Prüfverfahren zur Feststellung von transgenerationaler Kriegstraumatisierung

Grundlagen Trauma, Kriegstrauma, ererbtes Kriegstrauma. Ein Leitfaden


Fachbuch, 2020

67 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ziele, Leitfragen, Definitionen
2.1 Ziele und Leitfragen
2.2 Definitionen

3 Was ist „transgenerationale Kriegstraumatisierung“?

4 Fallbeschreibung

5 Prüfverfahren zur Erkennung von transgenerationaler Kriegstraumatisierung
5.1 Medizinische Abklärung: Cortisol, ACTH/Nebennieren­rinde, Mit­ochondriopathie
5.2 Psychotherapeutisches Gespräch, Trigger suchen, transgene­rationale Trauma­therapie
5.3 Transgenerationale Kriegsträume erkennen und analysieren
5.3.1 Grundlagen der Traumarbeit
5.3.2 Was sagen Träume über transgenerationale Kriegstraumatisierung aus?
5.3.3 Arbeit mit Träumen bei Verdacht auf transgenerationale Kriegstraumatisierung
5.4 Systemische Aufstellung
5.4.1 Grundlagen der systemischen Aufstellungsarbeit
5.4.2 Aufstellung von Kriegstraumatisierung für meine ehemalige Probandin
5.4.3 Kriegsbezogene Träume aufstellen lassen
5.5 Kinesiologischer Muskeltest
5.6 Hypnose, hypnotische Trance
5.6.1 Ideomotorische Körpersignale
5.6.2 Einzelne innere Bilder und kurze Bildsequenzen
5.6.3 Hypnotische Regression (Rückführung)
5.7 Yager-Therapie
5.8 Intuitive Verfahren (Einhandrute/Tensor, Pendel)

6 Reflexion und Schlussbemerkungen

7 Literaturverzeichnis

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung durch Dr. Ilona Hündgen unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Über­setzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Die in diesem Leitfaden enthaltenen Informationen können die Beratung durch einen Arzt nicht ersetzen. Sie sind keine medizinischen Anweisungen.

Die Information dient der Vermittlung von Wissen und kann die individuelle Betreuung bei ei­nem Sprechstundenbesuch nicht ersetzen.

Die Umsetzung der hier vermittelten Informationen sollte deshalb immer mit einem qualifi­zierten Therapeuten abgesprochen werden.

Die Anwendung der Informationen erfolgt auf eigene Gefahr und auf eigene Verantwortung.

1 Einleitung

Transgenerationale Kriegstraumatisierung wird oft nicht erkannt - vor allem dann nicht, wenn die betroffenen Nachfahren in Friedenszeiten geboren wurden und nie selbst mit Krieg in Berührung kamen (Hündgen 2020).

In therapeutischen und gesundheitsbezogenen Berufen ist die Aus- und Weiterbildung im Bereich der trans­generationalen Kriegstraumatisierung in der Regel unzureichend oder gar nicht vorhanden. Dies gilt insbesondere auch für Ärzte, Psychotherapeuten und Helfer in der Gesundheits- und Kranken­pflege. Sogar in expliziten Traumatherapiekursen hat man eher Glück, wenn man mit diesem The­ma überhaupt konfrontiert wird.

Wenn jemand transgenerationale Kriegstraumatisierung oder andere Formen der transgene­rationalen Traumatisierung bei sich selbst oder bei einem Klien­ten vermutet, ist oft unklar, was getan werden kann, um transgenerationale Traumati­sierung tatsächlich so festzustellen, dass anschließend zielgenau therapiert werden kann.

Die Diagnose von transgenerationaler Kriegstraumatisierung und transgenerationaler Trau­matisierung im allgemeinen ist deshalb besonders schwierig, weil transgenerational trauma­tisierte Menschen das Ursprungstrauma nicht selbst erlebt, sondern Traumata von einer an­deren Person durch Interaktion und/oder auch durch Vererbung epigenetischer Dispositio­nen indirekt übernommen haben.

Die vorliegende Publikation soll deshalb aufzeigen, welche Schritte unter­nommen werden kön­nen, wenn Ver­dacht auf indirekt-transgenerationale Kriegstraumatisierung be­steht, bzw. welche Prüfverfahren es gibt, mit deren Hilfe sich ein Verdacht auf transgenerationale Kriegstrau­matisierung erhärten oder vielleicht sogar si­cher bestätigen lässt.

Die vorliegende Publikation bezieht sich unmittelbar auf meine Facharbeit „Sensibilisierung für typi­sche Aspekte von transgenerationaler Kriegstraumatisierung im Rahmen von Trau­matherapie bei Flüchtlingen“ (Hündgen 2020), kann aber auch ohne die dort gelieferten Hin­tergrundinformationen separat gelesen werden. Weitere Grundlagen zur transgenerationa­len Kriegstraumatisierung finden Sie u.a. in meinen beiden YouTube-Videos Hündgen 2020-2 und Hündgen 2020-4.

Die Facharbeit Hündgen 2020 beschreibt eine Einzelfallstudie, in der für ein ehemaliges Kriegs- und Flüchtlingskind (= Probandin meiner Studie) unter Berücksichtigung der Fachli­teratur typische Aspekte bzw. Merkmale ei­ner möglichen trans­generationalen Kriegstrauma­tisierung erarbeitet wurden. Hierzu wurden von mir in der Facharbeit Hypothesen aufgestellt.

Jedoch glaubte meine ehemalige Probandin auch nach der Fertigstellung und Bespre­chung dieser Fachar­beit noch immer nicht, dass sie möglicherweise direkt und/oder indirekt kriegs­traumatisiert ist. Sie führte ihre für mich auffälli­ge Stress- und Trauma­symptomatik auf ande­re Ursachen zurück und begründete ihre Position hauptsächlich damit, dass es ihrer analyti­schen Psychothera­peutin nicht gelungen war, sie mit Kriegs­traumareizen zu triggern.

Deshalb kam ich auf die Idee, meiner ehemaligen Probandin mit dem vorliegenden Leitfaden zusätzliche Prüfverfahren zur Testung des möglichen Vorliegens einer transgenerationalen Kriegstrau­matisierung an die Hand zu geben und sie auf diese Weise zum erneuten Nach­forschen und Überprüfen ihrer Position anzuregen.

Zudem wollte ich mit der vorliegenden Publikation meine Ergebnisse in Hündgen 2020 er­neut auf den Prüfstand stellen und weitere Diskussionen ermöglichen.

Entsprechend geht der vorliegende Leitfaden über die Hypothesen, die in Hündgen 2020 aufgestellt wur­den, hinaus. Er beinhaltet in Kapitel 5 eine Auswahl konkreter Prüfverfahren, mittels derer zusätzliche An­haltspunkte für das Vorliegen einer transgenerationalen Kriegs­traumatisierung gefunden und weitere Hypothesen für das Vorliegen von transgenera­tionaler Kriegstraumatisierung entwickelt werden können.

Anhand der in diesem Leitfaden genannten Prüfmethoden kann jeder für sich zu­mindest mit sub­jektiver Gewissheit individuell selbst herausfinden oder aber von Experten der jeweili­gen Me­thoden her­ausfinden lassen, ob sie oder er transgenerational kriegstraumatisiert ist.

Bitte beachten Sie, dass die in diesem Leitfaden enthaltenen Informationen eine Beratung durch einen Arzt nicht ersetzen können. Sie stellen keine medizinischen Anweisungen und keine Empfehlungen dar.

Die Information in diesem Leitfaden dient der Vermittlung von Wissen und kann die individu­elle Betreuung bei ei­nem Sprechstundenbesuch nicht ersetzen.

Die Verwendung der hier gegebenen Informationen sollte immer vorab mit einem qualifizier­ten The­rapeuten abgesprochen werden.

Bitte suchen Sie, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob sie an einer ernstzunehmenden Erkran­kung gemäß ICD-10 leiden, zunächst einen Arzt auf, und lassen Sie sich dort be­raten.

Sollten Sie die in dieser Publikation gegebenen Informationen für sich selbst nutzen, erfolgt dies grundsätzlich auf eigene Gefahr und auf eigene Verantwortung.

2 Ziele, Leitfragen, Definitionen

2.1 Ziele und Leitfragen

Die vorliegende Publikation soll zum einen, wie bereits die Facharbeit Hündgen 2020, allge­mein für transgenerationale Kriegstraumatisierung und deren Diagnose- und Therapiemög­lichkeit sensibilisieren.

Vor allem aber soll die vorliegende Publikation über unterschiedliche Techniken informieren, mit denen sich transgenerationalen Kriegstraumatisierung feststellen lässt.

Ausgewählte Prüfverfahren sollen auf ihre Nützlichkeit für das Erkennen von transgeneratio­naler Kriegstraumatisierung hin beurteilt und für den vorliegenden Leitfa­den so nutzbar ge­macht werden, dass jeder Leser diejenigen Methoden für sich selbst auswählen kann, die ihm individuell am meisten zusagen.

Der Leser ist eingeladen, sich von der Wirk­samkeit der jeweiligen Prüfverfahren zu überzeu­gen und mit Hilfe dieser Verfahren für sich selbst herauszufinden oder von Experten für die jeweiligen Verfahren herausfinden zu lassen, ob eventuell transgeneratio­nale Kriegstrauma­tisierung vor­liegen könnte.

Der vorliegende Leitfaden ist NICHT dazu gedacht, traumatherapeutisches Handwerkszeug zu liefern. Bitte suchen Sie bei Verdacht auf krankheitswertiges Trauma gemäß der ICD-10, insbesondere auch bei akuten Traumazuständen und bei Verdacht auf eine Posttraumati­sche Belastungsstörung (PTBS), un­bedingt Ihren Hausarzt und/oder einen qualifizierten Traumatherapeuten auf.

