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Bahrprobe, Rasengang und Abendmahlsprobe

Title: Bahrprobe, Rasengang und Abendmahlsprobe

Seminar Paper , 2007 , 12 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Jan Erchinger (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit Gottesurteilen in der mittelalterlichen Rechtsfindung. Im Speziellen werde ich versuchen einen Überblick zur Bahrprobe und der Abendmahlsprobe zu geben, welche auch als ius feretri und purgatio per facram Eucharistian bezeichnet werden. Weiterhin werde ich mich dem Rasengang widmen, dessen Beschreibung aber auf Grund der schwierigen Quellenlage im Vergleich zu den beiden erst genannten Gottesurteilen eher knapp ausfällt.
Meine Studien basieren auf verschiedenen Monographien diverser Autoren und Lexikoneinträgen. Besonders zu erwähnen sind dabei Friedrich Majers „ Geschichte der Ordalien“ , welche einen guten Überblick über die Gottesurteile allgemein liefert. Peter Dinzelbachers „Das fremde Mittelalter“ und „Die Geschichte der Gerichtsbarkeit“ von Wolfgang Schild dienten als Grundlage meiner Beschreibung zum Rechtswesen im Mittelalter und liefern daher die Basis für das Verständnis der Anwendung dieser Rituale. Eine detaillierte Beschreibung der Bahrprobe findet sich in „Gottesurteile im Mittelalter“ von Pius Kost, dessen Bearbeitung der Überlieferung von Diebold Schilling ein sehr klares Bild von den damaligen Verhältnissen zeichnet, allerdings auch einige Fragen aufwirft, die ich im Verlauf dieser Arbeit diskutieren werde. Zum Rasengang fehlen allerdings solch detaillierte Beschreibungen und daher bezieht sich mein Überblick dazu nur auf einige kleine Abschnitte aus Lexikonartikeln und ausgewählten Monographien.
Obwohl die Forschung zu den Gottesurteilen seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts, bis auf wenige sozialgeschichtliche Aspekte, gänzlich abgeschlossen ist, gibt es kein Überblickswerk das sowohl die Bahrprobe, den Rasengang und die Abendmahlsprobe in allen Facetten beleuchtet.
Daher werde ich mich einführend kurz mit dem Rechtswesen im Mittelalter befassen, um dann näher auf die Gottesurteile einzugehen. Weiterführend gebe ich einen kurzen Überblick zu ihren Eigenschaften, um anschließend speziell die Bahrprobe, folgend die Abendmahlsprobe und als letztes den Rasengang zu erläutern. Dabei werde ich versuchen ihre Besonderheiten, ihre Anwendungsgebiete, Akzeptanz und vor allem ihren Verlauf mit Hilfe von verschiedenen Beispielen darzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Das Rechtsleben im Mittelalter

2.1. Glaube und Recht

2.2. Gottesurteile

3. Die Bahrprobe

4. Die Abendmahlsprobe

5. Der Rasengang

6. Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Wesen und die Anwendung ausgewählter mittelalterlicher Gottesurteile, um deren historische Bedeutung sowie den Übergang von archaischen Traditionen zu einem systematisierten Rechtsverständnis aufzuzeigen.

  • Der Einfluss des mittelalterlichen Glaubens auf die Rechtsfindung.
  • Detaillierte Analyse der Bahrprobe, der Abendmahlsprobe und des Rasengangs.
  • Die Rolle der Kirche und des Klerus bei der Etablierung von Ritualen.
  • Psychologische Aspekte und soziale Akzeptanz von Gottesurteilen.

Auszug aus dem Buch

Die Bahrprobe

Im Wesentlichen ging es bei der Bahrprobe um den Angeklagten, welcher nackt oder in einem neuen Unterkleid zu dem aufgebahrten entblößten Leichnam geführt wurde. Dort sprach er einen Reinigungseid. Öffneten sich während dieser Prozedur die Wunden der Leiche oder gab sie ein anderes Zeichen von sich so galt der Beschuldigte als Täter überführt20. In einigen Beschreibungen muss der Angeklagte das Opfer auch noch mehrmals umrunden oder es z.B. an den Wunden, am Bauchnabel oder an der Stirn berühren. Das Rechtsbuch von Rupprecht v. Freising von 1332 schreibt sogar vor, der Angeklagte müsse das Opfer küssen, nachdem er es dreimal auf Knien umrundet hat, wobei er Gott und dem Opfer seine Unschuld versichern müsste21. Es handelt sich demnach also um ein einseitiges Gottesurteil.

