Enterprise Portals - Unternehmensportale, Begriffsbestimmung und Abgrenzung, insbesondere zu virtuellen Communities und elektronischen Marktplätzen


Seminararbeit, 2003

36 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen
2.1 Entwicklung des Enterprise-Portal
2.2 Begriffsbestimmung

3 Funktionen des Enterprise-Portal
3.1 Personalisierung, Benutzerverwaltung, Single Sign-On
3.2 Navigation
3.3 Knowledge Management, Document Management
3.4 Search
3.5 Collaboration
3.6 Integration
3.7 Prozessunterstützung, Workflow

4 Klassifizierung von Portalen
4.1 Klassifizierung nach Aufbau
4.2 Klassifizierung nach Teilnehmern
4.3 Klassifizierung nach Integrationsgegenstand

5 Nutzenpotenziale
5.1 Unternehmensorientierte Nutzenpotenziale
5.2 Arbeitnehmerorientierte Nutzenpotenziale
5.3 Kundenorientierte Nutzenpotenziale

6 Abgrenzung
6.1 Abgrenzung zu elektronischen Marktplätzen
6.2 Abgrenzung zu virtuellen Communities

7 Status Quo, Ausblick und kritische Erfolgsfaktoren
7.1 Status Quo, Ausblick
7.2 Kritische Erfolgsfaktoren

8 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Die Evolution der Portale

Abb. 2: Funktionen eines Enterprise-Portal (eigene Erstellung)

Abb. 3: Der Integrationsbus

Abb. 4: Unterschiedliche Modelle des E-Commerce

Abb. 5: Aufbau eines elektronischen Marktplatzes

Abb. 6: Zunehmende Verschmelzung virtueller Geschäftskonzepte

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Portaltypen, Anforderungen und mögliche Dienste (eigene Erstellung)

Tab. 2: Bestandteile eines Knowledge-Management-Systems

Tab. 3: Gliederung und Bezeichnung der Web-Portale

Tab. 4: Phasen eines Enterprise-Portals

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Das Internet bietet elektronischen Märkten eine global verfügbare und für die verschiedensten Anwendungen geeignete Infrastruktur. Unternehmen zeigen ihren Kunden, Geschäftspartnern, Mitarbeitern und der weiteren interessierten Öffentlichkeit ihre Präsenz im weltweiten Netz durch eine unternehmenseigene Website. Waren es früher eher passive Informationen, die für jeden identisch präsentiert wurden, geht der Trend heute zu einer Website, die personalisierte Webinhalte aus verschiedenen Quellen aggregiert und Anwendungen und Prozesse integriert. Solche Webseiten werden seit 1997 als Enterprise-Portals bezeichnet.1

Die inhaltlich so breite und heterogene Verwendung des Begriffes Portal macht seine Definition besonders schwierig. Die vorliegende Arbeit befasst sich insbesondere mit der Begriffsbestimmung und Begriffsabgrenzung des Begriffes Enterprise-Portal. Dazu werden im ersten Teil der Arbeit verschiedene Definitionen des Begriffes Enterprise-Portal herangezogen, Portale anhand der an sie gestellten Anforderungen und Dienste klassifiziert und ihre wichtigsten Bestandteile und Funktionen erläutert. Des weiteren werden die jeweiligen Nutzenpotenziale für Unternehmen, Arbeitnehmer und Kunden aufgezeigt.

Der zweite Teil der Arbeit versucht die wesentlichen Merkmale von elektronischen Marktplätzen und virtuellen Communities herauszustellen und diese von Portalen abzugrenzen. Der Schlussteil gibt einen Ausblick über zukünftige virtuelle Geschäftskonzepte sowie einen Überblick über die praktische Realisierung von Enterprise-Portals.

