Die österreichische Kronenzeitung, einzigartig in ihrer Verbreitung in ganz Europa, wenn nicht weltweit, macht einen unglaubliche Meinungsmache in punkto Rassismus. Immer wieder werden Ausdrücke gebracht, die eindeutig in die Richtung weisen. Vor allem auch das Pushen durch Leserbriefe, die zum Teil ja ohnehinaus der eigenen Redaktion stammen, verstärken diesen Effekt. Und diese Arbeit soll aufzeigen, wie diese Zeitung Meinungsmache und Politik betreibt. Anhand der Leserbriefe wird der rassistische Gedanke aufgezeigt. Immerhin ist die Kronenzeitung die auflagenmäßig, im Verhältnis zur Bevölkerung, größte Zeitung der Welt. Anonyme Leserbriefschreiber oder solche, die es in keinem Telefonverzeichnis gibt, geben immer wieder ihren Kommentar zu allen möglichen Themen ab, z.B. ein gewiiser Franz Weinpolter, den es nicht gibt. Und diese eigenartige Art des Journalismus soll diese Arbeit aufzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Die journalistische Wirklichkeitskonstruktion
2. Boulevardjournalismus, Kronen-Zeitung und Inhaltstransport
3. Schüren von Voruteilen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die mediale Konstruktion von Wirklichkeit am Beispiel der "Kronen Zeitung" und analysiert, wie durch spezifische Berichterstattung und die gezielte Einbindung von Leserbeiträgen Vorurteile geschürt sowie rassistische Narrative reproduziert werden.
- Journalistische Konstruktion von Wirklichkeit im Boulevardmedium
- Mechanismen des Boulevardjournalismus und des Inhaltstransports
- Aufbau von Feindbildern und diskursive Ausgrenzung
- Rolle von Leserbriefen bei der Bestätigung und Verstärkung von Ressentiments
- Analyse diskriminierender Sprachmuster und deren gesellschaftliche Auswirkungen
Auszug aus dem Buch
1. Die journalistische Wirklichkeitskonstruktion
„Medien können die Wirklichkeit nicht verzerrt oder entstellt abbilden. Sie können die Wirklichkeit überhaupt nicht abbilden. Denn sie bilden die Wirklichkeit erst. Diese Wirklichkeit ist fremdreferenzlos und somit ausnahmslos selbstreferentiell. Sie verweist auf nichts anders außer auf sich selbst und auf ihr Zustandekommen in der alltäglichen Nachrichtenproduktion“.
Vor allem die Journalisten der Kronen Zeitung betreiben eine bewusste Konstruktion, um sich so von anderen Printmedien zu unterscheiden. Presseaussendungen oder andere Mitteilungen finden kaum Eingang in die tägliche Konstruktionsarbeit der Zeitungsredaktion. Die Krone Journalisten sind sogenannte „agents“, da sie durch ihre Arbeit Informationen schaffen und die Umwelt zu ihnen kommt. Die Kronen Zeitung hat keine fixen Agenturverträge, d.h, sie schafft sich ihre eigene „Welt“.
Das lässt auch ein Artikel in der FAZ vom 25.4.2001 erkennen, der in unerschütternder Weise die Schreibweise der größten österreichischen Zeitung aufzeigt. Denn die Krone und ihre Redakteure argumentieren nicht sachlich, sondern emotionalisiert:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die journalistische Wirklichkeitskonstruktion: Dieses Kapitel erläutert den konstruktivistischen Ansatz, nach dem die Zeitung ihre eigene Wirklichkeit aktiv erschafft, anstatt ein objektives Abbild der Welt zu liefern.
2. Boulevardjournalismus, Kronen-Zeitung und Inhaltstransport: Hier wird analysiert, wie die Zeitung durch die gezielte Einbindung von Leserbriefen und die Vermischung von Kommentar und Berichterstattung ihre spezifischen Inhalte transportiert.
3. Schüren von Voruteilen: Dieses Kapitel untersucht die systematische Etablierung von Feindbildern, insbesondere gegenüber Ausländern, und die diskursive Abwertung von Gruppen durch aggressive Leserbriefe und suggestive Berichterstattung.
Schlüsselwörter
Kronen Zeitung, Boulevardjournalismus, Medienanalyse, Wirklichkeitskonstruktion, Rassismus, Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit, Leserbriefe, Feindbild, Diskursanalyse, Medienethik, politische Kommunikation, gesellschaftliche Ressentiments, Österreich, Migrationsdebatte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die "Kronen Zeitung" durch eine spezifische, subjektive Wirklichkeitskonstruktion und den Einsatz boulevardjournalistischer Mittel rassistische Ressentiments in der österreichischen Öffentlichkeit befeuert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die mediale Informationsschaffung, die Rolle von Leserbriefen als Stimmungsmacher sowie die diskursive Ausgrenzung von Personengruppen wie Asylwerbern oder Migranten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Medium durch eine bewusste Konstruktion der Realität Feindbilder aufbaut und wie diese durch die wechselseitige Interaktion mit der Leserschaft verstärkt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit bedient sich einer konstruktivistischen Perspektive auf die Medienwirklichkeit und kombiniert dies mit einer inhaltlichen Analyse von Zeitungsartikeln, Kommentaren und Leserbriefen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der journalistischen Wirklichkeitskonstruktion, die Funktionsweise des Boulevardjournalismus im Kontext des Inhaltstransports und eine detaillierte Analyse der Mechanismen zur Schürung von Vorurteilen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind Boulevardjournalismus, Wirklichkeitskonstruktion, Feindbild, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Medienanalyse.
Welche Bedeutung haben die im Anhang dokumentierten Leserbriefe für die Argumentation?
Die Leserbriefe dienen als empirisches Material, um die aggressive, oft ausgrenzende Sprache und die Mechanismen der Stimmungsmache innerhalb des "Freien Wortes" der Zeitung konkret zu belegen.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Herausgebers und der Redakteure bei der Wirklichkeitskonstruktion?
Der Autor stellt dar, dass die Journalisten als aktive Akteure ("agents") fungieren, die durch gezielte Emotionalisierung und die Ablehnung sachlicher Distanz ihre eigene, marktgerechte Welt für die Leserschaft schaffen.
- Citar trabajo
- Mag. Hannes Naderhirn (Autor), 2008, Rassismus in österreichischen Medien anhand der "Kronen Zeitung", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90539