Dieser Lernzettel mit dem Titel "Ältere deutsche Literatur und Sprache" enthält u.a. folgende Inhalte in Stichpunkten:
Hartmann von Aue - Erec und alles, was dazu gehört: Ritterlichkeit, Minne, Mittelhochdeutsch usw.
Aus dem Inhalt:
- WANN WAR „DAS“ MITTELALTER?;
- GEGENWÄRTIGE SITUATION DER GERMANISTISCHEN MEDIÄVISTIK;
- DAS MITTELALTERLICHE BILDUNGSWESEN;
- [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Lernzettel Ältere deutsche Literatur und Sprache
2. Einblicke in die Geschichte des Fachs
3. Gegenwärtige Situation der germanistischen Mediävistik
4. Das mittelalterliche Bildungswesen
4.1 Die Klosterschule
4.2 Die Universitäten
4.3 Die Scholastik
4.3.1 Die sieben freien Künste (septem artes liberales)
4.3.2 Die unfreien Künste (artes mechanicae)
4.3.3 verbotene Künste
5. Zum Verhältnis von Literarizität und Illiterarizität
6. Lautliche Veränderungen vom Mhd. zum Nhd.: Vokalismus
6.1 Änderung der Vokalqualität
6.2 Änderung der Vokalquantität
7. Lautliche Veränderungen von Mhd. zum Nhd. Konsonantismus
8. Lautliche Phänomene innerhalb des Mhd.
9. Präterito-Präsentien
10. Häufige unregelmäßige Verben
11. Das Verbum Sîn/Wesen
12. Syntax
13. Literaturgeschichte
14. Merseburger Zaubersprüche (MZ)
15. Hildebrandslied
16. Mündlichkeit & Schriftlichkeit
17. Konzeptionelle Mündlichkeit - Oralität
18. Mündlichkeit und Vokalität
19. Wie entsteht ein Buch (im Mittelalter)?
20. Die Feudalgesellschaft
21. Das Lehnswesen
22. Der vasallistische Vertrag
23. Herrschaftsorte
24. Die höfische Gesellschaft
25. Das Rittertum
26. Literaturgeschichte
27. Gattungstrias
28. Heldenepik
29. Höfischer Roman
30. Spielmannsepik
31. (Welt-)Chronistik
32. Legende
33. Märe
34. Bîspel
35. Rede
36. Schwank
37. Schwankroman
38. Tierepik
39. Grammatik § 24 (und § 6) und § 25
40. Definition: Ablaut (§ 6)
41. Wiederholung: Grammatischer Wechsel, § 11
42. Auffälligkeiten bei starken Verben, § 24
43. Schwache Verben, § 25
44. Kurzgrammatik § 29—31
45. Negation § 30 und § 31
46. Einführung in die mittelalterlich-christliche Bedeutungskunde (Hermeneutik)
47. Einführung in die Hermeneutik
48. Gottfried von Straßburg: Tristan
49. Die Minnegrotte – ein Paradies?
50. Was ist ein Locus Amoenus?
51. Rückblick: Gattungsgeschichte
52. Semantik
53. Der Ordo-Gedanke und rechtliche Grundlagen des Mittelalters: Begriffserklärungen
54. Der Autor (im Mittelalter)
55. Autor und Erzähler
56. Der Erzähler im Erec-Roman
57. Auffrischung Nibelungenlied
58. Schematisches Erzählen
59. Erzählschema im Erec
60. Doppelter Kursus im Erec
61. Korrespondenz der Âventiure-Episoden
62. Interpretation & Diskussion
63. Famurgan als Topos der Zauberin und Gegenpol des höfisch- christlichen Frauenideals
64. Ginover – die ideale Herrscherin als soziale Rolle
65. Männer ohne Frauen – Junggesellen in Hartmanns Roman
66. Das Spiel von triuwe und untriuwe in Hartmanns ‚Erec’
67. Enite und Erec – triuwe / untriuwe in der Ehe
68. 3.2. Der erste Graf und Enite – triuwe in der untriuwe
69. Die Beziehung zwischen Erec und Lac
Zielsetzung & Themen
Das Dokument dient als grundlegendes Kompendium für das Studium der älteren deutschen Literatur und Sprache, mit dem Ziel, einen fundierten Überblick über mediävistische Forschungsmethoden, literarische Gattungen sowie die gesellschaftlichen und linguistischen Rahmenbedingungen des Mittelalters zu vermitteln.
- Historische und sprachwissenschaftliche Entwicklung des Deutschen (Althochdeutsch bis Neuhochdeutsch).
- Strukturen des mittelalterlichen Bildungswesens, Lehnswesens und der Feudalgesellschaft.
- Systematische Analyse literarischer Gattungen wie Heldenepik, höfischer Roman und Schwank.
- Methoden der mediävistischen Textanalyse, insbesondere unter Berücksichtigung von Erzähltheorie und Hermeneutik.
- Untersuchung zentraler Begriffe wie Triuwe/Untriuwe und das Wirken von Autoren und Erzählern im Mittelalter.