2 Grundlagen

2.1 Entwicklung des Enterprise-Portal

Die zunehmende Interaktionsvielfalt im Internet, ausgelöst durch immer neue Websites, Dienstleister und Technologien, macht es dem Internetnutzer immer schwieriger, die vielfältigen Angebote und Informationen zu lokalisieren und diese für sich zu nutzen. Dieser Umstand lässt sich ebenfalls in den meisten Intranets beobachten. Dort herrscht in der Tendenz ein „Informa- tion Overload“, der Unternehmen veranlasst, Daten zu verdichten und zu personalisieren, damit Mitarbeiter einen schnellen Zugriff auf relevante Informationen und Dienste haben. Es werden Systeme benötigt, die die steigende Komplexität bewältigen und zugleich Business-Prozesse unterstützen.2 Forciert durch Fortschritte bei der Sicherheit im Internet entwickeln sich Portale mehr und mehr zur Basis für die elektronische Abwicklung von Geschäften unterschiedlichster Art. Globalisierung sowie Externalisierung zwingen Unternehmen, sich stärker zu öffnen, um eigene Geschäftsprozesse eng mit denen ihrer Geschäftspartner zu verknüpfen. Ein Enterprise Portal unterstützt damit die B2B-, die B2C- und B2E-Kommunikation. Gleichzeitig sollen inter- ne und externe Teilnehmer just-in-time auf notwendige und aktuelle Informationen sowie IT- Funktionen zugreifen können.3 Enterprise-Portale stellen somit mehr als ein Zugangssystem dar, sie sind vielmehr Kommunikator und Integrator zugleich. Neu an ihnen ist nicht die Techno- logie als solche, sondern der Grad der mehrdimensionalen Komplexität bei den Anforderungen an Architekturdesign, Schemata, Datenmigration, Schnittstellen-Management sowie an das Pro- jektmanagement.4 Eine Übersicht der Bandbreite von Enterprise-Portals gibt Abb. 1. Im folgen- den Abschnitt werden Enterprise-Portals definiert, ihre Funktionen erläutert und Enterprise- Portals klassifiziert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die Evolution der Portale5

2.2 Begriffsbestimmung

Der Begriff des Enterprise-Portal wird in der Literatur unterschiedlich weit interpretiert. In der engeren Form wird darunter lediglich die persönliche Arbeitsumgebung verstanden, die dem Angestellten eines Unternehmens als Webangebot alle Funktionalitäten bietet, die er für seine Aufgabenerfüllung benötigt.6 Diese Definition versteht sich als weit eingegrenzt und deckt sich weitgehend mit dem Begriff des Enterprise-Information-Portal. Dieses eröffnet einen ge- meinsamen, personalisierten Zugang zu Daten, Expertisen und Anwendungen.7 Bereits diese Definition unterstellt zwei zentrale Ansätze eines Enterprise-Portals: nämlich Gemeinsamkeit und Unterschied - es ist ein gemeinsamer Zugang, von dem aus die gesamte Geschäftstätigkeit erfasst werden kann, jedoch von jedem einzelnen ganz unterschiedlich.8 Hier wird bereits die Minimalanforderung an ein Enterprise-Portal deutlich. Das Portal erkennt den Benutzer, kennt sein Profil und präsentiert ihm den auf seine Anforderungen personalisierten Inhalt.9 In der wei- teren Definition wird das Enterprise-Portal nicht nur als Informationsmedium angesehen. Die Weiterentwicklung stellen sog. Transaktionsportale dar, die betriebswirtschaftliche Anwen- dungen integrieren.10 Eine sehr allgemein gehaltene Definition des Enterprise-Portal aus Sicht der Unternehmen formuliert der Anbieter von Portalen Hewlett-Packard: „Unternehmensportale sind Portale, die für ein bestimmtes Unternehmen geschaffen werden, damit dieses Unternehmen in der Lage ist, mit den relevanten Kontaktpunkten effektiv und effizient umzugehen. Diese Kontaktpunkte können sich sowohl inner- als auch außerhalb eines Unternehmens befinden.“11 Ergänzt wird diese um die Beschreibung aus Mitarbeitersicht: „Aus Mitarbeitersicht ist ein Un- ternehmensportal ein Zugang zu relevanten Unternehmensinformationen, Dienstleistungen, Ap- plikationen und Möglichkeiten Handel zu betreiben. Unternehmensportale sind für den einzelnen in erster Linie Kontaktpunkte für die Abwicklung von individuellen Tätigkeiten, die im Zusam- menhang mit der professionellen Tätigkeit in der jeweiligen Organisation stehen.“12

