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Der EU-Beitritt der Türkei

Sicherheitspolitsche und geostrategische Szenarien

Title: Der EU-Beitritt der Türkei

Seminar Paper , 2008 , 14 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Tilman Jendrasik (Author)

Politics - Topic: European Union
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Der EU-Beitritt der Türkei ist ein viel diskutiertes Thema. Seit nun über 40 Jahren wird darüber gestritten, was für und was gegen die Aufnahme eines Landes spricht, bei dem kein Konsens darüber besteht, ob es überhaupt zu Europa gehört. In dieser Diskussion geht es oft um die geographische Lage – nur drei Prozent der Fläche der Türkei liegen auf europäischem Gebiet - viel mehr aber um Religion und Historie. Auch die Zweifel an Demokratie, sowie Menschen- und Minderheitenrechten heizen die Debatte immer weiter und wieder an.
Ebenso wird der Streit von Xenophobie, Überfremdungs- und „Massenmigrations“ - Ängsten der Bevölkerung der EU bestimmt. So entbrannte im Laufe der Jahre ein Konflikt über Orient, Okzident, Islam, Christentum, Kreuzzüge, Djihad und Kopftuch-Verbote.

Um diese Themen soll es in dieser Hausarbeit nicht gehen. Außen vorgelassen werden im Folgenden außerdem die Zypern-Frage, die Probleme zwischen der Türkei und Armenien sowie der historisch bedingte Konflikt der Türkei mit Griechenland. Diese Themen werden in den weiteren Beitrittsverhandlungen zwar von Bedeutung, aber nicht entscheidend sein. Es wird viel mehr um die Frage gehen, wie stand- und krisenfest die türkische Wirtschaft ist und was für eine sicherheitspolitische Rolle das Land spielen wird. Daher soll vor allem analysiert werden, wo die Vor- und Nachteile für die Europäische Union liegen und wie sich ein Beitritt – aber auch ein anhaltender Ausschluss – auf die derzeitige Situation in wirtschaftlichen und geostrategischen Bereichen auswirken würde. Um auf die neuen geostrategischen und politischen Möglichkeiten und Veränderungen der Türkei bei einem möglichen EU-Beitritt einzugehen, soll an dieser Stelle kurz auf die bisherige Rolle der Türkei, gerade im Hinblick auf den Zerfall der Sowjetunion und der damit verbundenen Auflösung des Jahre anhaltenden Ost-West-Konflikts eingegangen werden.

Während des Kalten Krieges war die Rolle der Türkei klar definiert: als Südflanke der NATO-Verteidigungspolitik stellte sie eine wichtige Position in der Verteidigung der westlichen Seite gegenüber der Sowjetunion dar (vgl. Tibi 2007: S. 136f.) und sollte verhindern, dass sich die Sowjetunion das Öl des Nahen Ostens sichern konnte (vgl. Zaunbauer 2007: S. 15). Die politische Ausrichtung und Öffnung Richtung Westen wurde gerade in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg von der Regierung in Ankara untermauert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Überblick und aktueller Stand

3. Argumente und Fakten für einen Beitritt der Türkei in die EU

3.1. Wirtschaftliche Faktoren

3.2. Geostrategische Lage

4. Argumente und Fakten gegen einen Beitritt der Türkei in die EU

4.1. Wirtschaftliche Faktoren

4.2. Geostrategische Lage

5. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit analysiert die sicherheitspolitischen und geostrategischen Auswirkungen eines möglichen EU-Beitritts der Türkei unter besonderer Berücksichtigung ökonomischer und sicherheitsspezifischer Faktoren. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern ein Beitritt Chancen oder Risiken für die Sicherheit der Europäischen Union birgt und ob die Türkei eine stabilisierende oder destabilisierende Rolle in der Region einnimmt.

  • Historische Entwicklung der türkischen Rolle im internationalen Kontext
  • Wirtschaftliche Potenziale und finanzielle Herausforderungen
  • Geostrategische Bedeutung und Risiken der Grenzlage
  • Einfluss von Energieinteressen auf die EU-Türkei-Beziehungen
  • Die Rolle der Türkei im Verhältnis zu Drittstaaten wie Russland

Auszug aus dem Buch

3.2. Geostrategische Lage

In der Diskussion um Vor- und Nachteile eines EU-Beitritts der Türkei wird auch immer wieder die günstige und wichtige geostrategische Lage erwähnt. Hauptargument ist hier, dass die Türkei stabilisierend auf seine Nachbarstaaten einwirken kann und soll. So befinden sich laut einer NATO-Studie 19 von 21 potentiellen Konfliktherden in der Umgebung der Türkei (vgl. Reiter/Hochleitner/Kammel 2007: S. 129).

Die Aufmerksamkeit auf die Türkei wurde besonders nach den Anschlägen vom 11. September noch einmal erhöht, auch, weil Länder wie Afghanistan etc. unter dem Verdacht standen, Terroristen nicht ausreichend verfolgt zu haben oder diese gar unterstützt haben sollen. So sprechen die unstabilen Verhältnisse im Irak, das erhöhte Auftreten von asymmetrischen Kriegen in der Region im Nahen und Mittleren Osten - neben wirtschaftlichen Aspekten - durchaus für ein erhöhtes Interesse der EU an der Türkei (vgl. Caman 168 f.).