Die wichtigsten Leitfragen der vorliegenden Publikation sind: Mit welchen Methoden/Verfah­ren lässt sich (allgemein) prüfen, ob bei einem Menschen transgenerationale Kriegstraumati­sierung vorliegt? Was leis­ten die einzelnen Prüfmethoden in Bezug auf die Erkennung von transge­nerationaler Kriegstraumatisierung? Welche der ge­nannten Prüfmethoden könnten meiner ehemaligen Probandin (s. Hündgen 2020) möglicherweise in Bezug auf die Feststel­lung einer trans­generationalen Kriegstraumatisie­rung weiterhelfen? Welche Therapien könn­ten sich für mei­ne Probandin anschließen?

2.2 Definitionen

Direkte Kriegstraumatisierung“ ist das Entstehen bzw. Vorliegen von Psychotraumata durch direktes Erleben von kriegsbezogenen Ereignissen bei einer Person, die als direkt Betroffe­ner oder als anwe­sender, direkter Zeuge (z.B. Augenzeuge) ei­gene sinnliche Wahrnehmun­gen vom ursprüng­lich trau­matisierenden Geschehen hat und die, falls Erinnerung an das Geschehen besteht, diese Wahr­nehmung als selbst (mit)erlebtes Geschehen bekunden kann (vgl. juraschema.de 2020; educalingo.com 2020; Siegismund 2009, S. 4; Wikipedia: Zeuge; Baer 2000).

Transgenerationale Kriegstraumatisierung“ ist demgegenüber, als eine Unterform der trans­generationalen Traumatisierung, immer indirekt (vgl. Wolf 2018-2, Feuervogel). Bei der transge­nerationalen Kriegstraumatisie­rung sind die traumatisierten Nachkommen weder di­rekt be­troffen noch direk­te Zeugen. Sie haben keine eigenen Wahrnehmungen vom ur­sprünglichen traumati­sierenden Ereignis - das ja nicht ihnen, sondern ihren Vorfahren wider­fahren war – und können die Vorfälle deshalb weder er­innern noch als selbst (mit)erlebtes Geschehen be­kunden.

Transgenerationale Kriegstraumatisierung kann, wie jede Form der transgenerationalen Trau­matisierung (Richter 1963, Richter 1972), im Rahmen von Erziehung und Sozialisation in kon­kreter Interakti­on1 und epigene­tisch von den Vorfahren erworben werden. Hier­bei kön­nen die Vorfahren di­rekt und/oder in­direkt kriegstraumatisiert sein.

Epigenetische For­schungsarbeiten (Bauer 2013, Lingrön 2015, Lipton 2016, Huber 2017, Döll, 2017, Spork 2017, Henn 2017, Kegel 2018, Lehnert 2018, Schickedanz 2012, S. 71-76, Wikipedia: Epigenetik) zeigen, dass traumati­sche Verletzungen auch über die Gene an Folgegeneratio­nen weitergegeben wer­den können. Hierbei bleibt das Genom als sol­ches un­verändert. Die epigenetischen Kon­trollmechanismen bestimmen nicht die DNA-Sequenzen und somit nicht die grundlegende Program­mierung durch die Gene, sondern die Lesbarkeit der vorhande­nen Gene. Die Verer­bung erfolgt auf molekularer Ebene in Form von DNA-Methylierung, ei­ner Modifik­ation von Histonen und/oder im beschleunigten Abbau von Telo­meren. Epigeneti­sche Veränderungen beeinfluss­en nur den Phänotypen, nicht den Genotypen eines Men­schen.

Kriegsbedingte Stress- und Hungererlebnisse der Vorfahren können sich – eigentlich zum Schutz der Nachfahren – epigenetisch z.B. so in den Genen der Nachfahren nieder­schlagen, dass die Nachfah­ren klei­ner und somit bei Nah­rungsmangel überlebensfähiger sind, eine besse­re Fett- und Zuckerver­wertung haben und durch einen dauerhaft hö­heren Cortisolspie­gel zumin­dest mittelfristig stressresistenter und aufmerksamer für Gefahren sind (s. Lauff 2017). In Frie­denszeiten kann dies jedoch für die Nachfah­ren von Nachteil sein: bei den Nachfahren können bereits bei normaler Ernährung durch die bessere Fett- und Zucker­verwertung Übergewichtspro­bleme entste­hen, und ein ererbter höherer Cortisolspiegel kann durch chro­nische vegetative Übererregung zahlreiche psychoso­matische Krankheitsfolgen haben.

3 Was ist „transgenerationale Kriegstraumatisierung“?

Ein „Trauma“ ist ein „vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und individu­ellen Bewältigungsmöglichkeiten, das mit Gefühlen von Hilflosigkeit und schutz­loser Preisgabe einher­geht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltbild“ verursacht (Fischer 2009, S. 84).

Trauma geht mit einem Verlust von Sicherheit, Kontrolle und Vertrauen bzw. mit intensiver Haltlosigkeit und Ohnmacht einher. Das traumatische Ereignis liegt außerhalb der normalen menschlichen Erfahrung und übersteigt die subjektiven Bewältigungskompetenzen. Meist ist das traumatische Erleben mit intensiven Gefühlen von Angst und Entsetzen verbunden. Je­doch können in der Traumasituation auch Gefühlslosigkeit und Erstarrung vorherrschen. Gefühle werden dann erst später wieder wahrnehmbar. Das Sicherheitsgerüst des betroffe­nen Menschen ist erschüttert. Es besteht das subjektive Erleben der Gefahr zu sterben oder schwer verletzt zu werden. Zu­dem ist bei Trauma die Hirnphysiologie hin zur Stressphysiolo­gie verändert (s. Hündgen 2020-2, Hündgen 2020-4).

Üblicherweise denkt man bei „Kriegstrauma“ zuerst an im Krieg erlebte Schocktrau­men (vgl. Sautter, S. 133 ff.). Jedoch können auch objektiv harmlose Ereignisse z.B. von Kindern subjektiv als le­bensgefährlich erlebt werden und schwere Traumata auslösen (s. Seite 1; vgl. Charf 2019). So kann ein harmloser spielender kleiner Welpe, der an einem Kleinkind hoch­springt, von dem Kind als lebensbedrohlich empfunden werden und ein schweres Trau­ma verursachen. Ob und wie ein Ereig­nis traumatisiert, entscheidet sich in der Person (Vulnera­bilitäten, Resilienzen, Res­sourcen) und nur se­kundär durch die Ereignisfaktoren. Entschei­dend ist das subjektive Erleben, nicht die Art des Ereignisses, das der Traumatisierung zu­grundeliegt.

In meiner Studie Hündgen 2020 zeigte sich, dass meine Probandin Frau A. in der Kindheit zahlrei­chen ob­jektiv gefähr­lichen di­rekten täglichen Kriegsbedro­hungen ausge­setzt war (Si­renengeheul, Detonationen, Flucht). Je­doch war die Mutter von Frau A., was bindungstech­nisch entschei­dend ist, bei Gefah­ren angeblich immer ver­fügbar. Dadurch blie­ben Frau A. vermutlich extreme Traumatisierungen erspart.

Ursachen von direkter Kriegstraumatisierung können z.B. sein:

Abb. 1: Ursachen direkter Kriegstraumatisierung

Meine Probandin war nach Angaben ihrer Eltern weder jemals direkt mit ei­nem ein­zelnen drastischen Kriegs­ereignis konfrontiert noch wurden bei ihr bisher di­rekte Traumafolgestö­rungen wie zum Beispiel eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) oder Anpas­sungsstörungen diagnostiziert. Deshalb hielt und hält sich Frau A. noch immer für „nicht kriegs­traumatisiert“.

Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) brechen jedoch nicht selten erst im Alter aus (vgl. Schrader 2013), wenn mehr Ruhe ins Leben ein­getreten ist und Unterdrückungsme­chanismen des Verstandes schlechter funktio­nieren. Da PTBS zudem chro­nifizieren kann, sollte im Fall einer PTBS-Diagno­se schnellst­möglich mit Trau­matherapie be­gonnen werden. Kindheitstraumata wir­ken lebens­länglich, und Zeit allein heilt die entstande­nen Wunden nicht (Schickedanz 2012, S. 71).

Dass bei meiner ehemaligen Probandin bisher keine PTBS diagnostiziert wurde, schließt das Vor­handensein von direkter und/oder indirekt-transgeneratiionaler Kriegstraumatisierung nicht aus.

In meiner Studie Hündgen 2020 vermute ich, dass meine Probandin vermutlich direkt und auch indirekt-transgenerational durch Kriegstrauma belastet ist.

„Transgenerationale Kriegstraumatisierung“ ist indirekte Traumatisierung über Generationen hinweg im Kontext von Krieg (vgl. Kapitel 2.2).

Mögliche Ursachen von indirekt -transgenerationaler Kriegstraumatisierung sind in der nach­folgenden Grafik genannt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Ursachen von transgenerationaler Kriegstraumatisierung

Kriegstraumata können, wie jede Form der Traumatisierung, über mehrere Generationen hinweg übertragen werden.

Ein direktes Kriegstrau­ma oder direktes sonstiges Trauma tritt in einer Generation 1 auf, in­dem eine Person, in der nachfolgenden Grafik P1, das Trauma direkt am ei­genen Leib oder als direkter Zeuge erlebt (Hündgen 2020).

Diese direkt betroffene Person kann dann das Trauma durch Interaktion und/oder auch epi­genetisch auf die Nachfolgegenerationen übertragen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Transgenerationale Übertragung von Kriegstraumata

Die betroffenen Nachkommen der Generationen G2, G3, G4 usw. sind dann indirekt trauma­tisiert, weil sie das Ursprungstrauma nicht direkt selbst erlebt haben.