Anhand der bereits genannten Definitionen zeigt sich, dass an Enterprise-Portals eine Vielzahl unterschiedlichster Anforderungen gestellt werden können, die weit über Grundfunktionen wie die personalisierte Aggregation von Informationen sowie komplexe Suchfunktionen hinausgehen. Die Hauptaufgabe eines Enterprise-Portal ist jedoch die Bereitstellung von kontextrelevanten, genauen Inhalten und Anwendungen, basierend auf den Anforderungen, dem Profil oder den Präferenzen des Nutzers. Das Portal stellt Inhalte und Informationen zur Verfügung, die interne und externe Geschäftsprozesse unterstützen.13 Je nachdem, welche Inhalte und Funktionen über Unternehmensportale gemakelt werden, lassen sich drei Typen unterscheiden: Content-Portals, Application-Portals und Community-Portals.14 Eine Übersicht der Anforderungen an jene Portale und der verwendeten Dienste zeigt folgende Tabelle:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Portaltypen, Anforderungen und mögliche Dienste (eigene Erstellung)

Diese Einteilung versteht sich als eine mögliche Einteilung der Portale. In der Literatur finden sich ebenfalls Konzepte, die das oben beschriebene Content-Portal wiederum in ein Informati- ons- und ein Wissensportal gliedern. Das Application-Portal oder Operational-Portal15 lässt sich ebenfalls unterteilen in ein Collaborationsportal, das die Interaktion der Mitarbeiter infor- mationstechnisch unterstützt, sowie ein Expertise-Portal, das Mitarbeiter basierend auf ihren speziellen Fähigkeiten oder Interessen miteinander verbindet.16 Ergänzend zu den in Tab. 1 er- fassten Portaltypen weisen die Autoren M. Kuppinger und M. Woywode auf das sogenannte De- cision-Portal hin. Dieses stellt den Nutzern verdichtete Daten aus operativen Systemen für Managemententscheidungen zur Verfügung.17 Da in diesem Fall ebenfalls Informationen, allerdings nur einem eingeschränkten Personenkreis, zugänglich gemacht werden, lassen sich DecisionPortals und die bereits definierten Content-Portals subsumieren und bilden keinen eigenständigen Typus. Die meisten der heutigen Portale sind demnach funktional auf einen Teilbereich der Aufgaben beschränkt, die ein umfassendes Enterprise-Portal übernehmen kann.18

Analog sind Enterprise-Portals nicht direkt einem Portaltypus zuzuordnen. Aufgrund des An- wendungszwecks werden häufig sowohl Applikations- als auch Inhalts- und Zusammenarbeits- funktionalität in einem Portal benötigt. Gewöhnlich lässt sich jedoch ein Kernfunktionsbereich erkennen.19

Während sich früher Applikationen vertikal an den Funktionsbereichen orientierten, versucht man heute zahlreiche Anwendungen in das Enterprise-Portal zu integrieren. Im Idealfall müssen alle für einen Arbeitsplatz notwendigen Applikationen über das Portal verfügbar sein. Ein En- terprise-Portal ist somit eine unternehmensweite und personalisierte Integrationsplatt- form.20

