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Hat die NATO noch eine Existenzberechtigung?

Die Transformationen der Allianz

Title: Hat die NATO noch eine Existenzberechtigung?

Term Paper , 2005 , 23 Pages

Autor:in: Petra Dutt (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
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In dieser Arbeit möchte ich mich mit der Frage der Existenzberechtigung der Nordatlantiorganisation (NATO) auseinandersetzen und dabei zunächst einmal ergründen, warum sich jene Frage für diese Militärallianz überhaupt stellt.
Doch was heißt der Begriff `Allianz´ nach der klassischen Allianztheorie eigentlich? Der Begriff ist nicht eindeutig definiert und gilt als Synonym für Bündnis, Koalition oder Pakt. Nach Adolf Wolfers ist eine Allianz „a promise of mutual military assistance between two or more sovereign states. [And is an] instrument of national security.” D.h. ein völkerrechtlicher, zeitlich befristeter oder unbefristeter, organisierter oder nichtorganisierter und kündbarer Zsammenschluss zum Erreichen eines spezifischen Ziels. Zudem ist eine Allianz nach klassschem Verständnis gegen einen potenziellen Gegner gerichtet, was sie von einem System der kollektiven Sicherheit unterscheidet.
Nach diesem Verständnis entstehen Defensivbündnisse aus folgenden Gründen, a) die Geselschaftsordnungen basieren auf gemeinsamen Wertvorstellungen, das trifft auf die NATO zu einem großen Teil zu, doch nach Reinhard Wolf war dieser Punkt nicht ausschlaggebend, b) zur Erhaltung/Wiederherstellung des Kräftegleichgewichts, c) zum Ausbalancieren von Bdrohungspotentialen. In jedem Fall kommt dem Kosten-Nutzen-Kalkül eine große, bei der NATO sogar entscheidende Bedeutung zu. Sie ermöglicht durch ihre integrierte Militästruktur ihren Mitgliedern Abschreckung und Verteidigung zu möglichst geringen Kosten. Allerdings ersparten sich dadurch auch einige Länder den Aufbau von spezielleren Kapaztäten, die in anderen Ländern schon vorhanden waren. Auf dieses Problem komme ich aber später noch zu sprechen. Allgemein lassen sich für Allianzen 8 Charakteristika feststellen: a) sie werden von Staaten gebildet, b) sie sind explizite Abmachungen, c) sie beziehen sich auf das Verhalten in einer bestimmten Eventualität (casus foederis) in der Zukunft, d) das Eintreten dieser Eventualität ist ungewiss, e) Allianzen sind Versprechen, f) und beinhalten Beistandsleistungen, g) diese Versprechen sind gegenseitig und h) beziehen sich auf den Bereich der nationalen Sicherheit. Ein Beispiel hierfür wäre die West Europäische Union (WEU).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Problemstellung

2.) Entwicklung der NATO bis 1989

2.1) Vorlauf bis 1949

2.2) Der Nordatlantikvertrag

2.3) Entwicklung der NATO

3.) Ungewisse Zukunft der NATO nach 1989

3.1) NATO am Ende?

3.2) NATO überlebt!

4.) Transformation der NATO seit 1989

4.1) Erste Schritte

4.2) Neue strategischen Konzepte 1991 und 1999

4.3) Nato-Gipfel Prag 2002 und Istanbul 2004

4.4) Verhältnis NATO/EVSI

5.) Bewertung und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Existenzberechtigung der NATO nach dem Ende des Kalten Krieges und analysiert, wie sich das Bündnis an die veränderte sicherheitspolitische Weltlage angepasst hat, um seine Relevanz zu wahren.

  • Klassische Allianztheorie im Kontext der NATO
  • Historische Entwicklung des Bündnisses bis 1989
  • Debatte um die Zukunftsfähigkeit der NATO nach dem Zerfall der Sowjetunion
  • Transformationsprozesse und neue strategische Konzepte (1991, 1999, 2002/2004)
  • Das Verhältnis zwischen NATO und europäischer Sicherheitsidentität (ESVI/EU)

Auszug aus dem Buch

1.) Problemstellung

In dieser Arbeit möchte ich mich mit der Frage der Existenzberechtigung der Nordatlantikorganisation (NATO) auseinandersetzen und dabei zunächst einmal ergründen, warum sich jene Frage für diese Militärallianz überhaupt stellt.

Doch was heißt der Begriff `Allianz´ nach der klassischen Allianztheorie eigentlich? Der Begriff ist nicht eindeutig definiert und gilt als Synonym für Bündnis, Koalition oder Pakt. Nach Adolf Wolfers ist eine Allianz „a promise of mutual military assistance between two or more sovereign states. [And is an] instrument of national security.” D.h. ein völkerrechtlicher, zeitlich befristeter oder unbefristeter, organisierter oder nichtorganisierter und kündbarer Zusammenschluss zum Erreichen eines spezifischen Ziels. Zudem ist eine Allianz nach klassischem Verständnis gegen einen potenziellen Gegner gerichtet, was sie von einem System der kollektiven Sicherheit unterscheidet.