Bei indirekt-transgenerationalen Traumata hat man es mit Entwick­lungs-, Bindungs­- und Bezie­hungstraumata zu tun (Bowlby, Ainsworth, Barwinski; Sänger 2013, S. 145), bei de­nen bei den Nachfahren auf­grund der Kriegstraumatisie­rung der Vor­fahren zahlreiche Mikro­traumen über lange Zeiträume hinweg akkumulieren (sequenziell-kumu­lative Traumatisie­rung; Charf 2019).

Wiederholte frühe traumatische Stresserfahrungen können die Stress-Reaktionssysteme von Grund auf, wahrscheinlich auch epigenetisch durch Ausschalten des Glucocorticoid-Re­zeptor-Gens, verän­dern (Huber 2012, S. 10; Sautter 2016, S. 65 f.; Schubbe 2006, S. 47-51). Durch Dauerproduktion von Stresshor­monen, vor allem von Corti­sol, und durch eine da­durch dauerhaft gesteigerte elektri­sche Reizbar­keit von Schaltkreisen im limbischen System (Huber 2015, S. 13, Hüther 2002, Sautter 2016, S. 22 ff., 113 ff., 133 ff.) kann es zu einer „ständigen Alarmschal­tung“ bzw. zu dauer­hafter Übererre­gung (Hyperarousal) kommen. Daraus können direkte Trau­mafolgestörungen wie PTBS, komple­xe PTBS, Depression und Anpassungsstörungen sowie komorbide Traumafol­gestörungen und Komplika­tionen wie Ängste, Dissoziation, psychosoma­tisch-vegetative Symptome aller Arten, Immunabwehr­schwäche, instabile Blutzucker-Stoffwech­sellagen, Übergewicht, Gedächtnisstörungen und Süchte re­sultieren (s. Abb. 3; vgl. vor allem Schickedanz 2012, S. 74f.; s. Boon 2013, Hüther 1997, Hanswille 2014, S. 33-40). Die Bildung neuer Nervenzellen und Synapsen (Neurogenese, Synaptogenese) sowie die Integration beider Groß­hirnhälften können ver­mindert sein. Hält der traumatische Stress zu lange an, können ver­minderte Stressresisten­zen lebenslänglich erhalten bleiben und weitervererbt werden.

Trauma kann gemäß ICD-10 die folgenden primären Traumafolgestörungen zur Folge ha­ben:

- F43.0: Akute Belastungsreaktion (ABR; nicht pathologisch)
- F43.1: Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
- F43.2: Anpassungsstörungen
- F43.8: Sonstige Reaktionen auf schwere Belastungen
- F43.9: Reaktionen auf schwere Belastung, nicht näher bezeichnet
- F 62.0: Andauernde Persönlichkeitsänderung nach Extrembelastung (= komplexe PTBS).

Primäre Traumafolgestörungen können kombiniert mit sekundären und sonstigen Trauma­folgestörungen auftreten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Traumafolgestörungen, modif. nach: Lode 2016, S. 4

Kinder, die kriegstraumatisierten, psy­chisch kranken, ängstlichen, gest­ressten, ambivalen­ten, überforderten, sich schuldig fühlenden, aus Angst überfür­sorglichen, emotional überfor­derten, hilflos-verunsicherten, verzweifelten, suizida­len und/oder aber auch harten, narzissti­schen, ab­lehnenden, distanzierten, lieblosen, unempathischen, abweisenden, egozentri­schen, we­nig Kör­perkontakt gebenden, vernach­lässigenden und/oder misshan­delnden Per­sonen aus­gesetzt sind, können dauer­haft u.a. in grundlegenden Regulierungs­prozessen, im Urver­trauen (Sautter 2016, S. 19) sowie in Bin­dung und Identität (Ruppert, Wiegand-Grefe 2013, S. 160) be­schädigt wer­den (vgl. Abb. 4). Wird im ersten Lebensjahr durch fehlen­de oder unsichere Liebe und Zuwen­dung der Eltern zu wenig Oxyto­cin (Bindungshor­mon) pro­duziert, kann die Bindungsfähig­keit der Kin­der irreversibel be­einträchtigt sein. Durch die Not­wendigkeit, ständig aufpas­sen und sich auch vor Bezugspersonen schützen zu müssen, können Fremd- und Ob­jektwahrnehmung opti­miert und die Selbstwahrnehmung vermindert sein (Sautter 2016, S. 140).

Babys und kleine Kinder passen sich den Eltern grundsätzlich an, das ist ihre grundlegende Überlegensstrategie. Sie können zudem Belas­tungen der Eltern stellvertretend übernehmen (Hündgen 2020, Rauwald 2013, Sänger 2013). Im Mut­terleib sind Ba­bys hormo­nell an die Mutter ge­koppelt: Ihr Stoffwechsel funktioniert in voll­ständiger Resonanz mit dem der Mutter (Broughton 2016, S. 41f.). Bei Angst, Panik und Stress der Mutter werden in der Amygdala des Ba­bys vergleichbare Prozesse wie bei der Mutter ausgelöst (ebenda). Des­halb erleben Babys in der Schwan­gerschaft alle Emotionen der Mut­ter, wie z.B. Ängste, aber auch Ambi­valenzen, Verwirrungen, Verlet­zungen und Traumatisierungen, unmittel­bar mit. Erst Monate nach der Geburt lernen Babys, zwischen sich selbst und der Mutter zu un­terscheiden. Ist die Bezugsperson traumabedingt in der ei­genen Regu­lationsfähigkeit einge­schränkt, kann sie sich selbst nicht beruhigen – und somit auch nicht das Nervensystem des Kindes. Sehr klei­ne Kinder können Kriegstraumaprozesse nicht kognitiv verarbeiten, sondern weh­ren sie z.B. durch Spal­tung ab (Barwinski 2013, S. 110). Sie erinnern sich später an nichts und fühlen nichts (Bode, Weichs 2019). Viele denken deshalb später, ihnen sei „nichts passiert“. Ba­bys und sehr kleine Kinder sind mit am gefähr­detsten und am leichtesten traumatisierbar.

Traumatisierung ist bereits ab dem Zeitpunkt der Empfängnis möglich und häufig:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Kumulation von Traumata

Bei einem Bindungstrauma werden das Bindungssystem und das Verteidigungs- bzw. Ab­wehrsystem gleich­zeitig aktiviert (s. Huber 2017-2, S. 6). So kann es dazu kommen, dass Liebe und Ab­lehnung gleichzeitig anwesend sind (Ambivalenz). Kinder, die wenig feinfühlig und/oder ambi­valent behandelt, abgewertet, abgelehnt werden und/oder aber Elternteile be­droht und hilflos er­leben, passen sich oft an, suchen die Schuld bei sich selbst, geben eigen­ständige Ex­ploration auf, sind misserfolgsängstlich und werten sich selbst ab. Sie fordern ihr Leben lang die Zunei­gung und Beachtung ein, die sie in der Kindheit nicht erhalten haben.

Abgewiesene Bindungswünsche können bindungssuchendes Verhalten verstärken (Wikipedia: Bindungstheorie), so dass bei regelmäßiger Abweisung, z.B. durch Feindselig­keit, Unsicher­heit und/oder Stress der Eltern, ein de­struktiver Kreislauf entstehen kann (Brisch 2012, S. 113-119). Star­ke Abweisung der Eltern kann beim Kind um so stärkeres Klammern und emotional-psychi­schen Stress bewirken. Starkes Klammern und Idealisieren von Elternteilen sollte deshalb immer auch hinsichtlich einer mögli­chen am­bivalenten oder sonstwie ver­strickten Bindungsproble­matik näher untersucht werden (Radebold 2010, S. 134 f.; Barwinski 2013, S. 110 f.). Zu ei­ner gesun­den Eltern-Kind-Beziehung gehört auch, Fehler der Eltern sachlich zu sehen und anzuerkennen. Ideali­sierung kann demgegenüber u.a. auf Abwehr unbewusster Vorwürfe hinweisen (ebenda).

Bei transgenerationaler Kriegstraumatisierung können sich traumatische innere Haltungen, Ein­stellungen, Glaubenssätze und Emotionen der Eltern und Bezugspersonen in sichtba­rem Ver­halten, in verba­ler Kommunikation, in Körpersprache, aber auch in Schweigen nieder­schlagen und die Kinder traumatisieren. Emotionen und somit auch Traumatisierungen und Stress der Eltern können von empathi­schen Kindern unmittelbar über Spiegelneuronen ge­fühlt werden (Bauer 2006).

Bei transgenerationaler Kriegstraumatisierung wird das vom primären, direkt betroffenen Traumaopfer ursprünglich erleb­te Trauma nicht vom transgenerational traumatisierten Nach­fahren durch eigenes Erleben über die Sinnesorgane wahrgenommen und nicht über die üb­liche Infor­mationsverarbeitung im Gedächtnis, auch nicht im Traumagedächtnis (s. Schubbe, S. 47 ff.), niedergelegt: „Anders als bei den primären Traumaopfern gibt es ja kei­nen direk­ten Input von den Sin­nesorganen, der vom Ge­hirn im Gedächtnis abgelegt werden könnte“, es gibt „nur die Vorstellun­gen davon“ (Daniels 2006 und 2015). Innere Repräsenta­tionen von traumatischen Kriegserlebnissen der Vorfahren ent­stehen in den Köpfen der Nachfahren auf der neurologi­schen Ebene durch kreatives Bilden aller Arten von sinnlichen, bildlichen und abstrakten Vor­stellungen z.B. zu Sachverhalten, die gesagt und/oder durch Medien vermit­telt werden, oder wenn die Eltern in Be­zug auf kriegsbezoge­ne Familienge­heimnissen schweigen. Nur auf diese Weise kön­nen Traumata „anste­ckend“ sein (Wolf 2018, Krans 2010). Auch über vererbungsbiolo­gisch-epigenetische Mechanismen (s. Kap. 2.2) werden keine konkreten Erinne­rungen von Kriegser­lebnissen der Vorfahren an die Nachfahren ver­erbt (Lauff 2017).

