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Sozialpädagogische Präventions- und Interventionsmöglichkeiten in der Arbeit mit Vorschulkindern

Insbesondere im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung

Title: Sozialpädagogische Präventions- und Interventionsmöglichkeiten in der Arbeit mit Vorschulkindern

Diploma Thesis , 2008 , 93 Pages , Grade: 1

Autor:in: Katharina Bormann (Author)

Social Work
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Aufgrund der Stigmatisierung schwieriger Kinder, die bereits vor der Einschulung beginnt, ist diesen Kindern der Weg als Verlierer in unserer Gesellschaft nahezu vorgzeichnet. Diesen durch die frühzeitige Etikettierung als „verhaltensgestört“ vorgezeichneten Weg des Verlierers gilt es zu verhindern. Die zentrale These ist, dass Sozialpädagogen/innen durch frühzeitige Prävention das Hineinrutschen in diesen „Teufelskreis“ der Stigmatisierung verhindern können. Im Verlau werden Zahlen präsentiert, die belegen, dass im Laufe der Entwicklung immer mehr Kinder Förderschulen mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung besuchen und dass ihre Chancen, einen hohen Bildungsabschluss zu erlangen, stark reduziert sind. Dann wird Basiswissen über Störungen im emotional-sozialen Bereich thematisiert.
Im dritten Kapitel wird die Notwendigkeit früher sozialpädagogischer Hilfen erarbeitet.
Im vierten Kapitel werden sozialpädagogische Präventions- und Interventionsmöglichkeiten in der Arbeit mit Vorschulkindern mit emotional-sozialen Störungen näher beleuchtet. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die vermehrte Entwicklung von Familienzentren in der Region Hannover seit 2006.
Eine besondere Rolle innerhalb sozialpädagogischer Handlungsmöglichkeiten nimmt die Frühförderung ein, die sich hinsichtlich emotional-sozialer Störungen bei Vorschulkindern rechtlich problematisch gestaltet.
Am Ende des vierten Kapitels werden drei Präventionsprojekte vorgestellt, die die Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung von Kindern zum Ziel haben.

Die Zusammenarbeit mit Eltern ist ein sehr wichtiger und unerlässlicher Bereich in der sozialpädagogischen Arbeit mit Kindern, sodass ein besonderes Augenmerk auf diese Thematik gerichtet wird. Die Entwicklung vieler früh einsetzender Hilfsangebote für Eltern belegt den hohen Bedarf sehr deutlich. Es ist allerdings fraglich, ob die vielfältigen bestehenden Angebote für alle Eltern, insbesondere für Eltern sozial schwacher Lebenslagen, erreichbar und ansprechend sind. Am Ende werden Überlegungen dazu angestellt, welchen Beitrag Soziale Arbeit leisten kann, um Kindern den durch Etikettierung vorgezeichneten Weg zu ersparen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Störungen im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung - ein zunehmend verbreitetes soziales Problem in Deutschland

2.1 Statistische Daten über Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung in Niedersachsen

2.2 Störungen emotionaler und sozialer Entwicklung

2.2.1 Erscheinungsformen und Merkmale

2.2.1.1 Hyperkinetische Störungen

2.2.2 Feststellbarkeit emotional-sozialer Störungen im Vorschulalter

2.2.3 Ursachen und Einflussfaktoren

2.2.4 Schutzfaktoren, die das Risiko emotional-sozialer Störungen mindern

3. Die Notwendigkeit früher sozialpädagogischer Hilfen

3.1 Selektion im deutschen Schulsystem

3.2 Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie

3.2.1 Emotionale und soziale Entwicklung im Vorschulalter

3.2.2 Ergebnisse der Bindungsforschung

4. Sozialpädagogische Präventions- und Interventionsmöglichkeiten bei Vorschulkindern mit Störungen der emotionalen und sozialen Entwicklung

