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Staatsverschuldung und Stabilisierungspolitik in der Europäischen Union

Title: Staatsverschuldung und Stabilisierungspolitik in der Europäischen Union

Seminar Paper , 2008 , 37 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Heiko Burret (Author)

Economics - Finance
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Die Verschuldung der öffentlichen Hand der EU-Mitgliedsstaaten ist maßge-bend für die Stabilität in der EU. Daher werde ich mich mit meiner Seminarar-beit vermehrt auf das Thema der Staatsverschuldung konzentrieren. Über deren Auswirkung besteht noch immer eine Kontroverse. So bezeichnete Ricardo bereits 1820 das Mittel der staatlichen Verschuldung als eine der „schreck-lichsten Geißeln, die je zur Plage der Nation erfunden wurde.“ List hingegen bezeichnet 1858 „das Staatskreditsystem [als] eine der schönsten Schöpfungen der neueren Staatskunst und ein Segen für die Nation.“ Die verschiedenen makroökonomischen Sichtweisen der Staatsverschuldung werden in Kapitel 2 dargestellt.
Aktuelle Brisanz erhält die Thematik vor dem Hintergrund der europäischen Währungsunion. In der Währungsunion mit einer gemeinsamen, durch die EZB unabhängig bestimmten Geldpolitik, nationalen Fiskalpolitiken und dem Wegfall von Wechselkursanpassungen ist die Fiskalpolitik das einzige Instru-ment, auf asymmetrische, länderspezifische Schocks zu reagieren. Dies gilt zumindest solange die Anpassungsprozesse aufgrund von Unvollkommenhei-ten der Faktor- und Gütermärkte nicht vollständig über den Marktmechanismus ablaufen. Die Auswirkung und Disziplinierung nationaler Fiskalpolitiken in der EWWU werden als weiterer zentraler Punkt dieser Untersuchung in Kapitel 3 beleuchtet. Die Arbeit wird mit einem Ausblick und der Zusammenfassung wichtiger Ergebnisse abgeschlossen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Staatsverschuldung

2.1. Definition

2.2. Makroökonomische Denkrichtungen

2.2.1. Die klassische Sichtweise

2.2.2. Die neoklassische Sichtweise

2.2.3. Der Keynesianismus

2.3. Entwicklung der Staatsverschuldung und des Defizits

2.3.1. In der EU

2.3.2. In der Bundesrepublik Deutschland

3. Fiskalpolitik in der EWWU

3.1. Fiskalpolitische Implikationen der EWWU

3.2. Maastrichter Vertrag und SWP

3.2.1. Die vier Konvergenzkriterien

3.2.2. Analyse des Kriteriums der Finanzlage der öffentlichen Hand

3.2.3. Aufweichung und Kritik an dem SWP

3.3. Nationale Verschuldungsgrenzen und der Gedanke der automatisch stabilisierenden Finanzpolitik

3.3.1. Theorie der automatisch stabilisierenden Finanzpolitik

3.3.2. Art. 115 GG und seine Rechtfertigung einer Staatsverschuldung

4. Ausblick und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Staatsverschuldung im Kontext der europäischen Währungsunion. Ziel ist es, die ökonomischen Auswirkungen von Verschuldung zu analysieren, die Wirksamkeit fiskalpolitischer Disziplinierungsmechanismen zu bewerten und die Eignung nationaler Verschuldungsgrenzen als Ergänzung zu europäischen Vorgaben zu diskutieren.

  • Makroökonomische Theorien zur Staatsverschuldung
  • Die fiskalpolitische Herausforderung in der EWWU
  • Kritische Analyse des Maastrichter Vertrags und des Stabilitäts- und Wachstumspakts (SWP)
  • Bedeutung und Reformbedarf des Art. 115 GG

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Die klassische Sichtweise

Die beiden Hauptvertreter der Klassik, Adam Smith (1723-1790) sowie David Ricardo (1772-1823), sind der Überzeugung, dass die Rolle des Staates in der Wirtschaft auf das notwendige Maß zu beschränken und Staatsverschuldung abzulehnen sei. Wichtige Staatsaufgaben im System der Klassik sind neben der inneren und äußeren Sicherheit auch die Bereitstellung der Infrastruktur, der Gesundheitssektor, die Sicherung der Ausbildung und die Unterhaltung von nicht rentablen öffentlichen Einrichtungen. Die Ablehnung der Klassik gegenüber einem extensiven Staatswesen ergibt sich aus ihrer „[...]Auffassung, dass staatliche Aktivitäten im Vergleich zu privatwirtschaftlichen Initiativen unproduktiv sind und die Marktwirtschaft die optimale Versorgung der Wirtschaftssubjekte sicherstellt.“ In der Klassik werden Kredite dem Staat lediglich im Kriegsfall sowie für produktive Investitionen zugestanden, da sonst die Einnahmen vergrößert und so zusätzlicher Spielraum für ausgedehnte Staatstätigkeit geschaffen würde. Deshalb gelten Deckungsregeln für die Haushaltsfinanzierung, deren Umgehung nur in Notzeiten erlaubt ist. Die Anfang der siebziger Jahre als „Crowding-Out“- These bekannt gewordene Auffassung wird auch schon von den Klassikern vertreten. Ricardo weist in dem Zusammenhang auch auf das Problem der Schuldenillusion hin.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Kontroverse um die Staatsverschuldung und deren aktuelle Relevanz vor dem Hintergrund der europäischen Währungsunion.

