Die Filmproduktion von "A Star Is Born" (2018). Auf welche Aspekte setzte das Filmmanagement und konnten die eingesetzten Faktoren einen Erfolg verzeichnen?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2019

22 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführung und Relevanz des Themas

2. Handlung von A Star Is Born (2018)

3 Die Produktion des Films
3.1 Pre- Produktion
3.2 Produktion
3.3 Post- Produktion

4. Eingesetzte Erfolgsfaktoren
4.1 Produktinhärente Merkmale
4.1.1 Symbolhaftigkeit
4.1.2 Erfolg in anderen Märkten
4.1.3 Personalattraktivität
4.1.4 Genre
4.1.5 Qualität des Films
4.2 Produktinduzierte Merkmale
4.2.1 Filmkritik
4.2.2 Auszeichnungen
4.2.3 Mundpropaganda
4.2.4 Vermarktung

5. Finanzielle Aspekte und Erfolgsgrößen
5.1 Kosten
5.2 Besucherzahlen, Gewinn und RoI

6 Fazit & Ausblick

7. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Erfolgsfaktoren einer Filmproduktion

Abbildung 2: Prägnanter Plot und Schlüsselszene

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung und Relevanz des Themas

Ob Hollywood, Babelsberg oder Bollywood, heutzutage gibt es eine Vielzahl an veröf­fentlichten Filmen, welche oft eines gemeinsam haben: Sie wurden strategisch im Vor­hinein geplant, um schon vor Filmveröffentlichung das Risiko eines Misserfolges so ge­ring wie möglich zu halten.

Da ein aufwendig produzierter Film nicht nur eine Kunstform, sondern auch ein Wirt­schaftsgut darstellt, wird es in der heutigen Zeit mit diesem breiten Filmangebot immer wichtiger, strategische Zielsetzungen im Filmmanagement zu verfolgen, um mit diversen Erfolgsfaktoren in der Filmproduktion schon vorab gewährleisten zu können, dass die Produktion ab Veröffentlichung rentabel ist und Gewinne generieren kann. Dieser Aspekt ist von hoher Bedeutung, da die Filmbranche durch viele Unsicherheiten bezüglich des kommerziellen Erfolgs gekennzeichnet ist und die Bedürfnisse der Rezipienten nur schwer und ungenau vorhersehbar sind.

Auch im Nachhinein ist es sinnvoll, eine publizierte Filmproduktion anhand ihrer einge­setzten Erfolgsfaktoren zu analysieren, um diese für ein nachfolgendes Projekt wieder angepasst und spezifiziert anwenden zu können.

Doch welche Faktoren kann das Filmmanagement nutzen, um diese Unsicherheiten und Risiken der Filmbranche möglichst zu umgehen?

Genau diese Fragen werden in der vorliegenden Hausarbeit anhand einer Filmanalyse von A Star Is Born (2018) erörtert und beantwortet. Der Film war nicht nur wegen seiner Starbesetzung im vorherigen Jahr in aller Munde, und es ist ein sehr interessantes Pro­jekt zur Veranschaulichung, welche Möglichkeiten und welche strategischen Erfolgsfak­toren das Filmmanagement in einer Filmproduktion nutzen kann.

Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, die eingesetzten Strategien darzulegen und dessen Erfolg anhand monetärer Kennzahlen sowie weiterer Merkmale wie Filmkritiken und Auszeichnungen zu messen.

Zunächst wird in Kapitel 2 die grundlegende Handlung von A Star Is Born veranschau­licht. In Kapitel 3 wird zur Einschätzung der Entscheidungen des Filmmanagements der Produktionsprozess des Films dargelegt. Darauffolgend wird in Kapitel 4 die Analyse der eingesetzten Erfolgsfaktoren des Films durchgeführt, dessen Erfolg schließlich in Kapitel 5 anhand monetärer Kennzahlen gemessen wird.

2. Handlung von A Star is Born (2018)

Die Handlung von A Star is Born ist bereits ein Klassiker, denn das Filmkonzept wurde zuvor schon dreimal verfilmt. Die neue Verfilmung von 2018 mit Bradley Cooper, der 4 auch als Regisseur des Films fungierte, und mit Lady Gaga (Stefanie Germanotta) hat die Geschichte zeitgemäß modernisiert (Weihser, 2018).

Der Rock-Sänger Jackson Maine (gespielt von Bradley Cooper) ist ein Star der US- Amerikanischen Musikszene, jedoch hat er mit Tinnitus, Einsamkeit und Alkoholabhän­gigkeit zu kämpfen. Auf der abendlichen Suche nach Gesellschaft im Anschluss an sein Konzert lernt er in einer Bar die junge und unsichere Sängerin Ally (gespielt von Lady Gaga) kennen, deren Talent ihn bei ihrem dortigen Auftritt sofort fasziniert.

