Humor als Kommunikationsmedium in der Sozialen Arbeit


Diplomarbeit, 2007
85 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung

3. Kommunikation
3.1 Ebenen der Kommunikation
3.1.1 Digitale und Analoge Ebene
3.1.2 Verbale und nonverbale Kommunikation
3.1.3 Inhalts- und Beziehungsebene
3.2 Kommunikationsprobleme
3.2.1 Kommunikation als Indikator gesellschaftlicher Rangordnung
3.3 Zusammenfassung

4. Humor – Eine Gegenstandsanalyse
4.1 „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ (Versuch einer Definition anhand der Begriffsgeschichte)
4.2 Verwandte Begriffe und deren Bezug zum Humor
4.2.1 Die Komik
4.2.2 Der Witz
4.2.3 Lachen und Lächeln
4.3 Humorkultur
4.4 Humor im Alltag
4.4.1 Humor in der Gesellschaft
4.4.2 Humor im individuellen Alltag

5 Humortheorien
5.1 Überlegenheits- / Degrationstheorie
5.2 Inkongruenztheorie / Diskrepanztheorie
5.3 Psychoanalytische Theorien
5.4 Soziologische Theorien
5.4.1 Konstruktivistischer Ansatz
5.4.1.1 Konstruktivismus und Kommunikation
5.4.1.2. Konstruktivismus und Humor
5.4.2 Systemtheoretischer Ansatz
5.4.2.1 Funktional-strukturelle Theorie und Kommunikation
5.4.2.2 Humor als Kommunikationsmedium

6. Humor und seine Funktionen
6.1 Humor als Ventil
6.2 Humor als Kommunikationsmittel
6.3 Soziale Funktion

7 Einsatzgebiete der Humorintervention
7.1 Humor im Gesundheitswesen
7.1.1 Das Bewusstwerden der eigenen Erkrankung
7.1.2 Bewältigung von Krankheit
7.1.2.1 Abwehrmechanismen
7.1.2.2 Copingprozesse
7.1.2.3 Social Support
7.1.3 Der Einsatz von Humor im Pflegealltag
7.2 Humor in der Sozialen Arbeit
7.2.1 Erkenntnis der Hilfebedürftigkeit
7.2.2 Hilfegesuch bei der Sozialen Arbeit
7.2.3 Methoden der Sozialen Arbeit
7.2.3.1 Der biografische Ansatz
7.2.3.2 Familientherapie / Systemische Beratung
7.2.3.3 Provokanter Stil

8 Humorintervention konkret
8.1 Den eigenen Humor kultivieren
8.2 Vorbereitung zur Humorintervention
8.3 Kommunikative Humorintervention
8.4 Gefahren der Humorintervention

9 Resümee

10 Literaturverzeichnis

11. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Hinter dem von mir für diese Diplomarbeit gewähltem Thema „Humor als Kommunikationsmedium in der Sozialen Arbeit“ verbirgt sich eine Auseinandersetzung mit alternativen Interaktionsschemata zum Umgang zwischen Professionellen untereinander und zwischen diesen und der Klientel. Aber auch der Bereich der Klientel im Bezug zu ihrer Umwelt kann und soll dabei abgedeckt werden.

Ich baue hierbei auf Erlebnisse aus der Praxis auf, in denen Kommunikation durch verschiedene störende Elemente erschwert wurde und zu falschen Ergebnissen führte. Immer wieder musste ich erfahren, wie durch fehlerhafte Kommunikation Missverständnisse herbeigeführt wurden, deren Auswirkung für alle Beteiligten (teilweise) äußerst negativ verliefen, bis hin zu Bruch und Mobbing zwischen den Professionellen oder (sehr) starker Verunsicherung seitens der Klienten.

In der vorliegenden Arbeit soll es nun darum gehen, aufzuzeigen, ob die Verwendung von Humor als kommunikatives Medium diesen Problemen entgegengesetzt werden kann und welche Auswirkungen zu erwarten sind. Darin beinhaltet liegt die Fragestellung, wie ein Einsatz von Humor in der Sozialen Arbeit aussehen kann und welche Voraussetzungen dabei für eine gelingende Kommunikation erfüllt sein müssen.

Die Idee, dass Kommunikation im Bereich der Sozialen Arbeit durch Humor verbessert werden kann und Humor auch im weiteren Umfeld dieses Arbeitsfeldes anwendbar ist, kam mir bei Betrachtung der Humorintervention im Bereich der Salutogenese[1] sowie des breiten Spektrums an humoristischen Veranstaltungen, in denen Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und diverse Lebensbereiche behandelt werden.

Diverse Comedy-Formate erreichen täglich mehrere tausend Zuhörer bzw. Zuschauer in Funk, Fernsehen und als Live-Darbietung. Hartzens Mountain bspw. ist eine wöchentlich auf WDR 2 ausgestrahlte Soap, angelehnt an die Fernsehserie Meine kleine Farm, die das Leben einer Hartz-IV-Empfänger-Familie karikiert; Harald Schmidt verunglimpft alles und jeden in seinen Shows und Herbert Knebel, ein Ruhrpott-Rentner, ist deutschlandweit bekannt.

Seit den achtziger Jahren machen sogenannte Klinikclowns von sich Reden, allen voran der gelernte Arzt Patch Adams[2], dessen Leben und Werk in gleichnamigem Film dargestellt wurde. Adams begründete das erste Gesundheitshaus der Welt (Gesundheit! Institute), in dem jeder sowohl Patient wie auch „Arzt“ ist, und durch einen unkonventionellen Zugang zu den Menschen wurde und wird Genesung erfahrbar.

