Betrachtung von Mitarbeiterführung unter den inhaltlichen Aspekten des salutogenetischen Konzeptes von Aaron Antonovsky mit Blick auf die persönliche Gesunderhaltung im Arbeitsalltag


Studienarbeit, 2006

27 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Darstellung des Zusammenhanges zwischen Arbeit und Gesundheit
2.1. Gesundheitsdefinition (WHO)
2.2. Arbeit als grundlegendes soziales Bedürfnis nach Maslow
2.3. Arbeit als Quelle schwerwiegender Gesundheitsrisiken
2.4. Möglichkeiten zur Gesundheitsförderung

3. Das salutogenetische Konzept von Aaron Antonovsky
3.1. Stressoren als Risikofaktor?
3.2. Konzept des Kohärenzgefühls
3.3. Beziehung zwischen den drei Komponenten
3.4. Der Zusammenhang zwischen Kohärenzgefühl und Arbeit

4. Darstellung der wichtigsten Aspekte von Mitarbeiterführung
4.1. Was ist Führung?
4.2. Darstellung von Führungsnotwendigkeit
4.3. Einflussfaktoren
4.4. Der situative Führungsstil

5. Die Beziehung zwischen Mitarbeiterführung und der persönlichen Gesunderhaltung im Arbeitsalltag
5.1. Welche Beziehung besteht zwischen Führung und dem Kohärenzgefühl?
5.2. Verknüpfung von Kohärenzgefühl und Führungsstil
5.3. Merkmale einer Führungspersönlichkeit
5.4. Situative Führung als Garant für die Gesunderhaltung der Mitarbeiter?

6. Dilemmata der Führung

7. Zusammenfassung und persönliche Stellungnahme zum Thema

Literatur – und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit drei auf den ersten Blick voneinander relativ unabhängig erscheinenden Grundbausteinen. Es handelt sich zum ersten um Mitarbeiterführung als ein soziales Geschehen mit wechselseitiger Beeinflussung, zum zweiten um das salutogenetische Konzept des Kohärenzgefühls von Antonovsky als ein Konzept zur Erforschung von Gesundheit und zum dritten um die persönliche Gesunderhaltung im Arbeitsalltag als ein elementares Grundbedürfnis jedes Menschen.

Jeder dieser Grundbausteine umfasst für sich allein ein sehr komplexes Gebiet. Diese Gebiete sind bei näherer Betrachtung auf unterschiedlichste Weise miteinander verknüpft und lassen enge Verflechtungen auf den verschiedenen Ebenen des sozialen Miteinanders erkennen.

Um diese Verflechtungen zu verdeutlichen, wird im Kapitel 2 als Grundsteinlegung für das Manuskript der Zusammenhang zwischen Arbeit und Gesundheit dargelegt. Dabei wird Arbeit aber nicht nur als ein grundlegendes soziales Bedürfnis betrachtet, sondern auch unter einem weitaus kritischeren Gesichtspunkt, nämlich auch Quelle schwerwiegender Gesundheitsrisiken zu sein. Gesundheit und Krankheit der Menschen dargelegt im Zusammenhang mit den Rahmenbedingungen der täglichen Arbeit. Rahmenbedingungen, die sich für alle gleichermaßen darstellen und trotzdem vollkommen unterschiedliche Reaktionen hervorrufen.

Antonovsky befasst sich in seiner Salutogenese umfassend und tiefgründig mit den Begriffen Gesundheit und Krankheit. Im Kapitel 3 werden die Inhalte des salutogenetischen Konzeptes vorgestellt. Der Ausgangspunkt für die Entstehung seines Konzeptes war für Antonovsky die Fragestellung, warum Menschen auch unter Bedingungen, die andere krank werden lassen, gesund bleiben. Antonovsky benennt bei der Darstellung der Salutogenese Stressoren als wichtigen Einflussfaktor. Stressoren als Risikofaktor?