2. Staatsverschuldung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Staatsverschuldung, erläutert verschiedene makroökonomische Sichtweisen (Klassik, Neoklassik, Keynesianismus) und analysiert die Entwicklung der Verschuldung in der EU und Deutschland.

3. Fiskalpolitik in der EWWU: Hier werden die fiskalpolitischen Herausforderungen in der Währungsunion, der Stabilitäts- und Wachstumspakt sowie nationale Verschuldungsgrenzen wie der Art. 115 GG kritisch diskutiert.

4. Ausblick und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit wirksamer Sanktionsmechanismen zur Sicherung der fiskalischen Stabilität.

Schlüsselwörter

Staatsverschuldung, EWWU, Fiskalpolitik, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Haushaltsdefizit, Crowding-Out, Konvergenzkriterien, Art. 115 GG, Goldene Regel, Finanzmärkte, Preisniveaustabilität, Fiskalische Disziplin, Budgetdefizit, Schuldenillusion, Interventionsstaat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen und praktischen Herausforderungen der staatlichen Verschuldung, insbesondere im Hinblick auf die fiskalpolitischen Rahmenbedingungen der europäischen Währungsunion.

Welche wirtschaftswissenschaftlichen Denkrichtungen werden behandelt?

Der Autor stellt die Sichtweisen der klassischen Ökonomie, der neoklassischen Theorie und des Keynesianismus gegenüber, um die unterschiedlichen Argumente für und gegen eine Staatsverschuldung zu verdeutlichen.

Was ist das zentrale Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu klären, wie nationale Fiskalpolitiken diszipliniert werden können und inwieweit bestehende Regelwerke wie der Stabilitäts- und Wachstumspakt oder der Art. 115 GG ihre Funktion erfüllen.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische und empirische Analyse unter Einbeziehung ökonomischer Fachliteratur, Daten der europäischen Institutionen sowie einer kritischen Bewertung aktueller Gesetzestexte.

Was sind die wesentlichen Inhalte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Staatsverschuldung, die Analyse der EU-Vorgaben für die Fiskalpolitik sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit den nationalen Schuldenbremsen in Deutschland.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Staatsverschuldung, EWWU, Fiskalpolitik, Stabilitäts- und Wachstumspakt sowie das Konzept des Crowding-Out.

Warum wird der Art. 115 GG im Dokument kritisch beleuchtet?

Der Art. 115 GG wird als ein Instrument analysiert, das zwar theoretisch die Nettokreditaufnahme begrenzt, in der Praxis jedoch durch weite Auslegungsspielräume beim Investitionsbegriff seine Bindungswirkung teilweise verliert.

Welche Rolle spielt der Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP)?

Der SWP soll die Haushaltsdisziplin in den Mitgliedstaaten der EWWU sichern, wird jedoch aufgrund von mangelnder Effektivität der Sanktionen und politischer Aufweichungen kritisiert.

Wie steht der Autor zum Thema "No-Bail-Out-Klausel"?

Der Autor untersucht die Glaubwürdigkeit dieser Klausel und kommt zu dem Schluss, dass ein moral hazard Verhalten der Mitgliedstaaten bei drohenden Krisen ein reales Risiko bleibt.

Warum ist das 60%-Kriterium laut Autor fraglich?

Das Kriterium wird als willkürlicher Durchschnittswert kritisiert, dessen theoretische Rechtfertigung angesichts realer Wachstumsraten und Inflationsraten in der Praxis kaum haltbar ist.

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Details

Title
Staatsverschuldung und Stabilisierungspolitik in der Europäischen Union
College
University of Freiburg  (Lehrstuhl für Finanzwissenschaft und Monetäre Ökonomie)
Course
Wirtschaftspolitik in der EU als Modell für China?
Grade
1,3
Author
Heiko Burret (Author)
Publication Year
2008
Pages
37
Catalog Number
V90554
ISBN (eBook)
9783638048026
Language
German
Tags
Staatsverschuldung Stabilisierungspolitik Europäischen Union Wirtschaftspolitik Modell China
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Heiko Burret (Author), 2008, Staatsverschuldung und Stabilisierungspolitik in der Europäischen Union, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90554
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