Im folgenden ist es meine Aufgabe, „Die rechtliche Bewertung der Knochenmarkspende“ vorzunehmen. Dafür werde ich zunächst auf die Definition des Knochenmarks eingehen. Dabei liefere ich auch einen geschichtlichen Abriß und die Krankheiten, welche einen solchen Eingriff erforderlich machen. Nachdem ich die Vornahme einer Knochenmarktransplantation dargestellt habe, folgen die rechtlichen Probleme der Knochenmarkspende und deren Lösungsmöglichkeiten. Zum Schluß werde ich zu letzteren Stellung beziehen.
Gliederung
I. Übersicht über das Knochenmark und die Knochenmarktransplantation
1. Definition des Knochenmarks
2. Historische Entwicklung der Knochenmarktransplantation
3. Krankheiten, die eine Knochenmarktransplantation erforderlich machen
4. Vornahme der Knochenmarktransplantation
II. Anwendungsmöglichkeiten von Gesetzen und rechtliche Probleme der Knochenmarkspende sowie Lösungsmöglichkeiten
1. Einschlägigkeit des Transplantationsgesetzes als spezielles Gesetz
2. Einschlägigkeit allgemeiner Vorschriften
a) Körperverletzung gemäß § 223 StGB
b) § 34 StGB als Rechtfertigungsgrund der Körperverletzung
c) Einwilligung nach ärztlicher Aufklärung als Rechtfertigungsgrund der Körperverletzung
aa) Einwilligungsfähigkeit
aaa) Einsichtsfähigkeit Minderjähriger bzw. geistig Behinderter
bbb) Einsichtsunfähigkeit Minderjähriger bzw. geistig Behinderter
bb) Freiwilligkeit der Einwilligung
bb)keine Sittenwidrigkeit gemäß § 228 StGB
III. Stellungnahme
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit befasst sich mit der juristischen Einordnung der Knochenmarkspende im deutschen Rechtssystem, insbesondere im Hinblick auf die Frage, ob es sich dabei um eine strafbare Körperverletzung handelt und welche Rechtfertigungsgründe hierbei in Betracht kommen.
- Rechtliche Einordnung der Knochenmarkspende als Körperverletzung nach § 223 StGB
- Prüfung von Rechtfertigungsgründen (Notstand, Einwilligung)
- Besondere Problematik der Einwilligungsfähigkeit bei Minderjährigen und geistig Behinderten
- Anonyme Spendersuche und Ausschluss von Organhandel
- Stellungnahme zur strafrechtlichen Bewertung und möglichen Entgeltlichkeit
Auszug aus dem Buch
1. Definition des Knochenmarks
Knochenmark (lat. Medulla ossium) befindet sich in den Markhöhlen der Knochen zwischen den sich darin befindenden Knochenbälkchen (siehe Anhang I). Das bei der Geburt vorhandene blutbildende Knochenmark wird im Laufe des Lebens von „Fettmark“ verdrängt und bleibt nur in wenigen Knochen erhalten. Dazu gehören beim Menschen z. B. der Hüft sowie der Oberschenkelknochen.
Aufgabe des Knochenmarkes ist es, alle Zellen des Blutes und des Immunsystems ständig neu zu bilden. Dabei spielen die hämatopoetischen (blutbildenden) Stammzellen im Knochenmark eine große Rolle. Diese entwickeln sich nämlich bei ihrer Vermehrung zu den verschiedenen Bestandteilen des Blutes: rote Blutkörperchen, die Sauerstoff transportieren, weiße Blutkörperchen, die Infektionen bekämpfen, sowie Blutplättchen, die eine wesentliche Rolle bei der Gerinnung spielen. Diese Stammzellen zirkulieren zwar auch im Blut; man findet sie aber hauptsächlich im Knochenmark. Wegen diesen ist das Knochenmark ein regenerationsfähiges Gewebe.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Übersicht über das Knochenmark und die Knochenmarktransplantation: Dieses Kapitel definiert das Knochenmark, beschreibt dessen biologische Bedeutung, beleuchtet die historische Entwicklung der Transplantation sowie die medizinischen Indikationen und das Vorgehen bei einer solchen Transplantation.
II. Anwendungsmöglichkeiten von Gesetzen und rechtliche Probleme der Knochenmarkspende sowie Lösungsmöglichkeiten: Hier wird geprüft, inwieweit das Transplantationsgesetz oder allgemeine Strafrechtsnormen auf die Knochenmarkspende anwendbar sind, wobei insbesondere die Problematik der Körperverletzung und der erforderlichen Einwilligung detailliert analysiert wird.
III. Stellungnahme: Die Autorin legt ihre eigene Auffassung zur strafrechtlichen Bewertung dar, plädiert für die Anerkennung der Einwilligung als Rechtfertigungsgrund und diskutiert Möglichkeiten der Aufwandsentschädigung für Spender.
Schlüsselwörter
Knochenmarkspende, Medizinrecht, Körperverletzung, § 223 StGB, Einwilligung, Transplantation, Stammzellen, Einwilligungsfähigkeit, Minderjährige, Transplantationsgesetz, Organspende, Rechtfertigungsgrund, Heileingriff, Blutkrebs, medizinische Indikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der rechtlichen Bewertung der Knochenmarkspende im Rahmen des Medizinrechts und der Frage nach deren strafrechtlicher Zulässigkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Einordnung als Körperverletzung, der Prüfung von Rechtfertigungsgründen, der Einwilligungsfähigkeit und den praktischen Anforderungen an den Spendeprozess.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, wie die Knochenmarkspende im deutschen Rechtssystem unter Berücksichtigung von Grundrechten und Strafnormen rechtssicher durchgeführt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine juristische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Literatur, Gesetzesbestimmungen, medizinischer Richtlinien und einer kritischen Auseinandersetzung mit der Rechtslage basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Anwendbarkeit des Transplantationsgesetzes, die Problematik der Körperverletzung nach § 223 StGB sowie die Anforderungen an die Einwilligung bei verschiedenen Personengruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Knochenmarkspende, Medizinrecht, Körperverletzung, Einwilligung, Stammzellen und Einwilligungsfähigkeit.
Wie wird mit der Einwilligungsunfähigkeit Minderjähriger umgegangen?
Die Autorin diskutiert die Unterscheidung zwischen einsichtsfähigen und einsichtsunfähigen Minderjährigen und die Rolle der Sorgeberechtigten in Abhängigkeit vom Kindeswohl.
Könnte eine Entgeltlichkeit der Knochenmarkspende zulässig sein?
Die Arbeit setzt sich kritisch mit dieser Frage auseinander und zieht Parallelen zur Blutspende, wobei sie argumentiert, dass eine Aufwandsentschädigung die Spendenbereitschaft erhöhen könnte.
- Arbeit zitieren
- Dr. Stefanie M. Bausch (Autor:in), 1999, Die rechtliche Bewertung der Knochenmarkspende, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9067