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Die Schule besuchen wir schon lange nicht mehr - Projektskizze eines narrativen Interviews mit Schulverweigerern

Title: Die Schule besuchen wir schon lange nicht mehr - Projektskizze eines narrativen Interviews mit Schulverweigerern

Seminar Paper , 2006 , 11 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sven Werny (Author)

Nursing Science - Nursing Management
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Das Thema Schulschwierigkeiten und Schulverweigerung dürfte eigentlich fast jedem geläufig sein. Entweder man hat es schon am eigenen Leib durch die eigenen Kinder erfahren oder man wurde durch Presse und Medien darauf aufmerksam gemacht. Wir haben es bei diesem Thema nicht mit einem vorübergehenden Phänomen zu tun, sondern mit einem mittlerweile sozial gesellschaftlichen Problem, dem die Institution Schule allein nicht mehr gewachsen ist. Denn, um auf die veränderten gesellschaftlichen Strukturen einzugehen, ist unser Schulsystem zu starr und zu traditionell verhaftet. Deshalb müssen außerschulische Einrichtungen der Jugendhilfe der Schule tatkräftig unter die Arme greifen. Dazu ist es sehr wichtig, dass Schule und Jugendhilfe miteinander arbeiten, denn ohne diese Kooperation wird die Minderung oder Abschaffung von Schulverweigerung wohl kaum realisierbar sein (vgl. Schreiber-Kittl, 2001, S. 226). Es reicht an dieser Stelle nicht aus, den fernbleibenden Schülerinnen und Schülern polizeilich nachzugehen und sie wieder in die Schule zu schicken. Hinter dieser Verweigerung steckt noch viel mehr als nur keine Lust auf Unterricht zu haben oder einer Klausur auszuweichen. Manche Kinder und Jugendliche haben sogar eine Phobie und bedürfen therapeutischer Hilfe. Andere Heranwachsende kämpfen mit den zusätzlichen Belastungen wie schwierige Familienverhältnisse, schlechte Deutschkenntnisse oder Hänseleien durch Mitschüler (vgl. Schreiber-Kittl, 2001, S. 231). Zudem kommt noch der starke Leistungsdruck unseres Schulsystems, dem sehr viele Schüler nicht gewachsen sind. Darüber hinaus ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt schlecht, so dass sich die meisten Hauptschüler fragen, warum sie überhaupt noch in die Schule gehen sollen und einen Abschluss erwerben sollen. Denn danach stehen sie höchstwahrscheinlich arbeitslos auf der Straße, also weshalb die Mühen und sich durch den meist als langweilig empfundenen Unterricht quälen?
In diesem Kontext bietet die Einrichtung X Betriebsgesellschaft mbH in Kooperation mit der Stadt Y seit Mai diesen Jahres ein Pilotprojekt an drei Schulen (Hauptschule, Förderschule für Erziehungshilfe und Förderschule für Lernbehinderung) an. Ziele der Interventionsmaßnahmen sind zum einen, den Heranwachsenden einen Ansprechpartner zu bieten der einzeln auf sie eingehen kann, zum anderen sich aber auch gezielter um sie kümmert, um sie somit wieder zu motivieren und ihr Selbstvertrauen aufzubauen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erkenntnisinteresse

3. Reflexion des Erkenntnisinteresses

4. Verlauf des narrativen Interviews

5. Auswahl des Forschungsinstrumentes

6. Auswertung der Daten

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit entwickelt eine Projektskizze für narrative Interviews mit schulverweigernden Jugendlichen, um tiefere Einblicke in ihre individuellen Lebensgeschichten und die Ursachen ihres Fernbleibens von der Schule jenseits formaler Aktennotizen zu gewinnen.

  • Analyse biographischer Faktoren und Familienstrukturen
  • Untersuchung äußerer Einflüsse auf die Schulverweigerung
  • Erforschung der Sozialisationserfahrungen im Vergleich zu Regelschülern
  • Erhebung der Zukunftsperpektiven und Lebenswünsche der Jugendlichen
  • Methodische Fundierung durch das narrative Interview und die objektive Hermeneutik

Auszug aus dem Buch

4. Verlauf des narrativen Interviews

Grundsätzlich lässt sich das narrative Interview in drei Phasen aufteilen. Daneben sind die Phasen des Vorgesprächs, sowie des Nachgesprächs zu beachten. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Interviewsituation selbst abhängig davon ist, wie die Vorgespräche durchgeführt wurden.

Bei der ersten Kontaktaufnahme sollte das Interesse an bestimmten Themen, als einer der Schwerpunkte, erläutert werden, sowie die äußeren Bedingungen, das Setting für das Interview. Dies bezieht sich auf den Ort, den Tag, die Dauer und anwesenden Personen. In den Vorgesprächen gilt es vor allem das „Wie“ des Interviews, mit den Jugendlichen (BiographInnen) abzuklären. Für viele BiographInnen ist es eine neue Erfahrung, in einem Interview nicht mit vorgegebenen Fragen seitens der InterviewerInnen konfrontiert zu werden. Dabei ist es wichtig zu erklären, dass die individuellen Relevanzen des Erlebens und Erfahrens der BiographInnen, dem Interviewer nicht bekannt sein können. Auch ist darauf hinzuweisen, dass den BiographInnen der Einstieg in die Erzählphase ermöglicht werden wird. Zugleich muss auch geklärt werden, dass das Interview auf Tonband aufgezeichnet, anschließend transskribiert und dabei anonymisiert wird. Ebenfalls sollte im Vorhinein geklärt werden, dass die InterviewerInnen sich während der Erzählung der BiographInnen Notizen machen werden, die die Basis für den im Anschluss an die Haupterzählung folgenden Nachfrageteil bilden sollen (vgl. Schaffer, 2002, S. 112).

