Kooperatives Lernen bietet eine Vielfalt an methodischen Möglichkeiten für den Unterricht bei Schülern mit Lernschwierigkeiten. Dies soll in den nun folgenden Ausführungen dargestellt werden.
Begonnen wird mit den Definitionen der Begriffe „Kooperation“ und „Kooperatives Lernen“ und anschließend das Verhältnis von kooperativem Lernen und Selbststeuerung aufgezeigt. Nach der darauffolgenden Vorstellung der Konzepte „Peer-Tutoring“ und „Peer-Collaboration“ werden abschließend sechs Methoden des kooperativen Lernens beschrieben, die auch für die Gestaltung der Referatssitzung verwendet wurden.
Inhaltsverzeichnis
1. Kooperatives Lernen im selbstgesteuerten Unterricht
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Kooperation
2.2 Kooperatives Lernen
3. Das Verhältnis von Selbststeuerung und Kooperativem Lernen
4. Peer–Tutoring und Peer–Collaboration
4.1 Peer–Tutoring
4.1.1 Vorstellung des Konzeptes, theoretischer Hintergrund und Ziele des Peer Tutoring
4.1.2 Peer-Tutoring bei Kindern mit Lernschwierigkeiten und Effekte des Peer Tutoring
4.2 Peer–Collaboration
4.2.1 Peer-Collaboration in freundschaftlichen Beziehungen
4.2.2 Untersuchung zur Kooperation unter Kindern aus Mainstreaming-Klassen
4.3 Anregungen für die Praxis
5. Sechs Methoden des kooperativen Lernens
5.1 “Jigsaw” Methode
5.2 „Placemat“ Methode
5.3 „Think-Pair-Share“ Methode
5.4 „Inside-Outside-Circle“ Methode
5.5 „Strukturierte Kontroverse“ Methode
5.6 „Gruppenrallye“ Methode
6. Ablauf der Sitzung
7. Evaluation
8. Literatur
9. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die methodischen Potenziale des kooperativen Lernens für den Unterricht von Schülerinnen und Schülern mit Lernschwierigkeiten. Ziel ist es, den theoretischen Zusammenhang zwischen kooperativem Lernen und Selbststeuerung zu beleuchten sowie praktische Interaktionsformen und deren Anwendung im Schulalltag vorzustellen.
- Definition und theoretische Grundlagen von Kooperation und kooperativem Lernen.
- Analyse des Verhältnisses von Selbststeuerung und kooperativen Sozialformen.
- Vorstellung der Konzepte Peer-Tutoring und Peer-Collaboration inklusive empirischer Effekte.
- Detaillierte Beschreibung didaktischer Methoden (Jigsaw, Placemat, Think-Pair-Share etc.).
- Praktische Reflexion über die Implementierung im Unterricht und deren Evaluation.
Auszug aus dem Buch
2.1 Kooperation
Kooperation kann als „bewusste, von allen Beteiligten verantwortete, zielgerichtete, gleichwertige und konkurrenzarme Zusammenarbeit“ gelten, wobei hier besonders das Arbeitsfeld Schule im Vordergrund steht. (Wachtel/Wittrock, 1990, 264 in Bundschuh, Heimlich, Krawitz, 2002, 177)
Auch im heilpädagogischen Arbeitsfeld ist die Zusammenarbeit verschiedener Professionen ein zentraler Punkt. Vor allem durch die gegenwärtigen Veränderungen in den Organisationsformen ist die Kooperation unabdingbar. Die Integration beeinträchtigter Schüler an Regelschulen verlangt nach neuen Formen der Zusammenarbeit; so sollten Förder- bzw. Sonderschullehrer gemeinsam mit Grundschul- bzw. Sekundarschullehrer für die Schüler gewinnbringend arbeiten. (vgl. Bundschuh, Heimlich, Krawitz, 2002, 177)
Bezüglich der heilpädagogischen Arbeitsfelder kann man zwischen internen und externen Aspekten unterscheiden. Während die Kooperation nach innen vor allem der Zusammenarbeit im Team innerhalb einer Institution entspricht, beinhaltet die Kooperation nach außen auch die Zusammenarbeit verschiedener Systeme und die Zusammenarbeit mit Eltern, Medizinern usw. (vgl. Bundschuh, Heimlich, Krawitz, 2002, 177)
Das Mittelpunkt der Kooperation in einem Bildungs- du Erziehungssystem liegt nach Kreie in einem „gemeinsamen Aneignungsprozess“, der zwischen unterschiedlichen Bedürfnissen, Sichtweisen und Kompetenzen vermittelt. (vgl. Kreie, 1990, 237 in Bundschuh, Heimlich, Krawitz, 2002, 177f) Nach Buber umfasst die Kooperation Prozesse der „gegenseitigen Annäherung und Abgrenzung auf der Basis der Wertschätzung der Individualität des anderen“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Kooperatives Lernen im selbstgesteuerten Unterricht: Einführung in die methodische Vielfalt kooperativer Ansätze für den Unterricht bei Lernschwierigkeiten.
