Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (im Folgenden ÖRR genannt) am Beispiel des Westdeutschen Rundfunks sowie der Berichterstattung von privatrechtlichen Fernsehsendern am Beispiel des RTL. Mein Studium in der Praxis habe ich acht Wochen bei der Sportschau in Köln sowie von Januar bis März bei der RTL West GmbH absolviert. Ich habe mich für diese beiden Unternehmen entschieden, um die Unterschiede zwischen dem ÖRR sowie den Privatsendern kennenzulernen.
Ich konzentriere mich bei meiner Arbeit vor allem auf die Nachrichtensendungen RTL West, WDR aktuell und die WDR Aktuelle Stunde. Es soll herausgefunden werden, inwiefern sich die Nachrichtenformate vom Inhalt und Aufbau her unterscheiden und ob ein allgemeiner Unterschied zwischen der öffentlich-rechtlichen und der privaten Berichterstattung vorhanden ist. Hierzu werden innerhalb einer Woche Sendeprotokolle über die Aktuelle Stunde und das Regionalmagazin RTL West geführt. Die Hypothese zu Beginn dieser Arbeit lautet: ÖRR und Privatsender unterscheiden sich sehr in Aufbau und Gestaltung ihrer Sendungen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Finanzierung des Rundfunks
2.1 Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
2.2 Finanzierung des privaten Rundfunks
3 Organisation und Aufbau des Rundfunks in Deutschland
3.1 Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
3.2 Privater Rundfunk
4 Westdeutscher Rundfunk
4.1 Sportschau
4.2 Nachrichten im WDR Fernsehen
5 Mediengruppe RTL
5.1 Organisation und Aufbau der Mediengruppe
5.2 Nachrichtensendungen bei RTL
6 Vergleich zwischen den Nachrichtensendungen von RTL und dem WDR
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Berichterstattung öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten (am Beispiel des WDR) mit der privatrechtlicher Fernsehsender (am Beispiel von RTL). Ziel ist es, inhaltliche und strukturelle Unterschiede in den jeweiligen Nachrichtenformaten zu identifizieren und die Hypothese zu überprüfen, ob sich beide Mediensysteme in Aufbau und Gestaltung grundlegend unterscheiden.
- Struktureller Vergleich der Mediensysteme in Deutschland (ÖRR vs. Privat)
- Analyse der unterschiedlichen Finanzierungsmodelle und ihrer Auswirkungen auf das Programm
- Detaillierte Untersuchung spezifischer Nachrichtensendungen (WDR Aktuell/Aktuelle Stunde vs. RTL Aktuell/RTL West)
- Empirische Auswertung auf Basis von Sendeprotokollen
Auszug aus dem Buch
3.1 Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
In der Bundesrepublik Deutschland gibt es zwölf nach dem öffentlich-rechtlichen Prinzip organisierte Rundfunkanstalten. Neun Sender sind in Landesabschnitte eingeteilt. Neun von ihnen haben einen regionalen Fokus: der Bayrische Rundfunk (BR), der Hessische Rundfunk (HR), Radio Bremen (RB), der Saarländische Rundfunk (SR), der Westdeutsche Rundfunk (WDR, Nordrhein-Westfalen), der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen), der Norddeutsche Rundfunk (NDR, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein), der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) und der Südwestrundfunk (SWR, Baden Württemberg und Rheinland-Pfalz). Sie arbeiten in der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD) zusammen, welche sich am 10. Juni 1950 aus den sechs Gründungsanstalten NWDR, BR, HR, RB, SDR und SWF bildete.
