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Wilhelm II. und seine Zeit in der Kritik "wilhelminischer" Offiziere

Title: Wilhelm II. und seine Zeit  in der Kritik "wilhelminischer" Offiziere

Seminar Paper , 2020 , 27 Pages

Autor:in: Paulina Hess (Author)

History - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit wird sich nicht darum bemühen, ein Psychogramm Wilhelms II. zu erstellen, sondern die Aussagen der Zeitgenossen zusammentragen und sie in einen historischen Kontext einordnen, um die Intersubjektivität zwischen den individuellen Meinungen aufzuzeigen und die Frage zu beantworten, welche Kritikpunkte besonders auffallend oft erhoben wurden und welche Erkenntnisse sich daraus gewinnen lassen. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei auf Personen aus den militärischen Kreisen, deren Anschauungen über Wilhelm II. und seine Zeit sich noch keiner überschaubaren Darstellung oder wenigstens eines kurzen Überblickes in der Literatur rühmen können.

"Ich habe den Eindruck, unser Kaiser ist wahnsinnig."

Kaiser Wilhelm II. galt schon bei seinen Zeitgenossen als eine auffällige und exzentrische Persönlichkeit und diesen Stempel trägt der umstrittene Monarch bis heute. Es scheint daher nicht verkehrt, mit einem etwas plakativen Zitat zu beginnen.

Die Debatte um seine Person und die Frage, inwiefern dem Kaiser eine direkte Schuld an den (Fehl-) Entwicklungen des Kaiserreiches zugeschrieben werden kann, sind Themen, an denen sich die Geister scheiden. Die unterschiedlichen Standpunkte der Historiker dazu lassen sich heute in unzähligen Monographien nachschlagen, mache Autoren haben mithilfe von Überlieferungen und Äußerungen der Zeitgenossen sogar den Versuch einer nachträglichen Psychoanalyse Wilhelms II. unternommen. Christopher Clark verurteilt in seinem Werk das Bemühen um eine wahrheitsgemäße Charakteristik des Kaisers als ,,eine faszinierende, aber doch überaus spekulative Methode.‘‘ Tatsächlich scheint es, unmöglich zu sein, den Charakter einer verstobenen Person völlig vorurteilsfrei zu rekonstruieren; vor allem, wenn man sich dabei überwiegend auf subjektive Berichte stützen muss.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Kritik an den wilhelminischen Zuständen - Wilhelm II. und sein (Hof-) Staat

2.1. Widerhall des Eulenburg-Skandals beim Militär – Oberst a.D. Richard Gädke

2.2. Kritik am Militarismus seitens eines Offiziers – Oberst Alfons Falkner von Sonnenburg

3. Kritik an Wilhelm II. als Mensch und Monarch

3.1. Die Persönlichkeit des Kaisers – Vizeadmiral Georg Alexander von Müller

3.2. Der herrschende Regierungsstil – Vizeadmiral Albert Hopman

3.3. Der Kaiser als Militär – Vizeadmiral William Michaelis

4. Auswertung der Kritik

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das zeitgenössische, kritische Bild von Kaiser Wilhelm II. und seiner Regierungszeit durch die Analyse von Ego-Dokumenten aus militärischen Kreisen, um intersubjektive Meinungsbilder zu erfassen und die Kritikpunkte der Zeitgenossen historisch einzuordnen.

  • Kritik an den wilhelminischen Zuständen und Skandalen
  • Die Rolle des Militarismus im Kaiserreich
  • Wahrnehmung der Persönlichkeit und des Regierungsstils des Kaisers
  • Auswertung von Ego-Dokumenten deutscher Marineoffiziere
  • Verhältnis zwischen militärischer Führung und Monarchie

Auszug aus dem Buch

2.1. Der Widerhall des Eulenburg-Skandals beim Militär – Oberst a.D. Richard Gädke

,,Welche Flut von Schmutz hat sich in jenen häßlichen vier Tagen über uns ergossen, was haben wir alles hören, worüber nicht erröten müssen!‘‘

Hat das Ansehen des deutschen Kaiserreiches im Ausland bereits in den 1890er Jahren begonnen, sich zunehmend zu verschlechtern, galt das preußische Militär bis zur Harden-Eulenburg-Affäre dennoch als eines der vorbildlichsten in Europa. Der Homosexualitätsskandal um die engsten Berater des Kaisers in den Jahren 1907-1909 stellte plötzlich eine neue Bewährungsprobe für die Reputation des Reiches und der preußischen Armee dar. Sowohl dem Hof nahestehende Persönlichkeiten als auch hohe Offiziere - wie beispielsweise der Generalmajor und Flügeladjutant des Kaisers Kuno Graf von Moltke - waren in den Skandal involviert und mussten sich vor Gericht einer Verhandlung über ihre sexuellen Neigungen unterziehen.

Problematisch an der Affäre schien nicht nur die Verwicklung der Allerhöchsten Umgebung sondern auch der Umstand, dass es sich bei den Enthüllungen allem Anschein nach um längst bekannte offene Geheimnisse handelte, die nun öffentlich angeprangert wurden. Die homosexuellen Verhältnisse in der Armee waren nämlich bereits vor dem Skandal bekannt, und sind mit dem Harden-Eulenburg-Skandal, der sich einer regen Presseberichtserstattung rühmen konnte, nun auch in der Öffentlichkeit zum Gesprächsthema geworden. Das Bekanntwerden solcher Umtriebe – der damalige Zeitgeist stempelte die Homosexualität als widernatürlich ab und stellte sie unter Strafe – in dem Ausmaße eines Skandals hätte für das Ansehen der Armee jedoch fatale Folgen haben können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einführung in die Thematik der kritischen Wahrnehmung Kaiser Wilhelms II. durch seine Zeitgenossen, insbesondere aus militärischen Kreisen.

