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Jugendliches Risikoverhalten im Verkehr

Titre: Jugendliches Risikoverhalten im Verkehr

Travail d'étude , 2007 , 35 Pages , Note: keine Benotung

Autor:in: Kerstin Semmler (Auteur)

Psychologie - Divers
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die vorliegende Arbeit möchte aus ökopsychologischer Sicht jugendliches Risikoverhalten im Verkehr darstellen, indem sie deskriptive statistische Zahlen aufbereitet, jugendliches Verkehrsverhalten beschreibt und Erklärungsansätze des Risikoverhaltens aufzeigt.
Jugendliches Risikoverhalten ist in einer Gesellschaft, für die der von Beck (1986) geprägte Name „Risikogesellschaft“ mittlerweile Allgemeingut geworden ist, dahingehend besonders signifikant, da die persönlichen Probleme und Chancen, die die Risikogesellschaft mit sich bringt, für die Jugendlichen hier in konzentrierter Form auftreten können. „Das Koordinatensystem, in dem das Leben und Denken in der industriellen Moderne befestigt ist – die Achsen von Familie und Beruf, der Glaube an Wissenschaft und Fortschritt -, gerät ins Wanken, und es entsteht ein neues Zwielicht von Chancen und Risiken – eben die Konturen der Risikogesellschaft.“ (Beck, 1986, S.20).
Die adoleszente Entwicklungsphase bringt für die Jugendlichen die besondere Herausforderung mit sich, eigenverantwortlich mit den Risiken des Lebens umgehen zu lernen und dabei Individualität und Bewältigungsstrategien zu entwickeln sowie einen eigenen Lebensweg zu finden. Dabei hat die räumliche Mobilität und vor allem die motorisierte Mobilität eine herausragende Bedeutung für die Jugendlichen, versinnbildlicht sie doch Unabhängigkeit, Kontrolle, Ansehen bei Gleichaltrigen, soziale Beweglichkeit und den Eintritt ins Erwachsenenleben. Die Bedeutung von Mobilität hat für die Menschen in Deutschland in den letzten Jahrzehnten immer mehr zugenommen, der Verkehr wächst. (vlg. Statistisches Bundesamt, 2006, S.28) „Die Straße ist nach Wohnung und Arbeitsplatz bzw. Ausbildungsstätte einer der wichtigsten Verhaltensbereiche“ (Erke 1996, S. 549). Dementsprechend umfangreich sind Forschungsarbeiten der Verkehrspsychologie innerhalb der Ökopsychologie (vgl. Erke 1996). Verkehr wird in der Verkehrswissenschaft „als Überwindung von Raum durch Personen und Güter (Voigt 1973, S.34) oder als Ortsveränderungen, die im öffentlichen Verkehrsraum stattfinden (Hautzinger & Kessel 1977, S.10)“ definiert (Molt 1996, S. 555).
Um jugendliches Risikoverhalten im Verkehr beschreiben und verstehen zu können, ist es zunächst notwendig die Frage zu stellen, was unter Risiko und Risikoverhalten zu verstehen ist.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Statistische Daten jugendlichen Verkehrsverhaltens

3 Beschreibung, Motive und subjektives Erleben von allgemeinem sowie von risikoreichem jugendlichen Verkehrsverhalten

4 Jugendliche Risikoeinstellung und Risikowahrnehmung

5 Sensation Seeking im Verkehr

6 Erklärungsansätze jugendlichen Risikoverhaltens im Verkehr

6.1 Soziales und gesellschaftliches Umfeld

6.2 Geschlechtsspezifische Sozialisation

6.3 Entwicklungspsychologische und sozialisationstheoretische Ansätze

7 Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das jugendliche Risikoverhalten im Straßenverkehr aus einer ökopsychologischen Perspektive, wobei statistische Daten analysiert, Verhaltensmotive beleuchtet und verschiedene theoretische Erklärungsansätze diskutiert werden, um ein tieferes Verständnis für die hohen Unfallzahlen in dieser Altersgruppe zu entwickeln.