Offenbar können Traumaerzählungen ebenso wie Vorstellungen von traumatischen Inhalten, die ohne jeden visuellen und/oder verbalen äuße­ren In­put kreativ selbst produziert werden, auf ähn­liche Wei­se wie reales Traumaerleben im Gedächtnis, auch im Traumagedächtnis, abgespei­chert wer­den, weil sich die Hirn­regionen für reale und für nur vorgestellte visuelle Eindrücke stark über­lappen (Daniels). Für das Ge­hirn ist es deshalb auf bestimmten Verar­beitungsebenen gleichgül­tig, ob die Bil­der über das Auge und über visuelle Nerven oder aber nur durch die Vor­stellungskraft ent­standen sind. Beide Arten von Vor­stellungen können „als vi­suelle Intrusionen zu Belas­tungen führen“ (ebenda).

Wenn kriegstraumatisierte Eltern über ihre Vergangenheit schweigen, können Kinder zu dem nicht Greifbaren eigene Vor­stellungen produzieren, die dann im Gehirn wie reale Ereig­nisse ab­gespeichert werden und als El­tern-Introjekte ihr Eigenleben führen. Ein „Eltern-Intro­jekt“ ist eine - oft als trauma­tisch erlebte - psychische Repräsentanz eines realen Eltern­teils im psychischen System des Kindes. Diese virtuelle Eltern-Instanz in der kindlichen Psyche spie­gelt das Erleben der Eltern durch das Kind wider und stellt nicht die realen Eltern dar (vgl. Langlotz 2018). Kinder in traumatisierenden Eltern-Be­ziehungen können eine patholo­gische Bindung an Täter und Op­fer und entsprechend ganz unter­schiedliche patholo­gisch-traumatische Eltern-Introjekte entwi­ckeln (vgl. Huber 2017, S. 12).

Um Identifizierungen mit Traumatisierungen aufzudecken, ist oft professionelle Hilfe erfor­derlich, da in Familien mit kriegstraumatisierten Eltern und Vorfahren vielfach mehrere oder alle Perso­nen belas­tet und Teil des Pro­blems sind. Beratung und Therapie können häufig wirkungsvoll zur Bewusstmachung der zumeist unterbewussten Prozesse beitragen (Quindeau 2013). Bei trans­generationaler Traumatisierung könnte u.a. über systemisch-bin­dungsorientierte Traumathera­pie (z.B. Hanswille 2014, Schlippe 2016, Boon 2013, Schwing 2018, Reddemann 2015, 2005, 2007-2; Drexler 2017, Butollo, Massing 2006, Alexander 2017) in Kombination mit tiefenpsy­chologischen – auch hypnotherapeutischen (z.B. Kossak 2004, Yager 2018) - Ansätzen, Arbeit mit inneren Selbstanteilen und inneren Kindern (Sautter 2016, 141 ff.) und Körper­arbeit (Levine, Grüber 2018, Moore 2009, Rosenberg 2018) nachgedacht werden.

4 Fallbeschreibung

Die Probandin meiner Studie Hündgen 2020 ist volljährig und stammt aus einem Kriegsland. In ihrem Heimatland war Frau A. täg­lich direkt lebensge­fährlichen potentiellen Bedrohungen (fast täglichen Geräuschen von Alarmsi­renen und fer­nen Bombendeto­nationen, nächtlichen Auf­enthalten im schützenden Kel­ler, Flucht) ausge­setzt. In der Kindheit floh meine Proban­din mit ih­rer Mutter und mehreren Geschwistern nach Deutschland. Die Familie lebt seit lan­ger Zeit in Deutschland.

Beide Eltern meiner Proban­din sind schwer kriegs­traumatisiert2 und leiden unter Traumafol­gestörungen (PTBS, De­pression). Dies ließ mich vermuten, dass die psychosomatischen Reaktionen bei meiner Probandin auch durch indirekt-transgenerationale Kriegstraumatisie­rung verur­sacht oder zumindest mitverursacht gewesen sein könnten.

Frau A. leidet nach ihrer eigenen Aussage insbeson­dere an Selbst­bewusstseinsproblemen, an Prüfungs- und allgemein an Versagensangst, an einer dia­gnostizierten Ar­beitsstörung und bei Belastung an zahlreichen psychosomatischen Symptomen (s. Hündgen 2020).

Da meine Probandin entgegen meinen Vermutungen angab, aus ihrer Sicht weder direkt noch indirekt-transgenerational kriegstraumatisiert zu sein, hatte ich die Idee zu dem vorlie­genden Leitfaden. Mit diesem Leitfaden kann meine Probandin nun eine mögliche transge­nerationale Kriegstraumatisierung mit erweiterten Mitteln selbst überprüfen oder aber von Spe­zialisten für die jeweiligen Verfahren überprüfen lassen.

Der vorliegende Leitfaden soll nicht nur meiner Probandin, sondern allen Menschen, die sich in ähnlichen Situationen befinden oder sich für „transgenerationale Kriegstraumatisie­rung“ interessieren, die Möglichkeit geben, sich in dieses Thema einzuarbeiten.

5 Prüfverfahren zur Erkennung von transgenerationa­ler Kriegstraumatisierung

In diesem Kapitel stelle ich einige ausgewählte Verfahren vor, mittels derer jeder für sich selbst prüfen oder von Experten für die jeweiligen Verfahren prüfen lassen kann, ob mögli­cherweise trans­generationale Kriegstraumatisie­rung vorliegt.

Es gibt zahlreiche weitere Verfahren, mit denen sich transgeneratio­nale Kriegstraumatisie­rung feststellen lässt. Die nachfolgend genannten Prüfverfahren sind einfach anwendbar, si­cher und wirkungsvoll. Zudem habe ich mit ihnen gute Erfah­rungen gemacht. Deshalb kann ich die Auseinandersetzung mit diesen Prüfverfahren jedem empfehlen, der schnell und den­noch tief­gehend weitere Informationen zu transgenerationa­ler Kriegs­traumatisierung benö­tigt.

Hypnosetherapie, Ya­ger-Therapie, Rückführung, Arbeit mit Träumen und systemische Auf­stellung habe ich über längere Zeiträume hinweg bei mir selbst und bei Klienten angewen­det. Deshalb sind in die Beschreibung dieser Verfahren zahlreiche persönliche Er­fahrungen mit ein­geflossen.

Die genannten Verfahren sind unterschiedlich leicht erlernbar. Die Anwendung benötigt eini­ge Erfahrung und bei krankheitswertigen Störungen grundsätzlich eine Heiler­laubnis und nachweisbare Fortbil­dungen in der jeweils angewendeten Methode.

Bei der Arbeit mit Träumen ist immer zunächst der Anwender selbst gefragt. Das Erinnern und Aufschreiben von Träumen (s. Kap. 5.3) kann nur vom Anwender selbst durchgeführt werden, denn jeder kann nur für sich selbst träumen und auch nur selbst seine Träume auf­schreiben. Für die Analyse des Geträumten könnten später Personen, die Erfahrung in der Interpretation von Träumen haben, mit hinzugezogen werden. Ich selbst habe jahrelang meine eigenen Träume aufgeschrieben und ausgewertet und empfand es als sehr berei­chernd, in der Bedeutung unklare Träume im Rahmen von systemischen Aufstellungen auf­zustellen. Personen aus dem Familien- und Freundeskreis können bei der Traumarbeit hilf­reich sein. Man muss kein Experte sein, um zu Träumen Feedback zu geben.

Andere Verfahren wie z.B. der kinesiologische Muskeltest (s. Kap. 5.5) sowie intuitive Ver­fahren wie z.B. der Umgang mit einem Tensor oder Pendel (s. Kap. 5.8) erfordern einige Übung. Das Pendeln wird von vielen Menschen autodidak­tisch erlernt.

Systemische Aufstellungen (s. Kap. 5.4) dürfen nach geltendem Recht jederzeit, auch in Gruppen, durchgeführt werden, solange die Aufstellungen beraterischen und nicht therapeu­tischen Zielen dienen. Arbeiten Sie deshalb nie in systemischen Aufstellungen mit Trauma klienten und mit erkrankten Menschen, wenn Sie keine Heilerlaubnis besitzen.

Verfahren wie z.B. Regression in Hypnose erfordern viel Erfahrung und besser auch Ausbil­dung. Für therapeutische Regression und Hypnose therapie wird eine Heilerlaubnis benö­tigt.

Bitte konsultieren Sie bei Verdacht auf krankheitswertige Erkrankungen im Sinne der ICD-10 und bei Traumatisierungen un­bedingt einen Arzt, bevor Sie eines der nachfolgend genann­ten Verfahren anwen­den oder bei sich anwenden lassen.

Vor der Anwendung von Hypnose und Trance sind zudem Risikofaktoren wie z.B. Ge­fäß- und Herzerkrankungen sowie hoher Blutdruck vorab auszuschließen.

5.1 Medizinische Abklärung: Cortisol, ACTH/Nebennieren­rinde, Mit­ochondriopathie

Das Anti-Stress-Hormon Cortisol ist nichts anderes als körpereigenes aktives Cortison, das in der Nebennie­renrinde gebildet wird (Studien und Texte zu Cortisol und Trauma: Meewisse 2007, Young 2019, MedicalXpress 2019, Lucas-Thompson 2013, Heitland 2020).