2. Kritik an den wilhelminischen Zuständen - Wilhelm II. und sein (Hof-) Staat: Analyse der indirekten Kritik am Kaiserreich durch die Untersuchung von Skandalen wie der Harden-Eulenburg-Affäre und der Militarismuskritik.

2.1. Widerhall des Eulenburg-Skandals beim Militär – Oberst a.D. Richard Gädke: Untersuchung der Reaktion auf den Skandal und die Kritik an der Militärführung durch Richard Gädke.

2.2. Kritik am Militarismus seitens eines Offiziers – Oberst Alfons Falkner von Sonnenburg: Darstellung der Militarismuskritik aus der Perspektive eines aktiven Offiziers.

3. Kritik an Wilhelm II. als Mensch und Monarch: Untersuchung der direkten Kritik an der Person, dem Charakter und dem Regierungsstil Wilhelms II.

3.1. Die Persönlichkeit des Kaisers – Vizeadmiral Georg Alexander von Müller: Analyse der persönlichen Wahrnehmung durch den Kabinettschef des Kaisers.

3.2. Der herrschende Regierungsstil – Vizeadmiral Albert Hopman: Darstellung der Kritik an der Regierungsweise, dem Geltungsbedürfnis und der Außenpolitik des Kaisers.

3.3. Der Kaiser als Militär – Vizeadmiral William Michaelis: Betrachtung der Entzauberung des Kaisers bei seinen Manövern durch einen hohen Marineoffizier.

4. Auswertung der Kritik: Synthese und Einordnung der verschiedenen Kritikerstimmen in ihren jeweiligen historischen und ideologischen Kontext.

Schlüsselwörter

Wilhelm II., Kaiserreich, Militarismus, Offizierskorps, Ego-Dokumente, Eulenburg-Skandal, Marine, Regierungsstil, Richard Gädke, Alfons Falkner von Sonnenburg, Georg Alexander von Müller, Albert Hopman, William Michaelis, Kamarilla, Monarchie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das kritische Bild von Kaiser Wilhelm II. und seiner Epoche, wie es in persönlichen Aufzeichnungen und Dokumenten von Militärangehörigen überliefert wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die wilhelminischen Zustände, Skandale des Kaiserreiches, den preußischen Militarismus sowie die Beurteilung von Charakter und Regierungsstil des letzten deutschen Kaisers.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Intersubjektivität zwischen den individuellen Meinungen von Offizieren aufzuzeigen und zu beantworten, welche Kritikpunkte besonders häufig erhoben wurden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Verfasserin nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie zeitgenössische Ego-Dokumente, insbesondere Tagebücher und Erinnerungen von Marineoffizieren, zusammenstellt und in einen historischen Kontext einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die indirekte Kritik an den Zuständen im Kaiserreich sowie die direkte Kritik an der Persönlichkeit, dem Regierungsstil und der militärischen Rolle des Kaisers.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern zählen Wilhelm II., Militarismus, Offizierskorps, Ego-Dokumente, Regierungsstil und das Kaiserreich.

Inwiefern beeinflusste die Harden-Eulenburg-Affäre die Kritik?

Der Skandal diente als Katalysator, um Missstände, insbesondere Homosexualität und mangelnde Moral im Umfeld des Kaisers, öffentlich zu machen und die Kompetenz der Militärführung infrage zu stellen.

Warum spielt die Perspektive der Marineoffiziere eine besondere Rolle?

Die Marineoffiziere verfügten über ein fachlich gebildetes Korps und hinterließen eine erstaunlich große Menge an Ego-Dokumenten, die einen lebendigen Blick auf den Kaiser abseits offizieller Kanzleischriften ermöglichen.

Wie bewerten die Offiziere den Regierungsstil Wilhelms II.?

Sie kritisieren den Regierungsstil als sprunghaft, oberflächlich, von Geltungsdrang geprägt und als Gefahr für die Stabilität des Kaiserreichs, wobei sie ihn teils sogar als "pathologisch" oder "unwürdig" empfanden.

War die Kritik der Offiziere rein ideologisch motiviert?

Während einige wie Gädke eher liberal-sozialdemokratische Standpunkte vertraten, gründete sich die Kritik der "eigentlichen" wilhelminischen Offiziere meist auf persönlichen Erfahrungen, Enttäuschungen über das militärische Versagen des Kaisers und das Bestreben nach effizienterer Regierungsführung.

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Details

Title
Wilhelm II. und seine Zeit in der Kritik "wilhelminischer" Offiziere
College
University of Stuttgart
Author
Paulina Hess (Author)
Publication Year
2020
Pages
27
Catalog Number
V903580
ISBN (eBook)
9783346205469
ISBN (Book)
9783346205476
Language
German
Tags
kritik offiziere wilhelm zeit Wilhelmii Wilhelminismus Kaiserwilhelmii Kaiserreich Militär Preußen Hohenzollern Kaiserlichemarine Marine Militarismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Paulina Hess (Author), 2020, Wilhelm II. und seine Zeit in der Kritik "wilhelminischer" Offiziere, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/903580
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