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Die Junker. Entstehung und Entwicklung bis 1918

Title: Die Junker. Entstehung und Entwicklung bis 1918

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 18 Pages

Autor:in: Petra Dutt (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Die Bezeichnung ,Junker’ war im Allgemeinen zunächst nicht auf die ostelbischen Gebiete, bzw. Preußen und die dort ansässigen adeligen Großagrarier beschränkt, sondern stammt aus dem Mittelalter und ist der Begriff für einen adeligen jungen Herren (mittelhochdeutsch: juncherre). Dennoch ist der Begriff sehr bald negativ konnotiert, wozu einige Adelige mit ihrem Verhalten gegenüber der Außenwelt selbst beigetragen haben. Vor allem in den preußischen und ostdeutschen Gebieten jenseits der Elbe wird der Begriff ,Junker’ zu einem Synonym für den großgrundbesitzenden Landadel, der meist weniger vermögend war (,Landjunker’, ,Krautjunker’). Spätestens dann mit der Jahrhundertwende um 1800 rückt der Begriff Junker durch die wieder aufkommende Adelskritik der Liberalen weiter ins Negative und wird hauptsächlich nur noch für den ostelbischen Adel genutzt (,Ostelbier’). Im ganzen Land wurde diese Personengruppe ähnlich charakterisiert:
„altpreußischer Adel, Großgrundbesitzer auf kargem Boden, politisch und gesellschaftlich reaktionär, Land-, Militär- und Beamtenadel, selten gebildet, zumeist arrogant, außerordentlich zahlreich und in sich sehr heterogen“.
In dieser Arbeit wird die Entstehung und Entwicklung der Junker in den Gebieten des deutschen Ostens dargestellt. Um den Rahmen nicht zu sprengen, werde ich mich relativ kurz fassen und nicht alle Entwicklungen oder Ereignisse ansprechen können. Auch lasse ich meine Arbeit mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges enden, um nicht nur die Oberfläche zu streifen.
Näher beleuchtet werden soll die soziale und politische Stellung, welche die ostelbischen Junkerfamilien in diesem Zeitraum auf allen Ebenen einnahmen und welche Schwankungen, bzw. Veränderungen vorzufinden sind. Das Verhältnis dieser adeligen Klasse zum Bürgertum und den Bauern/Landarbeitern wird ebenfalls eine Rolle spielen. Ein gewisser Schwerpunkt wird hierbei auf das 19. und den Anfang des 20. Jhd gelegt. Die Anfänge dieser Gesellschaftsgruppe muss man bereits im Mittelalter (12. Jhd) festsetzen, als die ersten Deutschen die Elbe und Saale nach Osten hin überschritten, um dort das Christentum unter den heidnischen Slawen zu verbreiten, bzw. das Land zu besiedeln oder gar von einheimischen Fürsten bei kriegerischen Auseinandersetzungen zur Hilfe gerufen wurden. Eine gewichtige Rolle bei diesem Kolonisationsprojekt spielte der Deutsche Orden, der vor allem die Gebiete West- und Ostpreußen sowie die baltischen Gebiete im deutschen Ordensstaat einte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung der ,Junker’

2.1. Die Anfänge

2.2. Das 14. Jahrhundert

2.3. Das 16. Jahrhundert

3. Der Aufstieg der Junker

3.1. Der Adel als staatlicher Funktionsstand

3.2. Die Lage in den ostdeutschen Gebieten

4. Die Niederlage 1806 und die „Bauernbefreiung“

4.1. Die Stein-Hardenbergschen Reformen

4.2. ,Junkerliberalismus’

5. Die Junker und die Revolution 1848

5.1. Die Konservativen

5.2. Die Lage nach der Revolution

6. Die Junker unter Bismarck

6.1. Bismarck preußischer Ministerpräsident

6.2. Die (angebliche) Agrarkrise 1876 und Schutzzölle

7. Das Wilhelminische Reich und der Erste Weltkrieg

7.1. Der Bund der Landwirte

7.2. Der Einfluss der Junker im Kaiserreich

8. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entstehung und die sozio-politische Entwicklung der Junker in den ostdeutschen Gebieten bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Ziel ist es, das Klischee des privilegierten und arroganten Landadels kritisch zu hinterfragen und die tatsächliche Lebensrealität sowie das Verhältnis dieser Schicht zum Bürgertum und zur Landbevölkerung zu beleuchten.

  • Historische Herleitung des Junkerbegriffs vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert
  • Die Rolle des Adels als staatlicher Funktionsstand und seine Bindung an die preußische Krone
  • Einfluss politischer Umbrüche wie der Bauernbefreiung und der Revolution von 1848 auf die Junkerklasse
  • Interessenvertretung und Lobbyarbeit durch Organisationen wie den Bund der Landwirte im Kaiserreich

Auszug aus dem Buch

3.1. Der Adel als staatlicher Funktionsstand

Mit der zunehmenden Staatswerdung und der Schaffung eines stehenden Heeres in Preußen im 17. Jhd und unter der Regierung Kurfürst Friedrich Wilhelms (1640-1688) wandelte sich der Adel zu einem staatlichen Funktionsstand. Befördert wurde dies auch durch den Umstand, dass viele adelige Sprösslinge studierten, zum Teil auch im Ausland.