Im zentralen Nervensystem steigert Cortisol die Aufmerksamkeit, die Informationsverarbei­tung und die Merkfähigkeit (Wikipedia: Cortisol). Es macht aktiv, wach, konzentriert und leistungsfähig. In anspruchsvollen Leistungs- und Stresssituationen werden zunächst die Stresshormone Noradrenalin und Adrenalin und dann Cortisol freigesetzt. Gemeinsam re­geln sie die für Leistungserbringung sowie die für Kampf und Flucht erfor­derlichen Körper­funktionen hoch (Erhöhung der Herzfrequenz, des Blutdrucks und der Atemfrequenz, besse­re Durchblutung der Muskeln, Erhöhung des Blutzuckerspie­gels zur Bereitstellung von mehr Ener­gie, Schwit­zen usw.). Dies sind wichtige aktivierende Funktionen des Organismus.

Stress erzeugt Entzündungen im Körper. Um diese Entzündungen und mögliche schädliche Stressfolgen zu hemmen, wird bei Stress vermehrt Cortisol ausgeschüttet. Cortisol hat also eine hilfreiche Schutzfunktion für den Körper. Im Umkehrschluss kann ein erhöhter Cortisol­wert auf Stresszustände hinweisen.

Cortisol reguliert zudem zusammen mit seinem Gegenspieler Insulin den Blutzuckerspiegel, indem es bei Stress schnell Zucker bereitstellt und dadurch den Blut­zuckerspiegel anhebt. Ein chronisch erhöhter Cortisonspiegel kann deshalb zu hohen Blut­zuckerspiegeln und frü­her oder später zu diabetischen Stoffwechsellagen führen (s. NetDoktor.de: Cortisol).

Die rasche Hochregulie­rbarkeit des Sympa­thikus bei gleichzeitiger Herunterregelung bzw. Blockierung von Funktionen des Parasympathikus u.a. durch Cortisol war in Urzeiten immer dann ein sinnvoller und wichtiger Me­chanismus, wenn in gefährlichen oder anstrengenden Situationen Kampf, Flucht oder be­sondere körperliche und/oder geistige Leistungen erfor­derlich waren. Auch heutzutage können solche Leistungs-, Kampf- und Fluchtmechanismen situativ wichtig sein.

Das Problem in der heutigen Leistungsgesellschaft besteht jedoch darin, dass die meisten Menschen heutzuta­ge nahezu konti­nuierlich unter Anspannung stehen. Da wir uns zudem oft viel zu wenig bewegen, ist der Körper bei vielen Menschen kaum noch in der Lage, die stressbe­dingt pausenlos vom Körper bereitgestellte Energie hinreichend wieder ab­zubauen und das Stresssystem wieder auf ein normales Niveau herunterzuregeln. Jedoch kann kein System auf Dauer unbeschadet auf Hochtouren laufen.

Ein chronisch erhöhter Cortisonspiegel erschöpft die Nebennieren und kann eine Vielzahl von körperlichen und psychischen Erkrankungen verursachen, z.B. Beeinträchtigungen des Immunsystems (häufige Erkältungen und Infektionen), Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Fettleibigkeit, Verdauungsprobleme, Schilddrüsenpro­bleme, Schlafstö­rungen, Gedächtnis-, Denk- und Konzentrationsstörungen, Angstzustände und Depression.

Traumata verursachen dauerhaft negativen Stress (Distress). Bei Traumata und bei sonsti­gen Stresserkrankungen kann der Cortisolwert, je nach Art der Traumatisierung und Erkran­kung, temporär oder dauerhaft erhöht oder erniedrigt sein (vgl. Brennecke 2020). Bei Flücht­lingen ist die Ausschüttung des Hormons Cortisol oft erhöht, wenn die Ankunft im Zielland noch nicht lange zurückliegt. Menschen mit Migrationshinter­grund, die dauerhaft in der Bun­desrepublik leben, weisen demgegenüber häufig einen er­niedrigten Cortisolspiegel auf (Mewes 2017). Wie es aufgrund von Trauma und Stress zu problematisch niedrigen Cortisol­werten kommen kann, wird weiter unten erläutert.

Wenn das Leben eines Menschen bei sequenziell-kumulativer Traumatisierung aus einer Aneinanderreihung von Krisen besteht oder sich ein Mensch zumindest subjektiv ständig ge­hetzt und unter Stress fühlt, setzt der Körper zur Stressbewältigung zunächst vermehrt Corti­sol frei. Ein chronisch erhöhter Cortisol-Spiegel kann dann, wie zuvor bereits dargestellt, alle Arten auch schwerwiegender Gesundheitsbeeinträchtigungen nach sich ziehen.

Bei traumabedingtem Stress kann der Produktionsprozess von Stresshor­monen zwischen der Hypophyse, dem Hypothalamus und der Nebennierenrinde (HHN-Ach­se) kurzfristig, mit­telfristig oder auch dauerhaft gestört sein. Die HHN-Hormonachse wird über ein negatives Rück­kopplungssystem gesteuert. In gesundem Zustand wird die Nebennierenrinde in Stresssitua­tionen durch vermehrte Produktion von Adrenalin und infolgedessen auch ACTH (Adreno­corticotropin) zur Steigerung der Cortisolproduktion angeregt. Hierbeit kontrolliert und be­grenzt der Hypothalamus normalerweise die Menge des von der Nebenniere produ­zierten Cortisols im Blut.

Ist dieses vom Hypothalamus gesteuerte Kontrollsystem durch chronischen Distress, z.B. durch massive Schocktraumen (s. traumatisches fight, flight, freeze) und/oder durch kumula­tive Traumatisierung fehlreguliert, können dau­erhaft hohe Cortisolspiegel ohne Bindung an die gesunde Tagesrhythmik entstehen. Da­durch ist der Körper auch in Lebens­phasen, die eigentlich in Ruhe und Entspannung verlau­fen soll­ten und in denen vorrangig der Parasym­pathikus aktiv sein sollte, sympathikusge­steuert in ständiger Alarmbereitschaft. Dies kann auf Dauer eine Überforderung des Organismus bis hin zum vollständigen Zusam­menbruch zur Folge haben.

In Traumakontexten kann ein dauerhaft hoher ACTH- und Cortisolwert eine mögliche chroni­sche stressbedingte Überforderung des menschlichen Hormon- und Ener­giesystems anzei­gen. Dauert der Stress dann noch weiter an, können die Nebennieren erschöpfen. Dadurch kann die Cortisolproduktion unter das gesunde Niveau sinken. Chronisch erniedrigte Corti­sol-Konzentrationen im Blut (Hypokortisolismus) können somit anzeigen, dass der HHN-Cor­tisol-Regelkreis durch längere Überforderung der beteiligten Komponenten massiv beschä­digt oder ganz zusammengebrochen ist. Die Nebenniere ist dann nicht mehr in der Lage, Stress­folgen durch Produktion von Cortisol auszugleichen. Dies kann u.a. mit Er­schöpfung, Leistungsabfall, Schwäche, Übelkeit und niedrigem Blutdruck einhergehen. Der betroffene Mensch ist nicht mehr belastbar und nicht mehr leistungsfähig.

Auch Mitochondriopathien können durch chronischen Stress und Trauma erworben werden. Mitochondrien sind gleichsam die Kraft­werke in jeder einzelnen Zelle. Bei hohen Adrenalin-, ACTH- und Cortisolwerten läuft die Energiepro­duktion über die Mitochondrien auf Hochtou­ren – wie bei einem Automo­tor, bei dem jemand ständig auf dem Gas steht, ohne jemals zu fahren, also ohne Umset­zung in kinetische Ener­gie. Der Motor wird einen solchen Dauerbe­trieb nicht lange aushalten und nach einiger Zeit einbrennen. Ebenso könnte man diese Si­tuation mit der eines 100-Me­ter-Läufers vergleichen, der startbereit mit extrem angespann­ten Mus­keln und in höchster Konzentration auf der Startlinie steht, ohne dass jemals ein Startschuss erfolgt. Der Läufer wird diesen Zustand nicht lange aushalten und schnell so er­schöpft sein, dass er zumindest an demselben Tag nicht wieder starten kann.

In vergleichbarer Weise brennen auf Dauer die Mitochondrien aus und werden beschädigt, wenn die von den Mitochondrien zu viel produ­zierte Energie nicht vom Körper verwertet wird. Eine vorwiegend sitzende, bewegungsarme Lebens­weise bei gleichzeitiger Über­ernährung kann diese Fehlentwicklung einer überhöhten, über­flüssigen Energieproduktion in den Mit­ochondrien noch darüber hinaus begünstigen.

Eine stress- und traumabedingt chronisch erhöhte Cortisolproduktion kann sich negativ auf alle kognitiven und neuronalen Funktionen auswirken, indem sie Nervengewebe dauerhaft überstimuliert und dadurch langfristig zerstört. Dies kann alle Arten von Nervenerkrankun­gen bis hin zu Demenz zur Folge haben. Kriegstraumati­sierte Menschen, die beispielsweise den ers­ten und/oder zweiten Weltkrieg miterlebt haben, sind im Alter nicht selten von Posttrau­matischer Belastungsstörung (PTBS) und von Alzheimer-De­menz betroffen.

Da Cortisol die Produktion des Nerven-Wachstumsfaktors BDNF (brain-derived neurotrophic factor) hemmt, kann bei chroni­scher Überproduktion von Cortisol zudem die Neurogenese, also die Produktion neuer Ner­venzellen im Gehirn, beeinträchtigt sein (vgl. Heitland 2020, s. dort weiterführende Literaturangaben).

