger: Falkenhayn, Politisches Denken und Handeln im Kaiserreich, München 1996, S.140.

48 Vgl. Müller, Wilhelm: Politische Geschichte der Gegenwart, Das Jahr 1890, Berlin und Heidelberg 1891, S.128.

49 Zu Soldatenmisshandlungen siehe Wieder, Hartmut: Soldatenmißhandlungen im Wilhelminischen Kaiserreich (1890-1914), in: Archiv für Sozialgeschichte 22 (1982), S.159-199.

50 Allgemeine Zeitung München Nr. 561 vom 03.Dezember 1907, S.4.

51 Allgemeine Zeitung München Nr. 561 vom 03.Dezember 1907, S.4.

52 Berliner Tageblatt und Handelszeitung Nr. 552 vom 30. Oktober 1907, ,,Wo sind die Schuldigen?‘‘ S.1.

53 Gädke stand mit seiner Überzeugung nicht alleine, auch der Abgeordnete Haans Paasche glaubte ebenso wenig an die beteuerte Unwissenheit. Letzterer hob sogar hervor, dass über die Homosexualität mancher Offiziere weite militärische Kreise unterrichtet gewesen seien, vgl. Winzen 2010 a, S.170.

54,,Das Offizierskops beanspruchte für sich eine Elitemoral, da es ihm nicht auf die Erfüllung des Inhalts des herrschenden bürgerlichen Vorstellungen von Anstand und guter Sitte ankam, sondern nur auf die Verhinderung des Bekanntwerdens eines Verhaltens, das der öffentlichen Moral widersprach […] das Erlaubtsein eines Vergehens, so lange es heimlich geschah, war auch ein allgemeines Kennzeichen der herrschenden Moral […]‘‘, siehe Rumschöttel, Hermann: Das bayerische Offizierskoprs 1866-1914, Berlin 1973 (=Beiträge zu einer historischen Strukturanalyse Bayerns im Industriezeitalter Band 9), S.190. Was für Bayern galt, galt in dieser Hinsicht auch für Preußen.

55 Berliner Tageblatt und Handelszeitung Nr. 552 vom 30. Oktober 1907, ,,Wo sind die Schuldigen?‘‘ S.1

56 Derselbe ist nur zwei Wochen nach dem Erscheinen des Artikels in äußerst ungünstigen Umständen verschieden; als Ballerina verkleidet hat Hülsen-Haeseler dem Kaiser einen Tanz vorgeführt und in Folge dessen anschließend einen Herzstillstand erlitten, der zu seinem Ableben führte, vgl. Zedlitz-Trützschler 2006, S.224-225.

57 Berliner Tageblatt und Handelszeitung Nr. 552 vom 30. Oktober 1907, ,,Wo sind die Schuldigen?‘‘ S.1.

58 Zedlitz-Trützschler 2005, S.186.

59 Ebd.

60 Berliner Tageblatt und Handelszeitung Nr. 552 vom 30. Oktober 1907, ,,Wo sind die Schuldigen?‘‘ S.1.

61 Siehe hier S.17, vgl. Hopman 2004, S.587.

62 Berliner Tageblatt und Handelszeitung Nr. 552 vom 30. Oktober 1907, ,,Wo sind die Schuldigen?‘‘

63 Friedländer, Hugo: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Darstellung merkwürdiger Strafrechtsfälle aus Gegenwart und Jüngstvergangenheit, 12 Band, Berlin, 1910-1920 (=Hugo Friedländer, Interessante Kriminal-Prozesse, Ein Pitaval des Kaiserreichs, CD-Rom, Berlin 2001), S.4086-4088, zitiert nach: Domeier 2010, S.39. Der

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Wilhelm II. und seine Zeit in der Kritik "wilhelminischer" Offiziere
Hochschule
Universität Stuttgart
Autor
Jahr
2020
Seiten
27
Katalognummer
V903580
ISBN (eBook)
9783346205469
ISBN (Buch)
9783346205476
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kritik, offiziere, wilhelm, zeit, Wilhelmii, Wilhelminismus, Kaiserwilhelmii, Kaiserreich, Militär, Preußen, Hohenzollern, Kaiserlichemarine, Marine, Militarismus
Arbeit zitieren
Paulina Hess (Autor), 2020, Wilhelm II. und seine Zeit in der Kritik "wilhelminischer" Offiziere, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/903580

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