Hermann Hesse "Der Steppenwolf" im Vergleich zu "Siddhartha"


Facharbeit (Schule), 2020

8 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hermann Hesse
2.1 Leben

3. Werke
3.1 Steppenwolf
3.1.1 Inhaltsangabe
3.2 Siddartha

4. Vergleich der Werke

5. Fazit

1. Einleitung

Hermann Hesse ist dafür bekannt, sein reales Leben in seine Werke mit einfließen zu lassen. So werden dem Leser seine Werke in realitätsnaher Form durch das Einbringen seiner Hoffnungen, Zweifel und Freude nahegebracht. Sein Werk „ Der Steppenwolf“ gilt bis heute als einer seiner größten literarischen Erfolge.

Die vorliegende Arbeit stellt sich die Aufgabe, das Leben Hesses zu erläutern, sowie die beiden Werke „Der Steppenwolf“ und „Siddhartha“ von Hermann Hesse zu vergleichen.

2. Hermann Hesse

2.1 Leben

Hermann Hesse wurde am 2. Juli 1877 in Calw, Baden-Württemberg geboren. Sein Vater, Johannes Hesse, war von Beruf Missionsschriftsteller und evangelischer Missionar. Als Baltendeutscher hatte Johannes Hesse die russische Staatsangehörigkeit. Marie Hesse, die Mutter von Hermann Hesse, ist schwäbisch- schweizerischer Herkunft. Hesses Eltern erzogen ihn protestantisch-pietistisch. Als der kleine Hesse vier Jahre alt war, zog die Familie nach Basel, wo Johannes Hesse ab 1886 an der „Basler Mission“ unterrichtete. Vier Jahre später besuchte der mittlerweile Neunjährige Hermann in Calw das Reallyzeum, welches eine Lateinschule darstellt. Um sich auf das Württembergische Landexamen vorzubereiten, besuchte Hesse 1890 die Lateinschule in Göppingen. Ziel des Landexamens war es, eine kostenlose Ausbildung zum evangelischen Theologen im „Tübinger Stift“ zu absolvieren. Hierfür galt allerdings die Voraussetzung, auf das Schweizer Bürgerrecht zu verzichten. So erwarb Hermann Hesse als einziger der Familie die württembergische Staatsangehörigkeit. Im Jahr 1899, erschien sein erstes Buch „Romantische Lieder“ und kurz darauf ein zweites „ Eine Stunde hinter Mitternacht“. 1902 starb Marie Hesse. Nur ein Jahr später verlobte sich Hermann Hesse im Mai bei einer Italienreise mit Maria Bernoulli. Nach schon einem Jahr heirateten sie. 1905 erwarteten Maria Bernoulli und Hermann Hesse ihren ersten Sohn Bruno und 1906 erschien sein Werk „ Unterm Rad“. In den Jahren 1909 und 1911 wurden die beiden abermals Eltern der Söhne Heiner und Martin. 1916 galt für Hesse als das Jahr der Schicksalsschläge. Ein Ereignis überschlug das Andere. So musste er den Verlust seines Vaters , die beginnende Schizophrenie seiner Frau Maria sowie eine ernsthafte Erkrankung seines jüngsten Sohnes ertragen. Dies alles hinterließ schwere Folgen. Hesse erlitt nämlich einen Nervenzusammenbruch und begab sich in psychotherapeutische Behandlung. Nur drei Jahre später nahm die Pechsträhne ihren weiteren Lauf. Hermann Hesse und seine Familie gingen ab sofort getrennte Wege und Hesse übersiedelt nach Montagnola, Tessin in der Schweiz. Im Jahr 1922 erschien sein Werk „Siddhartha. Eine indische Dichtung“. Zwei Jahre später schloss er ein zweites Mal den Bund der Ehe, welche allerdings nur drei Jahre gehalten hat. Im Jahr der Scheidung wurde sein Werk „Der Steppenwolf“ veröffentlicht. 1931 heiratete Hermann Hesse die Kunsthistorikerin Ninon Dolbin. 1955 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Am 09. August 1962 stirbt Hermann Hesse schließlich in Montagnola. 1

3. Werke

3.1 Der Steppenwolf

3.1.1 Inhaltsangabe

„ Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse, erschienen 1927, handelt von dem Protagonist Harry Haller, einem fünfzigjährigen Intellektuellen in einer Identitätskrise. Er findet aus seiner Existenzkrise, indem er erkennt, dass der Mensch aus vielen Seelenteilen besteht und er das Leben mit Humor annehmen muss.

Der Roman beginnt mit dem Vorwort eines fiktiven Herausgebers, welches den Leser an die Person des Protagonisten heranführt. Schnell wird bewusst, dass Harry Haller ein zerrissenes Verhältnis zum Bürgertum führt. Er schätzt die bürgerliche Welt zwar, aber hat keinen Zugang zu ihr. Der Steppenwolf, wie sich Haller selbst nennt, ist in einem Körper eingesperrt, welcher aus einer menschlichen und einer wölfischen Seite besteht. Diese beiden Teile stehen im Krieg zueinander. Direkt nach dem Vorwort folgt die zweite Erzählebene: Harry Hallers Aufzeichnungen I. Darin beschreibt der gesellschaftlich isolierte Protagonist seine innere Zerrissenheit. Der menschliche Teil in ihm sehnt sich nach dem geborgenen Bürgertum, während der Wolf in ihm am liebsten allein, fern des bürgerlichen Lebens existieren möchte. Später wird er bei einem seiner Spaziergänge durch die Stadt, von einem fremden Mann mit einem Büchlein, welches mit dem „Traktat vom Steppenwolf“ betitelt ist, beschenkt. Der Traktat stellt die dritte Erzählebene dar. Nahezu paradox wird in dem Traktat eine Person beschrieben, welche nicht nur mit seinem Vornamen, sondern auch mit seinen Charaktereigenschaften Harry Haller gleicht. Der einzige Ausweg den beiden Naturen zu entkommen ist es, so der Traktat, zu erkennen, dass die Seele nicht nur in zwei Teile, sondern in eine große Vielzahl an Persönlichkeiten aufgeteilt ist. Damit es zum inneren Frieden kommen kann, müssen diese Gegensätze mit einer gelassenen und humorvollen Grundeinstellung akzeptiert werden.