Aus diesen Gründen sollten Traumafolgestörungen schnellstmöglich ärztlich und/oder psy­chotherapeutisch behandelt wer­den.

Sowohl den Cortisolwert als auch Nebennierenwerte (vor allem den ACTH-Wert) kann man im Labor über Blutproben messen lassen. Hierzu können Ärzte Verschreibungen ausstellen, so dass die entsprechenden Laborleistungen für den Pati­enten kostenfrei sind. Will man z.B. den Cortisol- und ACTH-Wert untersuchen lassen, reicht es aus, „Cortisol“ und „ACTH“ auf den Überwei­sungsschein schreiben zu lassen:

Entweder lässt man die Blutprobe zur Testung des Cortisol- und ACTH-Wertes mit einer Ver­schreibung des Hausarztes direkt im Labor entnehmen, oder der Hausarzt entnimmt die Blutprobe selbst und schickt diese an ein kooperieren­des La­bor. Die normale Labordiagnos­tik umfasst die Messung des Cortisolwertes nicht.

Traumabedingt veränderte zu hohe oder zu niedrige Cortisol- und Nebennierenwerte bele­gen objektiv, dass eine organische Erkrankung, z.B. eine Nebennierenschwäche, vor­liegt. Weitere, spezifischere Laboruntersuchungen können sich bei Bedarf anschließen. Die Un­tersuchung des Cortisolwertes kann z.B. für die Beantra­gung von Krankenkassenleistungen wichtig sein. Die Kassen zah­len bestimmte Medikamen­te und Therapien nur, wenn die jewei­ligen Erkrankungen ärztlich bestätigt sind. Zudem lässt sich Arbeitsunfähigkeit durch den Nach­weis organischer Faktoren besser begründen bzw. nachweisen.

Ein zu hoher oder zu niedriger Cortisolwert kann (muss nicht!) auf mögliche Traumata hin­weisen. So könnte ein veränderter Cortisolwert bei meiner ehemaligen Probandin (s. Hündgen 2020) z.B. eine mögli­che direkte und/oder indirekte Kriegstraumatisierung anzei­gen. Je­doch könnte er bei meiner ehemalige Probandin eben­so mit später in Deutsch­land entstandenen Traumata, mit sonstigen bisher unbekannten Traumatisie­rungen oder mit ganz anderen Erkrankungen in Zusammenhang stehen.

Wenn bereits sicher ist, dass die Eltern und sonstige Mitglieder der Familie einer betroffenen Person kriegstraumatisiert sind und dass die betroffene Person, wie z.B. meine ehemalige Probandin, zudem auch di­rekt Krieg miterlebt hat, könnten veränderte Cortisolwerte durch­aus Kriegstraumatisierung anzeigen oder zumindest mit anzeigen.

Mit den nachfolgend genannten Prüfmethoden können meine ehemalige Probandin und je­der Leser für sich selbst explorieren oder von Experten für die jeweiligen Verfahren zumin­dest mit sub­jektiver Gewissheit überprüfen lassen, ob bei ihnen vielleicht transgenerationale Kriegstrau­matisierung vorliegt.

5.2 Psychotherapeutisches Gespräch, Trigger suchen, transgene­rationale Trauma­therapie

Im Falle einer transgenerationalen Kriegstraumatisierung kann eine transgenerational-syste­mische Traumatherapie bei der Aufarbeitung generationsübergreifender Themen unterstüt­zen und somit eine Therapieoption sein (Hündgen 2020).

Den Weg zu einer transgenerationalen Traumatherapie finden in der Regel je­doch nur sol­che kriegstraumatisierten Patienten, bei denen so klare Hinweise auf transgenerationale Kriegstraumatisie­rung vorliegen, dass die Betroffenen und ihre Behandler vom Vorhanden­sein einer transge­nerationalen Kriegstraumatisierung überzeugt sind. Wer nicht davon aus­geht, dass er trans­generational kriegstraumatisiert ist, besucht oftmals keine oder nur eine normale Psychothe­rapie wie z.B. eine Ver­haltenstherapie, eine Gesprächspsychotherapie oder eine analytische Therapie.

Meine ehemalige Probandin (s. Hündgen 2020) besuchte damals seit einigen Jahren eine analyti­sche Psychothera­pie. Ange­regt durch meine kriegstraumabezogenen Überlegungen ver­suchte die analyti­sche Therapeutin, in therapeuti­schen Ge­sprächen zu überprüfen, ob meine ehemalige Probandin in Bezug auf Kriegsthemen der Kindheit triggerbar war und ent­sprechend reagier­te. Überprüft wurden eine mögli­che direkte und eine transgenerational-in­direkte Kriegstrau­matisierung. Meine Proban­din reagierte je­doch in keiner Form auf die Pro­vokationsversuche der Thera­peutin (keine Betroffen­heit, kein Weinen, kei­ne emotionale Ver­änderung, kei­ne Er­innerungen). Seitdem glauben meine Pro­bandin und ihre Therapeutin, dass meine Proban­din nicht kriegstraumatisiert sei.

Wenn ein Klient nicht auf Triggerversuche reagiert, bedeutet dies meines Erachtens jedoch keineswegs notwendig, dass keine Kriegstraumatisierung vorliegt. Zum einen könnten von der Therapeutin unwirksame Trigger ge­wählt worden sein. Zum anderen könnten bei meiner Probandin potentielle Kriegs­traumatisierungen so stark verdrängt und innere Anteile so weit abgespalten sein, dass die gesetzten Trigger zu­mindest in der damaligen Situation (noch) nicht wirkten.

Meine ehemalige Probandin könnte zudem noch zu jung für eine Aufarbeitung einer mögli­chen direkten und/oder transgenerationalen Kriegstraumati­sierung sein. Die Sichtbarma­chung und Auflösung von Trau­mata lässt sich durch nichts er­zwingen. Sie findet immer zur rechten Zeit und oft erst in späteren Lebensaltern, in denen mehr Ruhe und Entspannung in das Le­ben eintritt, statt. In den besonders aktiven Lebens­phasen, in denen es vor allem dar­um geht, die Anforderungen des Berufs- und Familienlebens zu bewältigen, gelingt die un­bewusste Unterdrückung von bestehenden Traumatisierungen oftmals über Jahrzehnte hin­weg. Dies muss jedoch keineswegs bedeuten, dass keine Traumatisierungen vorliegen.

Wer, wie meine ehemalige Pro­bandin, schwer kriegstraumatisierte Eltern hat und ausge­rechnet in den ersten Lebensjahren eine pathologi­sche, durch Krieg bestimmte Reali­tät di­rekt erlebt hat, ist so gut wie immer direkt und indirekt-transgenerational kriegs­traumatisiert.

Traumata können bereits während der gesamten Schwangerschaft entstehen (s. Hündgen 2020). Wenn kriegstrau­matisierte Eltern als maß­gebliche Be­zugspersonen der Kinder nicht angemessen für ihre Kinder sorgen können (ebenda), wird dies nahezu zwangs­läufig trau­matische Auswirkungen auf die Kinder haben. Wenn dann auch noch eine mehr­wöchige le­bensgefährliche Flucht und nach der Flucht im sicheren Zielland Folgetraumatisie­rungen auftreten, ist die Wahr­scheinlichkeit des Vorliegens einer sequenziell-kumulativen direkten und indirekt-transgenerationalen Kriegstraumatisie­rung groß.

Ent­sprechend erga­ben zwei systemische Aufstellungen für meine damalige Probandin zu ei­ner möglichen Kriegs­traumatisierung posi­tive Befunde sowohl in Bezug auf direkte als auch auf indi­rekt-transgenerationale Kriegstraumatisierung (s. Kap. 5.4).

Trigger im Rahmen von psychotherapeutischen Gesprächen zu suchen, kann eine hilfreiche Methode zum Aufsuchen einer vermuteten Kriegstrau­matisierung sein. Wenn kriegstrau­maspezifische Trigger wirken, kann dies als mögliches Indiz für Kriegstraumatisierung ge­wertet werden. Nur sollte man sich dessen bewusst sein, dass umgekehrt die momentane Wirkungslosigkeit von Triggern nicht die Freiheit von Kriegstrau­matisierung beweist (s.o.).

Durch psychotherapeutische Gespräche können Hinweise auf eine mögliche transgeneratio­nale Traumatisierung bzw. Kriegstraumatisierung ermittelt werden. Jedoch lässt sich das Unterbewusstsein, wie oben darge­stellt, nicht zwingen, traumatisierte psychische Anteile of­fenzulegen und deren Probleme preiszu­geben. Widerstände des Klienten gegen aufdecken­de Thera­pie, die dem Schutz vor erneu­ter psychischer Verletzung, z.B. durch Retraumatisie­rung, dienen, sind unbe­dingt zu beach­ten und zu respektieren. Solange jemand nicht bereit ist, sich mit seiner Symptomatik und Situation auseinanderzusetzen, und nicht selbst Initiati­ve zeigt, werden therapeutische Ge­spräche nichts bringen, und tiefenpsychologische Thera­pien werden erst recht nicht erfolg­reich sein.

5.3 Transgenerationale Kriegsträume erkennen und analysieren

Träume, insbesondere regelmäßige Träume von kriegsbezogenen Situationen können auf eine transgenerationale Kriegstraumatisierung hin­weisen, gerade wenn die betroffene, träu­mende Person, z.B. als Kriegsenkel, nie selbst mit Krieg zu tun hatte.