3 Funktionen des Enterprise-Portal

Ein Enterprise-Portal kann grundsätzlich verschiedene Funktionen beinhalten. Ein sehr plausib- les Anforderungsprofil an allgemeine Funktionalitäten des Enterprise-Portal bietet der Hersteller von Portalsoftware SAP: „Ein komplettes Enterprise-Portal bietet allen Anwendern einen per- sonalisierten, bequemen Zugriff auf alles Erforderliche - jederzeit, überall, über das Inter- net und auf sichere Art und Weise“.21 Die Frage, „was erforderlich ist“, entscheidet jede Un- ternehmung jedoch für sich. Führende Analysten, wie die Marktforscher von Ovum, die Delphi Group sowie die Metagroup haben Modelle für die sachgerechte und zeitgemäße Gestaltung be- trieblicher Portalsysteme entworfen. Das aus ihren Studien entnommene funktionsorientierte Anforderungsprofil fordert nachfolgende Funktionen für Enterprise-Portals. Die Funktionen ha- ben je nach Studie andere Bezeichnungen, meinen jedoch die gleiche Funktionalität. Abb. 1 zeigt die relevante Schnittmenge der von o. g. Analysten geforderten Funktionen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Funktionen eines Enterprise-Portal (eigene Erstellung)22,23,24

Im folgenden Teil der Arbeit werden die wichtigsten Funktionen des Enterprise-Portal zusammengefasst erläutert:

3.1 Personalisierung, Benutzerverwaltung, Single Sign-On

Da Portale vielen verschiedenen Benutzern eine große Menge an Informationen und Services bereitstellen können, muss gewährleistet sein, dass nur Personen mit der entsprechenden Berech- tigung auf die Portalumgebung und auf bestimmte Systeme zugreifen können. Daher erfordert die Nutzung eines Enterprise-Portals die Registrierung des Users. Mit den Re- gistrierdaten wird für den Nutzer ein Benutzerkonto und Profil erstellt, das den Zugriff auf „sei- ne“ Portalfunktionen ermöglicht. Die Anmeldung im Portal geschieht mit Hilfe des User-Namen und des persönlichen Passworts. Dieser Vorgang wird als SSO (Single Sign-On) bezeichnet. Die Betonung liegt hier auf „Single“, da die Anmeldung nur einmal stattfindet. Viele Portalkompo- nenten und externe Anwendungen verlangen sog. „Credentials“. Bis ein Benutzer über vollstän- digen Zugriff auf das System verfügt, können in einer Portalumgebung bis zu Hunderten von Anmelde-Credentials zusammenkommen. Die Portalauthentifizierung muss auch für alle anderen über das Portal verfügbaren Applikationen gültig sein, auf die der Nutzer Zugriff hat, jedoch mit „einem“ Sign-On.25 Alternativ kann eine Anmeldung automatisch durch die Verwendung von Cookies geschehen. Diese Form hat den Nachteil, das der Nutzer immer vom selben Computer aus auf das Portal zugreifen muss. Nach der Anmeldung kann der Nutzer auf die ihm bereitge- stellten Funktionen des Enterprise-Portal zugreifen. Inhalt und Aussehen des Portals lassen sich durch den Nutzer auf seine individuellen Bedürfnisse und Wünsche anpassen. Dieser Vorgang wird als Personalisierung bezeichnet.26 Konkret bedeutet dies, dass das Enterprise-Portal die Funktion eines Filters übernimmt und jeder Nutzer nach seinem SSO nur das erhält, was indivi- duell auf ihn zugeschnitten wurde.27 Ergo gilt eine Webseite dann als personalisiert, wenn sie die Präsentation an den Interessen des Besuchers, bei gleichzeitiger Berücksichtigung seiner Zugriffsrechte, ausrichtet. Das Enterprise-Portal bietet ihm dann ausschließlich solche Menus und Buttons, die er benötigt, die er sehen möchte und die er sehen darf. Dabei werden unwichti- ge Informationen und Verweise grundsätzlich ausgeblendet.28 Technisch realisiert wird dies über sogenannte Portlets oder I-Views. Diese Technologie führt zur Einsparung von Zeit bei der In- formationsgewinnung. Eng mit der Funktion der Personalisierung verbunden werden Enterprise- Portals sogenannte Rollenkonzepte hinterlegt. Es ist nicht zwingend notwendig, jeder Person eine personalisierte Nutzeroberfläche zuzuordnen, sondern es ist wichtig die Rollen der Benutzer zu kennen, um ein Rollenkonzept zu entwickeln. In diesem Fall wird dem Nutzer mit einer be- stimmten Rolle, z. B. Lieferant, Kunde oder Mitarbeiter, eine bestimmte Nutzeroberfläche zuge- ordnet. Im Rahmen eines Unternehmenskonzerns gibt es viele unterschiedliche Rollen. Hinter diesen Rollen stehen bestimmte Prozesse. Ein Portal sollte also auch die Prozesse dieser Rollen aufnehmen und abbilden.29 Erst durch die Personalisierung wird die durch Enterprise-Portals ermöglichte Produktivität ausgenutzt. Sie ist der erste Schritt hin zum IRM (Internet Relation Management), da durch sie Benutzerverhalten analysiert und gespeichert werden kann. Dies wird ermöglicht durch „Relationship Mind Systeme“, die dem Unternehmen helfen herauszufinden, wo bei Kunden und Geschäftspartnern, die Vorlieben liegen.30

