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Zwischen Fiktion und Rekonstruktion - Können Historienbilder einen Beitrag zum methodisch-analytischen Umgang mit Bildern im Geschichtsunterricht leisten?

Title: Zwischen Fiktion und Rekonstruktion - Können Historienbilder einen Beitrag zum methodisch-analytischen Umgang mit Bildern im Geschichtsunterricht leisten?

Seminar Paper , 2008 , 32 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katharina Theilen (Author)

Didactics - History
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Summary Excerpt Details

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, heißt es und doch sprechen sie nicht von sich aus. Das Verständnis/das Lesen eines Bildes muss erst erlernt werden.
Bilder als stumme Zeugnisse kulturell geformter Vergangenheitsüberlieferung sind ein Bestandteil und zugleich Quellen von Geschichte. Aber nicht nur der Blick in die Vergangenheit, sondern auch eine zukunftsgerichtete Perspektive macht die Bedeutung und beeinflussende Macht von Bildern schnell deutlich. Der gekonnte, methodengeleitete Umgang mit Bildern sowohl in Hinblick auf die Entschlüsselung und Vorstellungsentwicklung von Vergangenem als auch in Hinblick auf den gegenwärtigen Umgang in einer stark visualisierten Umwelt ist von zunehmender Bedeutung für die Weltorientierung.
Diese Arbeit, die im Rahmen des Seminars „Bilder und historisches Lernen“ (AM7) angeregt wurde, soll der Frage nachgehen, ob und wie Historienbilder als Bildquellen einen Beitrag zum methodisch-analytischen Umgang mit Bildern im Geschichtsunterricht leisten können.

Excerpt


Kapitelübersicht

1. Wie wir sehen, hören wir nichts! – Einleitung

2. Was zeichnet eine Bildquelle? – Das Medium und seine Spezifika

2.1. Zeichen setzen! – Was ist eine Bildquelle?

2.2. Kein Ei gleicht dem anderen. – Differenzierungskategorien der Bildquelle als Gattung

2.3. Verstehsehen! – Die Verstehensstufen der Bildbetrachtung

2.4. Zwischenfazit

3. Multitalent! – Didaktische Legitimationen des Bildeinsatzes im Geschichtsunterricht

3.1. Alle guten Dinge sind vier! – Das Bild als Quelle im Geschichtsunterricht

3.2. Veranschaulichung und Versprachlichung

3.3. Legitimation aus Sicht der Pädagogischen Psychologie

3.4. Beschränkter Reichtum – Von der geschichtstheoretischen Armut und dem didaktischen Reichtum der Bilder

3.5. Zwischenfazit

4. Licht aus, Spot an! – Methodische Verfahren zum Umgang mit Bildern im Geschichtsunterricht

4.1. Methodische Grundvoraussetzungen im Umgang mit Bildern im Geschichtsunterricht

4.2. Lokalisation des Bildeinsatzes in der Unterrichtssituation

4.3. Heuristische Bildverwendungsstrategien im Umgang mit dem Illusionismusproblem

4.3.1. Verlangsamung

4.3.2. Rekontextualisierung

4.3.3. Handlungsorientierung

4.3.4. Verfremdung

4.4. Im Gleichschritt Marsch! – Verschiedene Verfahrensmodelle zur Bildanalyse

4.4.1. Der PANOFSKY-Drei-Schritt

4.4.2. Der BERGMANN-Vier-Schritt

4.4.3. Der ERDMANN-Sieben-Schritt

4.5. Zwischenfazit

5. In Szene gesetzt! – Vorteile des Einsatzes von Historienbildern im Geschichtsunterricht

5.1. Was zeichnet ein Historienbild?

5.1.1. Zwischen Fiktion und Rekonstruktion

5.1.2. Zeitgleich! – Die vier Zeitebenen des Historienbildes

5.2. Didaktische Legitimation des Einsatzes von Historienbildes im Geschichtsunterricht anhand eines kurzen Beispiels (Zwischenfazit)

6. Und wir ‚hören’ sie doch...! – Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Historienbilder als Bildquellen methodisch-analytisch im Geschichtsunterricht eingesetzt werden können, um ein kritisches Geschichtsbewusstsein zu fördern und der Gefahr einer naiven Wirklichkeitsillusion bei der Bildbetrachtung entgegenzuwirken.

  • Theoretische Grundlagen des Bildbegriffs und medienspezifische Besonderheiten.
  • Didaktische Legitimation des Bildeinsatzes aus fachdidaktischer und psychologischer Perspektive.
  • Methodische Verfahren zur Überwindung des Illusionismusproblems (heuristische Strategien).
  • Vorstellung konkreter Analysemodelle (Panofsky, Bergmann, Erdmann) für den Unterricht.
  • Die Besonderheiten von Historienbildern im Spannungsfeld zwischen Fiktion und Rekonstruktion.

Auszug aus dem Buch

5.1.1. Zwischen Fiktion und Rekonstruktion

Als Medium der Darstellung ist das Historienbild, wie alle Bildquellen, Spiegel des Stils der Entstehungszeit und das ist gerade bei der Analyse einer solchen Bildquelle von Bedeutung, da die zum Stil gehörenden Darstellungskonventionen und –möglichkeiten stets Einfluss nehmen auf die Darstellungsweise des Inhaltes, selbst wenn das Werk als „Reportagenbild“ konzipiert wurde.

Ein Historienbild ist also immer durch „sachfremde“, inhaltsfremde, „künstlerische Gesichtspunkte wie Bildkomposition oder Farbe“ geprägt. Gleichzeitig beinhaltet jeder Versuch einer Rekonstruktion eines historischen und für bedeutend erachteten Ereignisses eine Bildidee und damit eine „Interpretation des Ereignisses, die das Publikum belehren oder beeinflussen soll“.