Auszug aus dem Buch
Famurgan als Topos der Zauberin und Gegenpol des höfisch- christlichen Frauenideals
Einzig präsente und näher charakterisierte Frauenfigur im „Erec“ neben Enite ist Famurgan, die Schwester Königs Artus. Diese ist zum Zeitpunkt der Handlung bereits verstorben und alles, was über sie bekannt wird, ist der Erinnerung des Erzählers entnommen. Die Figur der Famurgan ist von Hartmann neu erfunden. In der Vorlage von Chrétien de Troyes existiert die Fee Morgue als Schwester Artus. Diese ist jedoch eindeutig positiv belegt, während im „Erec“ ein zwiespältiges Bild von Famurgan entwickelt wird und ihr auch dämonische Eigenschaften zugesprochen werden. Hierfür werden Motive aus der antiken und keltischen Mythologie verwendet, unter anderem werden Sibylle und Ericto erwähnt. Bereits in der „Vita Merlin“ (ca. Mitte des 12. Jh.) von Geoffrey of Monmouth wird die Fee „Morgen“ aus dem keltischen Feenreich Avalon erwähnt und im „Draco Normannicus“ von Etienne de Rouen (ca. 1168) wird diese als Figur „Morgan“ als Schwester von Artus bezeichnet.[32]
Die Figur Famurgan ist für den Leser schwer zu fassen. Einerseits wird das phlaster, ein heilender Verband aus ihrem Nachlass, zweimal verwendet, um Erecs Wunden zu behandeln und zu heilen. Sowohl Ginover als auch die Schwestern Guivreiz benutzen das phlaster, es wird also im höfisch-christlichen Umfeld der Artusgesellschaft angewendet und dies mit einem positiven Effekt, der Heilung. Andererseits wird Famurgan mit dämonischen Eigenschaften gekennzeichnet und mit widernatürlichen Handlungen in Verbindung gebracht. Zunächst berichtet der Erzähler von ihr „si was ein gotinne.“[33] Hierzu erläutert Christine Wand-Wittkowski: „Das Wort ‚gotinne‘ ist sonst in Hartmanns Romanen für die heidnischen Götter Juno und Pallas reserviert. Heidnische Götter sind nach dem christlichen Verständnis des Mittelalters entweder Erfindungen oder teuflische Dämonen.“[34]
Zusammenfassung der Kapitel
Mittelalterliches Bildungswesen: Erläutert die Rolle der Klosterschulen und Universitäten sowie das scholastische Lehrsystem der freien und mechanischen Künste.
Lautliche Veränderungen vom Mhd. zum Nhd.: Vokalismus: Detaillierte Darstellung der vokalischen Wandelprozesse wie Diphthongierung, Monophthongierung und Rundung.
Gottfried von Straßburg: Tristan: Biografische Eckpunkte und literaturwissenschaftliche Einordnung des unvollendeten Tristan-Epos inklusive der Minnegrotten-Episode.
Das Spiel von triuwe und untriuwe in Hartmanns ‚Erec’: Analyse der moralischen und gesellschaftlichen Bedeutung der Begriffe Treue und Untreue innerhalb der Erec-Ehe und in der Interaktion mit dem Umfeld.
Schlüsselwörter
Mediävistik, Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch, Höfischer Roman, Heldenepik, Triuwe, Hermeneutik, Scholastik, Erzählschema, Artusgesellschaft, Vokalismus, Gattungsgeschichte, Minnesang, Locus Amoenus, Famurgan.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es handelt sich um ein grundlegendes Lern- und Nachschlagewerk für das Fachgebiet der älteren deutschen Literatur und Sprache.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt Sprachgeschichte, literarische Gattungen, das mittelalterliche Bildungssystem sowie gesellschaftliche Strukturen und Ideale.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vermittlung fundierter Kenntnisse über die mediävistische Literaturwissenschaft, von linguistischen Grundlagen bis hin zu komplexen Textanalysen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Das Dokument nutzt Methoden der philologischen Analyse, der historischen Kontextualisierung und der literaturwissenschaftlichen Interpretation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst linguistische Analysen, die Vorstellung verschiedener Gattungen (z.B. Märe, Chronik, Epos) und Interpretationen spezifischer Werke wie Hartmanns Erec.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Mediävistik, Mhd./Nhd. Sprachwandel, höfische Literatur und das Konzept von Triuwe und Untriuwe.
Wie ist die Ehe von Erec und Enite laut Text einzuordnen?
Sie wird als Spannungsfeld zwischen Treue und Untreue analysiert, in dem Erec Enites Verhalten einer harten Prüfung unterzieht.
Welche Rolle spielt die Figur Famurgan im Erec?
Famurgan wird als zwiespältige Figur dargestellt, die sowohl als Heilerin innerhalb der Artusgesellschaft fungiert als auch dämonische Züge trägt.
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- Alisia Wenzel (Author), 2020, Lernzettel Ältere deutsche Literatur und Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/904600