Leitlinien für eine sinnvoll gestaltete Hausaufgabenpraxis (Praktikumsbericht zum VOP)


Praktikumsbericht / -arbeit, 2007

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Leitlinien für eine sinnvoll gestaltete Hausaufgabenpraxis
2.1. Begriff „Leitlinien“
2.2. Sich in den Stundenplan der Schüler eindenken
2.3. Den Umfang der Hausaufgaben auf das Alter der Schüler abstimmen
2.4. Verschiedene Funktionen von Hausaufgaben sehen und berücksichtigen
2.5. Die Hausaufgaben in den Unterricht integrieren
2.6. Die individuellen Lernvoraussetzungen berücksichtigen
2.7. Die Hausaufgaben stets kontrollieren und auswerten
2.8. Die Hausaufgaben im Unterricht zum Thema machen
2.9. Die Schüler bei den Hausaufgaben betreuen

3. Fazit

4. Literaturangaben

5. Anhang
5.1. Übersicht vom Zeitaufwand zur Erledigung der Hausaufgaben von vier Schülern

1. Einleitung

Vom 17.-28. September 2007 habe ich ein Praktikum in der Regelschule Menteroda absolviert. Schon vor Beginn meines Praktikums hatte ich mir als thematischen Rahmen für den Bericht die Hausaufgaben gewählt, um von Anfang an spezifische Beobachtungen dokumentieren zu können.

Im Laufe meiner Dokumentation fiel mir auf, dass für die Erteilung sinnvoll gestalteter Hausaufgaben viele Faktoren beachtet werden müssen, denn sie bilden innerhalb und außerhalb der Schule einen ständigen Konfliktherd. Das zusätzliche Lernen am Nachmittag kann besonders bei leistungsschwachen Schülern schnell zu Überforderung führen. Daher ist es für eine sinnvoll gestaltete Hausaufgabenpraxis unumgänglich, dass der Lehrer sich in die Lage der Schüler versetzt. Nur so kann er die Probleme und Schwierigkeiten der Schüler mit den Hausaufgaben verstehen und nachvollziehen.

Eine Hilfe bei der sinnvollen Gestaltung von Hausaufgaben sind „Leitlinien“ von Becker und Kohler (2002). Die meines Erachtens wichtigsten dieser „Leitlinien“ sollen nach einer kurzen Begriffsklärung in diesem Bericht vorgestellt werden. Weiterhin soll deren Umsetzung an der Regelschule Menteroda kritisch überprüft werden.

2. Leitlinien für eine sinnvoll gestaltete Hausaufgabenpraxis:

2.1. Begriff „Leitlinien“

Zu Beginn ist es wichtig, die Bedeutung des Begriffes „Leitlinien“ zu klären. Leitlinien sind keinesfalls mit Prinzipien oder Regeln gleich zu setzen. Demzufolge müssen sie nicht zwingend eingehalten werden. Im Gegenteil, sie sollen als Hilfe fungieren und dadurch eine sinnvoll gestaltete Hausaufgabenpraxis erleichtern.[1]

2.2. Sich in den Stundenplan der Schüler eindenken

Die Fächervielzahl an Regelschulen kann schnell dazu führen, dass Schüler viele Hausaufgaben zu erledigen haben. Oft haben die Schüler zwischen fünf und sieben Fächer am Tag, aus denen auch fünf bis sieben Hausaufgaben hervorgehen können. Überforderung kann schnell die Folge sein. Deshalb ist es wichtig, dass Lehrer sich in den Stundenplan der Schüler eindenken. Auch Kooperation und Koordination zwischen den Lehrern sind förderlich. Durch klare Absprachen können Überforderung oder auch Unterforderung der Schüler an einzelnen Tagen verhindert werden. Durch die Zusammenarbeit des gesamten Lehrerkollegiums werden Fachegoismen gezügelt.[2] [3]

