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Die Integration der NVA in die Bundeswehr

Título: Die Integration der NVA in die Bundeswehr

Trabajo Escrito , 1997 , 16 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Marco Markus (Autor)

Historia de Alemania - Posguerra, Guerra Fría
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Mit der Öffnung der Berliner Mauer und der Grenzen zur Bundesrepublik Deutschland am 9. November 1989 rückte eine Frage in den Vordergrund, mit der man sich nie zuvor beschäftigt hatte, da sie einfach viel zu hypothetisch erscheinen mußte. Niemand hat je daran gedacht sich einmal mit der Frage auseinandersetzen zu müssen, was im Falle der Wiedervereinigung mit den deutschen Streitkräften geschehen würde. Es gab viele unterschiedlichen Auffassungen zu dieser Situation. Nicht wenige rechneten mit der kompletten Auflösung der NVA. Andere wiederum sahen einen "Zwei-Armeen-Staat".

Die wohl naheliegendste Möglichkeit war die Integration der NVA in die Bundeswehr. Doch war es überhaupt möglich die Menschen zweier Armeen zusammenzuführen, die Jahrzehnte lang in völlig gegensätzlichen Systemen dienten, die sich in zwei feindlichen Lagern gegenüberstanden? War es realisierbar zwei Armeen mit völlig verschiedenen Zielvorstellungen unter einen gemeinsamen Auftrag zu stellen? Konnte man den Klassenfeind von einst ohne weiteres als Kameraden ansehen? All diese Fragen in ihrer Tiefgründigkeit zu beantworten ist nahezu unmöglich. Man kann sich nur mit der Materie befassen, um Verständnis und Einsicht entwickeln zu können.

Diese Fragen sind keine, die man aus dem geschichtlichen Geschehen beantworten kann, da sie sich nur in den Köpfen der Betroffenen abspielen. An ihren Aussagen und ihrer Situation kann man vermutlich Zusammenhänge und Deutungen aufstellen und versuchen sie zu erläutern. Meine Arbeit wird sich daher auf die Probleme der Betroffenen sowie auf die rechtlichen und strukturellen Regelungen zur Bildung gesamtdeutscher Streitkräfte beziehen. Dabei standen mir Bücher und Zeitschriften zur Verfügung, aus denen ich mein gesamtes Wissen zum Thema bezog.

Als besonders eindrucksvoll und aussagekräftig empfand ich die zahlreichen Interviews mit den Soldaten der NVA. Die Auseinandersetzung mit den Problemen der Soldaten scheint mir wichtiger als die Auseinandersetzung mit strukturellen oder organisatorischen Problemen, da man das Bewußtsein eines Soldaten nicht so einfach lösen kann wie einen Verband oder eine Einheit.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Probleme aus der Sicht der NVA-Soldaten

2.1 Feindbild BRD

2.2 ,,Bloß nicht anecken"- Parteidisziplin

2.3 Orientierungslosigkeit und fehlende Zukunftsperspektive

3 Der Einigungsvertrag

3.1 Bestimmungen für wehrpflichtige Soldaten

3.2 Bestimmungen für SaZ und Berufssoldaten

3.2.1 Ruhende Dienstverhältnisse

3.2.2 Vorläufiges Wehrdienstverhältnis

3.2.3 Soldat auf Zeit für 2 Jahre

3.2.4 SaZ für die Dauer von mehr als 2 Jahren und Berufssoldaten

3.3 Stimmen zum Vertrag

4 Das Bundeswehrkommando Ost

4.1 Zur Entstehung

4.2 Struktur

4.3 Aufgaben - Auftrag

4.4 Personalfragen

4.5 Ausstattung und Material

4.6 Unterstützung der ehemaligen sowjetischen Truppen in Deutschland

4.7 Bilanz - Was kam danach?

4.8 Schluß

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Herausforderungen bei der Integration der Nationalen Volksarmee (NVA) in die Bundeswehr nach der deutschen Wiedervereinigung. Im Fokus steht dabei die Frage, wie ein Prozess der militärischen Zusammenführung zweier ideologisch gegensätzlicher Systeme unter Berücksichtigung der persönlichen Probleme der betroffenen Soldaten sowie der rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen gelingen konnte.

  • Psychologische Barrieren und das Feindbild der ehemaligen NVA-Soldaten.
  • Die Rolle der Parteidisziplin und der Mangel an Unmündigkeit in der DDR.
  • Rechtliche Regelungen im Einigungsvertrag zur Übernahme von Personal.
  • Struktur, Aufgaben und der Auftrag des Bundeswehrkommandos Ost.
  • Die Bewältigung der materiellen Auflösung und die Integration in die Strukturen der Bundeswehr.

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Mit der Öffnung der Berliner Mauer und der Grenzen zur Bundesrepublik Deutschland am 9. November 1989 rückte eine Frage in den Vordergrund, mit der man sich nie zuvor beschäftigt hatte, da sie einfach viel zu hypothetisch erscheinen mußte. Niemand hat je daran gedacht sich einmal mit der Frage auseinandersetzen zu müssen, was im Falle der Wiedervereinigung mit den deutschen Streitkräften geschehen würde. Es gab viele unterschiedlichen Auffassungen zu dieser Situation. Nicht wenige rechneten mit der kompletten Auflösung der NVA. Andere wiederum sahen einen "Zwei-Armeen-Staat". Die wohl naheliegendste Möglichkeit war die Integration der NVA in die Bundeswehr.