  • Statistische Analyse des jugendlichen Verkehrsverhaltens und Unfallgeschehens
  • Psychologische Motive und subjektives Erleben von Mobilität bei Jugendlichen
  • Einfluss von Sensation Seeking und Risikoeinstellungen auf den Fahrstil
  • Die Rolle des sozialen Umfelds und psychosozialer Belastungsfaktoren
  • Geschlechtsspezifische Sozialisation als Einflussgröße auf das Unfallrisiko
  • Entwicklungspsychologische Hintergründe der adoleszenten Identitätsfindung

Auszug aus dem Buch

Sensation Seeking im Verkehr

Sensation Seeking als psychologischer Begriff und die Sensation Seeking Forschung wurde von Zuckerman (1964) eingeführt, der dieses interdisziplinäre Forschungsfeld entscheidend geprägt und darüber mehr als 30 Jahre publiziert hat. Zuckerman hat Sensation Seeking folgendermaßen definiert: „Sensation Seeking is a trait defined by the seeking of varied, novel, complex, and intensive sensations and experiences, and the willingness to take physical, social, legal, and financial risks for the sake of such experiences.” (1994, S.27)

Sensation Seeking als Persönlichkeitsmerkmal korreliert positiv mit dem Persönlichkeitsmerkmal “Risikobereitschaft“ (vgl. Andresen, 2003). Sensation Seeking im Verkehr kann zu risikoreichem bis zu extrem risikoreichem Verkehrsverhalten wie u.a. Autorennen, „Frisieren“ von Fahrzeugen, waghalsigem Skaten und „Inlinern“ im Verkehr oder S-Bahn-Surfen führen. Apter beschreibt ein extremes Beispiel von jugendlichem Sensation Seeking im Verkehr:

„Ein Teenager fuhr mit drei Freunden nachts im Auto. Als sie auf eine Kreuzung zusteuerten, wettete er mit seinen Freunden, sie würden die Kreuzung sicher überqueren, wenn er mit voller Geschwindigkeit und ohne anzuhalten weiterfuhr. Er irrte sich: Sie prallten mit einem BMW zusammen, und seine beiden Mitfahrer auf dem Rücksitz wurden bei dem Unfall getötet.“ (1992, S. 154, zitiert nach Today (U.K.) 11. Juli 1986)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Rahmen der Untersuchung und führt in die ökopsychologische Sichtweise auf das Risikoverhalten Jugendlicher in der heutigen Risikogesellschaft ein.

2 Statistische Daten jugendlichen Verkehrsverhaltens: Dieses Kapitel präsentiert statistische Unfallzahlen und verdeutlicht die überproportionale Beteiligung junger Menschen an Verkehrsunfällen in Deutschland.

3 Beschreibung, Motive und subjektives Erleben von allgemeinem sowie von risikoreichem jugendlichen Verkehrsverhalten: Der Fokus liegt auf der Bedeutung motorisierter Mobilität als Symbol für Individuation und Freiheit, sowie auf der Analyse verschiedener Fahrmotive.

4 Jugendliche Risikoeinstellung und Risikowahrnehmung: Dieses Kapitel analysiert, wie persönliche Einstellungen zum Risiko und die subjektive Wahrnehmung von Gefahren im Verkehr die Unfallanfälligkeit beeinflussen.

5 Sensation Seeking im Verkehr: Hier wird das psychologische Konstrukt des Sensation Seekings erläutert und mit risikoreichem Fahrverhalten sowie dem Bedürfnis nach intensiven Reizen verknüpft.

6 Erklärungsansätze jugendlichen Risikoverhaltens im Verkehr: Dieses Kapitel beleuchtet multifaktorielle Ursachen, darunter soziale Umweltfaktoren, geschlechtsspezifische Sozialisation und entwicklungspsychologische Prozesse.

6.1 Soziales und gesellschaftliches Umfeld: Der Abschnitt diskutiert das Belastungs-Überforderungsmodell und den Einfluss von psychosozialen Faktoren wie Peer-Groups und familiären Bedingungen auf das Verhalten.

6.2 Geschlechtsspezifische Sozialisation: Es wird untersucht, wie unterschiedliche Rollenbilder und Sozialisationserfahrungen von Jungen und Mädchen zu differierenden Unfallstatistiken beitragen.

