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Die Theorie der Schweigespirale im Social-Media-Zeitalter

Titel: Die Theorie der Schweigespirale im Social-Media-Zeitalter

Hausarbeit , 2016 , 17 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Minh Mai (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, ob und inwieweit sich die Theorie der Schweigespirale und der öffentlichen Meinung von Noelle-Neumann im Social-Media-Zeitalter übertragen lässt. Die Arbeit greift dabei auf im englischsprachigen Raum befindenden empirischen Studien zurück. Es handelt sich somit hauptsächlich um einen Ergebnisvergleich zwischen den Sozialforschungen, um das Phänomen der Schweigespirale im Online-Kontext klarer zu verdeutlichen.

Die öffentliche Meinung gilt sowohl schon in den antiken Stadtstaaten als auch in der heutigen modernen Gesellschaft als ein ausschlaggebender Faktor im politischen Geschehen, zumal sie einen erheblichen Einfluss auf die freie individuelle Meinungsbildung der Menschen in der Demokratie ausübt. Zu den Meilensteinen der Forschung des öffentlichen Meinungsbildungsprozesses zählt sicherlich das 1974 erschienene Standardwerk "The Spiral of Silence - A Theory of Public Opinion" von Elisabeth Noelle-Neumann, welches einen Paradigmenwechsel in der Medienwirkungsforschung darstellte. Die Autorin fand aus Anlass der Gelegenheitsbeobachtung der Bundestagswahlkämpfe zum ersten Mal das Phänomen heraus und forschte in weiteren Untersuchungen den Ansatz nach.

Die schon seit mehr als 40 Jahren entstandene Schweigespirale war inhaltlicher und methodischer Kritik von den damaligen Wissenschaftlern ausgesetzt und ist gegenwärtig weiterhin ein umstrittenes Thema. Es gab zahlreiche empirische Studien, die das Konzept Noelle-Neumanns nachzuweisen versuchten, insbesondere im Kontext der computervermittelten Kommunikation. Mit dem nachhaltigen Entwicklungstempo des Internets fungieren heutzutage schon die sozialen Netzwerkseiten als Plattform sowohl für die Wissensvermittlung als auch für die Meinungsäußerung des Individuums. Ihm fällt es wesentlich leichter, nicht nur in den traditionellen Medien, sondern auch in virtuellen Diskussionsforen seine persönliche Meinung zu äußern. Daher hat die Frage nach der Rolle der elektronischen Massenmedien im politischen System, insbesondere die Frage nach der erfolgreichen Anwendung der Schweigespirale auf dem Social Web schon seit Ende des 20. Jahrhunderts ihre Anhänger und ihre Kritiker angefeuert, in der Hoffnung, dass Online-Kommunikationskanäle dabei helfen, Medienpluralismus und Meinungsvielfalt neugestalten zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Theorie der Schweigespirale nach Noelle-Neumann

2.1. Theoretischer und empirischer Hintergrund

2.2. Weiterentwicklungen des Ansatzes in virtuellen Kommunikationsräumen

3. Die Schweigespirale im Social-Media-Zeitalter

3.1. Die Meinungsklimawahrnehmung

3.2. Die Redebereitschaft

3.3. Die Isolationsfurcht

4. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die klassische Theorie der Schweigespirale von Noelle-Neumann auf die digitale Kommunikation im Social-Media-Zeitalter übertragen werden kann und ob sich das Phänomen des Verstummens von Minderheitsmeinungen in Online-Umgebungen nachweisen lässt.

  • Überprüfung der Relevanz der Schweigespirale in sozialen Netzwerken
  • Analyse der Wahrnehmung des Meinungsklimas in virtuellen Räumen
  • Untersuchung der Redebereitschaft und deren Einflussfaktoren online
  • Betrachtung der Rolle von Anonymität und Isolationsfurcht im Netz
  • Vergleich verschiedener empirischer Studien im Online-Kontext

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Meinungsklimawahrnehmung

Mittels einem „quasistatistische[n] Organ [der Wahrnehmung] als Bindeglied zwischen individueller und kollektiver Sphäre“ (Noelle-Neumann 2001, S. 164) beobachten die Menschen fortwährend ihre soziale Umgebung, um abzuschätzen, welche Verhaltensweise aus Sicht der Gesellschaft akzeptabel ist und was als unmoralisch gilt. Überdies stehen den Individuen in den heutigen virtuellen Kommunikationsräumen die direkte und indirekte Umwelt zur Verfügung, welche „[…] zwei verschiedene Eindrücke vom Meinungsklima [ausmachen], den Eindruck aus eigenen Originalbeobachtungen und den Eindruck mit den Augen des Fernsehens“ (ebd., S. 234).

