Kommunikationsmodelle - von der Lasswell-Formel zur Sprechakttheorie


Seminararbeit, 2008

20 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einführung

2. Eine Begriffsbestimmung für Kommunikation und Kommunikationsmodell

3. Kommunikationsmodelle
3.1 Die Lasswell-Formel
3.2 Das Organon-Modell
3.3 Mathematische Theorie der Kommunikation
3.4 Die Sprechakttheorie

4. Zusammenfassung und Ausblick

5. Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

6. Literaturverzeichnis

1. Einführung

Kommunikation umgibt uns in ihrer Vielfältigkeit jeden Tag und wird von uns häufig nicht mehr bewusst wahr genommen. Wissenschaftler aus den verschiedensten Bereichen, von Geistes- und Sozialwissenschaften über die Naturwissenschaften bis hin zur Philosophie, haben versucht „Kommunikation“ zu erklären und zu schematisieren.

Die Geschichte der Kommunikationsmodelle lässt sich bis in die Antike zurück verfolgen. Platon spricht in seinem "Kratylos" von Sprache als ein Organon (Werkzeug), mit Hilfe dessen eine Person der anderen etwas über die Dinge mitteilt. Die heute üblichen Kommunikationsmodelle und damit etablierten Begriffsbestimmungen finden sich aber erst Ende der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die vorliegende Arbeit soll einen Einblick in den Aufbau und die Entwicklung einiger, ausgewählter Kommunikationsmodelle ermöglichen. Außerdem sollen die Unterschiede und Diskussionsansätze zwischen den einzelnen Modellen aufgezeigt werden, um auf diesem Weg klar zu machen, welche Aspekte der Kommunikation jedes einzelne berücksichtigt und wozu es hilfreich sein kann.

Dazu wird zunächst kurz auf die Begriffe „Kommunikation“ und „Kommunikationsmodell“ eingegangen. Es soll deutlich werden, warum es überhaupt verschiede Modelle gibt und geben muss.

2. Eine Begriffsbestimmung für Kommunikation und Kommunikationsmodell

Eine allgemein anerkannte Definition des Begriffs Kommunikation existiert nicht. In der Regel geht es dabei um Mitteilungen zwischen Menschen – um die Tatsache, dass wir uns mit Hilfe von Mimik, Gestik, Sprache, Schrift, Bild oder Ton, von Angesicht zu Angesicht bzw. über papierene oder elektronische Übertragungs- und Speichertechniken irgendwelche Botschaften vermitteln. [1]

Das Thema Kommunikation wird mit unterschiedlichen Einstellungen und unter unterschiedlichen Zielsetzungen behandelt. Die Definitionen des Begriffs Kommunikation hängen folglich von den jeweiligen Voraussetzungen und Herangehensweisen ab.

Die Ansätze unterscheiden sich grundsätzlich anhand der Frage, ob die Teilnehmer einer Kommunikation ausschließlich als Menschen bestimmt werden, oder allgemeiner als Lebewesen. Auch möglich ist die Teilnehmer einer Kommunikation als technische Geräte anzusehen. In Abhängigkeit von dieser Frage können ebenfalls Vorgänge, die sich zwischen Menschen und Computern abspielen, als Kommunikation bezeichnet werden („Mensch-Maschine-Kommunikation“). Im Extremfall wird der Kommunikationsbegriff mit dem Wahrnehmungsbegriff gleichgesetzt. Dann wird Wahrnehmung als ein kommunikativer Prozess zwischen einem wahrnehmenden Lebewesen und den wahrgenommenen Elementen in seiner Umgebung angesehen.

Ein Kommunikationsmodell versucht im Allgemeinen nun eine der vielfältigen Möglichkeiten in Form eines Schemas zu erklären. Diese wissenschaftlichen Ansätze erklären, was Kommunikation ist und wie sie funktioniert. Aber ähnlich der Begriffsdefinition von Kommunikation selbst, ist auch hier kein einheitlicher Ansatz zu finden oder zu erwarten.

3. Kommunikationsmodelle

Im folgenden Kapitel sollen einige Möglichkeiten zur Klassifizierung und Schematisierung von Kommunikationsprozessen dargestellt und kurz diskutiert werden. Ziel ist es dem Leser einen Einblick in das jeweilige Modell zu erlauben, ohne ihn zu tief in die, teils komplexen, Zusammenhänge zu ziehen. Die Diskussion der einzelnen Kommunikationsmodelle wird sich im Wesentlichen auf deren deutlichste Vor- und Nachteile beschränken, ohne auf die zum Teil jahrzehntelangen Erörterungen verschiedener Lager einer Theorie einzugehen.