Die Benutzerauthentifizierung sowie die Verwaltung von Benutzerkonten, Benutzergruppen und Benutzerprofiltypen geschieht über die Benutzerverwaltung. Mit Hilfe der Funktionen für die Benutzerverwaltung können Unternehmen Portale entsprechend den speziellen Rollen einrichten, die Benutzer im Unternehmen einnehmen. Durch das Rollenkonzept lässt sich die Berechtigungsvergabe erheblich vereinfachen. Je nach Rolle erhalten Benutzer nur Zugriff auf die Services und Informationen, die sie benötigen.31

3.2 Navigation

Portale basieren vornehmlich auf dem Ansatz, ein Navigationsinstrument zur Verfügung zu stellen, um eine effizientere Informationsgewinnung und -nutzung zu ermöglichen. Unter Navigation versteht man, dass ein Enterprise-Portal den Nutzer bei einer effizienten Suche nach Inhalten unterstützen sollte. Da die Navigation im WWW sehr intuitiv abläuft, eignet sich als Benutzeroberfläche eines Enterprise-Portal am besten ein Web-Browser, da fast jeder Nutzer gewohnt ist, damit zu arbeiten.32 Doch in Enterprise-Portals muss die Navigation noch ausgefeilter sein, als dies im Internet der Fall ist. „Aufgrund der großen Informationsmenge in der Portalumgebung müssen die Informationen - statt auf einer einzigen Ebene willkürlich - auf verschiedenen Ebenen logisch strukturiert werden.“33