Auch im Bereich des Managements findet Humor Einzug in Form von sogenannten Narren, die als eine Art Sündenbock agieren, um das Betriebsklima zu verbessern und die Arbeitsfähigkeit zu verstärken.

Diese Entwicklung zeigt meines Erachtens nach die Notwendigkeit einer Humorintervention auch in der Sozialen Arbeit. Der Mensch bedarf zur (sozialen) Genese eines positiven Zuganges zu sich selbst, der durch humorvolles Agieren verstärkt werden kann. Humor und Lachen dienen dabei als Hilfsmittel zur Anschlusskommunikation in Bereichen, in denen diese längst als unmöglich gesehen wurde. Interaktionsprobleme können durch Veränderung des Blickwinkels anders wahrgenommen und dadurch behoben werden, und dieses wiederum vermag zu einer für die Professionellen und Klienten zum positiven geänderten Ausgangsform führen, die ein weiteres Arbeiten am Problem erleichtert und zu positiven Ergebnissen führt.

Noch bewege ich mich auf relativ unbekanntem Grund, denn die Humorintervention hat weltweit bisher kaum Einzug in die Sozialarbeit gefunden. Daher sind die Quellen eher dürftig oder aus anderen Bereichen wie Medizin und Wirtschaft zusammengetragen. So ist es mir ein Anliegen, mit der vorliegenden Arbeit zu helfen, das allgemeine Verständnis von der Begrifflichkeit Humor zu revidieren, Einblicke in die Wirkungsweise von Humor zu gewähren und dazu anzuregen, über den Einsatz von Humor (als Kommunikationsmedium) in der Sozialen Arbeit näher nachzudenken und bestenfalls sogar in die Praxis umzusetzen.

Im Rahmen der Gender-Diskussion bleibt noch zu vermerken, dass ich mich der Einfachheit halber an die bisher noch gebräuchlichere männliche Schreibweise halte. Alle Frauen, die diese Arbeit lesen werden, bitte ich darum, dieses nicht als gegen sie und ihr Geschlecht gerichtet zu sehen.

2. Einführung

Die Gesellschaft kommuniziert, doch nicht nur intern: Sie kommuniziert global. Die Möglichkeiten zur Kommunikation sind enorm – man kann, wenn man möchte, beinahe überall erreichbar sein und gleichwohl von beinahe jedem Punkt der Welt aus andere erreichen. Ohne Verzögerung und Aufwand: Handy, TV, Radio und Internet sei Dank.

Die Medienlandschaft hat sich dem Trend angepasst und setzt mittlerweile seit einigen Jahren auf Kommunikation und Interaktion innerhalb ihrer Formate. Talkshows in Radio und Fernsehen zeigen teilweise geführte Diskussionen oder Gespräche zwischen Moderator und Gast bzw. Gästen; Gerichtssendungen vermitteln Einblicke in nachgestellte Gerichts-verhandlungen und deren vorangegangene Problemsituationen. Dazu kommen Quizsendungen mit oder ohne Publikum, Hörspiele, an deren Auflösung sich Zuhörer via Internet oder per Telefon beteiligen, u.v.a.m.

Zudem ist das Internet zu einem Massenmedium geworden, das ermöglicht, sich in aller Welt (virtuell) zu bewegen und dort zu kommunizieren, z.B. in sog. Chatrooms, themengeführt oder frei. Auch die Spieleindustrie für Onlinespiele bietet Möglichkeiten zur Kommunikation, z.B. in „Second Life“, einer Art Spiel, in dem virtuell andere Charaktere angenommen werden. Diese bewegen sich in einer eigenständigen Plattform, einer Art Welt, um dort parallel zur diesseitigen Welt zu agieren: shoppen, flirten usw. Dieses kann sowohl eigens in der Welt Second Life geschehen, aber auch in die Realität mit eingebunden werden. So ist die dortige Währung eine tatsächliche, für die es in Amerika die Möglichkeit zum Wechsel in Dollar gibt, Viele real existierende Firmen haben Second Life als eine weitere Verkaufsplattform entdeckt, um (reale) Umsätze zu erzielen.

Doch auch im Privaten gewinnt Kommunikation an Bedeutung: Im Rahmen einer immer flexibleren Gesellschaft wird es für deren Glieder zunehmend wichtig, sich häufiger in neue örtliche und soziale Gegebenheiten einzufinden, neue Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen, sich im Arbeitsmarkt zu behaupten, dem Partner attraktiv zu bleiben usw.

Für die Soziale Arbeit ist Kommunikation unverzichtbar: Klientengespräche, Verwaltungsaufgaben, Dienstbesprechungen und Beratung sind nur ein kleiner Teil der Kommunikationsbereiche in diesem Arbeitsfeld.

Ausschlaggebend für eine gelingende Soziale Arbeit ist nicht zuletzt die Fähigkeit, untereinander Anliegen und Wünsche mitzuteilen. Doch hier liegt das große Problem: Trotz ihrer zunehmenden Wichtigkeit ist Kommunikation ein fehlerbehaftetes Medium des Umgangs miteinander.

Auf der Suche nach Möglichkeiten, mit denen man die Fehlerquantität verringern kann, ist meines Erachtens ein Blick in Richtung Humor empfehlenswert. Vielmehr noch möchte ich behaupten, dass nicht nur ein Blick in diese Richtung geworfen werden soll, sondern Humor mit Hingabe und Empathie als Kommunikationsmedium angewandt werden muss, um vorhandene Kommunikations- und Interaktionsprobleme neu zu bearbeiten oder sogar zu lösen.