Die erste Erwähnung der Bahrprobe findet sich im Bericht des Pitcairn bei der Ermordung eines König Duflus von Schottland im Jahre 97222.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Einführung in die Thematik der Gottesurteile und die Zielsetzung der Arbeit, die sich auf Bahrprobe, Abendmahlsprobe und Rasengang konzentriert.

2. Das Rechtsleben im Mittelalter: Erläuterung der engen Verflechtung von christlichem Glauben und rechtlichen Normen im mittelalterlichen Alltag.

2.1. Glaube und Recht: Detaillierte Darstellung, wie religiöse Vorstellungen und die Friedensbewegung das öffentliche Strafrecht beeinflussten.

2.2. Gottesurteile: Definition von Gottesurteilen als Mittel der Wahrheitsfindung unter Einbeziehung germanischer Traditionen und christlicher Anpassungen.

3. Die Bahrprobe: Untersuchung des Rituals, bei dem der Leichnam als Ankläger fungierte, und Diskussion seiner historischen Rezeption.

4. Die Abendmahlsprobe: Analyse eines spezifischen, klerikal geprägten Gottesurteils, das oft in Klöstern bei Verdacht auf Vergehen Anwendung fand.

5. Der Rasengang: Beschreibung eines skandinavischen Rituals, das als Gottesurteil und zur Besiegelung von Blutsbruderschaften diente.

6. Zusammenfassung: Abschließende Reflexion über die Schwierigkeiten der Quellenlage und den Charakter der untersuchten Gottesurteile.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Lexika, Monographien und Internetquellen zur wissenschaftlichen Fundierung der Arbeit.

Schlüsselwörter

Gottesurteil, Bahrprobe, Abendmahlsprobe, Rasengang, Mittelalter, Rechtswesen, Ordal, Wahrheitsfindung, Kirchenrecht, Germanisches Recht, Beweismittel, Rechtsgeschichte, Ritual, Prozess, Soziale Akzeptanz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit drei speziellen Formen mittelalterlicher Gottesurteile und deren Einbettung in die damalige Rechtskultur.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Bahrprobe, Abendmahlsprobe und des Rasengangs sowie der Einfluss der christlichen Religion auf das mittelalterliche Rechtswesen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist ein wissenschaftlicher Überblick über diese speziellen Exoten der Gottesurteile unter Berücksichtigung ihrer Merkmale und Anwendungsgebiete.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener Monographien und Lexikoneinträge, um die historischen Rituale zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil analysiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der drei genannten Gottesurteile sowie deren Entwicklung und historische Bedeutung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Gottesurteil, Ordal, Rechtsleben, Bahrprobe, Abendmahlsprobe, Rasengang und Wahrheitsfindung.

Welche Rolle spielt die Kirche bei der Abendmahlsprobe?

Der Klerus nutzte die Abendmahlsprobe gezielt, um sich von anderen, körperlich belastenden Gottesurteilen zu distanzieren und die geistliche Autorität zu wahren.

Wie unterscheidet sich der Rasengang von den anderen untersuchten Proben?

Der Rasengang ist primär in der skandinavischen Tradition verankert und diente neben der Wahrheitsfindung auch zur Besiegelung von Blutsbruderschaften.

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Details

Title
Bahrprobe, Rasengang und Abendmahlsprobe
College
University of Bamberg
Grade
2,0
Author
Jan Erchinger (Author)
Publication Year
2007
Pages
12
Catalog Number
V90511
ISBN (eBook)
9783638045421
ISBN (Book)
9783638942577
Language
German
Tags
Bahrprobe Rasengang Abendmahlsprobe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Erchinger (Author), 2007, Bahrprobe, Rasengang und Abendmahlsprobe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90511
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