3.3 Knowledge Management, Document Management

Knowledge Management oder auch Wissensmanagement entwickelt sich seit geraumer Zeit zu einem vieldiskutierten Thema in der Wissenschaft wie auch in Unternehmen.34 Das Wissen ei- ner Unternehmung erstreckt sich auf Produkte, eingesetzte Technologien, organisatorische Ab- läufe und Regeln sowie auf das individuelle Wissen der Mitarbeiter. Die Wissensbasis zu doku- mentieren, zu speichern, nutzbar zu machen und zu erweitern, ist Aufgabe des Knowledge Ma- nagements.35 Ganz allgemein befasst es sich mit dem Einsatz von Wissen, um Geschäftsziele zu erreichen, die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens zu fördern und um die Produktivität der Mitarbeiter zu verbessern. In einem Unternehmen entsteht täglich neues Wissen an den unter- schiedlichsten Orten. Über das Knowledge Management sollen die „richtigen“ Personen mit dem „richtigen“ Wissen zusammengeführt werden. Wichtig ist, dass die Nutzer schnell und unkom- pliziert auf eine bereits bestehende Wissensbasis zugreifen können, denn die Wissensnutzung ist das wichtigste Ziel des Knowledge Management. Das Enterprise-Portal dient der Verwaltung dieser Informationen.36 Es ist die Kernanwendung , mit der auf alle Wissens- und Dokumenten- bestände im Unternehmen zugegriffen werden kann. Ebenso können Mitarbeiter neue Wissens- und Dokumentenbestände im Portalsystem ablegen. Durch die strukturierte und klassifizierte Ablage können die Nutzer von Wissensportalen relevante Wissensobjekte effizienter und zielge- richteter aufspüren. Diese Wissensobjekte müssen zuvor jedoch in verschiedene browsergeeigne- te Taxonomien kategorisiert werden, damit der Benutzer sie auch dann finden kann, wenn er nicht den genauen Inhalt des Dokuments kennt. Die Taxonomie dient der Klassifikation von Begriffen und ihren Beziehungen in einem Ordnungssystem, oft auch als Begriffsbaum bezeich- net. Dadurch wird im Wesentlichen die Syntax von Begriffen festgelegt.37 Daneben sind Versi- onskontrolle, verschiedene Veröffentlichungsverfahren sowie Flusskontrolle für die Dokumen- tenveröffentlichung vom und in das Portal für das Knowledge-Management-System eines Unter- nehmens unumgänglich.38

Die in Enterprise-Portals integrierten Knowledge Management Systeme lassen sich grundsätzlich in drei Bestandteile unterteilen: Content Management, Data Warehouse, und Business Intelligen- ce. Sie haben im Rahmen des Knowledge Managements spezifische Aufgabenschwerpunkte und verfolgen primär bestimmte Teilziele. Content Management Systeme automatisieren die Prozes- se zwischen der Erstellung, Verwendung und Wiederverwendung eines Dokuments und unter- stützen den kompletten Lebenszyklus eines Dokuments. Ein Data Warehouse stellt eine zentrale und auf routinemäßige Durchführung von Analysen optimierte Datenbank dar. Die zur Analyse der Daten eines Data Warehouses benötigten Werkzeuge wie z. B. OLAP (On-Line Analytical Processing) oder Data-Mining werden unter dem Begriff BI (Business Intelligence) zusammen- gefasst.39 OLAP steht dabei für die technische Unterstützung des Analysevorgangs.40

[...]


1 Vgl. Schmidt C.: Enterprise Portal Ressource Center, Entwicklungsgeschichte, <URL: http://www.enterprise-portal.de/entwicklungsgeschichte.html>, online: 28.09.02.

2 Vgl. Pils, J.: Internet-Portale als Basis im Informationsdschungel, in: IM Fachzeitschrift für Information Management und Consulting, 15(2000)2, S. 15-17.

3 Vgl. Siemens, O.: Anforderungen an Content-Management-Systeme beim Aufbau intelligenter Enterprise-Portale, in: IM Fachzeitschrift für Information Management und Consulting, 16(2001)3, S. 18.

4 Vgl. Fehling, T.: Wenn Daten zu Bundesgenossen werden, in: Computerwoche, 28(2001)26, S. 57.

5 Küpper, L.: Erfahrungen aus Enterprise Portal Projekten, per E-Mail zugesandt von Dipl. Kfm. Henrik Stotz (henrik.stotz@sap.com), SAP Deutschland, 10.07.02.

6 Vgl. Österle, H.: Geschäftsmodell des Informationszeitalters, in: Business Engineering - Auf dem Weg zum Unternehmen des Informationszeitalters, Berlin, 2000, S. 40.

7 Vgl. Dataquest: Enterprise Information Portals, Studie 02/2000.

8 Vgl. Schweizer, K.: Portal total, in: IBM eNews-Magazin (essay) 02/2002, S. 2, <URL: http://www-5.ibm.com/de/software/enews/essay/2001-02-essay-portale.pdf >, online: 09.07.02.