3. Kommunikation

Überall, wo Menschen miteinander zu tun haben, geschieht Kommunikation: Das kann sowohl direkt als auch indirekt, beim gewollten Zusammentreffen oder beim aneinander Vorübergehen in der Einkaufszone sein. Informationen und Signale werden unter Anwendung bestimmter Zeichen und Codes zwischen Sender und Empfänger ausgetauscht und übermittelt. Durch ihre Alltäglichkeit und Allgegenwärtigkeit ist sich der Mensch dessen nicht immer bewusst. Dabei kann es geschehen, dass Handlungen praktiziert werden, die unter Berücksichtigung des sog. ersten Axioms[3] nicht ausgeführt worden wären.[4]

Kommunikation ist in drei Ebenen zu unterscheiden: Digitale und analoge Kommunikation als eine Ebene, die zweite Ebene bilden verbale und nonverbale Kommunikation und als drittes sind Inhalts- und Beziehungsebene zu nennen.

Innerhalb dieser Ebenen sind noch weitere Unterteilungen zu leisten, um der Komplexität von Kommunikation gerecht zu werden. Hier ist das Kommunikationsquadrat der Gruppe um Rainer Tausch aus den 1970er Jahren zu nennen, welches beinhaltet, dass sich Kommunikation immer auf vier Seiten abspielt. Danach besteht jede bewusste Kommunikation aus

einem Sachaspekt (ein Sachverhalt soll dargestellt werden), einem Beziehungsaspekt (der Umgang mit dem Mitmenschen), dem Selbstoffenbarungsaspekt (in jeder Kommunikation spielt auch ein Teil der eigenen Persönlichkeit mit) und dem Appellaspekt (das, was ausgedrückt werden soll).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Das Kommunikationsquadrat

Weiter sind kongruentes bzw. inkongruentes Verhalten (Zusammenspiel von verbaler und nonverbaler Kommunikation; siehe Punkt 3.1.2), Verwendung von expliziten und impliziten Botschaften (präzise, direkte bzw. indirekte, interpretationsbedürftige Aussagen), Kontext u.a. zu berücksichtigen, wenn eine Kommunikation gelingen soll.

Ferner hat Kommunikation den Anspruch, Anschlusskommunikation zu bewirken und sich damit zur Interaktion[5] auszuweiten.

„Peirce beobachtete …, daß [!] eine Unterhaltung aus fortlaufendem Stimulus- und Antwortzeichen besteht, wobei jedes folgende das vorausgegangene interpretiert; es liegt deshalb in der Natur der Unterhaltung, daß [!] sie nie zu enden braucht. Es ist immer möglich, eine weitere passende Bemerkung zu machen …“[6]

3.1 Ebenen der Kommunikation

Um kommunikative Medien bewusst einsetzen zu können, ist es erforderlich zu wissen, wie und auf welchen Ebenen Kommunikation geschieht. So habe ich im vorhergehenden Punkt drei Kommunikationsebenen angegeben, die im Weiteren kurz erläutert werden sollen. Dabei ist zu beachten, dass die verschiedenen Ebenen ineinander greifen, miteinander verwoben sind.

3.1.1 Digitale und Analoge Ebene

Die digitale Kommunikation bedient sich des geschriebenen Wortes. Sie ist darauf bedacht, Informationen an den Empfänger zu vermitteln, unabhängig vom Gefühlszustand des Senders. Hierunter fallen alle Schriftwerke, vom Preisschild bis zum Roman. Der Sender hat zumeist nicht als Anliegen, mit dem Empfänger in die Beziehungsebene zu treten, sondern ihm die gewünschten Informationen sachlich, klar und eindeutig zu vermitteln. So bietet ein Preisschild die Information, was ein bestimmtes Produkt kosten wird, ohne dabei dem Empfänger vermitteln zu wollen, welche Beziehungsebene zwischen Sender und Empfänger besteht.

Auf der analogen Ebene wird es schwieriger, da verbale und nonverbale Kommunikation im Sender und Empfänger unterschiedliche Reaktionen hervorrufen können. Liest jemand ein Buch, so kann er es aus den unterschiedlichsten Gründen einfach aus der Hand legen und braucht dabei keine Angst zu haben, den Verfasser damit zu beleidigen. Kommuniziert man aber auf analoger Ebene, so muss die Mehrdeutigkeit der gegebenen Information berücksichtigt werden, die äußeren Umstände und die Beziehung, die zwischen Sender und Empfänger besteht. Ein Kuss als Begrüßung eines Kinogastes kann zu ernsthaften Schwierigkeiten führen, wenn sich Gast und Angestellter nicht kennen, da ggf. die gesellschaftliche Norm dadurch verletzt wird bzw. die individuellen Beziehungsbedürfnisse nicht geachtet werden.

3.1.2 Verbale und nonverbale Kommunikation

Bewusste Kommunikation läuft zu einem Großteil neben der digitalen Kommunikation auf der verbalen Ebene ab. Das gesprochene Wort teilt sowohl Sach- wie auch emotionale und Beziehungsinformation mit. Sein Einsatzgebiet vergrößert sich mit zunehmendem Maße der Techno­logisierung: Das gesprochene Wort ist schnell und während jemand spricht, ist es diesem auch möglich, weitere Aktivitäten durchzuführen. Sprachprogramme für Computer ermöglichen es mittlerweile, nicht mehr schreiben zu müssen, da die Technik inzwischen Gesprochenes in Schrift umzuwandeln vermag. Hiermit kann sich eine effizientere Arbeitsweise ergeben.