Das Konzept des Kohärenzgefühls baut Antonovsky auf den drei Eckpfeilern Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit auf. Was verbirgt sich dahinter und welche Beziehung besteht zwischen diesen einzelnen Komponenten? Die Arbeit wird versuchen, Vernetzungen zu verdeutlichen und Zusammenhänge deutlich zu machen und gegebenenfalls zu erklären. Welche Stellung haben Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit im Arbeitsalltag? Für Antonovsky besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Stärke des Kohärenzgefühls eines Menschen und seiner persönlichen Fähigkeit, positiv auf seine Gesunderhaltung einzuwirken. Kann überhaupt und wenn ja inwieweit kann Mitarbeiterführung dieses Kohärenzgefühl stärken? Mitarbeiterführung ist ein Phänomen und spielt im Arbeitsalltag eine eminent wichtige Rolle. Im Kapitel 4 werden einige wichtige Aspekte und Inhalte dieses überaus komplexen Themas dargelegt. Führung legt den Grundstein für Arbeitszufriedenheit und beeinflusst den Arbeitswillen der Mitarbeiter in beträchtlichem Maße. Aber was genau versteht man darunter, was ist Führung? In einer Zeit von Selbstbestimmung und wachsendem Selbstbewusstsein in der Gesellschaft könnte man davon ausgehen, dass genau der Führungsbegriff immer mehr in den Hintergrund tritt und durch andere Arbeitsorganisationsformen abgelöst werden könnte. Um zu verstehen, warum Führung notwendig ist, muss man das Wesen der Führung begreifen und als zutiefst dynamisches Geschehen betrachten.

Führung ist verschiedenen Einflussfaktoren unterworfen und kann durch die Nutzung unterschiedlicher Führungsstile umgesetzt werden. Vorgestellt wird dazu im Laufe der Arbeit lediglich der situative Führungsstil als ein Führungsstil der Zukunft. Das Eingehen auf weitere Methoden der Führung wäre in diesem Rahmen zu umfangreich.

In Kapitel 5 wird dann versucht, Zusammenhänge zu verdeutlichen zwischen Mitarbeiterführung und der Gesundheit der Menschen. Was genau hat Führung mit dem Kohärenzgefühl zutun und können die einzelnen Möglichkeiten situativer Führung den Komponenten Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit zugeordnet werden? Die Führungspersönlichkeit selbst unterliegt der ständigen Auseinandersetzung mit eigenen Wertvorstellungen, Sichtweisen und ist geprägt durch Normen und Verhaltensmuster. Es werden hier Merkmale genannt, die eine Führungskraft auszeichnen sollten, um mit einem gewissen Erfolg Führung bewerkstelligen zu können. Aber ist deshalb Führung ein Garant für die Gesunderhaltung der Mitarbeiter?

Kapitel 6 beschäftigt sich mit dem Dilemmata der Führung. Es wird auf bestimmte Grundwidersprüche eingegangen, unter denen ein Vorgesetzter leben muss und aus denen es keinen eindeutigen Ausweg gibt. Sie machen jedoch die Komplexität des Themas deutlich und sollen dem Leser helfen, die im Alltag auf den ersten Blick so einfach lösbar erscheinenden Konfliktsituationen, die sich beim näheren Hinsehen als schier unüberwindbar erweisen, besser zu verstehen.

In Kapitel 7 folgt eine Zusammenfassung und eine kurze persönliche Stellungnahme zum Thema.

2. Darstellung des Zusammenhanges zwischen Arbeit und Gesundheit

Gesundheit ist ein zentraler Begriff im gesellschaftlichen und persönlichen Dasein eines jeden einzelnen Menschen. Die Gesundheitswissenschaft beschäftigt sich mit dem Begriff der Gesundheit unter Zuhilfenahme verschiedener Konzepte. Dabei wird deutlich, dass Gesundheit in Abhängigkeit verschiedener Dimensionen betrachtet werden muss, um Rückschlüsse auf Ressourcen und Risiken der Gesunderhaltung schließen zu können.

Eine dieser Dimensionen ist das Arbeitsklima. “Die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den Kollegen, Vorgesetzten und Nachgeordneten prägen das Arbeitsklima, das allerdings auch durch weitere Faktoren, wie etwa die Sicherheit des Arbeitsplatzes, die Entlohnung, die Möglichkeit des Mitgestaltens, die zeitliche Organisation der Arbeit, sowie selbstverständlich auch den Führungsstil im Unternehmen beeinflusst wird.” (Hurrelmann/ Laaser 3.Auflage 2003, S.461)

Aus dieser Betrachtungsweise heraus wird deutlich, dass Arbeit einerseits ein grundlegendes soziales Bedürfnis ist und sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken kann, sich andererseits aber auch als Quelle schwerwiegender Gesundheitsrisiken zeigen kann und genau das Gegenteil bewirkt, nämlich die Erkrankung.