Nach einem gemeinsamen Drink und nächtlichen Stunden auf einem Parkplatz über­zeugt Jackson Ally, auf sein nächstes Konzert zu kommen. Daraufhin passiert der große Meilenstein in Allys Leben: Nachdem sie mit Jacksons Flieger zum Auftritt eingeflogen wird, wagt Ally den Schritt ins Rampenlicht, als Jack sie für eine von ihm arrangierte Duett-Version ihres zuvor komponierten Songs Shallow auf die Bühne holt. Sie wird da­raufhin, vor allem durch die virale Verbreitung eines Videos des Auftritts, über Nacht zum Star.

Zwischen Ally und Jack entwickelt sich eine leidenschaftliche Beziehung. Während Allys perfekt geplante und durch den neuen Manager vorangetriebene Karriere mit der Zeit steigt und Jacksons in den Schatten stellt, wachsen einhergehend die Auseinanderset­zungen des Paares.

Dennoch heiraten Ally und Jackson, allerdings fällt es ihm zunehmend schwerer, sich mit dem verschwindenden Ruhm, welcher durch seine Abwärtsspirale verblasst, abzu­finden.

Jackson unterzieht sich nach mehrmaligen öffentlichen Peinlichkeiten einer Behandlung in einer Suchtklinik und wird später erfolgreich entlassen. Als Allys Manager ihn damit konfrontiert, dass er zwangsläufig wieder in eine Alkoholsucht zurückfallen sowie Allys Leben und Karriere negativ beeinträchtigen wird, kommt es schließlich zur Katastrophe: Von Depressionen gedrängt und durch den ständigen Kampf gegen seine inneren Dä­monen erhängt sich Jackson in der Garage, um Ally eine Karriere ohne seinen Lasten ermöglichen zu können Der Film endet mit einem Auftritt Allys, bei dem sie einen von Jacks komponierten Song über die Liebe zu ihr singt und dabei sichtlich um den Verlust Jacksons trauert (Roth, Cooper & Germanotta, 2018).

Der Film zeigt nicht nur, welche Auswirkungen Drogenabhängigkeit und Depressionen auf die betroffene Person haben, sondern auch, wie sich diese Aspekte auf Beteiligte in dessen Umfeld auswirken. Zudem versucht der Film zu zeigen, welche Schattenseiten der Ruhm trägt, wie sich Eifersucht und Gunst in einer Beziehung zeigen können, dass immer noch ein Machtgefälle zwischen den Geschlechtern im Showbusiness existiert und dass es Situationen geben kann, in denen man sich für die Liebe oder für die Karri­ere entscheiden muss.

3. Die Produktion des Films

Bevor die zu untersuchenden Erfolgsfaktoren des Films festgelegt und evaluiert werden können, ist es wichtig, die Vorgehensweise der Produktion von A Star is Born zu analy­sieren, um sich einen Überblick über die Entscheidungen des Produktionsmanagements zu verschaffen.

Bei der Produktion des Films wirkten mehrere Produktionsfirmen mit, um ein gegebenes Risiko, welches bei jeder Filmproduktion besteht, so gering wie möglich zu halten. Zu­dem kann man erkennen, dass das Produktionsmanagement eine übliche Strategie ver­folgte: Es ist generell ratsam, Fokussierungs- und Netzwerkstrategien zu verfolgen und für jeden Bereich der Produktion ein spezialisiertes Unternehmen einzusetzen, das sich auf die Pre- Produktion, Produktion oder Post- Produktion fokussiert (Wirtz, 2013, S. 357).

Die Beschaffung, Produktion und Distribution teilten sich die Firmen Warner Bros. Pic­tures, Live Nation Productions, Metro-Goldwyn-Mayer, Peters Entertainment, Gerber Pictures und Joint Effort (IMDb, 2018).

Somit ist A Star Is Born eine Co- Produktion: Dabei sind mehrere Produktionsunterneh­men beteiligt, es erfolgt ein inhaltliches Mitspracherecht aller Co-Produzenten und es liegt eine Risiko- und Erlösverteilung vor (Wirtz, 2006, S. 304).