Daneben gibt es die von Sammy Molcho als Primärsprache bezeichnete Körpersprache[7], die vielfach unbewusst benutzt wird. Nonverbale Kommunikationsmedien (Mimik, Gestik, Semantik, u.a.) dienen zur Unterstützung des Gesprochenen, gleichwohl sie auch konträr dazu verlaufen können. Hier und in der Mehrdeutigkeit der Körpersprache liegt eine Störanfälligkeit, die zum Problem innerhalb der Kommunikation werden kann, doch dazu an späterer Stelle mehr.

Verschiedene soziologische Schulen unterscheiden die Körpersprache als einerseits ein Ausdrucksmittel für Gefühle (psychologisch orientierte Schule), andererseits dient sie laut anthropologischer Schule

„als ein überliefertes Codesystem …, das unbewusst und unabhängig von gesprochener Sprache ist und die Funktion hat, menschliche Beziehungen zu regulieren, Machtstrukturen aufrechtzuerhalten und die soziale Ordnung zu festigen.“[8]

3.1.3 Inhalts- und Beziehungsebene

Die dritte Ebene ordnet die Kommunikation in die Bereiche der Inhaltsvermittlung und dem Beziehungsgefüge von Sender und Empfänger. Gemäß dem zweiten Axiom besteht jede Kommunikation aus einer Inhalts- und einer Beziehungsebene. Dabei bestimmt die Beziehungsebene, wie welcher Inhalt wann und wo vermittelbar ist.

Nach Georg Herbert Mead ermöglicht erst soziale Kommunikation die Ich-Findung, „die Bildung des individuellen Selbst[9]. Dieses geschieht dadurch, dass wir uns „lebensgeschichtlich zunächst aus der Sicht anderer wahrzunehmen [lernen]“[10] und dabei darauf angewiesen sind, in der Kommunikation festzustellen, wie die anderen einen selbst und die Welt sehen. Dabei ist es u.a. von Bedeutung, welche Beziehung zwischen einem selbst und den anderen besteht. Eine freundlich zugetane Beziehung zueinander ermöglicht eine einfachere Annahme des Kommunizierten als wenn man einander nicht gutheißen kann. Es fällt bspw. einem Schüler oder Studenten leichter, bei einem Lehrer oder Dozenten etwas zu lernen, der diesem sympathisch erscheint, als wenn die Beziehung zwischen diesen beiden gestört wäre.

3.2 Kommunikationsprobleme

Wie dargestellt, ist die Kommunikation ein sehr komplexes Phänomen, bei dem es neben dem Mitteilen auf Seiten des Senders auch um das Verstehen des Empfängers geht. Doch das richtige Verständnis für eine Botschaft ist keine Selbstverständlichkeit. Vielmehr wird hier Kommunikation zu einem Problemfeld des Umgangs miteinander. Falsch vermittelte oder verstandene Inhalte können zu ungewünschten Ergebnissen führen.

Hierzu gehört auch, dass verbale und nonverbale Kommunikation miteinander kollidieren und das Gesprochene in der Körpersprache keine Bestätigung findet. Es kann mitunter sogar dazu kommen, dass Gesprochenes und Körpersprache gegensätzliche Bedeutungen haben. Hier bleibt dem Kommunikationspartner nur übrig, die empfangenen Informationen mit seinem (Vor-)Wissen zu vergleichen und auszuwerten.

Friedemann Schulz von Thun macht am Beispiel einer Autofahrerin, die mit ihrem Mann als Beifahrer an einer Ampel steht, die Problematik der Mehrdeutigkeit von Kommunikation deutlich. Als die Ampel auf Grün springt, formuliert er: „Die Ampel ist grün.“ In dieser Aussage, so von Thun, sind viele Botschaften enthalten. Angefangen bei einer einfachen, sachlichen Feststellung bis hin zur Aussage, dass die Frau unfähig ist, ohne ihn Auto zu fahren. Welche dieser Botschaften wirklich gemeint ist, bleibt für die Frau zunächst ungewiss. Sie kann allein aus den Umständen und ihren bereits gemachten Erfahrungen schließen. Doch dabei kommt erschwerend hinzu, dass sie die Nachricht ebenso wenig einseitig aufnehmen kann, wie ihr Mann (der Sender) vermochte, sie einseitig zu übermitteln: Sie hört neben dem Sachaspekt den Beziehungs-, Selbstoffenbarungs- und Appellaspekt und hat zu unterscheiden, welcher in diese Situation hineinpasst. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob sie die gleichen Inhalte in die einzelnen Aspekte legt, wie ihr Mann. Das hier Abweichungen auftreten, ist nicht ungewöhnlich, spricht sie doch eine andere Muttersprache[11] als ihr Gatte. Das heißt, sie hat in ihrer Familie und ihrem weiteren sozialen Umfeld in deren Art zu kommunizieren gelernt, ihr Mann aber in der seinen.

3.2.1 Kommunikation als Indikator gesellschaftlicher Rangordnung

Neben diesen in der Kommunikation selbst verankerten Problemen steht ein weiteres, das insbesondere auch für soziale Berufe von enormer Bedeutung ist: Kommunikation macht Position und Rang deutlich. Umgekehrt beeinflussen die Positionen innerhalb der Gesellschaft die Kommunikation. Wächst jemand z.B. in einem Umfeld auf, in dem Kraftausdrücke und Fäkalsprache zum normalen Umgangston gehören, so wird sich diese Person bei der Verwendung solcher Ausdrücke nichts Weiteres denken; für sie ist das normal und nicht geächtet. Wendet diese Person aber ihre Art zu kommunizieren außerhalb ihrer gewohnten Umgebung an, kann das verstören, Mitleid erregen oder Verärgerung erzeugen. Schnell wird sie geächtet und verliert an gesellschaftlichem Rang. Aber auch eine Kommunikation auf zu hohem Niveau vermag zu positionieren, sogar zu distanzieren und auszugrenzen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: ATL: Kommunizieren