2.1. Gesundheitsdefinition (WHO)

“Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.”(SB1 S.12)

Es gibt keine allgemein gültige anerkannte wissenschaftliche Definition von Gesundheit. In der Fachliteratur kann man verschiedene monodisziplinäre und interdisziplinäre Definitionen finden. Die Definition der WHO zeigt eine sehr umfassende und ganzheitliche Sichtweise, wird aber trotzdem wegen ihres utopischen Charakters auch immer wieder kritisiert.

Hier findet sich der erste Bezugspunkt zum salutogenetischen Konzept von Antonovsky, denn Gesundheit hat keinen statischen Charakter, sondern soll als etwas Dynamisches verstanden werden, das immer neu entsteht im Verhältnis von Risiken und Ressourcen.

2.2. Arbeit als grundlegendes soziales Bedürfnis nach Maslow

Jeder Mitarbeiter hat entsprechend seiner Lebenserfahrung und seiner Lebenseinstellung Bedürfnisse und daraus resultierende Erwartungen an sich und seine Umwelt. Diese Bedürfnisse stellen sich auf verschiedenen Bedürfnisebenen dar und stehen in Wechselbeziehung zueinander.

Die Bedürfnispyramide nach Maslow beinhaltet diese verschiedenen Bedürfnisebenen, die im Folgenden benannt werden. Es handelt sich um die physiologischen Grundbedürfnisse, die Sicherheitsbedürfnisse, die sozialen Bedürfnisse, die Ich-Bedürfnisse und die Selbstverwirklichung.

Arbeit ist inmitten dieser Bedürfnisse Voraussetzung menschlicher Existenz und somit grundlegendes soziales Bedürfnis. Der Mensch wechselt, je nach Erfüllungsgrad der Bedürfnisse und in Abhängigkeit seiner eigenen Möglichkeiten und Verwirklichungsfähigkeiten zwischen den genannten Bedürfnisebenen. Dabei verharren die Menschen unterschiedlich lang und intensiv in den einzelnen Ebenen, manch einer gelangt sehr schnell zur Ebene der Selbstverwirklichung, ein anderer erreicht diese Ebene nie und ist deswegen aber kein unglücklicher Mensch. Auf dem Weg durch die einzelnen Ebenen spielt in jedem Leben die Ebene der sozialen Bedürfnisse eine wichtige Rolle. Hier geht es um die Möglichkeiten der Verwirklichung und Entwicklung im Berufs- und Arbeitsalltag.

Arbeit bedeutet den Erhalt finanzieller Mittel und damit ökonomische Sicherheit, sie ist Grundlage für eigene Identität und Selbstwertgefühl, sie befriedigt das Bedürfnis nach sozialem Kontakt und trägt zur individuellen Persönlichkeitsentwicklung bei. Sie gibt den Menschen die Möglichkeit zur Orientierung im Alltag und zur Strukturierung der täglichen Aktivitäten. Alle diese Momente haben entscheidenden Einfluss auf das körperliche, geistige und soziale Wohlbefinden jedes einzelnen Menschen in Abhängigkeit seiner eigenen Fähigkeiten und Ansprüche.

Aus der Arbeitstätigkeit selbst ergeben sich verschiedene Aspekte, an denen die Arbeitszufriedenheit gemessen werden kann. Dazu gehören in erster Linie die Aufgabenvielfalt, die Entfaltungsmöglichkeiten, die Mitbestimmungsmöglichkeiten und der Entscheidungsspielraum, die Transparenz und das Verständnis der Arbeitsaufgaben sowie das Betriebsklima. Bei positiver Wahrnehmung und Ausschöpfung der vorhandenen Möglichkeiten zeigt sich eine Befriedigung in der beruflichen Tätigkeit, die sich dann wiederum auch in Zufriedenheit und Wohlbefinden in anderen Lebensbereichen widerspiegeln kann.

Die einzelnen Menschen machen unterschiedlich von all den Möglichkeiten zur Bedürfnisbefriedigung Gebrauch und befinden sich in verschiedenen Ebenen der Bedürfnispyramide. Motivatoren und Stressoren haben hier für jeden Einzelnen einen anderen Stellenwert. Im Arbeitsalltag gibt es die Möglichkeit zur Motivation der Menschen durch Führungskräfte. Diese ist nicht immer gleichermaßen zu bewerkstelligen und stellt hohe Anforderungen an die Führungsperson.