2. Begriffsdefinitionen: Fundierte Klärung der Kernbegriffe Kooperation und kooperatives Lernen im Kontext des heilpädagogischen Arbeitsfeldes.
3. Das Verhältnis von Selbststeuerung und Kooperativem Lernen: Analyse der wechselseitigen Beeinflussung und Abgrenzung dieser beiden Lern- und Sozialformen.
4. Peer–Tutoring und Peer–Collaboration: Darstellung von Konzepten zur Zusammenarbeit unter Gleichaltrigen, inklusive förderlicher Bedingungen und empirischer Befunde.
5. Sechs Methoden des kooperativen Lernens: Praxisorientierte Vorstellung didaktischer Verfahren wie Jigsaw, Placemat und Strukturierte Kontroverse.
6. Ablauf der Sitzung: Dokumentation des konkreten Zeitplans und der methodischen Umsetzung der Referatssitzung.
7. Evaluation: Reflexion über den Verlauf und die Erfahrungen der durchgeführten Referatssitzung.
Schlüsselwörter
Kooperatives Lernen, Selbststeuerung, Peer-Tutoring, Peer-Collaboration, Integrationsklassen, Heilpädagogik, Sozialkompetenz, Jigsaw-Methode, Gruppenarbeit, Unterrichtsmethoden, Lernschwierigkeiten, Schulklima, Interaktion, Didaktik, Teamfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einsatz kooperativer Lernformen in Integrationsklassen und Förderschulen, um Schüler mit Lernschwierigkeiten durch soziale Interaktion effektiver zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Definitionen von Kooperation, das Konzept der Selbststeuerung, verschiedene Formen der Peer-Interaktion sowie konkrete methodische Umsetzungsmöglichkeiten im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie kooperatives Lernen als methodisches Werkzeug genutzt werden kann, um Lernprozesse zu unterstützen und Schüler aktiver in ihr Lernen einzubinden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden behandelt?
Es werden explizit sechs kooperative Methoden vorgestellt: Jigsaw, Placemat, Think-Pair-Share, Inside-Outside-Circle, Strukturierte Kontroverse und die Gruppenrallye.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlegungen, die Erläuterung von Peer-Tutoring und Peer-Collaboration sowie die praktische detaillierte Beschreibung der sechs genannten Unterrichtsmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind die Begriffe Kooperatives Lernen, Peer-Tutoring, Selbststeuerung und Inklusion/Integration im schulischen Kontext.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Peer-Tutoring und Peer-Collaboration eine Rolle?
Die Unterscheidung ist wichtig, da sie unterschiedliche Rollenverteilungen (Lehrender-Lernender vs. gleichberechtigte Partner) und damit einhergehend unterschiedliche kognitive und soziale Lernpotenziale definiert.
Welche Rolle spielt der Lehrer bei den beschriebenen Methoden?
Der Lehrer wandelt sich vom Wissensvermittler hin zum „Manager“ des Lernprozesses, der Rahmenbedingungen schafft, Lernmaterialien zur Verfügung stellt und die soziale Interaktion unterstützt.
Was zeigt die Untersuchung zu Mainstreaming-Klassen?
Die Untersuchung zeigt, dass kooperative Arbeitsformen besonders in festen, freundschaftlichen Beziehungen Lernzuwächse fördern, während bei nicht-freundschaftlichen Beziehungen die Strukturierung der Aufgabe für den Erfolg entscheidend ist.
Wie wurde die praktische Umsetzung im Seminar evaluiert?
Die Evaluation erfolgte durch ein Feedback der Seminarteilnehmer und eine kritische Selbstreflexion der Referentinnen, wobei die Aktivierungsphase als verbesserungswürdig eingestuft wurde.
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- Veronika Bernau (Author), Patricia Stein Cornelia Benz (Author), 2007, Kooperatives Lernen im Rahmen des schülerorientierten Unterrichts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90398