Wenn indirekt-transgenerational kriegstraumatisierte Menschen von kriegsbezogenen Situa­tionen träumen, träumen sie nicht von den ursprünglichen Traumasitua­tionen, denen die ur­sprünglich-direkt traumatisierten Personen, z.B. Großväter in Kämpfen an der Front im zwei­ten Weltkrieg, ausgesetzt waren. Dies liegt daran, dass indirekt bzw. sekundär transgenera­tional Traumatisierte die ursprünglich traumatisierenden Situationen nicht selbst miterlebt haben. Sie besitzen keine Gedächtnisinhalte zu diesen Ereignissen und können deshalb die Erlebnisse der ursprüng­lich traumatisierten Person nicht erinnern (s. Kap. 3). So habe ich selbst z.B. noch nie direkt vom Tod meines Großvater geträumt, der als junger Mann in Sta­lingrad gefallen war. Ich habe nie jemals von Krieg in Russland und von meinem Groß­vater direkt geträumt, obwohl ich alte Bilder von ihm kenne.

Möglicherweise habe ich aber mehrfach eigene Versionen von seinem Tod ge­träumt: so kam ich beispielsweise zweimal, vielleicht stellvertretend für meinen Großvater, im Traum durch Gift­gas ums Leben, das von Flugzeugen, die sich mir näherten, aus der Höhe abge­worfen worden war. Zudem träumte ich während mehrerer Jahre regelmäßig von Flugzeu­gen, die mich in unter­schiedlichen Versionen immer wieder verfolgten und bedrohten und manchmal Bomben in die Gärten neben dem Haus meiner Eltern warfen. Dort detonierten die Bomben und zerstörten vieles. Nach einigen Jahren begannen sich meine Flug­zeug-Träume allmählich zu verändern: die Kampfflugzeuge kamen zwar immer noch be­drohlich nah an mich heran und verfolgten mich. Jedoch verwandelten sich sich zunehmend in meiner Nähe, indem sie z.B. zu kleinen fliegenden Spielfiguren, Libellen oder Schmetter­lingen wurden. Wenige Monate später endete diese Art von Träumen ganz. Hatten die­se Träume vielleicht einen wahren Kern? Ist mein Großvater in Russland vielleicht durch Bom­ben und Giftgas ge­storben? Oder stand die geträumte Bedrohung durch Flugzeuge und Bomben für die Kriegs­bedrohung insgesamt? Leider ist nichts Näheres über den Tod mei­nes Großvaters bekannt.

In einem anderen Traum vollzog ich einen Rollenwechsel und erlebte stellvertretend mögli­che Kriegserfahrungen eines in meiner Kindheit ca. 70-jährigen Reitlehrers, der, wenn man der Logik des Traums folgt, möglicherweise im Nationalsozialismus Mittäter gewesen sein könnte: Ich ging im Traum an dem Reitlehrer vorbei, der auf dem Pferdehof, auf dem wir als Kinder ständig waren, aus einem Raum heraus den Reitunterricht unten in der Reit­halle be­trachtete. Plötzlich wurde ich wie von un­sichtbarer Hand zu einem Spiegel in einem Neben­raum (WC) geführt. Ich schaute in den Spiegel und erblickte in dem Spiegel nicht mein Ge­sicht, sondern das Gesicht dieses Reitlehrers. Ich war plötzlich selbst dieser Reit­lehrer, ging zurück in den Hauptraum, setzte mich auf die Bank und blickte in die Reithalle. In der Reit­halle sah ich jedoch diesmal keine Reiter, sondern ein Fließband, in dem Konservendosen abgefüllt und an einer Stelle durch ein Gerät verschlossen wurden. Intuitiv wusste ich, dass jedesmal, wenn eine Dose durch das Stanzgerät verschlossen wurde, ein Mensch starb. So erlebte ich in mei­ner eigenen, aktuellen Symbolik (Pferdehof, Reithalle, Fließband, Dosen­produktion) eine wie auch immer beschaffene mögliche Involvierung des Reitleh­rers in die Vernichtungs­maschinerie des Dritten Reiches mit. Dass es sich um dieses Thema handelte, wusste ich nach dem Aufwachen intuitiv. Ich träumte damals mögliche Kriegsthemen meiner eigenen Vorfahren sowie auch Themen einiger anderer Menschen, die ich kannte.

Um die eigenen Kinder kriegszutraumatisieren, brauchen die Eltern und engen Bezugsper­sonen kriegsbezogene Handlungen nicht notwen­dig selbst direkt miterlebt zu haben. Viel­mehr können auch die Eltern bereits indirekt -transgeneratio­nal traumatisiert sein. Kriegstrau­matisierungen können über bis zu vier Generationen (man­che Experten sprechen von bis zu 7 Generationen) hinweg weitergegeben werden (Hündgen 2020). An traumatisierenden Er­eignissen, die vor mehreren Generationen stattgefunden haben, können somit zahl­reiche Nachfolgegenerationen leiden.

Hat eine Person nicht nur kriegstraumatisierte Eltern und Bezugspersonen, sondern Krieg auch direkt miterlebt, ist bei dieser Person zwischen der möglichen direkten Kriegstraumati­sierung und der möglichen indirekt -transgenerationalen Kriegstraumatisie­rung zu unterschei­den.

Bei indirekt-trans­generationaler Traumatisierung ist die Berücksichtigung systemischer Fak­toren unabdingbar und wesentlich, weil transgenerationales Trauma immer im System und durch das jeweilige System (Familiensystem, Betreuungssystem, Bildungssystem usw.) ge­schieht. Entspre­chend bietet sich hier vielfach systemische Therapie bzw. Familientherapie an. Schwere ein­zelne Schocktraumen entstehen demgegenüber oft nicht im Zusammenspiel mitein­ander vertrauter Menschen, sondern durch äußere Umstände (z.B. Unfälle, Naturkata­strophen, Gewalttaten unbekannter Aggressoren, Krieg). Bei Schocktraumen geht es oft mehr nur um die Verarbeitung des Geschehens in der betroffenen Einzelperson. Die betei­ligten Verursacher und/oder Mitverursacher sind vielfach gar nicht bekannt. Zur Verarbeitung solcher Geschehnisse bie­tet sich in vielen Fällen schwerpunktmäßig Einzeltherapie an.

Jedoch sollten bei jeder Therapie systemische Faktoren mitberücksichtigt werden - spätes­tens dann, wenn es darum geht herauszufinden, wie die betroffene Person in ihrem sozialen Um­feld Unterstützung finden kann.

Auch für die Art der Traumatisierung bzw. Kriegstraumatisierung (direkt oder indirekt-trans­generational) kann es Hinwei­se in Träumen geben. Finden die belastenden kriegsbezoge­nen Träume z.B. häufig bei Menschen aus dem engen Umfeld, beispielsweise bei den El­tern, statt, könnte dies ein Hinweis darauf sein, dass beim Träumenden indirekt-transgene­rationale Kriegstraumatisie­rung vorliegt oder andere Formen von transgenerationaler Trau­matisierung existieren.

Wenn Kinder kriegstraumatisierter Eltern oder Bezugspersonen ständig von Bedrohungs- und Kriegsthemen in Zusammenhang mit den Eltern oder sonsti­gen engen Bezugspersonen träumen, aber keinen Krieg direkt miterlebt haben, ist die Wahr­scheinlichkeit einer indi- rek­t-transgenerationalen Kriegstraumatisierung groß.

Wenn es Träume gibt, in denen enge Bezugspersonen bedroht werden, könnte dies bedeu­ten, dass auch diese Bezugspersonen kriegstraumatisiert oder sonstwie traumatisiert sind.

Wer Bedrohungen durch Kriege selbst oder als Zeuge direkt (mit)erlebt hat und deshalb di­rekt kriegstraumatisiert ist, wird demgegenüber in Albträumen tendenziell häufiger von den Situationen träumen, die er direkt selbst erlebt hat, um diese Si­tuationen zu verarbeiten.

Bei allen Arten von Kriegstraumatisierung sind neben krankheitswertigen Traumafolgestö­rungen gemäß ICD-10 alle Arten von stressbedingten gesundheitlichen Problemen möglich (s. Ka­pitel 3). Die Entstehung und Verarbeitung aller Arten von Traumata ist bei jedem Men­schen individu­ell (ebenda).

Wer lernt, sich an seine Träume zu erinnern und die Träume regelmäßig aufzuschreiben, kann mit einiger Übung - zumindest mit subjektiver Gewissheit - eigene transgenerationale Kriegstrau­mata und Belastungen mit der Zeit immer besser er­kennen, eigene Hypothesen darüber aufstellen, sich mit der Familie und mit Freunden darüber austauschen und seine Kenntnisse durch systemische Aufstellungen und Psy­chotherapien ausbauen.

5.3.1 Grundlagen der Traumarbeit

Träume sind Produktionen des Unterbewusstseins. Wie alle Vorstellungen des Menschen entstehen sie im Gehirn. Zum Ursprung von Träumen gibt es zahlreiche Hypothesen. Letzt­endlich weiß niemand so ganz genau, wie Träume entste­hen und woher sie kommen. Man­che vermuten, dass Träu­me auch aus früheren Leben und aus an­deren Existenzebenen stammen könnten. Sicher ist, dass in Träumen Erfahrungen und auch Traumata des Träu­menden symbolisch in der Bil­dersprache der Seele verarbeitet werden.

Wer Träume erinnern und aufschreiben möchte, kann lernen, Träume aus dem Traumbe­wusstsein in das Wachbewusstsein zu befördern und dann auf das erlebte Traum­geschehen zu reflektieren. Diese Fähigkeit bildet die Grund­lage jeder Form von Traumarbeit.