3.1. Die Lasswell-Formel

„A convenient way to describe an act of communication is to answer the following questions: Who Says What in Which Channel To Whom With What Effect?” [2]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Wer sagt Was in Welchem Kanal zu Wem mit Welcher Wirkung?“

Mit diesem Ausspruch versuchte der US-amerikanische Politikwissenschaftler Harold D. Lasswell 1948 eine Formulierung zu finden, mit der er Kommunikationsprozesse möglichst allgemein beschreiben konnte. Ziel seiner Arbeit war eine systemtheoretisch orientierte Analyse von Massenkommunikation anzuregen. Vor dem historischen Hintergrund der immer mehr erstarkenden Medien, Radio und Fernsehen, passen derartige Bemühungen gut in diese Zeit.

Binnen kürzester Zeit erreichte diese „Formel“ weltweite Popularität und stellt bis heute eine der Grundfesten in der Kommunikationsforschung dar. Dies wird insbesondere durch häufige Ergänzungen und Erweiterungen der ursprünglichen Formulierung durch andere Wissenschaftler (u.a. Davison, Braddock, Prakke, Mentrup) belegt. Die Lasswell-Formel leistete in der Entstehungsphase der Kommunikationswissenschaften auch eine Aufgliederung in verschiedene Forschungsbereiche. Jedes einzelne Fragepronomen stellt heute einen eigenen Forschungsbereich dar.

Wer - Kommunikatorforschung

Sagt Was - Inhalts- bzw. Aussageanalyse

In Welchem Kanal - Medienforschung

Zu Wem - Rezipienten- / Publikumsforschung

Mit Welcher Wirkung - Wirkungsforschung

Die relative Unverbundenheit der einzelnen Ergebnisse der, damals noch in den Kinderschuhen steckenden, Kommunikationsforschung wurde durch Lasswell quasi über Nacht beseitigt. Seine Formel dokumentierte die Einheit des gesamten Kommunikationsprozesses.[3] Daraus resultieren auch ihr schneller Popularitätsgewinn und ihre anhaltende Verbreitung bis heute.

Der Hauptpunkt der Kritiker dieses Modells findet sich in der Tatsache, dass es kein Feedback zulässt. Das heißt die Kommunikation wird lediglich aus Sicht des „Sendenden“ (Kommunikator) und nicht aus Sicht des „Empfangenden“ (Rezipient) betrachtet. Dies birgt die Gefahr einer verzerrten Sichtweise, da „die tatsächlich dynamischen interaktionshaft rückgekoppelten Kommunikations-prozesse hier vor allem statisch und linear und damit recht einseitig-kausal gesehen werden“[4]. Gerade im Bereich heutiger Massenkommunikation kann dieses Modell daher kaum noch bestehen.

Zum Beispiel das Fernsehen als Kommunikator benötigt dringend eine Rückmeldung vom Publikum als Rezipient um wirtschaftlich oder zumindest publikumsorientiert arbeiten zu können. Noch deutlicher wird die Vielschichtigkeit von Kommunikation am Beispiel Internet. Hier kann mit der einfachen Lasswell-Formel fast gar nicht mehr gearbeitet werden, da gerade im Massenmedium Internet Interaktivität die wesentliche Rolle spielt.

[...]


[1] vgl. Burkart

[2] Lasswell 1971 S.84

[3] Burkart 1995 S.465

[4] Renckstorf 1977 S.76

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Kommunikationsmodelle - von der Lasswell-Formel zur Sprechakttheorie
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V90391
ISBN (eBook)
9783638054188
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
schriftl. Kommentar des Dozenten: Sie geben einen soliden Überblick über 4 K-Modelle und analysieren sie in Hinblick auf Nutzen und z.T. auch Wirkung. In Ansätzen vergleichen Sie die M und setzen sie in Bezug zueinander. Die Argumentation ist dabei schlüssig, überzeugend und klar strukturiert. Stellenweise hätten Sie Übergänge zw. den Kapiteln deutlicher ausformulieren können, etwa durch Bezug auf eine Fragestellung. Eine Abgrenzung von Themen(aspekten), die sie nicht behandeln gehört in die Einleitung. Mehr Quellenangaben hätten dem hohen Informationsgehalt nicht geschadet. Note 1,3
Schlagworte
Kommunikationsmodelle, Lasswell-Formel, Sprechakttheorie
Arbeit zitieren
Robert Naumann (Autor:in), 2008, Kommunikationsmodelle - von der Lasswell-Formel zur Sprechakttheorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90391

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