Auch die Hoffung, dass die Türkei nach einem EU-Beitritt als „Vorbild“ in der Region auftreten könnte, ist nicht unberechtigt. So könnten Demokratie und Säkularität in einer stabilen Türkei dafür sorgen, dass die anti-westliche Haltung abnimmt und der Wunsch nach mehr Demokratie in den angrenzenden Regionen zunimmt (ebd.). Daher sprechen sich Experten dafür aus, diese Chance einer Vormachtstellung zu nutzen und insbesondere darauf zu achten, die sich bietenden Möglichkeiten zu Eigen zu machen und diese vor allem nicht anderen Ländern zu überlassen (vgl. Rühl 2006: S. 18), wobei besonders Caman (vgl. 2005: S. 328 ff.) das erstarkende Russland in den Fokus seiner Argumentation stellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Debatte um den EU-Beitritt der Türkei ein und legt den Fokus auf sicherheitspolitische sowie wirtschaftliche Fragestellungen unter Auslassung kultureller oder zyprischer Streitfragen.

2. Historischer Überblick und aktueller Stand: Das Kapitel skizziert den Wandel der Türkei von einer NATO-Südflanke während des Kalten Krieges hin zu ihrer geostrategischen Neupositionierung nach dem Zerfall der Sowjetunion.

3. Argumente und Fakten für einen Beitritt der Türkei in die EU: Hier werden ökonomische Vorteile wie der Marktzugang sowie sicherheitspolitische Chancen durch die geostrategische Brückenfunktion der Türkei analysiert.

3.1. Wirtschaftliche Faktoren: Dieser Abschnitt beleuchtet das Marktpotenzial, den Bedarf an Investitionsmöglichkeiten sowie die Bedeutung der Türkei als Transitland für Energieressourcen.

3.2. Geostrategische Lage: Es wird diskutiert, wie die Türkei durch Stabilität in einer konfliktreichen Region als Sicherheitspartner für die EU fungieren könnte.

4. Argumente und Fakten gegen einen Beitritt der Türkei in die EU: Dieses Kapitel thematisiert die finanziellen Lasten für die EU sowie die Risiken, die durch die unmittelbare Nachbarschaft zu instabilen Krisenregionen entstehen.

4.1. Wirtschaftliche Faktoren: Die kritische Betrachtung fokussiert sich auf Wachstumsprognosen, die Schattenwirtschaft und die hohen Kosten einer notwendigen ökonomischen Integration.

4.2. Geostrategische Lage: Hier wird argumentiert, dass die EU durch den Beitritt ihren sicherheitspolitischen Puffer verlieren und direkt mit regionalen Konflikten konfrontiert werden könnte.

5. Fazit: Das Fazit wägt die vorangegangenen Argumente ab und kommt zu dem Schluss, dass die sicherheitspolitischen Risiken eines Beitritts den ökonomischen Nutzen derzeit überwiegen.

Schlüsselwörter

EU-Beitritt, Türkei, Sicherheitspolitik, Geostrategie, Wirtschaftsintegration, NATO, Energiepolitik, Russland, Naher Osten, Beitrittsverhandlungen, Regionale Stabilität, Europäische Union, Außenpolitik, Terrorismusbekämpfung, Transitland

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die sicherheitspolitischen und geostrategischen Argumente für und gegen einen EU-Beitritt der Türkei.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, die Energieversorgung Europas über türkische Routen und die sicherheitspolitische Einordnung der Türkei als Regionalmacht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Analyse, ob ein Beitritt der Türkei zur Stabilität der EU beiträgt oder ob die resultierenden neuen Grenzanbindungen zu instabilen Regionen das Sicherheitsrisiko erhöhen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, bei der Expertenmeinungen und Daten zu Wirtschafts- und Sicherheitsthemen gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Gegenüberstellung von Pro- und Contra-Argumenten, unterteilt in ökonomische Aspekte und die geostrategische Lage.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind EU-Erweiterung, Geostrategie, Sicherheitspolitik, Energieinteressen und die regionale Rolle der Türkei.

Warum wird die Rolle der Türkei als Transitland so betont?

Die Türkei fungiert als essenzieller Transitkorridor für Erdöl und Erdgas aus dem Kaspischen Raum und Zentralasien, was für die europäische Energieunabhängigkeit von großer Bedeutung ist.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich des Sicherheitsrisikos?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die direkte Grenze zu Krisengebieten wie dem Irak oder Iran ein Sicherheitsrisiko darstellt, das von der EU derzeit kaum bewältigt werden kann.

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Details

Title
Der EU-Beitritt der Türkei
Subtitle
Sicherheitspolitsche und geostrategische Szenarien
College
University of Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Grade
1,7
Author
Tilman Jendrasik (Author)
Publication Year
2008
Pages
14
Catalog Number
V90686
ISBN (eBook)
9783638050029
Language
German
Tags
EU-Beitritt Türkei
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tilman Jendrasik (Author), 2008, Der EU-Beitritt der Türkei, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90686
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