In der Regierungszeit Friedrich Wilhelms kam am 26. Juli 1653 nach einigen Meinungsverschiedenheiten ein Kompromiss zustande, der besagte, dass der Landtag und somit die Junker, die stehende Armee Friedrichs befördern und dafür ihre bisher erlangten Rechte behalten. Die Möglichkeit der Staatsanstellung garantierte eine standesgemäße Versorgung, da viele Güter zu jener Zeit immer tiefer in die Schuldenfalle gerieten. Diese Tendenz hatte Auswirkungen auf die Armee. So war spätestens im 18. Jhd das Offizierskorps fast ausschließlich mit Adeligen besetzt, Bürgerliche hatten kaum keine Chance mehr aufzusteigen. Denn es gab bei Weitem nicht genug Rittergüter in den ostdeutschen Gebieten, um alle männlichen Nachfahren standesgemäß zu versorgen. Die andere Karrieremöglichkeit war die höhere Beamtenschaft, die wie die königlich preußische Armee unter Friedrich Wilhelm I. (1713-1740) weiter ausgebaut wurde.

Dieses Verhältnis zwischen Krone und Adel beruhte auf Gegenseitigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert den Begriff Junker und grenzt den Untersuchungszeitraum sowie den regionalen Schwerpunkt auf die ostelbischen Gebiete ein.

2. Die Entstehung der ,Junker’: Beschreibt die mittelalterlichen Wurzeln der adeligen Siedler und die ökonomischen sowie sozialen Veränderungen im 14. und 16. Jahrhundert.

3. Der Aufstieg der Junker: Analysiert den Adel als staatlichen Funktionsstand und dessen dominierende wirtschaftliche sowie soziale Stellung in den ostdeutschen Gebieten.

4. Die Niederlage 1806 und die „Bauernbefreiung“: Untersucht die Auswirkungen der Reformen von Stein und Hardenberg auf den preußischen Adelsstand.

5. Die Junker und die Revolution 1848: Behandelt die Reaktion der konservativen Adeligen auf die liberalen Forderungen während und nach der Revolution.

6. Die Junker unter Bismarck: Beleuchtet das ambivalente Verhältnis zwischen Bismarck und dem Adel sowie den Schutz der Landwirtschaft durch Zölle.

7. Das Wilhelminische Reich und der Erste Weltkrieg: Erörtert den Einfluss der Interessenverbände wie des Bundes der Landwirte im Kaiserreich.

8. Schluss: Fasst den langfristigen Niedergang der Junker und den Kontrast zwischen Klischee und Realität zusammen.

Schlüsselwörter

Junker, Preußen, Landadel, Ostelbien, Agrargeschichte, Rittergut, Bauernbefreiung, Konservatismus, Bismarck, Bund der Landwirte, Dreiklassenwahlrecht, Funktionsstand, Gutswirtschaft, Sozialgeschichte, Kaiserreich

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Genese und Entwicklung der ostelbischen Junker von ihren mittelalterlichen Anfängen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die soziale Stellung des Adels, seine enge Verflechtung mit der preußischen Staatsverwaltung sowie seine wirtschaftliche Interessenvertretung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine historisch fundierte Analyse, die gängige Klischees über das "Junkertum" kritisch hinterfragt und kontextualisiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die historische Fachliteratur heranzieht, um die Entwicklung dieser Bevölkerungsgruppe nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Etappen, von den Anfängen der Kolonisation über die Stein-Hardenbergschen Reformen bis hin zur Lobbyarbeit im Kaiserreich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Junker, Preußen, Agrargeschichte, konservative Interessenvertretung und die sozio-ökonomische Struktur der Gutswirtschaft.

Inwiefern beeinflussten die Stein-Hardenbergschen Reformen die Junker?

Die Reformen brachten eine Abkehr von der Erbuntertänigkeit und öffneten den Landbesitz für Bürgerliche, was den Adelsstand zunächst vor große ökonomische Herausforderungen stellte.

Warum war der Bund der Landwirte (BdL) politisch so einflussreich?

Der BdL agierte als mächtiger Interessenverband, der eng mit der Deutsch-Konservativen Partei kooperierte und durch das Dreiklassenwahlrecht direkten Einfluss auf den Reichstag nehmen konnte.

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Details

Title
Die Junker. Entstehung und Entwicklung bis 1918
College
University of Regensburg  (Geschichte)
Author
Petra Dutt (Author)
Publication Year
2007
Pages
18
Catalog Number
V90500
ISBN (eBook)
9783638047807
ISBN (Book)
9783638944199
Language
German
Tags
Junker
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Petra Dutt (Author), 2007, Die Junker. Entstehung und Entwicklung bis 1918, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90500
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