Der Pschyrembel vermerkt für die Arzt-Patienten-Kom­munikation, dass häufig Kom­munikations­barrieren festgestellt werden können, die „z.T. durch soziale Distanz u. Unterschiede des jeweiligen Herkunftsmilieus begründet sind.“[12]. Auch die Beziehung zwischen Arzt und Patient verstärkt die Problematik der Kommunikation: Der Patient tritt in diese als jemand ein, der auf den Arzt und dessen Fachwissen angewiesen ist, während der Arzt dadurch seine Position als Fachmann ausnutzen kann. In seinem Langenscheidt -Wörterbuch Arzt – Deutsch / Deutsch – Arzt fragt Dr. Eckart von Hirschhausen, warum die meisten Ärzte wie die meisten Ärzte reden und gibt als Antwort:

„Die Terminologie dient eigentlich dazu, sich mit anderen Ärzten zu unterhalten, in Gegenwart von Menschen, die nicht wissen sollen, was mit ihnen los ist. Und das funktioniert wunderbar, weltweit.“[13]

Als Beispiel für die geheimen und abwertenden Ausdrücke und Beleidigungen führt er die ärztliche Diagnose Morbus mediterraneum an, die soviel bedeutet wie: „Jammerlappen: Mittelmeer-Krankheit, lamentieren ohne echten medizinischen Grund.“[14]

Diese Situation kann beängstigen.

Nicht anders sieht es in der Beziehung von Klient zu Sozialarbeiter aus, entsteht diese doch nicht von ungefähr, vielmehr als ein Abhängigkeits­verhältnis von Klient zu Sozialarbeiter. Es sind gesellschaftliche Probleme, die diese Abhängigkeit bewirken. Der Sozialarbeiter steht als Fachmann mit Rat und Tat zur Seite, vermittelt, erklärt, ermutigt und hilft im Lösungsprozess.

3.3 Zusammenfassung

Kommunikation ist ein alltäglich stattfindender Prozess, der sowohl zu verbinden wie zu separieren vermag. Durch seine Allgegenwart und Alltäglichkeit wird er oft nicht bewusst wahrgenommen, jedoch findet er nach Meinung unterschiedlicher Schulen (u.a. Paolo-Alto-Gruppe) unentwegt statt, ohne dass es die Möglichkeit gäbe, nicht zu kommunizieren.

Dieser Prozess Kommunikation beinhaltet ein großes Problempotential. So besteht dieser aus mehreren Unterprozessen, dem Senden und Empfangen von Informationen. Das wiederum verläuft in unterschiedlichen, jedoch nicht offensichtlichen Ebenen und bewirkt dadurch ggf. eine Vermischung mehrerer Ebenen. Darin entsteht die Gefahr des Falschverstehens.

Kommunikation zieht sich durch alle Lebensbereiche, und so ist es nur logisch, dass diese auch im Berufsfeld der Sozialen Arbeit von Bedeutung ist. Auch hier entstehen Probleme sowohl in der Kommunikation der Professionellen untereinander wie auch in der Beziehung Professioneller zu ihren Klienten. Dafür gilt es Abhilfe zu schaffen. Im Weiteren möchte ich Humor als ein Medium vorstellen, dass meiner Meinung nach zu einer gelungeneren Kommunikation durch Richtungsänderung in verschiedenen Bereichen führen kann.

4. Humor – Eine Gegenstandsanalyse

In den folgenden Punkten will ich einen alten Bekannten in neuem Gewand vorstellen: Den Humor.

Mir ist es wichtig, den im alltäglichen Sprachgebrauch fälschlicher Weise allein mit der Eigenschaft des Lustigen Verbundenen, aus dieser vereinfachenden Sichtweise zu befreien und seine enorme Komplexität mit bisweilen meist unbeachteten Wirkweisen darzustellen. Denn wiewohl Humor zum Lachen anzuregen vermag, auch lustig sein kann, ist er nicht allein darauf beschränkt.

So geschieht im Allgemeinen eine Synonymsetzung mit anderen Begriffen wie Witz oder Lachen, die eine gewisse Skepsis begründet, wird über die Idee gesprochen, in sozialen Berufen humorvoll zu agieren: Wer möchte schon zu einem lustigen Arzt oder Sozialarbeiter? Von diesen Personen wird qualitatives Arbeiten erwartet, hohes Wissen in ihren jeweiligen Gebieten und vor allem die Fähigkeit zu helfen. Ernsthaftigkeit wird vorausgesetzt, und die steht im weitläufigen Denken dem Humor zum Widerspruch. Doch eine Auseinandersetzung mit der Begriffsgeschichte und der Definition zeigt auf, dass dieser Widerspruch kaum existiert.

Im weiteren Verlauf werde ich darauf eingehen, was Humor ist, wie er wirkt und wie man ihn nutzen kann, welche Auswirkungen humorvolles Handeln haben kann und wie man ihn gezielt als Medium in der Sozialen Arbeit verwenden kann, um damit die im ersten Teil dieser Arbeit beschriebene, problembehaftete Kommunikation ernsthaft zu verbessern.