Hinzu kommen das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF), welches sich 1963 gründete und die Hörfunkangebote der Deutschen Welle (DW) und des Deutschlandradios (DR) (vgl. Bertelsmann Lexikon, 1997, S.8387 f.) Heutzutage gibt es neben den neun Landesrundfunkanstalten noch die ARD und das ZDF mit jeweils drei Spartensendern. 3sat, Phoenix, BR Alpha, sowie DW TV und den Kinderkanal Ki.KA. (vgl. WDR,2018) Spartenkanäle werden vom WDR wie folgt definiert: “Spartenkanäle sind Rundfunkprogramme, die sich auf spezielle Themen, Formate oder Zielgruppen spezialisieren, z. B. ein reiner Nachrichtenkanal, ein Kanal für Kinder oder für Kultursendungen.“ (ebd., S.3)
Da der ÖRR durch die Gesellschaft finanziert wird, hat er durch den Rundfunkstaatsvertrag eine gesellschaftliche Aufgabe. Um diese mit hoher Qualität zu erfüllen, sind für die Sendeanstalten programmatische Leitlinien aufgestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, der untersuchten Sender und der Hypothese über die Unterschiede zwischen öffentlich-rechtlicher und privater Berichterstattung.
2 Finanzierung des Rundfunks: Erläuterung des Rundfunkbeitrags als Solidarmodell für den ÖRR sowie des werbebasierten Finanzierungsmodells des Privatfernsehens.
3 Organisation und Aufbau des Rundfunks in Deutschland: Darstellung der Struktur des öffentlich-rechtlichen Systems und der Entstehungsgeschichte sowie regulatorischen Rahmenbedingungen des Privatfernsehens.
4 Westdeutscher Rundfunk: Analyse der Struktur und Produktion des WDR sowie der Formate Sportschau und WDR Nachrichten.
5 Mediengruppe RTL: Betrachtung der Organisationsstruktur der Mediengruppe RTL und Charakterisierung ihrer Nachrichtensendungen.
6 Vergleich zwischen den Nachrichtensendungen von RTL und dem WDR: Empirischer Abgleich beider Sendertypen anhand von Sendeprotokollen hinsichtlich MAZ-Anzahl, Inhalten und Darstellungsformen.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Unterschiede, Bestätigung der Hypothese und Ausblick auf das duale Rundfunksystem.
Schlüsselwörter
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Privater Rundfunk, WDR, RTL, Nachrichtensendungen, Rundfunkbeitrag, Duales Rundfunksystem, Rundfunkstaatsvertrag, Medienregulierung, Sendeprotokoll, Berichterstattung, Sportjournalismus, Boulevardisierung, Medienwirtschaft, Grundversorgung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die Strukturen und die Nachrichtengestaltung von öffentlich-rechtlichen Sendern am Beispiel des WDR mit privaten Sendern am Beispiel der Mediengruppe RTL.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Finanzierungsformen, den organisatorischen Strukturen, den gesetzlichen Rahmenbedingungen (z.B. Rundfunkstaatsvertrag) und der praktischen Umsetzung von Nachrichteninhalten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es herauszufinden, ob und wie sich die Nachrichtenformate von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern in Inhalt und Aufbau unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse zur Theorie des Rundfunks sowie auf eine empirische Analyse von Sendeprotokollen, die über eine Woche lang für WDR und RTL geführt wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Finanzierung, den Aufbau der Rundfunksysteme, stellt die Sender WDR und RTL vor und vergleicht deren Nachrichtensendungen anhand quantitativer Kriterien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie duales Rundfunksystem, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Privatsender, Nachrichtensendung, Finanzierung und Medienorganisation charakterisiert.
Welche Rolle spielt die "Aktuelle Stunde" im Vergleich zu "RTL West"?
Die Aktuelle Stunde dient als Beispiel für eine 45-minütige öffentlich-rechtliche Regionalsendung, während RTL West als 30-minütiges privates Gegenstück fungiert, das sich als Kontrastprogramm versteht.
Wie unterscheidet sich die Nachrichtenstruktur laut den Sendeprotokollen?
Die Analyse zeigt Unterschiede in der Sendezeit, der Einbettung von Werbung bei privaten Sendern sowie in der Nutzung von Live-Elementen (OFF-Mazen) beim WDR im Vergleich zu RTL.
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- Philipp Lorenz (Author), 2019, Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen und privatrechtlichen Fernsehsender im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/906941