2.3. Arbeit als Quelle schwerwiegender Gesundheitsrisiken

Zu diesem Thema liegen in der Literatur eine Vielzahl von Untersuchungen vor. Dabei wird deutlich, dass Belastungen und Konflikte im Arbeitsbereich wesentliche Ursache für schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigungen des einzelnen Menschen sein können und sind.

Arbeitszufriedenheit ist ein wichtiger Aspekt im beruflichen Alltag eines jeden Mitarbeiters. Sie wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst, die nicht immer nur im unmittelbaren beruflichen Umfeld zu suchen sind. Die Ansprüche sind geprägt durch die vorangegangene Sozialisation und die damit geschaffenen Grundeigenschaften jedes Einzelnen. Jeder Mensch verfügt über unterschiedliche Wertevorstellungen, über andere Normen, jeder Mensch lernt, anders mit “den alltäglichen Dingen umzugehen”. Der Umgang mit Stressoren und Motivatoren wurde auf verschiedenste Weise verinnerlicht und zeigt sich in sehr vielgestaltigen Umsetzungen.

Hier kommen verschiedene Stressoren bzw. Frustratoren zum Tragen, wobei die sozialpsychologischen Faktoren im Vordergrund stehen. Frustratoren bezeichnen die Faktoren, die die Unzufriedenheit im Alltag beeinflussen. Dazu zählen unter anderem eingeschränkte Handlungs- und Entscheidungsspielräume, nicht erkannte Über- oder Unterforderung, Konflikte mit Mitarbeitern die sich evtl. in Mobbing zeigen, schlechte Arbeits- und Rahmenbedingungen wie z.B. Lärm, körperliche Belastung oder Nacht- und Schichtarbeit, Bezahlung und nicht zuletzt das vielleicht unangemessene Führungsverhalten des Vorgesetzten.

Die Arbeitssituation wird durch immer kürzer werdende Arbeitszyklen bestimmt und die Mitarbeiter müssen sich in kurzer Zeit auf neue Bedingungen wie z.B. neue und umfangreichere Arbeitsinhalte einstellen, ”…..wobei die Zunahme an informatorischer Arbeit zu einer entsprechenden Zunahme der mentalen und psychischen Beanspruchung führt.” (Hurrelmann/ Laser 3.Auflage 2003, S.444) Gleichen Arbeitsbedingungen und somit auch gleichen Stressoren begegnen die Mitarbeiter auf unterschiedlichste Art und Weise. Die individuelle Risikoschwelle zeigt dabei eine große Spannbreite. Der Einblick und die Vorstellung des Konzeptes über das Kohärenzgefühl von Antonovsky im nächsten Kapitel wird versuchen, diese mannigfaltigen Reaktionen zu erklären und verständlich zu machen. Nur wenn man Transparenz und Verständnis schafft, kann man die unterschiedlichen Reaktionen und Bedürfnisse der Mitarbeiter wahrnehmen. Und nur dadurch kann eine Führungskraft dem Anspruch auf angemessene Reaktion gerecht werden.

2.4. Möglichkeiten zur Gesundheitsförderung

Gesundheitsförderung zielt auf die Gesunderhaltung durch die Bewahrung und Stärkung der eigenen Ressourcen, um den Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen. Dieser Grundgedanke wurde durch den Soziologen und Stressforscher Antonovsky in die Gesundheitswissenschaft eingebracht.

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Details

Titel
Betrachtung von Mitarbeiterführung unter den inhaltlichen Aspekten des salutogenetischen Konzeptes von Aaron Antonovsky mit Blick auf die persönliche Gesunderhaltung im Arbeitsalltag
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
27
Katalognummer
V90492
ISBN (eBook)
9783638047753
Dateigröße
487 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Betrachtung, Mitarbeiterführung, Aspekten, Konzeptes, Aaron, Antonovsky, Blick, Gesunderhaltung, Arbeitsalltag
Arbeit zitieren
Barbara Ehlers (Autor), 2006, Betrachtung von Mitarbeiterführung unter den inhaltlichen Aspekten des salutogenetischen Konzeptes von Aaron Antonovsky mit Blick auf die persönliche Gesunderhaltung im Arbeitsalltag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90492

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