Wie wichtig die strategische Planung der Produktion ist, erläutert auch Marie Kiefer in ihrer Monografie, denn das Ergebnis einer Filmproduktion kann nicht korrigiert werden und ist entscheidend für den finanziellen Erfolg der beteiligten Unternehmen: „Die enor­men Kosten für einen Film [...] fallen wegen der Unteilbarkeit des Medienprodukts als Fixkosten im vollen Umfang an, bevor der Film auf dem Markt kommt und Erfolg oder Misserfolg der Produktion sich zeigen, das heißt, sie sind nach Fertigstellung [...] in kei­ner Weise korrigierbar.“ (Kiefer, 2005, S. 175).

3.1 Pre- Produktion

Die Pre- Produktion umfasst die Aufgaben des Beschaffungsmanagements und findet vor der eigentlichen Produktion des Films statt. Dabei werden zuerst verschiedene In­halts- und Verwertungsrechte erworben, zudem wird ein Teil des Finanzierungskonzepts kalkuliert, das Drehbuch wird erstellt, die Schauspieler müssen gecastet werden und erste Entscheidungen über Drehorte werden getroffen (Wirtz, 2013, S.359 ff.).

An der Pre- Produktion waren vor allem Warner Bros. Pictures, welche erstmals die Ver­filmungsrechte der Vorwerke erhielten, und Live Nation Productions beteiligt. Nachdem bekannt wurde, dass der Produzent und Schauspieler Clint Eastwood mit Warner Bros. im Gespräch war, eine Adaption des vorherigen Films A Star Is Born (1937) zu produ­zieren, stellte sich 2011 heraus, dass Beyoncé und Leonardo DiCaprio sowie Will Smith für die Hauptrollen angefragt wurden (Magrath, 2011). Nach langen Gesprächen verlie­ßen diese im Jahr 2012 das Projekt allerdings wieder (Kroll, 2012).

Im Jahr 2015 wurde bestätigt, dass Warner Bros. den Schauspieler Bradley Cooper aus­wählte, um sein Regie- und Drehbuchdebut zusammen mit Eric Roth durchzuführen und auch die männliche Hauptrolle im Film zu spielen (Fleming, 2015).

Das eigentliche Casting begann 2016, nachdem bestätigt wurde, dass Live Nation Lady Gaga für die weibliche Hauptrolle anfragte, da diese schon für Gagas Dokumentation Five Foot Two zusammenarbeiteten (Fleming, 2016). Zudem wurden für die weiteren wichtigen Rollen Sam Elliott, Dave Chapelle, Andrew Baldwin und weitere Schauspieler ausgewählt. Clint Eastwood schied als Produzent aus dem Projekt aus, es konnten je­doch Bradley Cooper, Robert Dohrmann, Bill Gerber u.a. für die Produktion gewonnen werden (Moviepilot, 2018).

Vor allem an der Auswahl der beteiligten Akteure des Films kann man erkennen, dass das Beschaffungsmanagement von A Star Is Born eine Best- fit- Strategie verfolgte, um ein Misserfolgsrisiko des Films zu minimieren und die Popularität des Films mittelfristig auf sehr hohem Niveau zu halten (Wirtz, 2006, S. 297).

Beachtet man all diese Aspekte wird schnell klar, dass schon die Pre- Produktion eines Films sehr viel Zeit - in diesem Fall knapp sechs Jahre - beanspruchen kann.

3.2 Produktion

In der eigentlichen Produktion eines Films finden die Dreharbeiten statt. Humanressour­cen wie publikumswirksame Schauspieler und Regisseure sowie erfahrene Filmcrew­Mitglieder sind dabei für die erfolgreiche Umsetzung einer Produktion genauso von gro­ßer Bedeutung wie die materiellen Ressourcen für die Dreharbeiten (Wirtz, 2006, S.300).

Die Dreharbeiten für A Star Is Born begannen am 17. April 2017 in Indio beim Coachella- Festival, auf dem Cooper und Gaga einen Auftritt für den Film mit echtem Publikum drehten (Kaufman, 2017).

Als prägnante materielle Ressource diente dabei die PIX- System- Technologie, über die die Filmcrew das gedrehte Filmmaterial einfach verarbeiten und verbreiten konnten (Rockwell, 2019). Zudem nutzte Live Nation die Datenbank von Ticketmaster, um über die Musikpräferenzen der User vorab potenzielle Fans von A Star Is Born zu identifizie­ren, damit diese zu den Live- Dreharbeiten eingeladen und mit Werbematerial zum Film versorgt werden konnten. So konnte eine authentische Atmosphäre für die Konzertse­quenzen im Film generiert werden (Pilarczyk, 2019).

Hier wird schnell deutlich, wie wichtig heutzutage große Informationsdaten für alle mög­lichen Zweige der Medien sind und wie nützlich diese sein können.

