In Zeiten von zunehmender Globalisierung und internationaler Arbeitsteilung wird es für Unternehmen immer wichtiger, die richtigen Managementwerkzeuge anzuwenden. Die Unternehmensrealität ist geprägt durch veränderte Rahmenbedingungen, beschleunigte Innovationsprozesse und wachsende internationale Konkurrenz. Ein altes chinesisches Sprichwort ,,Lernen ist wie schwimmen gegen den Strom, wenn man damit aufhört, treibt man zurück.“ hat auch heute noch seine Gültigkeit. Um eine Kultur der Lernbereitschaft, den Willen zur Verbesserung und den Wandel voranzutreiben, ist es notwendig, die richtigen Managementwerkzeuge im Unternehmen zu nutzen. ,,Benchmarking - das Lernen von den Besten - stellt ein solches Werkzeug dar, das hilft, schnell und rationell gute Lösungen zu entdecken und zu integrieren.“
In dieser Arbeit werden die Grundlagen, die Basiselemente sowie das Vorgehen bei der Anwendung dieses Instrumentes dargestellt. Abschließend wird Benchmarking kritisch gewürdigt. Die Grundidee des Vergleichs von Methoden, Produkten und Prozessen zur Verbesserung der eigenen Leistung stellt eine lange Tradition dar. Anfang der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts haben besonders die Japaner Vergleiche und Analysen dazu genutzt, die Stärken und Schwächen von Konkurrenzprodukten zu identifizieren. Die Umsetzung der neuen Erkenntnisse brachte ihnen damals Wettbewerbsvorteile, die noch heute vorhanden sind.
Der entscheidende Beitrag zur Entstehung des Benchmarking als Managementkonzept ist auf die Firma Xerox in den siebziger Jahren zurückzuführen. Das Unternehmen verlor innerhalb kürzester Zeit erheblich an Marktanteil und damit seine dominante Stellung als Marktführer im Bereich der Fotokopierer. Die japanische Konkurrenz war bereits zu dieser Zeit in der Lage, qualitativ hochwertigere Kopiergeräte zu Verkaufspreisen anzubieten, welche unter den Herstellkosten der Firma Xerox lagen. Durch verschiedene Analysen von Konkurrenzprodukten (z. B. Zerlegung und Analyse von Konkurrenzprodukten) wurde versucht herauszufinden, wo die Gründe für die eklatanten Kostenunterschiede lagen. Da diese Analysen keine eindeutigen Erklärungen lieferten, wurde dazu übergegangen, die internen Unternehmensprozesse der Firma Xerox genauer zu betrachten und zu vergleichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Problemstellung
2. Grundlagen des Benchmarking
2.1. Historische Entwicklung des Benchmarking
2.2. Definition und begriffliche Abgrenzung des Benchmarking
2.3. Ziele und Funktionen des Benchmarking
3. Basiselemente des Benchmarking
3.1. Benchmarking-Parameter
3.2. Formen des Benchmarking nach dem Vergleichspartner
3.2.1. Übersicht der Benchmarking-Formen
3.2.2. Internes Benchmarking
3.2.3. Externes Benchmarking
3.3. Erfolgsfaktoren eines Benchmarking-Projektes
4. Der Benchmarking-Prozess
4.1. Planungsphase
4.2. Analysephase
4.3.Umsetzungsphase
4.4. Kontrollphase
5. Kritische Würdigung
5.1. Gründe für Benchmarking und Vorteile für Unternehmen
5.2. Widerstände und Probleme durch Benchmarking
6. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Managementinstrument Benchmarking als Methode zur Steigerung der Unternehmenswettbewerbsfähigkeit durch gezieltes Lernen von Best-Practice-Beispielen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die systematische Anwendung des Benchmarking-Prozesses, dessen Erfolgsfaktoren sowie die kritische Abwägung von Vorteilen und Implementierungshürden.
- Historische Entwicklung und theoretische Einordnung des Benchmarking-Konzepts.
- Differenzierung der Benchmarking-Formen basierend auf internen und externen Vergleichspartnern.
- Strukturierte Darstellung des Benchmarking-Prozesses über vier Phasen (Planung, Analyse, Umsetzung, Kontrolle).
- Analyse kritischer Erfolgsfaktoren sowie potenzieller Widerstände bei der praktischen Anwendung.