In diesem Zusammenhang sprechen Neuberger (2009) und Schulz & Rössler (2013, S. 42–47) von der Unterscheidung zwischen Inhalten der von indirekter Umwelt bereitgestellten professionellen Kommunikation (dazu zählen z. B. journalistische, kommerzielle und politische Angebote) und Inhalten der Laienkommunikation (wie beispielsweise soziale Netzwerke, Diskussionsforen etc.), die für jedermann öffentliche Meinungsäußerung online besser zugänglich macht als die professionelle. „Damit kann die Laienkommunikation im Internet sowohl eine Funktion alternativer Medien wahrnehmen […] als auch eine Thematisierungs- und Artikulationsfunktion, die Noelle-Neumann ursprünglich nur den Massenmedien zugesprochen hatte“ (Schulz & Rössler 2013, S. 46 f.; Hervorhebung wie im Original).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Schweigespirale ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob das Konzept auf die moderne Online-Kommunikation übertragbar ist.

2. Die Theorie der Schweigespirale nach Noelle-Neumann: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Modells, insbesondere der Einfluss von Isolationsfurcht und Redebereitschaft, sowie deren erste konzeptionelle Erweiterungen auf virtuelle Räume erörtert.

3. Die Schweigespirale im Social-Media-Zeitalter: Dieses Hauptkapitel analysiert empirisch die Wahrnehmung von Online-Meinungsklimas, die Bedingungen für Redebereitschaft im Netz sowie die Rolle der Isolationsfurcht bei der Äußerung von Meinungen in digitalen Plattformen.

4. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Theorie unter spezifischen Bedingungen der Themenwahl und Plattformstruktur auch im Internet Anwendung findet.

Schlüsselwörter

Schweigespirale, Noelle-Neumann, Social Media, Online-Kommunikation, Meinungsklima, Redebereitschaft, Isolationsfurcht, Soziale Netzwerke, Meinungsbildung, Internet, Laienkommunikation, Digitale Medien, Selbstzensur, Online-Diskussionen, Politische Meinungsäußerung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der klassischen Theorie der Schweigespirale von Elisabeth Noelle-Neumann auf die Bedingungen der heutigen Kommunikation in sozialen Netzwerken und digitalen Foren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Wahrnehmung des Meinungsklimas, die Bereitschaft zur öffentlichen Äußerung (Redebereitschaft) und die Mechanismen der Isolationsfurcht innerhalb internetbasierter Kommunikationsumgebungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Inwieweit lässt sich die Theorie der Schweigespirale von Noelle-Neumann im Zeitalter der sozialen Netzwerke übertragen und schweigt die vermeintliche Minderheitsmeinung in der Social-Media-Ära?

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literatur- und Ergebnisvergleich-Methodik, indem sie Erkenntnisse aus zahlreichen internationalen empirischen Studien analysiert und diese mit der theoretischen Basis von Noelle-Neumann in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Meinungsklimawahrnehmung durch direkte und indirekte Umwelt, die Differenzierung der Redebereitschaft durch verschiedene Reaktionsstrategien sowie die Bedeutung von Anonymität und Identifizierbarkeit für die Isolationsfurcht im Netz detailliert diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Untersuchung lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Schweigespirale, Social Media, Meinungsklima, Redebereitschaft, Isolationsfurcht und Online-Kommunikation charakterisieren.

Wie spielt die Anonymität im Netz eine Rolle für die Theorie?

Anonymität wird als Faktor diskutiert, der die wahrgenommene Isolationsfurcht hemmen kann; allerdings zeigen Studien, dass auch online soziale Sanktionen oder Angst vor persönlichen Angriffen zur Selbstzensur führen können.

Welche Rolle spielt die Themenwahl bei der Online-Schweigespirale?

Die Arbeit betont, dass ein Schweigespiraleprozess online besonders bei ethisch-moralisch stark aufgeladenen oder kontroversen Themen auftritt, die eine Polarisierung der Meinungen begünstigen.

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Details

Titel
Die Theorie der Schweigespirale im Social-Media-Zeitalter
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,7
Autor
Minh Mai (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
17
Katalognummer
V906731
ISBN (eBook)
9783346193674
ISBN (Buch)
9783346193681
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schweigespirale Social Media Isolationsfurcht Redebereitschaft öffentliche Meinung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Minh Mai (Autor:in), 2016, Die Theorie der Schweigespirale im Social-Media-Zeitalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/906731
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Leseprobe aus  17  Seiten
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