4.1 „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ (Versuch einer Definition anhand der Begriffsgeschichte)

„Es ist festzustellen, dass auf Grund kulturhistorischer und anderer Gründe eine genaue Definition nicht feststellbar ist. Vielmehr gibt es eine Auflistung der Eigenarten von Humor und seiner Wirkweise bzw. eine Darstellung, welcher Wortgeschichte der Begriff entstammt.“[15] [16]

Das Verständnis des Humorbegriffs wurde im Laufe seiner Existenz weitgehend verändert. Sein Ursprung liegt im Begriff humores (Flüssigkeit). Der römische Arzt Galen[17] entwickelte im zweiten Jahrhundert im Rückgriff auf die hippokratische Schule eine Lehre der Säfte, die die Theorie vertrat, dass ein Zusammenspiel von vier Körpersäften[18] für das Wohlbefinden des Menschen verantwortlich sei. Ein ausgewogenes Zusammenspiel dieser vier Säfte führe zu einer positiven Stimmungslage des Menschen; das wird als guter Humor bezeichnet, Unausgeglichenheit dem gegenüber als schlechter Humor.

Nach und nach wurden Behinderungen und andere abnorme Merkmale Auslöser für Hohn und Spott, verleiteten zu übertriebener Nachahmung und brachten deren Träger immer wieder in die Lage, als Schau- und Lachobjekte dienen zu müssen, z.B. in Theater, Zirkus und Varieté.

So bedeutete im 17.Jhd. Humor Belustigung über Exzentriker und andere Menschen abnormer Persönlichkeit. Im englischsprachigen Raum nannte man die Verlachten humourist; diejenigen, die über sie lachten, waren die so genannten man of humour.

Doch noch im Verlauf des gleichen Jahrhunderts wurde es unschicklich, über die Gebrechen anderer Menschen zu lachen und so richtete man das Augenmerk nunmehr auf Missgeschicke bei Mensch und Tier.

Von dieser Zeit an wurde zwischen good humour und bad humour unterschieden. Aus dem good humour (menschliches, warmherziges, freundliches und tolerantes Lachen) entwickelte sich langsam der moderne Begriff des Humors, während der bad humor Spott und Hohn bezeichneten; ein weiterer Schritt in die heutige Humorauffassung führte im 18.Jhd. dessen Anerkennung als „eine seelische Grundhaltung“[19], die immer noch in vielen Definitionen vertreten wird.

So wird Humor als eine „Gemütsbeschaffenheit, die das Wirkliche, auch wo es widrig ist, lächelnd bejaht“ (Der Brockhaus[20] ); das große Bertels­mannlexikon nennt ihn eine „heiter gelassene Gemütsverfassung“ (Das große Bertelsmann Lexikon 2001) und das Dudenlexikon weiß um des Menschen Fähigkeit, mit Humor „der Unzulänglichkeit der Welt u. der Menschen, den Schwierigkeiten u. Missgeschicken des Alltags mit heiterer Gelassenheit zu begegnen, sie nicht so tragisch zu nehmen u. über sie u. sich lachen zu können.“ (Dudenlexikon, zit. n. Vera M. Robinson)[21].

Trotzdem blieb Humor bis ins 19.Jhd. etwas Verruchtes, wurde als sündig und unhöflich bezeichnet.

4.2 Verwandte Begriffe und deren Bezug zum Humor

Wie bereits erwähnt, erfährt der Begriff Humor in heutiger Zeit beinahe eine Gleichsetzung mit verwandten Begriffen wie Witz, Komik und Lachen. Nachdem ich im letzten Abschnitt die Geschichte von Humor und dessen Definitionen betrachtet habe, wende ich mich im Folgenden den Erscheinungsformen des Humors zu, um diese näher zu beleuchten und vom Humor abzugrenzen; eine Synonymsetzung ist meines Erachtens nach nicht nur falsch, sondern bewirkt ein einseitiges Humorverständnis. Das wiederum hat zur Folge, dass Einsatzfelder für Humor nicht oder nur unzureichend wahrgenommen werden.

4.2.1 Die Komik

Beginnen möchte ich mit dem Begriff Komik, der seinen Ursprung im griechischen komos findet, was „fröhlicher Umzug, lärmende Schar, festlicher Gesang“[22] bedeutet und der Verehrung des Weingottes Dionysos diente.

Die Komik kann dem Entdecker des Komischen allein genügen; lediglich ein Objekt benötigt sie, was als komisch empfunden wird. Dieses Objekt können Personen sein (man selbst oder jemand anders), Situationen, Tiere und Gegenstände, die in ihrer Art dem widersprechen, was man eigentlich erwartet hat. So wird als komisch empfunden, wenn Bewegungen, Formen, Handlungen und Charakterzüge abweichen, dabei aber nicht bedrohlich wirken oder Mitleid erzeugen. Körpergröße ist so ein Fall - einerseits kann eine große Person durch ihre Größe Furcht erzeugen. Andererseits wirkt es auf viele Menschen komisch, wenn zwei Menschen mit sehr unterschiedlicher Länge als Paar auftreten, oder wenn z.B. das Verhältnis einer Personen zu einem Objekt (Möbel u.a.) sehr voneinander abweicht.

Karikaturen nutzen oft unerwartete oder stark ausgeprägte Formen[23], um etwas als komisch darzustellen.[24] Dazu kommen Verunstaltungen, die laut Bergson immer dann komisch werden kann, wenn wohlgestaltete Menschen diese nachzumachen vermögen.[25]

Auch Naivität lässt Personen oder Situationen komisch erscheinen. In vielen Zeitschriften ist der sog. Kindermund zu finden, also Aussprüche von Kindern, die aufgrund der Erfahrungen oder des Wissens von Erwachsenen als falsch erkannt werden und ihre Komik daraus ziehen, dass sie von den Kindern als ernste Aussagen getätigt werden.