Doch war es überhaupt möglich die Menschen zweier Armeen zusammenzuführen, die Jahrzehnte lang in völlig gegensätzlichen Systemen dienten, die sich in zwei feindlichen Lagern gegenüberstanden? War es realisierbar zwei Armeen mit völlig verschiedenen Zielvorstellungen unter einen gemeinsamen Auftrag zu stellen? Konnte man den Klassenfeind von einst ohne weiteres als Kameraden ansehen? All diese Fragen in ihrer Tiefgründigkeit zu beantworten ist nahezu unmöglich. Man kann sich nur mit der Materie befassen, um Verständnis und Einsicht entwickeln zu können. Diese Fragen sind keine, die man aus dem geschichtlichen Geschehen beantworten kann, da sie sich nur in den Köpfen der Betroffenen abspielen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die unerwartete Herausforderung, zwei gegensätzliche Armeen im Zuge der Wiedervereinigung zusammenzuführen, und legt den Fokus auf die psychologischen und strukturellen Probleme dieses Prozesses.

2 Probleme aus der Sicht der NVA-Soldaten: Dieses Kapitel thematisiert die psychologische Belastung durch das ehemalige Feindbild, den Druck der Parteidisziplin und die daraus resultierende Orientierungslosigkeit nach dem Zusammenbruch des DDR-Systems.

3 Der Einigungsvertrag: Hier werden die rechtlichen Grundlagen der Integration dargelegt, insbesondere die Statusfragen für Wehrpflichtige, Berufssoldaten und Zeit-Soldaten sowie die verschiedenen Stimmen zur Umsetzung dieser Verträge.

4 Das Bundeswehrkommando Ost: Dieses Kapitel beschreibt die Gründung, Struktur und Aufgaben der zentralen Behörde, die für die Abwicklung der NVA und den Aufbau der neuen Strukturen in den neuen Bundesländern verantwortlich war.

5 Schluß: Das Fazit zieht eine Bilanz der militärischen Integration und betont, dass trotz der schwierigen Ausgangslage durch Verständnis und Aufarbeitung ein wesentlicher Schritt in Richtung innerer Einheit erreicht wurde.

Schlüsselwörter

NVA, Bundeswehr, Einigungsvertrag, Bundeswehrkommando Ost, Wiedervereinigung, Integration, Innere Führung, Parteidisziplin, Transformationsprozess, Militär, DDR, Soldaten, Abwicklung, Klassenfeind, Soldatenstatus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Zusammenführung der Nationalen Volksarmee (NVA) mit der Bundeswehr nach der deutschen Einheit und beleuchtet die damit verbundenen strukturellen und menschlichen Herausforderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Überwindung ideologischer Feindbilder, die rechtliche Integration der Soldaten durch den Einigungsvertrag sowie der organisatorische Aufbau des Bundeswehrkommandos Ost.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, die Frage zu erörtern, ob und wie eine Integration zweier Armeen aus vormals feindlichen Systemen realisierbar war und welche Rolle dabei die individuelle Vergangenheitsbewältigung spielte.

Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur sowie auf zahlreiche Interviews mit ehemaligen NVA-Soldaten, um deren persönliche Sichtweise und Problemlage zu erfassen.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte liegen im Hauptteil?

Der Hauptteil behandelt detailliert die psychologische Situation der Soldaten, die rechtlichen Bestimmungen für unterschiedliche Dienstverhältnisse und die konkreten Schritte der administrativen und materiellen Abwicklung der NVA.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Integration, NVA, Bundeswehr, Einigungsvertrag, Transformationsprozess und Innere Führung.

Wie wurde der Übergang vom NVA-Soldaten zum Bundeswehrsoldaten rechtlich geregelt?

Dies erfolgte primär über den Einigungsvertrag, der den Status der verschiedenen Soldatengruppen (Grundwehrdienstleistende, SaZ, Berufssoldaten) neu definierte und die Unterstellung unter den Bundesminister der Verteidigung festlegte.

Welche Rolle spielte das Bundeswehrkommando Ost?

Das Bundeswehrkommando Ost fungierte als zentrale höhere Kommandobehörde, die für die Auflösung alter NVA-Strukturen, die materielle Abwicklung und den Aufbau neuer Einheiten nach Bundeswehr-Standard zuständig war.

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Detalles

Título
Die Integration der NVA in die Bundeswehr
Universidad
University of the Federal Armed Forces München  (FB Geschichte)
Calificación
2,3
Autor
Marco Markus (Autor)
Año de publicación
1997
Páginas
16
No. de catálogo
V905
ISBN (Ebook)
9783638105767
ISBN (Libro)
9783668392236
Idioma
Alemán
Etiqueta
NVA Integration
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Marco Markus (Autor), 1997, Die Integration der NVA in die Bundeswehr, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/905
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