Die Geschichte der Organisationsentwicklung und deren heutige Anwendung bei Trägern der freien Jugendhilfe


Hausarbeit, 2006

13 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Organisationsentwicklung

3. Entstehungsgeschichte der Organisationsentwicklung

4. Organisationsentwicklung heute
4.1. Organisationsentwicklung in Amerika
4.1.2. Chris Argyris
4.1.3. Noel M. Tichy
4.1.4. Peter Senge
4.1.5. Edgar H. Schein

5. Organisationsentwicklung bei Trägern der freien Jugendhilfe

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Organisationsentwicklung als Lernprozeß von Menschen und Systemen“ lautet das Buch von Fritz Gairing, welches im Fokus meiner Ausarbeitung steht. Diese wird darüber hinaus durch weiterführende Literatur ergänzt.

Im ersten Schritt wird der Begriff Organisationsentwicklung definiert und eingrenzt, um im folgenden die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte näher zu erläutern. Das darauf folgende Kapitel setzt sich mit heutigen Ansätzen der Organisationsentwicklung, die aus dem amerikanischen Raum stammen, auseinander. Es werden Modelle von Chris Argyris, Noel M. Tichy, Peter Senge und Edgar H. Schein vorgestellt. Abschließend fließen diese theoretischen Ansätze und Modelle in meinen Arbeitsbereich bei Trägern der freien Jugendhilfe ein und werden auf Praxistauglichkeit hin überprüft.

2. Was ist Organisationsentwicklung

Der Begriff Organisationsentwicklung (Organization Development) taucht erstmals in den fünfziger Jahren in Amerika auf. Sucht man in der Literatur nach einer Begriffsdefinition der Organisationsentwicklung, wird man mit unterschiedlichen Definitionen überhäuft.

Dennoch finden sich in der Literatur immer wiederkehrende dominierende Beschreibungen. Demnach ist Organisationsentwicklung ein sozialer und kultureller Wandlungsprozess und bewirkt eine Steigerung der Leistungsfähigkeit des Systems. Organisationsentwicklung ist ein Lernprozess der die Betroffenen mitwirken lässt. Sie soll eine Integration von individueller Entwicklung schaffen, Bedürfnisse der Organisationen mit den Zielen und den Strukturen abstimmen.

„Organisationen sind offene soziale Systeme mit eigenen Gesetzmäßigkeiten, Werten, Geschichten und Kulturen. Nachhaltige Veränderungen können nur unter Einbezug und Beachtung aller Faktoren und Zusammenhänge erreicht werden. Organisationsentwicklung orientiert sich daher an einer ganzheitlichen Sichtweise, die Individuum, Organisation, Umwelt und Zeit als Teile eines Ganzen betrachtet. OE - Arbeit beachtet die Vernetzungen, Wirkungszusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten von sozialen Systemen“ (Gesellschaft für Organisationsentwicklung, 2006).

3. Entstehungsgeschichte der Organisationsentwicklung

Die Entstehung der Organisationsentwicklung wurde von den Forschungen und Theorien John Deweys, Jakob Levy Morenos und Kurt Lewins geprägt.

Der Philosoph und Pädagoge John Dewey (1859 – 1952) gilt als Mitbegründer des amerikanischen Pragmatismus, dessen Ansatz die kritische Bewertung der wissenschaftlichen Forschung und ihrer theoretischen Konstrukte hinsichtlich der praktischen Auswirkungen auf unsere Lebenswelt ist (vgl. Gairing, 1996, S. 26). Um eine Theorie des Wissens zu begründen, fragte sich Dewey, wie sich menschliches Wissen entwickelt. Er kam zu der Antwort, dass Wissen instrumentell eingesetzt wird. Mit dieser Theorie – Praxis – Verzahnung schaffte er Grundlagen für die OE. Darüber hinaus wurde die OE nachhaltig durch sein pädagogisches Konzept des Erfahrungs- und Handlungslernens (learning by doing) geprägt, welches besagt, das Lernen immer ein Prozess der Veränderung von Individuen und der sie umgebenden Systeme ist, geprägt (vgl. Gairing, 1996, S. 27).