Für Live Nation war es nach Gagas Dokumentation die erste große Produktion.

Dem Produktionsprozess von A Star Is Born kommt zudem noch ein wichtiger Teil hinzu: Der Soundtrack zum Film, welcher 34 Musikstücke umfasst, wurde vor und während den Dreharbeiten von Bradley Cooper, Lady Gaga und Mark Ronson produziert und zielt darauf ab, auch abseits des Kinofilms konsumiert zu werden (Nolfi, 2017).

3.3 Post- Produktion

Nach den Dreharbeiten findet die Post- Produktion statt, in der das Filmmaterial digital geschnitten, aufgewertet, abgemischt, der Soundtrack fertiggestellt, die Dialoge syn­chronisiert und Special- Effects generiert werden (Wirtz, 2006, S. 301), welche allerdings bei A Star Is Born komplett wegfallen: Hier liegt der Fokus auf der Produktion der Musik, auf den Fähigkeiten der Schauspieler, auf der authentischen Atmosphäre der Live- Auf­tritte und auf den Dialogen. Generell kann man aber sagen, dass die Materialqualität des Films dem Niveau der vorherigen Hollywood- Produktionen von Warner Bros. entspricht.

4. Eingesetzte Erfolgsfaktoren

Nach der Veranschaulichung des Produktionsprozesses kommen wir nun zur Erörterung der strategischen Erfolgsfaktoren, die das Filmmanagement von A Star Is Born ein­setzte, um ein möglichst hohes Umsatzpotenzial schon vor der Filmveröffentlichung ein­zuplanen.

Der Return on Investment (RoI) und der Gewinn einer Filmproduktion lassen sich im Vorhinein schwer einplanen, dennoch führen bestimmte eingesetzte Faktoren der Pro­duktion eher zum Erfolg als andere: Generell setzen Produktionsunternehmen Merkmale wie bekannte Schauspieler, beliebte Genres, angemessene Inhalte, erhaltene Film­preise und Release- Strategien ein, um einen vorhersehbaren Erfolg generieren zu kön­nen (Wirtz, 2013, S. 357 f.).

Dabei lässt sich zwischen produktinhärenten und produktinduzierten Merkmalen unter­scheiden, die als wesentliche Faktoren für den Filmerfolg kalkulierbar sind. Wie in Abbil­dung 1 zu sehen ist, sind produktinduzierte Merkmale Faktoren, welche dem Film durch unternehmenseigene Informationsquellen wie Werbung oder durch unternehmens­fremde Informationsquellen wie Kritiken und Mundpropaganda dem Produkt hinzugefügt werden. Produktinhärente Merkmale dagegen beinhalten die Qualität des Films, die erst nach dem Kinobesuch erfasst werden kann, sowie Merkmale, die schon vor dem Film­konsum erfasst werden, wie z.B. Genre, Symbolhaftigkeit und Besetzung. Diese Merk­male lassen gewisse Erfolge aus dem Produkt ableiten. Beide Merkmalstypen haben Auswirkungen auf die Kosten der Produktion, auf den RoI, auf die Besucherzahlen und auf den Gewinn des Films (Hennig- Thurau & Wruck, 2000, S. 242).

Abbildung 1: Erfolgsfaktoren einer Filmproduktion

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Produktinhärente & produktinduzierte Merkmale (Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Hennig- Thurau & Wruck, 2000, S. 244)

Im Folgenden werden die produktinhärenten und die produktinduzierten Merkmale der Produktion von A Star Is Born auf ihre Strategie und auf den daraus resultierten Erfolg untersucht.

4.1 Produktinhärente Merkmale

Die produktinhärenten Faktoren dienen dem Konsumenten vor dem Kinobesuch- neben der Vermarktung des Produkts - als Indikatorqualitäten, anhand derer der Rezipient eine Beurteilung über den Film vornehmen kann und entscheidet, ob dieser den Film sehen möchte (Hennig- Thurau & Wruck, 2000, S. 244).

Somit sind diese Faktoren sehr wichtig, um das zukünftige Erfolgspotenial einer Produk­tion kalkulieren zu können. Der Film A Star Is Born ist ein sehr gutes Projekt zur Veran­schaulichung des Einsatzes von produktinhärenten Merkmalen, was im Folgenden klar wird.

4.1.1 Symbolhaftigkeit

Zur untersuchenden Symbolhaftigkeit von A Star Is Born zählen die Vorlage des Films, der prägnante Plot sowie die Zweitverwertbarkeit.

