Diese Arbeit wird sich mit den geschichtlichen und kirchlich-dogmatischen Hintergründen im vierten Jahrhundert beschäftigen und dabei den Fokus auf den Auslöser für die beiden ersten ökumenischen Konzilien und deren Beschlüsse legen . Dabei werden die dazwischenliegenden Turbulenzen thematisiert. Die im Bezug darauf entstandenen Logos-Sarx- und Logos-Anthropos-Modelle sollten als Alternative für die bis dato noch nicht geklärte dogmatische Frage gelten. Doch auch diese Christologien zeigen Schwächen und liefern einen Raum für neue Diskussionen rund um die Frage nach der Wesensart von Vater und Sohn im trinitätstheologischen Kontext. Ein anschließender Blick auf das Konzil von Konstantinopel, welches als das zweite ökumenische Konzil bekannt ist, soll aufzeigen, wie sich das in Nicäa beschlossene Glaubensbekenntnis grob veränderte und die ob der Klärung um die Wesensgleichheit von Vater und Sohn aus dem Konzil hervorging.
Im 21. Jahrhundert angekommen, sind die Glaubensgrundsätze des Christentums vollkommen klar. Die Christen, die einer monotheistischen Religion angehören, dem Glauben an einen Gott, glauben an die Dreifaltigkeit Gottes: Den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. In der Antike duellierten sich verschiedene Theologen mit der genauen Beschreibung des Verhältnisses von Vater und Sohn und die damit verbundene Realisierung des Logos. Der zunächst thematisierte Arius löste mit seiner verfassten Christologie den größten Streit des vierten Jahrhunderts aus. Der nach ihm benannte „arianische Streit“ legte den Grundstein für eine Diskussion der verschiedensten Christologien und Verständnisfragen rund um den Logos und seine Beziehung zum Vater. Um diese Frage eindeutig zu klären und die kirchlichen, sowie politischen Auseinandersetzungen im Raum rund um Alexandrien zu klären, wurde ein Konzil einberufen, das als das erste ökumenische Konzil in die Geschichte eingehen sollte.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Arius, der Häretiker
Das erste Konzil von Nicäa
Die nachnicäanische Zeit
Das Logos-Sarx-Modell nach Apollinaris von Laodicea
Das Logos-Anthropos-Modell der beiden Theologenschulen
Das erste Konzil von Konstantinopel
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die geschichtlichen und kirchlich-dogmatischen Hintergründe des 4. Jahrhunderts, um die Auslöser der ersten beiden ökumenischen Konzilien sowie die daraus resultierenden christologischen Modelle und deren Schwachstellen im trinitätstheologischen Kontext zu analysieren.
- Der arianische Streit und die Rolle des Arius
- Die Beschlüsse des Konzils von Nicäa
- Das Logos-Sarx-Modell nach Apollinaris von Laodicea
- Die Entwicklung des Logos-Anthropos-Modells
- Die Bedeutung des Konzils von Konstantinopel
Auszug aus dem Buch
Die Auslegung von Arius
Die Auslegung von Arius stieß bei Bischof Alexander allerdings nicht auf Begeisterung, sondern sie missfiel ihm. Um welche Bibelstelle es sich dabei handelt kann nur vermutet werden. Wenn man den weiteren Verlauf des Streites allerdings verfolgt, lässt sich erschließen, dass es sich bei der Bibelstelle um das 8. Kapitel aus dem Buch der Sprichwörter Salomos (Proveriba) handeln könnte.
Spr 8, 22-25: „Der Herr schuf mich als Anfang seiner Wege zu seinen Werken; vor der Weltzeit gründete er mich im Anfang, bevor er die Erde machte und bevor er die Abgründe machte, bevor die Wasserquellen hervorkamen, bevor die Berge befestigt wurden; vor allen Hügeln zeugt er mich“.