9 Vgl. Bauer H.: Das Unternehmensportal, (Gallileo Press) Bonn 2001, S. 34.

10 Vgl. Hoffmann, C.: Zielsetzungen von Unternehmensportalen: Systemintegration im Visier, S. 1, <URL: http://www.competence-site.de/eaisysteme.nsf/24B7F9E29EDBB84BC1256B97004DEE95/$File/ portalstrategie_plaut.pdf >, online: 10.09.02.

11 Dobiéy D.: Das Unternehmensportal - Die Schaltzentrale des digitalen Unternehmens, in: White Paper, Hewlett- Packard 2001, S. 2, <URL: http://www.hpliteratur.de/PDF/5980-7955DEDE.pdf>, online: 15.08.02.

12 Dobiéy D.: Das Unternehmensportal - Die Schaltzentrale des digitalen Unternehmens, in: White Paper, Hewlett- Packard 2001, S. 4, <URL: http://www.hpliteratur.de/PDF/5980-7955DEDE.pdf>, online: 15.08.02.

13 Vgl. Metagroup: Der Markt für Portale, Marktplätze und Mobile Commerce in Deutschland, 2000 , per E-Mail zugesandt von Till Karsten (Till.Karsten@metagroup.com), 18.09.02.

14 Borowsky R., Scheer A.W.: Wissensmanagement mit Portalen, in: IM Fachzeitschrift für Information Management und Consulting, 16(2001)1, S. 62.

15 Föcker, E., Lienemann, C.: Informationslogistische Dienste für Unternehmensportale, in: Wissensmanagement online, S. 2 <URL: http://www.wissensmanagement.net/online/archiv/2000/06_0700/unternehmensportale.htm >, online: 17.09.02.

16 Vgl. Schaffry, A.: Was ist ein Portal?, S.2, <URL: http://www.e-business.de/texte/7488_2.asp>, online 02.10.02

17 Vgl. Kuppinger, M., Woywode, M: Vom Intranet zum Knowledge Management: Die Veränderung der Informationskultur in Organisationen, (Hanser) München et al. 2000, S. 165.

18 Vgl. Scharf A.: Das Tor zum Unternehmen, in: Informationweek, 7/2001, <URL: http://www.informationweek.de/index.php3?/channels/channel02/010758.htm >, online: 11.09.02.

19 Vgl. Borowsky R., Scheer A.W.: Wissensmanagement mit Portalen, in: IM Fachzeitschrift für Information Management und Consulting, 16(2001)1, S. 63.

20 Vgl. Staudt H.: Enterprise Portale bändigen die Informationsflut, <URL: http://www.contentmanager.de/magazin/artikel_123.html> 02/2002, online: 05.07.02.

21 Özdurmus Ü.: Enterprise-Portals - Benutzerorientierte Unternehmensportale für mehr Effizienz in Ihrem Unternehmen, <URL: http://www.sap-ag.de/germany >, online 16.08.02.

22 In Anlehnung an: Ovum 2000, Enterprise Portals: New Strategies for Information Delivery, <URL: http://www.ovum.com/go/product/sample/0048581.htm >, online: 15.08.02.

23 In Anlehnung an: Delphi Group, The Technology of Portals, <URL: http://www.delphigroup.com/events/portal-seminar-2002/outline.htm>, online 15.08.02.

24 In Anlehnung an: Metagroup, Der Markt für Portale, Marktplätze und Mobile Commerce in Deutschland, 2000, S. 28, per E-Mail zugesandt von Till Karsten (Till.Karsten@metagroup.com), 18.09.02.

25 Vgl. SAP AG: Portal Infrastruktur: Benutzerorientierte Integration und Zusammenarbeit, in: SAP White Paper, Version 1.1, S.14, <URL: http://www.sap.com/germany/solutions/enterpriseportal/factsheets.asp >, online: 15.07.02.

