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Die Entkriminalisierung des Ladendiebstahls in Deutschland. Eine kriminalpolitische Diskussion

Zur Debatte über den Umgang mit einem Massendelikt

Title: Die Entkriminalisierung des Ladendiebstahls in Deutschland. Eine kriminalpolitische Diskussion

Term Paper , 2000 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Melanie Hillmann (Author)

Law - Penology
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Die Arbeit setzt sich mit der kriminalpolitischen Diskussion über den Ladendiebstahl auseinander. Die einen sprechen beim Thema Ladendiebstahl von Entkriminalisierung, von Bagatelldelikten und von einer Entlastung der Strafjustiz. Die anderen verweisen auf die Verbindlichkeit des Wertesystems und fordern einen starken Staat, der seinen Bürgern den Schutz vor Kriminalität, den Schutz der Rechtsgüter des einzelnen – Leben, Leib, Freiheit und Eigentum – garantieren muss. Der Ladendiebstahl wird je nach Standort zum einen als Spiegelbild der Wohlstandsgesellschaft, zum anderen als jene jedem Staatswesen immanente soziale Krankheit angesehen.

Dabei soll die Frage im Vordergrund stehen, welche Alternativvorschläge in den letzten Jahren zum Thema Ladendiebstahl in der Politik diskutiert wurden und wie diese zu bewerten sind.

Zunächst werde ich zur besseren Orientierung einen kurzen Überblick über die aktuelle Entwicklung der Ladendiebstahlskriminalität geben. Nachdem die Anzahl der registrierten Ladendiebstähle in der Bundesrepublik Deutschland seit 1987 bis 1993 stetig angestiegen ist, gab es 1994 einen deutlichen Rückgang. Die Bundesregierung führt diese Entwicklung auf einige Gesetzessänderungen zurück. Von 1994 bis 1997 stieg die Zahl der registrierten Ladendiebstähle dann erneut leicht an, ist aber seitdem wieder rückläufig. Die statistischen Zahlen liefern demnach nicht unbedingt einen Grund zur Beunruhigung. Dennoch wird in den letzten Jahren heftig über das Thema diskutiert.

Anschließend werde ich auf die diskutierten Vorschläge näher eingehen, wobei diese Darstellung keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Ziel ist es vielmehr, die wesentlichen Argumente dieser kriminalpolitischen Diskussion herauszuarbeiten. Am Ende der Arbeit soll dann noch der Versuch einer zusammenfassenden Schlussbetrachtung unternommen werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Ist – Zustand

2.1. Definition

2.2. Reaktionsmöglichkeiten der Strafverfolgungsbehörden und der Justiz

2.3. Aktuelle Entwicklung des Ladendiebstahls

3. Die Diskussion über den Umgang mit dem Massendelikt Ladendiebstahl

3.1. Konkrete Reformüberlegungen

3.2. Die kriminalpolitische Debatte der letzten Jahre

3.2.1. Entkriminalisierung des Ladendiebstahls

3.2.2. Polizeiliches Strafgeld beim Bagatelldelikt Ladendiebstahl

4. Zusammenfassende Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der kriminalpolitischen Debatte zum Umgang mit Ladendiebstahl in Deutschland auseinander. Ziel ist es, die in den vergangenen Jahren in Politik und Wissenschaft diskutierten Alternativvorschläge zum geltenden Strafrecht darzustellen, ihre Argumentationslinien aufzuzeigen und hinsichtlich ihrer Zweckmäßigkeit sowie ihrer Auswirkungen auf das Rechtssystem zu bewerten.

  • Aktueller Stand der Ladendiebstahlskriminalität und deren statistische Erfassung.
  • Strafrechtliche Einordnung und Reaktionsmöglichkeiten der Justiz.
  • Analyse konkreter Reformvorschläge wie Entkriminalisierung und polizeiliches Strafgeld.
  • Diskussion über die Belastung der Justiz versus Schutz von Eigentumsrechten.
  • Bewertung des Strafrechts als ultima ratio der Sozialkontrolle.

Auszug aus dem Buch

3.1. Konkrete Reformüberlegungen

Eine Hauptursache für den starken Anstieg der Ladendiebstahlskriminalität in der Bundesrepublik sieht Michaelis in der Etablierung und dem Ausbau der Selbstbedienungsgeschäfte. „Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges haben die Zahl und die Größe der Selbstbedienungsläden und Warenhäuser sprunghaft zugenommen.“ Zeitgleich gewann die Diskussion über die Sanktionierung der gefassten Ladendiebe an Schärfe. Die verschiedensten Alternativvorschläge zum damals geltendem Recht reichten von der Schaffung eines Sonderstrafrechts für Bagatelldelikte bis zur Überführung des Ladendiebstahls in das Ordnungswidrigkeiten- oder Zivilrecht.