Nach F. Dünzl schlussfolgerte Arius nach der Auslegung dieser Bibelstelle: „wenn der präexistente Sohn Gottes einen Anfang hatte, dann gab es ihn nicht bevor er „gezeugt, geschaffen und gegründet“ wurde. Vor der Zeugung, Erschaffung oder Grundlegung des Sohnes existierte Gott allein.“ Im Umkehrschluss bedeutet das, dass dieser allein ewige Gott nicht immer „der Vater“ war, sondern erst durch die Zeugung, Erschaffung oder Grundlegung des Sohns zum „Vater“ wurde. Arius‘ Gottesdefinition ist Dünzl zufolge: „Alles, was nicht Gott im eigentlichen Sinn ist, hat eine Ursache bzw. einen Anfang.“ Die griechische Übersetzung von Anfang ist arche, was aber auch Ursache bedeutet. Für den einzig wahren Gott gibt es keine Ursache, keinen Anfang, also keine arche. Der einzig wahre Gott existiert somit vollkommen aus sich selbst. Im Gegensatz dazu ist der Sohn Gottes vom Vater gezeugt, was bedeutet, dass er eine Ursache bzw. einen Anfang hat. Damit unterscheidet sich der Logos vom Gott ohne Ursprung und ohne Ursache jedoch grundlegend.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung führt in die trinitätstheologische Problematik des 4. Jahrhunderts ein und umreißt die Auseinandersetzungen um die Logos-Christologie.
Arius, der Häretiker: Das Kapitel beleuchtet das Leben des Arius, seine presbyterale Sonderstellung in Alexandrien und seine Christologie, die den arianischen Streit auslöste.
Das erste Konzil von Nicäa: Hier werden die Hintergründe, die kaiserliche Einberufung und die weitreichenden dogmatischen Beschlüsse des ersten ökumenischen Konzils behandelt.
Die nachnicäanische Zeit: Dieses Kapitel analysiert die fortdauernden Konflikte und das Scheitern einer endgültigen dogmatischen Einigung in der Zeit unmittelbar nach Nicäa.
Das Logos-Sarx-Modell nach Apollinaris von Laodicea: Es wird die Christologie des Apollinarismus dargestellt, die göttliche und menschliche Natur in Christus zu verbinden sucht, aber als häretisch eingestuft wurde.
Das Logos-Anthropos-Modell der beiden Theologenschulen: Dieses Kapitel beschreibt das Gegenmodell, das insbesondere in den Schulen von Antiochien und Alexandrien diskutiert wurde und die Unterscheidung der zwei Naturen betonte.
Das erste Konzil von Konstantinopel: Es befasst sich mit der zweiten ökumenischen Versammlung, die versuchte, die trinitarische Lehre zu präzisieren und den arianischen Streit beizulegen.
Fazit: Das Fazit fasst die Instabilität der kirchlichen Dogmenbildung in der Antike und die bleibenden Spannungsfelder zwischen den verschiedenen christologischen Entwürfen zusammen.
Schlüsselwörter
Arianischer Streit, Christologie, Logos, Arius, Konzil von Nicäa, Konzil von Konstantinopel, Trinität, Subordinatianismus, Logos-Sarx, Logos-Anthropos, Homousios, Alexandrien, Antiochien, Dogmengeschichte, Ökumenisches Konzil.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den dogmatischen Auseinandersetzungen über das Verhältnis von Gott-Vater und dem Sohn im 4. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind der arianische Streit, die Definition von Wesensgleichheit (Homousios) und die Entwicklung christologischer Modelle wie Logos-Sarx und Logos-Anthropos.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die geschichtlichen Hintergründe der ersten beiden ökumenischen Konzilien zu beleuchten und die daraus resultierenden theologischen Problemstellungen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine kirchen- und dogmengeschichtliche Untersuchung, die auf der Analyse von zeitgenössischen Urkunden und theologischer Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung des Arianismus, die Konzilsbeschlüsse von Nicäa und Konstantinopel sowie die rivalisierenden christologischen Entwürfe der antiken Theologenschulen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Arianismus, Trinitätstheologie, Konzilsgeschichte und Christologie treffend beschreiben.
Warum war die Person des Arius so einflussreich für den Streit?
Als einflussreicher Presbyter in Alexandrien formulierte Arius eine Christologie, die den Sohn ontologisch unter den Vater ordnete, was den größten Streit des 4. Jahrhunderts auslöste.
Wie unterscheidet sich das Logos-Sarx-Modell vom Logos-Anthropos-Modell?
Das Logos-Sarx-Modell betont die göttliche Kraft im fleischlichen Körper, während das Logos-Anthropos-Modell die menschliche Natur und deren Vereinigung mit dem Logos stärker differenziert betrachtet.
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- Anonym (Autor:in), 2018, Die griechische Christologie des 4. Jahrhunderts und die Frage nach der Trinität Gottes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/904824