Viele Menschen können sich nicht oder nur selten an ihre Träume erinnern oder nehmen ihre Träume nicht ernst. Sie glauben, Träume seien ein Wirrwarr an zumeist sinnlosen Pro­duktionen des Un­terbewusstseins, zu dem es sich nicht hinzusehen lohnt. Bei anderen Men­schen sind Träume angstbehaftet. Die Angst verhindert dann ein genaueres Hinsehen. Bei­des kann kombiniert vorkommen: die Betroffenen lehnen Träume und die Arbeit mit Träu­men als nutzlos und sinnlos ab, weil sie letztendlich Angst davor haben, mit eigenen wichti­gen, möglicherweise als bedrängend empfundenen psychischen Themen konfrontiert zu werden. So werden wertvolle Chan­cen vertan, über sich selbst zu lernen.

Wer jedoch genauer hinsieht, kann aus Träumen viel über sich selbst, über die eigene See­lenlage und über in­nere Konflikte und Traumata erfahren, und zwar direkt und aus erster Hand. Sind die Träume z.B. ruhig, fried­lich und erfreulich? Oder sind sie eher extrem, turbu­lent, kämpferisch, bedrohlich? Was wird genau ge­träumt (Traum­subjekte, Traumhandlun­gen)? Handelt es sich um eigene Themen oder um fremde?

Immer wiederkehrende Traumhandlungen können in der Traumanalyse Auf­schluss über tief im Unterbewusstsein verwurzelte Themen und Traumata geben, die gerade aufge­löst wer­den möch­ten. Dieselben Albträume können sich in den unterschiedlichsten Varian­ten repeti­tiv so oft wiederholen, bis das zugrundelie­gende eigentliche psychische Problem erkannt und aufgelöst ist.

Es ist die Aufgabe der therapeutischen Traumanalyse und Traumarbeit, Träume in der The­rapie aufzuarbeiten und für das Leben des Träumenden nutzbar zu machen. Traumanaly s­ten, die psychotherapeutisch geschult sind, erkennen auf den erste Blick möglicherweise mehr als der Laie und können gute Hinweise geben. Je­doch liegt die letztendliche Interpre­tationshoheit immer beim Klien­ten, denn nur der Klient hat die Träume selbst erlebt, kennt die Ge­fühlslage in den Träumen genau und hat oftmals schon im Traum oder aber direkt nach dem Auf­wachen intuitives Wissen über die Bedeutung seiner Träume.

Der The­rapeut wird in der Traumarbeit grundsätzlich nur unter­stützend tätig, stellt Fragen, gibt Feedbacks, schlägt die Bildung von Hypothesen vor. Ein kompetenter Traumanalyst wird seinen Klienten niemals seine eigenen Sichtweisen überstülpen. Manche ausgebildeten Traumanalysten stützen sich weniger auf eigene Traumerfahrungen als auf angelesenes Buchwissen und auf Inhalte von besuchten Seminaren oder Ausbildungen. Nacherzähltes Wissen ohne eigenen traumbezogenen Erfahrungshintergrund und ohne ausreichende Be­rücksichtigung der Individualität aller Traumprozesse bringt bei der Traumanalyse wenig.

Alles, was geträumt wird bzw. im Traum vorkommt, kann Hinweise auf die jeweilige aktuelle seelische Situation des Träumenden liefern. Jedes einzelne Traumelement ist Teil des psy­chischen Systems des Träu­menden. Es repräsentiert innerpsychische Anteile des Träumen­den und kann deshalb bei der Traumanalyse als einzelnes Element, im Zusammenspiel mit anderen Traumelementen und im Kontext des gesamten Traums interpretiert werden.

Da alles Ge­träumte grundsätzlich individuell ist, können Traumsymbole bei unterschiedli­chen Träumenden ganz verschiedene Bedeutung haben. Bücher mit generalisierenden In­terpretationen zu Traum­symbolen sind deshalb wenig aussagekräftig.

Träume können auch dann konfliktlösend wirken, wenn man sich ihrer im Wachzustand nicht bewusst wird und die Träume nicht analy­siert. Allein das Auftreten der Träume weist darauf hin, dass sich gerade innere Prozesse in Form bestimmter Traumthemen zei­gen. Diese inneren Prozesse werden durch das Traumerleben als solches ver­ändert. Jeder Traum ist Arbeit an ei­nem zugrundeliegenden Thema oder Problem und be­wirkt Verände­rung. Zu jedem Traum lässt sich ein Thema und/oder Problem finden, das in diesem Traum bearbei­tet und im günstigsten Fall abschließend verarbeitet wurde.

Das Ausmaß und die Intensität der Veränderungen und Problemlösungen in Träumen kön­nen ganz un­terschiedlich sein. So können sich einfache und komplexe seelische Problemen in einem einzi­gen Traum auflösen. Dass sich komplexe Probleme in einem einzigen Traum auflösen, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Häufiger treten bestimmte Themen so lange, oft jah­relang, in unter­schiedlichsten Variationen in Träumen auf, bis das Problem möglicherwei­se irgendwann endgültig gelöst ist. Dass ein seelisches Problem endgültig gelöst ist, ist dar­an erkennbar, dass zu dem jeweiligen Thema oder Problem keine Träume mehr auftreten. Dann können neue Traumthemen auftauchen.

Um die aktuellen Traumthemen und deren jeweiligen innerpsychischen Bearbeitungsstand zu erkennen, kann jeder für sich seine Träume über mehrere Jahre hinweg beobachten, alle Träume systematisch gleich nach dem Aufwachen aufschreiben, auf die erlebten Traumin­halte re­flektieren, Trau­minhalte mit realen Er­lebnissen in Verbindung brin­gen und dies alles im Zu­sammenhang inter­pretieren. Dadurch lassen sich im Erfolgsfall weitreichende Erkennt­nisse über die eigene Psyche erlangen.

Manche Menschen träumen Lösungen für verfahrene oder ausweglose Situationen des rea­len Lebens. Wissenschaftler sollen Lösungen für wissenschaftli­che Proble­mstellungen und Künstler kreative Phänomene zunächst geträumt und danach erfolgreich umgesetzt haben. Auf dieselbe Weise lassen sich Lösungen für All­tagsprobleme, zum Bestehen von Prüfun­gen oder eben zur Bewusstmachung und Auflösung von transgenerationaler Kriegstraumati­sierung träu­men.

Im Traum können Personen erscheinen, die den Träumenden auf ein Pro­blem hinweisen und den Träumenden auffordern, sich um Lösungen für Probleme zu kümmern. Man kann sich darauf programmieren, solchen Personen im Traum zu begegnen. Zudem kön­nen Hei­lungssituationen geträumt werden, die Gesund­heit und Kraft geben. Es gibt nichts, das nicht geträumt und im Traum bearbeitet werden kann.

Träume können auch Lösungen für Situationen im realen Leben ankündigen. So hatte ich beispielsweise das Bestehen meiner Heilpraktikerprüfung im Rahmen einer eigenständigen Traumsymbolik vorab geträumt. In solchen Fällen kann es sich um Wahrträume handeln. Es gibt Men­schen, die re­gelmäßig Dinge so träumen, wie sie anschließend wirklich stattfinden. Ob es sich bei Träumen um Wahr­träume han­delt, lässt sich daran beurteilen, ob und wie ge­nau das Geträumte in der Realität später tatsächlich eintritt.

[...]


1 „Interaktion“ als Verknüpfung von psychischen Systemen und Interaktionssystemen

2 Frau A. ist der Ansicht, dass ihre gesamte Familie schwer kriegstraumatisiert ist.

Ende der Leseprobe aus 67 Seiten

Details

Titel
Prüfverfahren zur Feststellung von transgenerationaler Kriegstraumatisierung
Untertitel
Grundlagen Trauma, Kriegstrauma, ererbtes Kriegstrauma. Ein Leitfaden
Veranstaltung
Trauma - Traumatisierung - Kriegstrauma - transgenerationale Kriegstraumatisierung - ererbtes Trauma
Autor
Jahr
2020
Seiten
67
Katalognummer
V903613
ISBN (eBook)
9783346223692
ISBN (Buch)
9783346223708
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Publikation "Prüfverfahren zur Feststellung von transgenerationaler Kriegstraumatisierung" baut auf der wissenschaftlichen Studie bzw. Facharbeit "Sensibilisierung für typische Aspekte von transgenerationaler Kriegstraumatisierung im Rahmen von Traumatherapie bei Flüchtlingen" auf. Dr. phil. Ilona Hündgen ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, Hypnotherapeutin und Traumatherapeutin.
Schlagworte
trauma, traumatherapie, kriegstrauma, transgenerational, kriegstraumatisierung, ererbtes trauma, ilona hündgen, hündgen, hypnosis center, münchen, coaching, hypnose, hypnotherapie, hypnosetherapie, therapie, flucht, flüchtlinge, migration, prüfverfahren, test, testung, psychotrauma, transgenerationales kriegstrauma, geerbtes trauma, vererbtes trauma, psychotherapie, yager, yager therapie, rückführung, regression, reinkarnation, reinkarnationstherapie, aufstellung, systemisch, familienstellen, systemische aufstellung, traum, träume, traumarbeit, arbeit mit träumen, traumanalyse, testverfahren, hypnosis center münchen, heilpraktiker, heilpraxis, sabine bode, marianne rauwald, luise reddemann, bode, rauwald, reddemann, transgenerationale kriegstraumatisierung, kriegskinder, kriegsenkel, transgenerationales trauma, vererbtes kriegstrauma, ererbtes kriegstrauma, geerbtes kriegstrauma, systemische therapie, transgenerationale therapie, therapieverfahren, trauma geerbt, trauma vererbt, therapie transgenerational
Arbeit zitieren
Dr. Ilona Hündgen (Autor), 2020, Prüfverfahren zur Feststellung von transgenerationaler Kriegstraumatisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/903613

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Titel: Prüfverfahren zur Feststellung von transgenerationaler Kriegstraumatisierung



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