4.1 Kinder- und Jugendhilfe

4.2 Kindertageseinrichtungen und Familienzentren

4.3 Frühförderung

4.4 Präventionsprojekte

4.4.1 Kindergarten plus

4.4.2 Kinder früher fördern

4.4.3 FAST – ein Präventionsprogramm zur Familienstärkung

5. Sozialpädagogische Unterstützung für Eltern

5.1 Die Situation der Eltern

5.2 Beratungsangebote für Eltern

5.3 Projekte für und mit Eltern

5.3.1 Triple P (Positive Parenting Program)

5.3.2 Starke Eltern - starke Kinder

5.3.3 Eltern stärken – Dialogische Elternseminare

5.3.4 Eltern-AG - Empowermentprogramm für mehr Elternkompetenz in Problemfamilien

5.3.5 Prager-Eltern-Kind-Programm (PEKiP)

6. Zusammenfassung und Perspektiven für sozialpädagogisches Handeln

7. Literatur- und Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist die Untersuchung sozialpädagogischer Präventions- und Interventionsmöglichkeiten für Kinder im Vorschulalter, die von emotionalen und sozialen Störungen betroffen oder bedroht sind, um ihnen den drohenden Weg der gesellschaftlichen Stigmatisierung und Ausgrenzung zu ersparen. Die Arbeit analysiert dabei, wie durch frühzeitiges sozialpädagogisches Handeln ein positiverer Lebensweg geebnet werden kann.

  • Statistische Analyse zur Verbreitung emotionaler und sozialer Störungen bei Kindern in Deutschland
  • Bedeutung der Bindungsforschung und entwicklungspsychologischer Erkenntnisse
  • Bewertung verschiedener Präventionsprojekte wie "Kindergarten plus" und "FAST"
  • Analyse des deutschen Bildungs- und Betreuungssystems im Vergleich zu europäischen Modellen
  • Untersuchung von Unterstützungsangeboten für Eltern, wie z.B. "Triple P" oder "Eltern-AG"

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Erscheinungsformen und Merkmale

Verhaltensstörung nach Myschker ist ein Verhalten, das von den zeit- und kulturspezifischen Erwartungsnormen abweicht und durch eine unangemessene, unvorteilhafte und sozial unverträgliche Situations- und Lebensbewältigung gekennzeichnet ist. Dieses Verhalten hängt von der Organentwicklung ab und/oder ist gesellschaftlich bedingt und beeinträchtigt aufgrund des mehrdimensionalen Auftretens, der Häufigkeit und des Schweregrades die Entwicklungs-, Lern- und Arbeitsfähigkeit sowie das Interaktionsgeschehen in der Umwelt (vgl. Myschker 2005, S. 45). Das heißt, ein bestimmtes Verhalten wird erst als Verhaltensstörung bezeichnet, wenn es mit den Erwartungen der Gesellschaft kollidiert, also von der Norm abweicht und dies als störend empfunden wird (vgl. Finger/Simon-Wundt 2002, S. 18).

Myschker unterscheidet vier Gruppen von Kindern mit Verhaltensstörungen (vgl. Myschker 2005, S. 52). Diese Klassifikation wird an dieser Stelle jedoch nicht übernommen, da sie die Gefahr einer vorschnellen Zuordnung und Etikettierung beinhaltet. Wenn eine solche Einordnung vorgenommen wird, sollte sie lediglich als Beschreibung des Verhaltens verstanden werden, denn jedes Kind ist im Rahmen sozialpädagogischer Hilfen individuell in seiner Lebenswelt zu betrachten. Auch wenn mehrere Kinder ähnliches oder gleiches auffälliges Verhalten zeigen, sind die dahinter stehenden Ursachen vielschichtig und sehr komplex (vgl. Klein 2002, S. 3).

In der sozialpädagogischen Arbeit mit Kindern mit Störungen der emotionalen und sozialen Entwicklung werden bezüglich der Gruppenfähigkeit Kontakt- und Kooperationsschwierigkeiten sowie große Probleme mit Konflikten umzugehen und Regeln einzuhalten beobachtet (vgl. Knitsch 2004, S. 13 f.). Dies äußert sich, indem diese Kinder z. B. kaum Kontakt zu anderen Kindern aufnehmen und sehr stark den Kontakt zu einer erwachsenen Bezugsperson suchen (vgl. Hölling u. a. 2007, S. 789 - 791). In Gruppenphasen können diese Kinder sich oft nicht unterordnen und versuchen deshalb, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen oder nehmen nur passiv an der Gruppe teil ohne sich mit eigenen Ideen einzubringen. In Konfliktsituationen reagieren Kinder mit emotional-sozialen Störungen häufig unkontrolliert und aggressiv und sind nicht fähig, Konflikte verbal zu lösen. Ein Regelbewusstsein ist bei vielen dieser Kinder nicht vorhanden, d. h. es fällt ihnen sehr schwer, besprochene Regeln einzuhalten, was eine kontinuierliche Wiederholung der Regeln erfordert (vgl. Knitsch 2004, S. 13 f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die sozialpädagogische Prävention und Intervention bei emotional-sozialen Störungen im Vorschulalter und hinterfragt den Stigmatisierungsprozess schwieriger Kinder.