Nach der Lektüre des Traktats nehmen Harry Hallers Aufzeichnungen ihren weiteren Lauf. An seinem fünfzigsten Geburtstag entscheidet sich der Protagonist für Selbstmord, setzt jedoch zunächst seinen Alltag wie gewohnt fort. Hermine, Hallers Alter Ego, lernt der Protagonist in einem seiner gewohnten Kneipenbesuche kennen. Im weiteren Verlauf der Handlung bringt sie ihm bei das Leben zu genießen. Des Weiteren trifft er auf Pablo, den Saxophonisten und auf Maria, die wie Hermine auch eine Prostituierte ist. Beide ermöglichen es ihm sein Leben als erfüllend wahrzunehmen. Das magische Theater wird Haller, beim Maskenball, durch Pablo eröffnet. Dort lernt er in verschiedenen Räumen seine zahlreichen Persönlichkeiten kennen und ermordet schließlich Hermine. Mozart, welchen sich Haller als Vorbild nimmt, bestätigt ihm, dass er das Lachen noch nicht gelernt habe. Harry beginnt seine Fehler zu durchdenken und nimmt sich vor das Lachen zu lernen.2

3.2 Siddharta

3.2.1 Kurze Inhaltsangabe

Siddharta, eine indische Dichtung, erschien im Jahre 1922. Den Protagonisten stellt der Sohn eines vornehmen Brahmanengeschlecht, Siddharta, dar. Er verlässt seine Heimat, schließt sich einer Asketensekte an und wird ein Samana. Der Grund des Aufbruches ist, dass ihm die geistige Welt, in der er aufgewachsen ist, nicht mehr genügt. Jedoch findet er die Erkenntnis, nach der er sich sehnt, weder als Büßer noch in der Begegnung mit Gautama Buddha. So setzt er seine Wanderschaft fort um schließlich die Welt der Sinne zu erleben.3

4. Vergleich der Werke

Ähnlich wie Harry Haller steckt auch Siddharta in einer Identitätskrise. Während sich Haller zwischen seiner bürgerlichen Existenz und seinem Steppenwolfdasein befindet, ist Siddharta auf der Suche nach seinem Ich und nach innerer Zufriedenheit. Haller weiß sich zunächst nur mit Suizid zu helfen wobei sich Siddharta von seiner Familie und der Gesellschaft trennen muss, um so herauszufinden was Glück und Weisheit bedeuten. Für den Protagonisten des Romans „Der Steppenwolf“ ist das Magische Theater als eine Art Therapie zu verstehen. Erst hier gelangt Harry Haller die Selbsterkenntnis und er lernt zu lachen. Anders stellt sich diese Thematik bei Siddhartha dar. Dieser erreicht nach mehreren Jahren einen lebenden Weisen, Buddha genannt. Buddha hat das Nirwana, welches als völlige und selige Ruhe den Endzustand eines gläubigen Buddhisten darstellt, erreicht. Für Siddhartha jedoch, bringt diese Lehre keine Erkenntnis.So beschließt er seine Vergangenheit mit Buddha hinter sich zu lassen, um so sich selbst kennenzulernen. Somit tritt auch bei Siddhartha eine gewisse Entwicklung in Kraft, denn er erkennt irgendwann das Ende seiner Suche. Kamala zeigt eine gewisse Ähnlichkeit zu Hermine auf, welche als weitere Hauptfigur im zu vergleichenden Werk auftritt. Kamala lehrt Siddharta die Liebe unter den Menschen und durch sie lernt er den reichen Kaufmann Kamaswami kennen. Weiter teilt sie mit Siddhartha einige charakteristische Gemeinsamkeiten und sie ist somit die Einzige, die ihn zu verstehen scheint. Für Harry Haller stellt Hermine nahezu dieselbe Vertrauensperson dar. Sie ist es nämlich, die Haller Maria, seine Geliebte und Pablo, einen Saxophonisten vorstellt. Hermine kann als Therapeutin und als Spiegel betrachtet werden. Sie ist nämlich in der Lage seine seelische Verfassung zu analysieren und führt Haller schlussendlich zur Selbsterkenntnis.4

[...]


1 Vgl. o.V. (o.J), URL: hermann-hesse.de, Stand: 07.05.2020

2 Vgl. Fellenberg, Monika: Lektürehilfen. Hermann Hesse. Der Steppenwolf. Klett, Stuttgart, 2018, S 28ff.

3 Vgl. o.V. (o.J.), URL: hhesse.de, Stand: 07.05.2020

4 Vgl. o.V. (2009), URL: www.hessekind.blogspot.com, Stand: 07.05.2020

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Hermann Hesse "Der Steppenwolf" im Vergleich zu "Siddhartha"
Note
2,0
Jahr
2020
Seiten
8
Katalognummer
V906190
ISBN (eBook)
9783346213532
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hermann Hesse, Der Steppenwolf, Siddhartha
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Hermann Hesse "Der Steppenwolf" im Vergleich zu "Siddhartha", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/906190

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