Die Kooperation zwischen den Lehrern an der Regelschule Menteroda empfand ich als vorbildlich. Begünstigend wirkt dabei die geringe Größe der Schule und die Zahl von nur 16 Fachlehrern. Das Kollegium trifft klare Absprachen, zum Beispiel, wann in welchen Fächern in welcher Klasse Leistungskontrollen geschrieben werden. Die Lehrer haben sich als Ziel gesetzt, in einer Klasse pro Tag möglichst nur eine Leistungskontrolle schreiben zu lassen. Wenn umfangreichere Hausaufgaben erteilt werden sollen, wird dies ebenfalls im Kollegium besprochen. Zum Beispiel sollte die 7. Klasse für das Fach Medienkunde als Hausaufgabe eine vollständige Bewerbungsmappe erstellen. Dies wurde von den jeweiligen Fachlehrern der 7. Klasse berücksichtigt. Als Orientierungshilfe für die Lehrer, wie viele Hausaufgaben welche Klasse zu erledigen hat, dient eine Übersicht der Hausaufgaben einer jeden Klasse im Lehrerzimmer. Auf diese Übersicht wird im Kapitel 2.9. näher eingegangen[4].

Trotz dieser sehr guten Kooperation zwischen den Lehrern meiner Praktikumsschule haben die Schüler einen sehr hohen Arbeits- und Zeitaufwand für die Erledigung ihrer Hausaufgaben.[5]

2.3. Den Umfang der Hausaufgaben auf das Alter der Schüler abstimmen

Der Arbeitsaufwand für die Erledigung von Hausaufgaben wird hin und wieder von Lehrern unterschätzt. Natürlich ist es häufig schwer, innerhalb der knapp bemessenen Unterrichtszeit ein Stoffgebiet vollständig zu erarbeiten und möglichst auch anzuwenden. Dennoch ist es unverzichtbar, die Arbeitszeit der Schüler für die Hausaufgaben möglichst gering zu halten. Gerade bei älteren Schülern, deren Konzentrationsfähigkeit höher ist als bei jüngeren Schülern, ist die Versuchung groß, umfangreichere Hausaufgaben zu erteilen. Doch gerade die älteren Schüler werden im Laufe eines Schultages auch mit mehreren Fächern konfrontiert, was zu einer Überforderung führen kann, wenn jeder Fachlehrer umfangreiche Hausaufgaben erteilt.[6]

An meiner Praktikumsschule konnte ich den Trend eines hohen Arbeitsaufwandes der Schüler für die Erledigung der Hausaufgaben beobachten. Noch vor meiner eigentlichen Praktikumszeit besuchte ich den Elternabend der 10. Klasse. Die Lehrerin machte die Eltern explizit darauf aufmerksam, dass sie kontrollieren sollen, dass ihre Kinder mindestens zwei Stunden Hausaufgaben am Tag machen. Dieser Zeitaufwand erschien mir utopisch hoch. Deshalb fragte ich gleich zu Beginn meiner Praktikumszeit vier Schüler der 10. Klasse, ob sie für eine Woche ihren Zeitaufwand für die Hausaufgaben dokumentieren können. Die Ergebnisse zeigten mir, dass die von der Klassenlehrerin erwähnten zwei Stunden keinesfalls Utopie waren: In der dokumentierten Woche arbeiteten die vier Schüler pro Tag durchschnittlich 1 Stunde und 58 Minuten an ihren Hausaufgaben. Im Wochendurchschnitt benötigten sie 13 Stunden und 48 Minuten für ihre Hausaufgaben. Der unglaublich hohe Zeitaufwand der Schüler der 10. Klasse wird noch deutlicher, wenn die 25-30 Stunden, die sie wöchentlich in der Schule verbringen, hinzu addiert werden.

[...]


[1] vgl. Becker und Kohler (2002): 26

[2] vgl. Becker und Kohler (2002): 26

[3] vgl. Becker und Kohler (2002): 28

[4] vgl. Seite 7-8

[5] vgl. Seite 11

[6] vgl. Becker und Kohler (2002): 27

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Leitlinien für eine sinnvoll gestaltete Hausaufgabenpraxis (Praktikumsbericht zum VOP)
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V90462
ISBN (eBook)
9783638050883
Dateigröße
540 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Leitlinien, Hausaufgabenpraxis, VOP)
Arbeit zitieren
Ranja Fehlhauer (Autor), 2007, Leitlinien für eine sinnvoll gestaltete Hausaufgabenpraxis (Praktikumsbericht zum VOP), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90462

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