2. Störungen im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung - ein zunehmend verbreitetes soziales Problem in Deutschland: Dieses Kapitel klärt Begrifflichkeiten und analysiert die gesellschaftlichen Ursachen sowie die statistische Zunahme dieser Störungen bei Kindern.

3. Die Notwendigkeit früher sozialpädagogischer Hilfen: Hier wird der Bedarf an früher Hilfe durch die Selektionsmechanismen im Schulsystem und entwicklungspsychologische Erkenntnisse begründet.

4. Sozialpädagogische Präventions- und Interventionsmöglichkeiten bei Vorschulkindern mit Störungen der emotionalen und sozialen Entwicklung: Dieses Kapitel untersucht die Rolle der Kinder- und Jugendhilfe sowie konkrete Präventionsprojekte wie "Kindergarten plus" und "FAST".

5. Sozialpädagogische Unterstützung für Eltern: Der Fokus liegt auf der Situation der Eltern und der Vorstellung verschiedener Beratungs- und Bildungsangebote, die Kompetenzen stärken und Erziehungssicherheit fördern sollen.

6. Zusammenfassung und Perspektiven für sozialpädagogisches Handeln: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert ein ressourcenorientiertes Umdenken in Politik und sozialpädagogischer Praxis.

Schlüsselwörter

Sozialpädagogik, Prävention, Intervention, emotionale Entwicklung, soziale Entwicklung, Vorschulkind, Stigmatisierung, Bindungsforschung, Familienzentren, Erziehungskompetenz, Kindertageseinrichtungen, Verhaltensstörung, Resilienz, Elternbildung, Inklusion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, wie durch sozialpädagogische Maßnahmen frühzeitig auf Kinder eingewirkt werden kann, die emotionale oder soziale Störungen aufweisen oder durch ihr soziales Umfeld gefährdet sind, um langfristige Ausgrenzung zu verhindern.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Entwicklungspsychologie, die Bedeutung von Bindungserfahrungen, die Analyse des deutschen Schulsystems sowie die Wirksamkeit von Präventionsprogrammen für Kinder und Eltern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie Sozialpädagogik durch Ressourcenorientierung und frühe Prävention dazu beitragen kann, den "Teufelskreis" der Stigmatisierung von Kindern als "verhaltensgestört" zu durchbrechen.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Neben einer fundierten theoretischen Analyse der Fachliteratur und aktueller statistischer Daten wurden fünf leitfadengestützte Interviews mit Fachkräften aus der Praxis geführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Risikofaktoren, die Begründung notwendiger früher Hilfen, die Vorstellung spezieller Präventions- und Interventionsprojekte für Kinder sowie ein breites Portfolio an Unterstützungsangeboten für Eltern.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Sozialpädagogik, Prävention, Inklusion, Familienzentren, Bindungsforschung und Ressourcenorientierung charakterisiert.

Warum spielt die Bindungsforschung eine so zentrale Rolle für die Argumentation?

Die Bindungsforschung belegt, dass frühe negative Beziehungserfahrungen die neurobiologische Entwicklung und die psychische Gesundheit fundamental beeinflussen, weshalb ein frühzeitiges Eingreifen im Vorschulalter essenziell ist.

Welche spezifische Kritik wird an Programmen wie "Triple P" geübt?

Die Autorin äußert eine ambivalente Sicht: Während die Praxisnähe anerkannt wird, kritisiert sie den teilweise "vorgefertigten" Charakter der Strategien, die das Problem zu einseitig beim Kind suchen, statt die gesamte Interaktion innerhalb der Familie zu berücksichtigen.

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Details

Title
Sozialpädagogische Präventions- und Interventionsmöglichkeiten in der Arbeit mit Vorschulkindern
Subtitle
Insbesondere im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung
College
University of Applied Sciences Hanover  (Fakultät V - Diakonie, Gesundheit und Soziales)
Grade
1
Author
Katharina Bormann (Author)
Publication Year
2008
Pages
93
Catalog Number
V90486
ISBN (eBook)
9783640166299
ISBN (Book)
9783640166787
Language
German
Tags
Sozialpädagogische Präventions- Interventionsmöglichkeiten Arbeit Vorschulkindern Bereich Entwicklung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Bormann (Author), 2008, Sozialpädagogische Präventions- und Interventionsmöglichkeiten in der Arbeit mit Vorschulkindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90486
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