Auch eine falsche Relation von Bewegung und dem Aufwand, der nötig ist, diese Bewegung zu verrichten, kann komisch wirken. So ist in komischen Darbietungen immer wieder zu sehen, wie sich die Akteure mit immens schwer erscheinenden Gegenständen bis beinahe zum Umfallen abmühen, bis sich herausstellt, dass diese Gegenstände ganz leicht sind, wie z.B. große Koffer oder Kisten, die beim öffnen leer sind, oder es stellt sich heraus, dass sie nur Federn enthalten.

„Die Entdeckung, daß [!] man es in seiner Macht hat, einen anderen komisch zu machen, eröffnet den Zugang an ungeahntem Gewinn an komischer Lust“[26].

Angewandt wird diese dann in Form von „Nachahmung, Verkleidung, Entlarvung, Karikatur, Parodie und Travestie u.a.“[27]. Zweifellos muss aufgeführt werden, dass die Anwendung nicht nur freundlicher Gesinnung entspringt, doch darum geht es in einem späteren Punkt.

4.2.2 Der Witz

Kommen wir nun zum Witz. Wortgeschichtlich bedeutet der Begriff soviel wie Sehen, Wissen, Klugheit und Weisheit. Köstler führt ihn auf das sanskritische veda zurück, das Wissen bedeutet und sieht in ihm Spaß sowie Scharfsinn vorhanden.[28]

Im Gegensatz zur Gemütsverfassung Humor ist ein Witz ein bewusst eingesetztes Medium zum Erzeugen von Gelächter, „eine kognitive Tätigkeit des Intellekts“[29]

Anders als die Komik benötigt ein Witz Zuhörer, da dieser seine Kraft aus dem Gelächter zieht, das durch ihn erzeugt wird. Wird nicht gelacht, so kann davon ausgegangen werden, dass der Witz schlecht oder in der Situation unpassend war oder dass er einfach nicht verstanden wurde.

„Es scheint, daß [!] beim Scherz der anderen Person die Entscheidung übertragen wird, ob die Witzarbeit ihre Aufgabe erfüllt hat, als ob das Ich sich seines Urteils darüber nicht sicher wüßte [!].“[30]

Ein Witz benötigt Kürze, darf nur in wenigen Worten zur Pointe führen, und erzeugt Heiterkeit sowie Gelächter durch Überraschung, in dem er Unerwartetes möglich macht, Unpassendes verbindet und unabhängig von spezifischen sozialen Situationen und situativen Zusammenhängen genutzt werden kann.

„Er [Vischer] (Meine Anmerkung) definiert also den Witz … als die Fertigkeit, mit überraschender Schnelle mehrere Vorstellungen, die nach ihrem inneren Gehalt und dem Nexus, dem sie angehören, einander eigentlich fremd sind, zu einer Einheit zu verbinden.“[31]

Nach Freud ist es nicht jedem möglich, Witze zu erzählen, und wie er schreibt, sind es sogar nur Wenige, die es wirklich können - die nämlich Witz haben.[32] Jedoch ist es so, dass Witze in beinahe allen gesellschaftlichen Bereichen vorkommen, von fast jedem genutzt werden und aus den unterschiedlichsten Erfahrungen heraus kreiert werden. Dabei prägen Erfahrungen und Elemente der einzelnen Bereiche die Witzkultur. So gibt es neben Wortspielen auch politische, berufs- und landesspezifische Witze, Witze, die bestimmten Personengruppen oder Landesangehörigen zugeordnet werden (Blondinenwitze, Mantafahrerwitze, Ostfriesenwitze u.v.m.) und andere Ausprägungen.

„Diese Ausprägungen beruhen auf unterschiedlichen Erfahrungen und dienen dem Verarbeiten von Situationen, mit denen man ansonsten Schwierigkeiten hätte, vereinfachen schwierige Sachverhalte, stärken Gruppenzugehörigkeit und dienen dem eigenen Lustgewinn.“[33]

[...]


[1] Salutogenese bezeichnet die Lehre von der Gesundheitserhaltung des Menschen. Anders als in der noch überwiegenden Pathogenese spricht sie bspw. von Gesundheitshäusern anstatt von Krankenhäusern und geht davon aus, dass jemand, der in einer gesundheiterhaltenden Maßnahme involviert ist, eher Genesung findet, als jemand, der mit der Krankheit umzugehen hat. Die Salutogenese sieht im Menschen die Fähigkeit der Selbstheilung und nutzt den auch in der Sozialen Arbeit bekannten Ansatz der „Hilfe zur Selbsthilfe“.

[2] Vgl. Trybek, M. (2004): Patch Adams – Begegnung mit dem Hofnarren der Medizin, in: ÖKZ, 45 Jahrgang. Auch im Internet unter URL: http://www.trybek.at/Service/Veroeffentlichungen/pdfs/PatchAdams.pdf

[3] Nach der Palo-Alto-Gruppe werden fünf Axiome unterschieden, die zur systematischen Zusammenfassung von Kommunikationsprozessen dienen. Das erste Axiom gibt die Unmöglichkeit zur Nichtkommunikation an, das zweite benennt die Tatsache eines Inhalts- und Beziehungsaspektes in jeder Kommunikation. Axiom Nr. drei sagt aus, „dass die Art der Beziehung von der Interpunktion der Ereignisfolgen durch die K.partner abhängig ist.“ (Nach Reifarth, W., Fachlexikon der Sozialen Arbeit 2002, S. 564) Im vierten Axiom geschieht die Unterscheidung in digitale und analoge Kommunikation, und das fünfte schließlich stellt dar, dass Kommunikation entweder symmetrisch oder komplementär verläuft, je nach Aufbau der Beziehung zwischen den Kommunizierenden.