Bei der Produktion von Bradley Cooper wurde bewusst auf ein leicht kommunizierbares Konzept gesetzt, welches mögliche Wahrnehmung- und Verständnisbarrieren verhindert und dem Konsumenten direkt eine Nähe vermittelt, ohne auf eine komplexe Handlung achten zu müssen.

Als Vorlage des Films dienten die schon weit verbreiteten und bekannten Verfilmungen A Star Is Born aus dem Jahr 1937, 1954 und 1976 (Kickham, 2018). Dadurch konnte das Filmmanagement erreichen, dass dem Konsumenten nahbare Anhaltpunkte für die Handlung übermittelt werden und somit schon vor dem Besuch eine (unbewusste) Ver­bindung hergestellt wird.

Darüber hinaus wird die Attraktionswirkung von A Star Is Born durch einen sehr präg­nanten Plot gesteigert. Schon im Trailer kann erahnt werden, dass die Handlung des Films auf eine wichtige Schlüsselszene zurückzuführen ist, welche immer wieder auch in der Vermarktung des Films eingesetzt wird (siehe Abb. 2): Bei der Titelmelodie zum Film traut sich die Rolle Gagas schließlich auf die Bühne und singt mit ihrer herausste­chenden Stimme den Song Shallow, wobei die tausenden Zuschauer des Konzerts be­geistert sind. Damit erzeugt A Star Is Born mit Shallow zusätzlich einen Schlüsselsong, der szenenimmanent und unabhängig von der Handlung anschlussfähig ist, und vereint dadurch die ganze Story in einem Stück und in einer Szene.

Abbildung 2: Prägnanter Plot und Schlüsselszene

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zudem wird die Attraktionswirkung für das Publikum durch hochwertige Bilder und Filmsequenzen sowie durch eine Zeitgeistkompatibilität, die auch Henning- Thurau und Wruck (200, S. 245) beschreiben, gesteigert. Dazu gehört die Kernhandlung, wie eine junge Sängerin einen alkoholkranken, einsamen Mann versucht zu helfen und dieser sie gleichzeitig berühmt macht, und dass Liebe keinen Ruhm und kein Geld kennt. Diese Filmaspekte sind sehr prägnant und werden schnell vom Publikum angenommen.

Darüber hinaus trägt die Zweitverwertbarkeit des Films zur Erfolgswirksamkeit bei: Vor allem der für den Film produzierten Soundtrack und der Schlüsselsong Shallow ist 10 Monate nach der Erstausstrahlung immer noch in den Spotify Top 50 - Charts zu finden, was sowohl in der Musikszene, als auch in der Filmindustrie sehr selten und hervorheb­bar ist (Spotify Top 50, 2019). Somit ist der Film nach Ende der Kinoausstrahlung immer noch sehr aktuell, darüber hinaus wird der Soundtrack des Films auf den erfolgreichen Konzerten Gagas regelmäßig performt und bleibt so in den Köpfen der Rezipienten.

4.1.2 Erfolg in anderen Märkten

Ein weiterer Faktor, den das Produktionsmanagement vor der Veröffentlichung ein­plante, ist die Distributionsstrategie des Films: Zuerst wurde der Film zeitlich passend zu den Internationalen Filmfestspielen von Venedig im August 2018 vorgestellt, wo dieser sehr gelobt und auch vielseitig darüber diskutiert wurde (Chu, 2018).

Da in den USA der Markt und die Fanbase der Darsteller am größten ist, wurde der Film danach zuerst in den amerikanischen Kinos veröffentlicht, und nachdem über den Film auch in Deutschland und andern Ländern berichtet wurde, war A StarIs Born mit beson­derer Bekanntheit und Aufmerksamkeit auch in hiesigen Kinos zu sehen. Schon schnell nach Kinostart wurde der Film in Deutschland als Hit eingestuft, was den Konsumenten als Qualitätsindikator vor dem Kinobesuch diente. Ein regionaler Erfolg eines Films bestimmt somit auch den internationalen Erfolg der Produktion (Wirtz, 2013, S.357).

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Details

Titel
Die Filmproduktion von "A Star Is Born" (2018). Auf welche Aspekte setzte das Filmmanagement und konnten die eingesetzten Faktoren einen Erfolg verzeichnen?
Note
1,0
Jahr
2019
Seiten
22
Katalognummer
V905597
ISBN (eBook)
9783346256485
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Filmmanagement, Filmproduktion, A Star Is Born, Lady Gaga, Regie, Filmanalyse
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Die Filmproduktion von "A Star Is Born" (2018). Auf welche Aspekte setzte das Filmmanagement und konnten die eingesetzten Faktoren einen Erfolg verzeichnen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/905597

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