26 Vgl. Schumacher M., Schwickert A.C.: Web-Portale - Stand und Entwicklungstendenzen, in: Arbeitspapier WI Universität Mainz, 4/1999, S. 24, <URL: http://wi.uni-giessen.de/gi/dl/det/Schwickert/1152 >, online: 11.09.02.

27 Vgl. Schweizer K.: Portal total, in: IBM eNews-Magazin (essay) 02/2002, S. 9., <URL: http://www-5.ibm.com/de/software/enews/essay/2001-02-essay-portale.pdf > online: 09.07.02.

28 Vgl. Siemens O.: Anforderungen an Content-Management-Systeme beim Aufbau intelligenter Enterprise Portale, in: IM Fachzeitschrift für Information Management und Consulting, 16(2001)3, S. 22.

29 Vgl. Information Management Group AG (IMG): Enterprise Portals - Mehrwert durch Integration, in: White Paper, S. 5-6, <URL: http://www.img.ch/pdf/WhitePaper/52004d.pdf >, online: 19.08.02.

30 Vgl. Bauer H.: Das Unternehmensportal, (Gallileo Press) Bonn 2001, S. 53-55.

31 Vgl. SAP AG: Portal Infrastruktur: Benutzerorientierte Integration und Zusammenarbeit, in: SAP White Paper, Version 1.1, S.14.

32 Vgl. Schweizer, K.: Portal total, in: IBM eNews-Magazin (essay) 02/2002, S. 7, <URL: http://www-5.ibm.com/de/software/enews/essay/2001-02-essay-portale.pdf>, online: 09.07.02.

33 SAP AG: Portal Infrastruktur: Benutzerorientierte Integration und Zusammenarbeit, in: SAP White Paper, Version 1.1, S.14, <URL: http://www.sap.com/germany/solutions/enterpriseportal/factsheets.asp >, online: 15.07.02.

34 Vgl. Barclay R.O., Murray P.C.: What is knowledge management?, <URL: http://www.media-access.com/whatis.html >, online: 25.07.02.

35 Vgl. Scheer A.W.: ARIS, Vom Geschäftsprozess zum Anwendungssystem, 4. Aufl., (Springer) Berlin et al., 1999, S. 63.

36 Vgl. Schweizer K.: Portal total, in: IBM eNews-Magazin (essay) 02/2002, S. 11-12, <URL: http://www-5.ibm.com/de/software/enews/essay/2001-02-essay-portale.pdf >

37 Vgl. Kremer, S., Riempp G.: Terminologie Management: Babels Türme, in: Computerwoche 26/2001, S. 60.

38 Vgl. SAP AG: Portal Infrastruktur: Benutzerorientierte Integration und Zusammenarbeit, in: SAP White Paper, Version 1.1, S.12.

39 Vgl. Brücher H.: Einführungsstrategien für Unternehmensportale im Wissensmanagement, in: IM Fachzeitschrift für Information Management und Consulting, 16(2001)4, S. 85-87.

40 Vgl. Merz, M.: E-Commerce und E-Business, 2. Aufl., (dpunkt) Heidelberg 2002, S. 528.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Enterprise Portals - Unternehmensportale, Begriffsbestimmung und Abgrenzung, insbesondere zu virtuellen Communities und elektronischen Marktplätzen
Hochschule
Universität des Saarlandes  (Institut für Wirtschaftsinformatik - Uni Saarbrücken)
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
36
Katalognummer
V9066
ISBN (eBook)
9783638158756
Dateigröße
676 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Portal Unternehmensportal Enterprise-Portal
Arbeit zitieren
Max Krajewski (Autor), 2003, Enterprise Portals - Unternehmensportale, Begriffsbestimmung und Abgrenzung, insbesondere zu virtuellen Communities und elektronischen Marktplätzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9066

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