Ausgangspunkt für ganz konkrete Reformüberlegungen war der Alternativentwurf eines Gesetzes gegen den Ladendiebstahl (AE-GLD) von einem Arbeitskreis deutscher und schweizerischer Juristen aus dem Jahre 1974. „Der AE-GLD schlug vor, das wirtschaftliche Interesse der Kaufhäuser und Supermärkte, Diebstähle zu verhindern, und ihre zuweilen recht hemdärmelige Praxis, Selbsthilfe zu üben, bis zu einem gewissen Grade zu akzeptieren, um diese Energie für die eigentlichen Zwecke des Entwurfs zu nutzen.“ Dem Ladendieb sollte bei Diebstahl einer Sache bis zu einem Wert von 500 DM neben der Herausgabe des Erlangten die Zahlung des doppelten Wertes an den Ladeninhaber auferlegt werden. Damit sollten die Kosten für die Bekämpfung des Ladendiebstahls (Fangprämien, Überwachungsanlagen, Ladendetektive usw.) abgegolten werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Debatte um Ladendiebstahl als Bagatell- versus Eigentumsdelikt ein und skizziert die Fragestellung nach kriminalpolitischen Alternativen.

2. Der Ist – Zustand: Dieses Kapitel definiert den Ladendiebstahl juristisch, erläutert die Rollen von Polizei und Justiz bei der Verfolgung und analysiert die statistischen Trends sowie die Struktur der Tatverdächtigen.

3. Die Diskussion über den Umgang mit dem Massendelikt Ladendiebstahl: Dieses Kapitel untersucht verschiedene Reformvorschläge, insbesondere die Forderungen nach Entkriminalisierung und die Einführung eines polizeilichen Strafgeldes, unter kritischer Beleuchtung juristischer und präventiver Aspekte.

4. Zusammenfassende Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel resümiert, dass das Strafrecht als ultima ratio der Sozialkontrolle zu wahren ist und Reformen auf ihre Funktionalität und Rechtsstaatlichkeit hin geprüft werden müssen.

Schlüsselwörter

Ladendiebstahl, Entkriminalisierung, Bagatelldelikt, Strafrecht, Eigentumsschutz, Polizeiliches Strafgeld, Justizentlastung, Kriminalpolitik, Rechtsstaatlichkeit, Sozialkontrolle, Kleinkriminalität, Sanktionierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die kriminalpolitische Debatte über den Umgang mit Ladendiebstahl in Deutschland, insbesondere die Frage, ob eine Entkriminalisierung oder alternative Sanktionsmodelle sinnvoll sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Ist-Zustand der Strafverfolgung, die statistische Entwicklung der Delikte, die Belastung der Justiz sowie die Abwägung zwischen effektiver Kriminalitätsbekämpfung und dem Schutz von Eigentumsrechten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Alternativvorschläge der letzten Jahre zum Ladendiebstahl zu analysieren und kritisch zu bewerten, inwieweit diese das Strafrecht entlasten können, ohne rechtsstaatliche Garantien zu gefährden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kriminologische und rechtspolitische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Gesetzentwürfen und offiziellen Statistiken basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Definition des Ladendiebstahls, die Rolle der Strafverfolgungsbehörden, konkrete Entwürfe zur Reform (wie den AE-GLD) sowie die aktuelle Debatte um polizeiliche Strafgelder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Ladendiebstahl, Entkriminalisierung, Eigentumsschutz und Kriminalpolitik charakterisieren.

Warum stoßen Reformvorschläge oft auf Widerstand bei der Polizei?

Die Polizei befürchtet häufig, dass Reformen zu einer "Bagatellisierung" führen und die polizeiliche Arbeit entwerten, während gleichzeitig der Justizapparat nur einseitig zu ihren Lasten entlastet werden könnte.

Welches Problem sehen Kritiker in der Einführung eines polizeilichen Strafgeldes?

Kritiker wie Landau und Fünfsinn warnen vor einem Verlust der Rechtsklarheit und rechtsstaatlicher Garantien, da der Ersatz von Richtern durch Polizisten das grundgesetzliche Gebot des fairen Verfahrens untergraben könnte.

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Details

Title
Die Entkriminalisierung des Ladendiebstahls in Deutschland. Eine kriminalpolitische Diskussion
Subtitle
Zur Debatte über den Umgang mit einem Massendelikt
College
University of Hamburg  (Kritische Kriminologie)
Course
Kriminologische Aspekte des Ladendienstahls
Grade
1,0
Author
Melanie Hillmann (Author)
Publication Year
2000
Pages
19
Catalog Number
V903899
ISBN (eBook)
9783346222046
ISBN (Book)
9783346222053
Language
German
Tags
Strafrecht Ladendiebstahl Massendelikt Kriminalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Hillmann (Author), 2000, Die Entkriminalisierung des Ladendiebstahls in Deutschland. Eine kriminalpolitische Diskussion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/903899
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