Das eigentliche Interview, gliedert sich, wie oben angegeben, in drei Teile und beginnt mit einer offenen Erzählaufforderung, die zur Darstellung der selbststrukturierten Lebensgeschichte führt. Rosenthal betont die Wichtigkeit der Offenheit der Erzählaufforderung: ,,Entscheidend beim biographisch-narrativen Interview ist, dass der Autobiograph zunächst mit einer relativ allgemein gehaltenen Erzählaufforderung um die Erzählung seiner Lebensgeschichte gebeten wird" (Rosenthal, 1995, S. 187). Die Erzählaufforderung sollte in etwa lauten: ,,Ich interessiere mich für die Familien- und Lebensgeschichte von Jugendlichen, die die Schule verweigern. Ich möchte Dich bitten, mir Deine Familien- und Lebensgeschichte mit allen für Dich wichtigen Einzelheiten zu erzählen. Ich werde Dich nicht unterbrechen und später nachfragen." Weiterhin ist es wichtig, dass wir die Jugendlichen während der Haupterzählung nicht unterbrechen, damit die begonnene Darstellung der eigenen Lebensgeschichte in Ruhe zu Ende gebracht werden kann. Auf diese Weise wird sicher gestellt, dass die Jugendlichen sich in den Fluss ihrer Erfahrungen begeben, vergangene Verstrickungen, Höhe- und Wendepunkte erzählen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt das gesellschaftliche Problem der Schulverweigerung und begründet die Notwendigkeit von Kooperationen zwischen Schule und Jugendhilfe sowie einer biographischen Erforschung der betroffenen Jugendlichen.

2. Erkenntnisinteresse: Formuliert die zentralen Forschungsfragen hinsichtlich familiärer, sozialer und zukunftsbezogener Faktoren im Leben der betroffenen Jugendlichen.

3. Reflexion des Erkenntnisinteresses: Definiert die Ziele der Untersuchung, insbesondere die Verbesserung des professionellen Zugangs zur Zielgruppe und die Sensibilisierung des Lehrpersonals.

4. Verlauf des narrativen Interviews: Erläutert den methodischen Aufbau des Interviews, von der Vorbereitung und Erzählaufforderung bis hin zur drei-phasigen Durchführung und dem Nachgespräch.

5. Auswahl des Forschungsinstrumentes: Begründet die Entscheidung für das narrative Interview als Erhebungsmethode und benennt die von Rosenthal geforderten Bedingungen für ein gelingendes Interview.

6. Auswertung der Daten: Stellt die Methode der objektiven Hermeneutik nach Ulrich Oevermann als Instrument zur Datenanalyse vor und erläutert die entsprechenden Arbeitsschritte.

Schlüsselwörter

Schulverweigerung, Narratives Interview, Biographieforschung, Kooperationsmanagement, Jugendhilfe, Lebensgeschichte, Objektive Hermeneutik, Sozialisation, Schulsystem, Erzählaufforderung, Fallgeschichte, Qualitative Sozialforschung, Pilotprojekt, Schüler, Familienstrukturen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption eines Projektes, das mittels narrativer Interviews die Lebensgeschichten von schulverweigernden Jugendlichen untersucht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Ursachen für Schulverweigerung, die Bedeutung biographischer Hintergründe sowie die Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die individuellen Problemlagen von Schulverweigerern zu entwickeln, um diese gezielter bei der Reintegration und dem Aufbau von Selbstvertrauen zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich auf das narrative Interview nach Fritz Schütze und zur Datenauswertung auf die Methode der objektiven Hermeneutik nach Ulrich Oevermann.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich dem Erkenntnisinteresse, der methodischen Gestaltung des narrativen Interviews sowie dem konkreten Vorgehen bei der hermeneutischen Datenauswertung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Schulverweigerung, Biographieforschung, narrative Interviews und objektive Hermeneutik geprägt.

Warum ist das narrative Interview für diese Zielgruppe besonders geeignet?

Da es die Jugendlichen als Experten ihrer eigenen Lebensgeschichte ernst nimmt und ihnen den Raum gibt, ihre Erfahrungen in einer selbststrukturierten Form zu schildern, ohne von vorgegebenen Fragen eingeschränkt zu werden.

Was bedeutet das "Prinzip der Offenheit" in diesem Kontext?

Es bedeutet, dass theoretische Vorannahmen des Forschers zurückgestellt werden, damit sich die Struktur der Lebensgeschichte der Befragten eigenständig entfalten kann.

Wie unterscheidet sich die objektive Hermeneutik von anderen Methoden?

Sie kritisiert das rein subsumtionslogische Vorgehen und fokussiert stattdessen auf die schlüssige Rekonstruktion von sozialen Strukturen aus den Daten des Einzelfalls.

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Details

Title
Die Schule besuchen wir schon lange nicht mehr - Projektskizze eines narrativen Interviews mit Schulverweigerern
College
University of Applied Sciences North Rhine-Westphalia Aachen
Grade
1,0
Author
Sven Werny (Author)
Publication Year
2006
Pages
11
Catalog Number
V90439
ISBN (eBook)
9783638046817
ISBN (Book)
9783640463268
Language
German
Tags
Schule Projektskizze Interviews Schulverweigerern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Werny (Author), 2006, Die Schule besuchen wir schon lange nicht mehr - Projektskizze eines narrativen Interviews mit Schulverweigerern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90439
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