Das Historienbild kann stets als Medium zwischen Fiktion und Rekonstruktion verstanden werden, denn gleichgültig, inwieweit der Künstler eine reine Wiedergabe eines von ihm als darstellungswürdig erwählten Ereignisses anstrebt, die puristische Rekonstruktion eines historischen Ereignisses im Bild ist nicht möglich. Denn Bilder können im Gegensatz zur Textquelle keine ‚Lücken’ lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Wie wir sehen, hören wir nichts! – Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel fest, das Potenzial von Historienbildern für den Geschichtsunterricht zu explorieren und den Bildquellenbegriff methodengeleitet zu definieren.

2. Was zeichnet eine Bildquelle? – Das Medium und seine Spezifika: Dieses Kapitel erläutert die mediale Beschaffenheit von Bildern und deren Rezeptionsstufen, wobei die Notwendigkeit von Kontextwissen für ein fundiertes Bildverstehen betont wird.

3. Multitalent! – Didaktische Legitimationen des Bildeinsatzes im Geschichtsunterricht: Hier wird der Einsatz von Bildern durch verschiedene fachdidaktische und pädagogisch-psychologische Funktionen gerechtfertigt, die über die bloße Illustration hinausgehen.

4. Licht aus, Spot an! – Methodische Verfahren zum Umgang mit Bildern im Geschichtsunterricht: Das Kapitel widmet sich den methodischen Voraussetzungen und verschiedenen heuristischen Strategien sowie Verfahrensmodellen zur Bildanalyse, um kritische Kompetenzen zu schulen.

5. In Szene gesetzt! – Vorteile des Einsatzes von Historienbildern im Geschichtsunterricht: Hier wird die spezifische Gattung des Historienbildes als Konstrukt zwischen Fiktion und Rekonstruktion untersucht und an einem Beispiel (Manet) illustriert.

6. Und wir ‚hören’ sie doch...! – Fazit: Das Fazit resümiert, dass Historienbilder durch ihre methodische Aufarbeitung massiv zur Entwicklung von Medienkompetenz und historischem Denken bei Lernenden beitragen können.

Schlüsselwörter

Historienbilder, Geschichtsunterricht, Bildquellen, Geschichtsbewusstsein, Bildanalyse, Illusionismusproblem, Fiktion, Rekonstruktion, Medienkompetenz, Bildverstehen, Didaktik, Bildungsmedien, Quellenkritik, Wahrnehmungsstufen, Historisches Denken.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den methodisch-analytischen Einsatz von Historienbildern im Geschichtsunterricht und analysiert, wie diese als Quellen zum historischen Lernen beitragen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen die medienspezifischen Eigenschaften von Bildern, Strategien zur Bildanalyse sowie die didaktische Einordnung von Historienbildern in schulische Lehrprozesse.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch heuristische Methoden der Bildbetrachtung das sogenannte Illusionismusproblem lösen und kritisches historisches Denken bei Schülern fördern können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer geschichtsdidaktischen Analyse, die Ansätze der Pädagogischen Psychologie und kunsthistorische Interpretationsmodelle wie den Panofsky-Drei-Schritt oder den Erdmann-Sieben-Schritt integriert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, didaktische Begründungen, praktische Analysemodelle und die spezifische Untersuchung von Historienbildern im Spannungsfeld zwischen fiktionaler Inszenierung und historischer Rekonstruktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt?

Wesentliche Schlagworte sind Bildkompetenz, Historienbilder, Medienkompetenz, Illusionismusproblem und kritische Quellenarbeit im Unterricht.

Was genau versteht die Autorin unter dem „Illusionismusproblem“?

Es bezeichnet die Gefahr, dass Betrachter aufgrund der konkreten, bildhaften Darstellung fälschlicherweise annehmen, das Bild zeige die unmittelbare historische Realität ohne Filter, was durch fehlendes Kontextwissen verstärkt wird.

Warum wählt die Autorin Edouard Manets „Erschießung des Kaisers Maximilian“ als Beispiel?

Dieses Bild dient als Fallbeispiel, um zu demonstrieren, wie ein Historienbild bewusst fiktionale Elemente einsetzt, um eine spezifische Interpretation oder Deutung zu erzeugen, und wie Lernende dies durch quellenkritische Analyse dekonstruieren können.

Was bedeutet die „Verschränkung von vier Zeitebenen“ bei einem Historienbild?

Sie beschreibt die Komplexität, dass im Bild die Zeit des historischen Ereignisses, die Zeit der Erstellung, die Zeit der Rezeption und die Zeit der heutigen Gegenwart mit unterschiedlichen Deutungsmustern aufeinandertreffen.

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Details

Title
Zwischen Fiktion und Rekonstruktion - Können Historienbilder einen Beitrag zum methodisch-analytischen Umgang mit Bildern im Geschichtsunterricht leisten?
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Institut für Geschichte)
Grade
1,3
Author
Katharina Theilen (Author)
Publication Year
2008
Pages
32
Catalog Number
V90395
ISBN (eBook)
9783638047524
ISBN (Book)
9783638944120
Language
German
Tags
Zwischen Fiktion Rekonstruktion Können Historienbilder Beitrag Umgang Bildern Geschichtsunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Theilen (Author), 2008, Zwischen Fiktion und Rekonstruktion - Können Historienbilder einen Beitrag zum methodisch-analytischen Umgang mit Bildern im Geschichtsunterricht leisten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90395
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