6.3 Entwicklungspsychologische und sozialisationstheoretische Ansätze: Dieses Kapitel vergleicht das „Anfängerrisiko“ mit dem „Jugendlichkeitsrisiko“ und ordnet das Verkehrsverhalten in die allgemeine Lebenspraxis des Jugendalters ein.

7 Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und plädiert für eine Veränderung der Männlichkeitsbilder sowie für gezielte verkehrspädagogische Maßnahmen und gesetzgeberische Anpassungen.

Schlüsselwörter

Jugendliche, Risikoverhalten, Straßenverkehr, Ökopsychologie, Sensation Seeking, Unfallursachen, Mobilität, Sozialisation, Geschlechtsrollen, Risikowahrnehmung, Jugendlichkeitsrisiko, Peer-Group, Sicherheitserziehung, Fahrverhalten, Adoleszenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Risikoverhalten Jugendlicher im Straßenverkehr aus einer ökopsychologischen Perspektive, um die Ursachen für die überproportionale Unfallbelastung dieser Altersgruppe zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert sich auf statistische Unfalltrends, die psychologische Bedeutung von Mobilität für Jugendliche, den Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen wie Sensation Seeking sowie auf soziale und entwicklungspsychologische Erklärungsmodelle.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das jugendliche Risikoverhalten durch die Aufbereitung statistischer Daten, die Beschreibung des subjektiven Erlebens und die Beleuchtung verschiedener psychologischer sowie sozialer Erklärungsansätze ganzheitlich zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine deskriptive Aufbereitung statistischer Daten sowie eine Literaturanalyse psychologischer und sozialwissenschaftlicher Konzepte und Theorien zur Erklärung von Risikoverhalten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die statistische Bestandsaufnahme, die Analyse von Motiven für das Fahren, den Einfluss von Risikowahrnehmung und Sensation Seeking sowie die detaillierte Diskussion multifaktorieller Erklärungsansätze (soziales Umfeld, Geschlechterrolle, Entwicklung).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Publikation?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Jugend, Risikoverhalten, Straßenverkehr, Sensation Seeking, soziale Sozialisation und Unfallprävention.

Welche Rolle spielt die Peer-Group für das jugendliche Risikoverhalten?

Die Peer-Group wird als zentrale Instanz beschrieben, die sowohl als unterstützender Faktor für Risikoverhalten fungieren kann als auch eine Lebenspraxis darstellt, in der Jugendliche ihre Identität erproben und von zentralen gesellschaftlichen Prozessen separiert sind.

Wie unterscheidet sich das „Anfängerrisiko“ vom „Jugendlichkeitsrisiko“?

Während das „Anfängerrisiko“ primär auf mangelnde praktische Fahrerfahrung zurückgeführt wird, beschreibt das „Jugendlichkeitsrisiko“ alterstypische, motivationale Faktoren und eine erhöhte Risikobereitschaft, die das Fahrverhalten stärker beeinflussen als der bloße Mangel an Praxis.

Was schlägt die Autorin zur Reduzierung der Unfallzahlen vor?

Die Autorin empfiehlt eine Veränderung traditioneller, risikobehafteter Männlichkeitsbilder, den Ausbau verkehrspädagogischer Modellversuche in Schulen und Berufsschulen sowie gesetzliche Maßnahmen, wie beispielsweise Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen.

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Résumé des informations

Titre
Jugendliches Risikoverhalten im Verkehr
Université
University of Hagen  (Lehrstuhl für Ökopsychologie)
Note
keine Benotung
Auteur
Kerstin Semmler (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
35
N° de catalogue
V90474
ISBN (ebook)
9783638047630
ISBN (Livre)
9783638944069
Langue
allemand
mots-clé
Jugendliches Risikoverhalten Verkehr Jugend Risiko Ökopsychologie Umweltpsychologie Verkehrspsychologie Psychologie Umfälle Mobilitätsverhalten Jungen Mädchen Gender Auto Öffentliche Verkehrsmittel Gefahr Pubertät Adoleszenz
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Kerstin Semmler (Auteur), 2007, Jugendliches Risikoverhalten im Verkehr, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90474
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Extrait de  35  pages
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