[4] Es herrscht jedoch Uneinigkeit

„darüber, ob jede Bedeutungsvermittlung als Kommunikation verstanden werden soll oder nur jede intendierte…Nach der engeren Begriffsbestimmung hingegen läge in dem Beispiel [ein Schlafender drücke laut Axiom 1 mit seinem Schlaf aus, dass man ihn nicht stören solle; Anm. des Verfassers] keine Kommunikation vor, weil der Schläfer keine Übermittlung intendiert, die ‚Bedeutung’ vielmehr ausschließlich im Kopf des Betrachters existiert.“ (Nolting & Paulus (1999): Psychologie lernen, S. 63

[5] Die Begriffe Interaktion und Kommunikation werden unterschiedlich behandelt. Gelten sie dem einen als synonym zu benutzende Begriffe, grenzen andere diese voneinander ab: Kommunikation als dass der Interaktion Inneliegende Austauschmedium für Bedeutungen, das auch ohne Wechselseitigkeit bestehen kann und dem gegenüber die Interaktion als vom Austausch und Wechselseitigkeit abhängiges Medium zur sozialen Beziehung. (Nolting & Paulus 1999)

[6] Cherry, C. in: Lexikon der Psychologie 1997, Band 2, S. 1100

[7] Molcho, S. (1994) Körpersprache, S.9

[8] Reifarth, W. (2002) in: Fachlexikon der Sozialen Arbeit, S. 573

[9] Scherr, A. in: Grundbegriffe der Soziologie 2006, S. 134

[10] Reifarth, W. in: Fachlexikon der Sozialen Arbeit 2002, S. 573

[10] Scherr, A. in: Grundbegriffe der Soziologie 2006, S. 134

[10] ebd.

[11] Muttersprache ist eigentlich die Bezeichnung für die „angeborene“ Landessprache, in diesem Zusammenhang aber verwende ich sie wie der Eheberater Gary Chapman, der in seinem Buch „Die fünf Sprachen der Liebe“ den Begriff Muttersprache wie oben geschehen verwendet. (Chapman, G. (1994): Die fünf Sprachen der Liebe)

[12] Psychrembel 1998, S. 874

[13] Von Hirschhausen, E. in Langescheidt: Arzt – Deutsch / Deutsch – Arzt. Entnommen: URL: http://www.hirschhausen.com/

[14] s.o.

[15] Otto Julius Bierbaum

[16] Maruhn, M. (2007): Humor als Werkzeug in der Sozialarbeit, S. 8

[17] Eigentlich Claudius Galenus (geb. 129 in Pergamon / Kleinasien, gest. 199 in Rom). Seine Schriften der Heilkunst fassten das bis dato gesammelte Wissen zusammen und fußten auf der Humorpathologie (System der Viersäftelehre).

[18] Gelbe Galle (aufbrausendes Temperament, dem Choleriker zugeordnet), Schwarze Galle (trübsinniges Temperament, dem Melancholiker zugeordnet), Blut (lebensfrohes, freudiges Temperament, entspricht dem Sanguiniker), Schleim (findet Zuordnung zum Phlegmatiker und entspricht einem langsamen, trägen Temperament).

[19] Das große Bertelsmann Lexikon 2001, Koch Media

[20] Der Brockhaus in einem Band 2003, S. 392

[21] Dudenlexikon, Eintrag Humor; zit. n. Robinson, V. M.: Praxishandbuch Therapeutischer Humor 1999, S. 9

[22] Vgl. Herkunftswörterbuch 1989, S. 364

[23] Häufig werden Körperformen, Begegnungen u.a. übertrieben und verzerrt dargestellt. Lange Nasen, große Ohren, extreme Situationen, beängstigende Gegenstände usw. stellen spezifische Merkmale, aktuelle Positionen und Gedanken sowie Situationen und Tendenzen zur Veranschaulichung dar.

[24] Bergson schreibt darüber: „Es gibt keine Komik außerhalb dessen, was wahrhaft menschlich ist. Eine Landschaft mag schön, lieblich, großartig, langweilig oder häßlich [!] sein, komisch ist sie nie. Man lacht über ein Tier, aber nur weil man einen menschlichen Zug oder einen menschlichen Ausdruck an ihm entdeckt hat. Man lacht über einen Hut, doch das, worüber man spottet, ist nicht das Stück Filz oder Stroh, es ist vielmehr die Form, die ihm Menschen gegeben haben, es ist ein menschlicher Einfall, dem der Hut seine Form verdankt.“ (Bergson, H. (1972): „Das Lachen“, S.12)

[25] vgl. Bergson, H. 1972: Das Lachen, S. 24

[26] Freud 2000 [1905], Bd. IV, S. 176

[27] ebd.

[28] Vgl. Koestler, zit. n Birkenbihl, in Psychologie Heute. S. 58

[29] Ossowski, E. (2004): Humor und Witz in Bildung und Erziehung,. Entnommen URL: http://www.uni-koblenz.de/~foellmer/ss04/humor/humor.pdf (05.06.2007, 17:45Uhr)

[30] Freud, 2000 [1905], Bd. IV, S. 136

[31] Ebd., S. 15

[32] vgl. Freud, 2000 [1905], Bd. IV, S. 132

[33] Maruhn, M. (2007): Humor als Werkzeug in der Sozialarbeit, S. 14

Ende der Leseprobe aus 85 Seiten

Details

Titel
Humor als Kommunikationsmedium in der Sozialen Arbeit
Hochschule
Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
85
Katalognummer
V90582
ISBN (eBook)
9783638048064
ISBN (Buch)
9783638944724
Dateigröße
907 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Humor, Kommunikationsmedium, Sozialen, Arbeit
Arbeit zitieren
Manfred Maruhn (Autor), 2007, Humor als Kommunikationsmedium in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90582

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