Nach diesem Verständnis entstehen Defensivbündnisse aus folgenden Gründen, a) die Gesellschaftsordnungen basieren auf gemeinsamen Wertvorstellungen, das trifft auf die NATO zu einem großen Teil zu, doch nach Reinhard Wolf war dieser Punkt nicht ausschlaggebend, b) zur Erhaltung/Wiederherstellung des Kräftegleichgewichts, c) zum Ausbalancieren von Bedrohungspotentialen. In jedem Fall kommt dem Kosten-Nutzen-Kalkül eine große, bei der NATO sogar entscheidende Bedeutung zu. Sie ermöglicht durch ihre integrierte Militärstruktur ihren Mitgliedern Abschreckung und Verteidigung zu möglichst geringen Kosten. Allerdings ersparten sich dadurch auch einige Länder den Aufbau von spezielleren Kapazitäten, die in anderen Ländern schon vorhanden waren. Auf dieses Problem komme ich aber später noch zu sprechen.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Problemstellung: Einführung in die Fragestellung der Existenzberechtigung der NATO und theoretische Einordnung des Begriffs Allianz.

2.) Entwicklung der NATO bis 1989: Historischer Rückblick auf die Entstehung des Nordatlantikvertrags und den Aufbau der militärischen Kommandostrukturen während des Kalten Krieges.

3.) Ungewisse Zukunft der NATO nach 1989: Analyse der Debatten um die Relevanz der NATO nach dem Zusammenbruch des Warschauer Pakts und den Argumenten für sowie gegen das Fortbestehen des Bündnisses.

4.) Transformation der NATO seit 1989: Detaillierte Darstellung der Anpassungsprozesse, neuer strategischer Konzepte und Gipfeltreffen zur Bewältigung neuer globaler Sicherheitsrisiken.

5.) Bewertung und Ausblick: Abschließende Einschätzung zur aktuellen Rolle der NATO und Ausblick auf künftige Herausforderungen sowie das transatlantische Verhältnis.

Schlüsselwörter

NATO, Allianztheorie, Transformation, Sicherheitspolitik, Kalter Krieg, kollektive Verteidigung, Krisenmanagement, transatlantische Beziehungen, Osterweiterung, Nordatlantikvertrag, ESVI, Rüstungskontrolle, Lastenteilung, Sicherheitsdilemma, Militärstruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Existenzberechtigung der NATO in der Zeit nach dem Kalten Krieg und untersucht, wie das Bündnis auf grundlegende geopolitische Veränderungen reagiert hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die Geschichte des Bündnisses, die theoretische Definition von Allianzen, den Transformationsprozess seit 1990 und das Verhältnis zur europäischen Sicherheits- und Verteidigungsidentität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, warum sich die Frage der Existenzberechtigung für die NATO stellt und welche Maßnahmen ergriffen wurden, um die Relevanz der Allianz unter veränderten Weltbedingungen zu sichern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung klassischer Allianztheorien, sicherheitspolitischer Fachliteratur und offizieller Bündnisdokumente basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die kritische Debatte um die Zukunft der NATO nach 1989 sowie die detaillierte Darstellung konkreter Transformationsschritte und neuer strategischer Konzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Transformation, kollektive Verteidigung, Krisenmanagement, transatlantische Partnerschaft und Lastenteilung.

Wie bewertet die Autorin die Bedeutung des NATO-Gipfels in Prag 2002?

Der Gipfel wird als entscheidender Schritt betrachtet, um das Bündnis aus der durch den 11. September 2001 verstärkten Sinnkrise zu führen, wobei der Fokus auf der Transformation und der Erhöhung der militärischen Einsatzfähigkeit lag.

Welche Herausforderungen sieht die Arbeit für das Verhältnis zwischen NATO und EU?

Die Arbeit diskutiert die Schwierigkeiten bei der Entwicklung einer europäischen Sicherheitsidentität (ESVI), insbesondere die Vermeidung von Duplizierungen militärischer Strukturen und die Abhängigkeit von US-Kapazitäten.

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Details

Title
Hat die NATO noch eine Existenzberechtigung?
Subtitle
Die Transformationen der Allianz
College
University of Regensburg
Author
Petra Dutt (Author)
Publication Year
2005
Pages
23
Catalog Number
V90509
ISBN (eBook)
9783638046718
ISBN (Book)
9783638942164
Language
German
Tags
NATO Existenzberechtigung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Petra Dutt (Author), 2005, Hat die NATO noch eine Existenzberechtigung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90509
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