Auszug aus dem Buch
3.2.3. Externes Benchmarking
Beim externen Benchmarking werden als Referenzpartner Konkurrenzunternehmen, Unternehmen der gleichen Branche oder Unternehmen anderer Branchen, die Bestleistungen für bestimmte Vergleichsobjekte generieren, herangezogen.
„Der springende Punkt beim externen Benchmarking ist der hohe Grad an Vergleichbarkeit, der zwischen den Organisationen oder den betroffenen Produkten bestehen muß.“ Diese Vorraussetzung der Vergleichbarkeit von Objekten ist sowohl beim internen als auch externen Benchmarking von großer Bedeutung.
Konkurrenzbezogenes Benchmarking bspw. zwischen Luftfahrtgesellschaften liegt dann vor, wenn für den Partner im Benchmarking-Prozess ein direkter Konkurrent ausgewählt wird. Das bietet die Vorteile, dass Leistungsdefizite gegenüber der Konkurrenz und mögliche Trends der Branche wie z. B. Technologie- oder Marktentwicklungen identifiziert werden können. Die Nähe zur Konkurrenz und die i. d. R. gute Vergleichbarkeit der sehr ähnlichen Vergleichsobjekte tragen dazu bei, dass Ergebnisse und abgeleitete Maßnahmen im eigenen Unternehmen eher Akzeptanz finden. Es gibt jedoch Vergleichsobjekte (z. B. Produkte oder Prozesse des Kerngeschäfts), wo der Einsatz des konkurrenzbezogenen Benchmarking eher begrenzt ist und vom Vergleichspartner abgelehnt wird. Hinzu kommt das Problem, dass die Daten oft schwer zugänglich sind und die Datensammlung einen hohen Zeit- und Kostenaufwand mit sich bringt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Problemstellung: Einführung in die Notwendigkeit moderner Managementwerkzeuge angesichts zunehmender Globalisierung und Definition von Benchmarking als Instrument des Lernens von den Besten.
2. Grundlagen des Benchmarking: Erläuterung der historischen Entwicklung bei Xerox und Japan sowie begriffliche Abgrenzung und Zielsetzungen.
3. Basiselemente des Benchmarking: Untersuchung von Benchmarking-Parametern, Unterscheidung verschiedener Formen nach dem Vergleichspartner sowie Identifikation wesentlicher Erfolgsfaktoren.
4. Der Benchmarking-Prozess: Detaillierte Beschreibung der vier Prozessphasen Planung, Analyse, Umsetzung und Kontrolle.
5. Kritische Würdigung: Analyse der Vorteile für Unternehmen sowie der Widerstände und Probleme, die bei der praktischen Anwendung auftreten können.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit zum Benchmarking als wertvolles, aber kein alleiniges Allheilmittel darstellendes Controllinginstrument.
Schlüsselwörter
Benchmarking, Controlling, Best Practice, Prozessanalyse, Unternehmenswettbewerb, Managementinstrument, Vergleichspartner, Benchmarking-Prozess, Leistungsvergleich, Erfolgsfaktoren, Strategisches Controlling, Wissensmanagement, Effizienzsteigerung, Interne Prozesse, Externe Benchmarks.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über das Managementinstrument Benchmarking als Methode zur Leistungssteigerung durch den Vergleich mit anderen Organisationen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Definition und Ziele des Benchmarking, die Kategorisierung nach Vergleichspartnern, den strukturierten Prozessablauf sowie eine kritische Erfolgsanalyse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Grundlagen und den Prozess des Benchmarking darzulegen und aufzuzeigen, wie Unternehmen dieses Werkzeug erfolgreich zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit einsetzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender Controlling- und Management-Konzepte basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen, die Basiselemente, die spezifischen Prozessschritte sowie eine kritische Reflexion über Chancen und Probleme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Benchmarking, Best Practice, Prozessanalyse, Strategisches Controlling und Leistungsvergleich.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur beim Benchmarking?
Der Autor betont, dass eine feste Verankerung des Benchmarking in der Unternehmenskultur sowie Managementunterstützung entscheidende Erfolgsfaktoren für die Implementierung neuer Praktiken sind.
Warum ist das "externe Benchmarking" kritisch zu betrachten?
Es bietet zwar großes Verbesserungspotenzial durch neue Impulse von außerhalb, ist jedoch oft mit Problemen bei der Datenbeschaffung, hohem Kostenaufwand und Herausforderungen bei der Übertragbarkeit der Erkenntnisse verbunden.
- Quote paper
- Alexander Lindenbach (Author), 2006, Benchmarking in Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90487