Der Arzt und Psychiater Jakob Levy Moreno (1889 – 1974) war Begründer des Psychodramas, der Soziometrie und der Gruppenpsychotherapie. Insbesondere mit seinem gruppentherapeutischen Ansatz hat Moreno elementare Merkmale der OE vorweggenommen. Für ihn ist das Wohlbefinden des Einzelnen immer abhängig von dem der gesamten Gruppe. Dies entspricht der „...Korrelation der Entwicklung von Individuum und Organisation“ (Gairing, 1996, S. 33).

Der Psychologe Kurt Lewin (1890 - 1947) befasst sich mit der Persönlichkeits- und Sozialpsychologie. Er forschte am Gruppendynamikprozess und versuchte die Wechselwirkungen zwischen Individuum und den äußeren Einwirkungen zu erfassen. Er stellte fest, dass sich durch die Gruppenarbeit neue Lernmöglichkeiten ergeben und das Veränderungen und Probleme wesentlich leichter in Gruppen zu diskutieren sind (vgl. Fatzer 1998, S.13). Somit verdankt die OE Lewin konkrete Einsichten in komplexe Gruppenprozesse, wie z.B. die informellen oder formellen Führer in Gruppenkonstellationen.

Lewin entwickelte das 3-Phasenmodell, das eines der ersten Modelle war, das sich systematisch mit Veränderungsprozessen in Organisationen auseinander setzte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In der Phase 1 des Auftauens (Unfreezing) wird der gegenwärtige Zustand in Frage gestellt, alte Strukturen und Verhaltensweisen werden aufgebrochen. Dazu müssen der Druck durch individuelle Verweigerung und Gruppenwiderstände beseitigt und Veränderungskräfte verstärkt werden. Das ganze Unternehmen wird also "aufgetaut", d.h. in einen Zustand versetzt, in dem Veränderungen möglich sind. Diese Veränderungen werden dann während der Phase 2 des Bewegens (Moving) durchgeführt. Das Unternehmen wird dorthin bewegt, wo es hin soll. Der dann erreichte Zustand wird in der Phase 3 des Einfrierens (Refreezing) durch Strukturen, Instrumente u.ä. eingefroren, um ihn abzusichern und eine Rückkehr zum alten Zustand zu verhindern.

Interessant ist, dass Lewin in seinem Modell, schon damals in der Phase 2 auf den Lernbedarf hinwies.

Wie schon unter Punkt 1 erwähnt, fanden erste Anwendungen in Amerika der o.g. Methoden und Theorien in der Praxis erst in den 50er Jahren statt. Im Jahr 1957 wurde erstmals von Organisationsentwicklung gesprochen (vgl. Fatzer 1998, S. 8).

In den 70er Jahren kam der Organisationsentwicklungsgedanke nach Europa. Später kam es zu ersten Entstehungen von Vereinigungen und Institutionen, wie z. B. die Gesellschaft für Organisationsentwicklung.

4. Organisationsentwicklung heute

Aufgrund der weltweiten wirtschaftlichen Rezession Anfang der neunziger Jahre gewannen Reorganisationskonzepte zunehmend an Bedeutung. Neben den vorwiegenden betriebswirtschaftlichen und technologischen Rationalisierungs- ansätzen flossen zunehmend Organisationsentwicklungskonzepte mit sozialpsychologischen Ansätzen ein. Diese sozialpsychologischen Ansätze, die ihren Fokus auf Veränderungsprozesse von Menschen in Organisationen richten, werden in diesem Kapitel ausführlich erläutert. Im Focus stehen hierbei Konzeptionen aus Amerika

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Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Geschichte der Organisationsentwicklung und deren heutige Anwendung bei Trägern der freien Jugendhilfe
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
13
Katalognummer
V90387
ISBN (eBook)
9783638047500
ISBN (Buch)
9783640463282
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte, Organisationsentwicklung, Anwendung, Trägern, Jugendhilfe
Arbeit zitieren
Sven Werny (Autor), 2006, Die Geschichte der Organisationsentwicklung und deren heutige Anwendung bei Trägern der freien Jugendhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90387

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