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Todesbilder im "Tatort". Die Darstellung des Todes und die Inszenierung von Leichen im "Tatort"

Titel: Todesbilder im "Tatort". Die Darstellung des Todes und die Inszenierung von Leichen im "Tatort"

Seminararbeit , 2018 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anna Gangkofner (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Eine deutsche Fernsehkrimireihe der ARD, in der der Tod das zentrale Thema fast jeder Folge ist, ist der Tatort. 1970 erstmals gesendet ist der Tatort die am längsten laufende Kriminalreihe in Deutschland – und auch eine der populärsten und beliebtesten. Durch verschiedene Drehorte und wechselnde Ermittlerteams findet fast jeder Zuschauer einen Tatort, der ihm zusagt.

Die einzelnen Folgen dieser Reihe drehen sich darum, einen oder auch mehrere Morde aufzuklären. In den 35 neuen Erstausstrahlungen der Krimireihe im Jahr 2017 wurden insgesamt 85 Leichen präsentiert. Den bisherigen Rekord für die meisten Leichen hält mit 162 Opfern das Tatort-Jahr 2016. In der folgenden Arbeit wird die Darstellung des Todes und insbesondere der Leichen sowie der Wandel dieser Inszenierung im Tatort genauer erläutert und analysiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Allgegenwart des Todes im Fernsehen

2. Der reale Tod im Kontext der Lebenswelt

3. Der mediale Tod im Kontext der Lebenswelt

4. Die Entwicklung der audiovisuellen Darstellungsformen des Todes im Tatort

4.1 Anzahl der Sequenzen

4.2 Abfilmungsarten

4.3 Einstellungsgrößen

4.4 Leichenrequisiten

4.5 Lichtgestaltung

4.6 Musik

4.7 Orte der Leichendarstellung

4.7.1 Der Friedhof

4.7.2 Rechtsmedizin und Pathologie

5. Der Zusammenhang von medialem Totenboom und struktureller Verdrängung des Todes

6. Analyse der Leichendarstellung in Tatorten der fünften Dekade (2011-2020) an zwei Beispielen

6.1 Tatort „Mitgehangen“ – 18.03.18

6.1.1 Abfilmungsarten und Anzahl der Sequenzen

6.1.2 Lichtgestaltung und Requisiten

6.2 Tatort „Meta“ – 18.02.2018

7. „Lammerts Leichen“

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Wandel und die Entwicklung der audiovisuellen Darstellung von Leichen in der Krimireihe Tatort über fünf Dekaden hinweg und setzt diese in Bezug zur gesellschaftlichen Verdrängung des Todes aus dem öffentlichen Raum.

  • Analyse der visuellen Inszenierungstechniken (Kameraeinstellungen, Licht, Requisiten)
  • Untersuchung der zunehmenden Verwissenschaftlichung und Medikalisierung der Darstellung
  • Vergleich zwischen realem Todeserleben und medialer Todesrepräsentation
  • Fallstudien zu aktuellen Tatort-Produktionen (2018)

Auszug aus dem Buch

4.2 Abfilmungsarten

Bei der Art und Weise der Leichenabfilmung wird unterschieden, mit welcher der fünf verschiedenen Ausprägungen die Leiche präsentiert wird. Die Ausprägung „Leiche im Hintergrund“ ist im Gegensatz zu den anderen vier selbsterklärend. „Leiche nicht zu erkennen“ bedeutet, dass das Gesicht des Toten für den Zuschauer nicht sichtbar ist. Bei der Ausprägung „Leiche nicht eindeutig zu erkennen“, ist das Gesicht nur zum Teil zu sehen. Eine Leiche, die von einer „aufwändige[n] Maske“ geprägt ist, also wenn Blut, Anzeichen von Verwesung oder Totenstarre, Hämatome oder Gewalteinwirkungen erkennbar sind, wird als „Leiche Spezialeffekt“ bezeichnet. Die fünfte Ausprägung „Leiche“ deutet daraufhin, dass das Gesicht der toten Person für den Tatort-Zuschauer klar zu erkennen ist. Anhand der zweiten Abbildung ist zu sehen, dass in der letzten Tatort-Dekade, von 2001 bis 2010, 88% aller Leichen mit den Ausprägungen „Leiche“ oder „Leiche Spezialeffekt“ gezeigt wurden. Andere Abfilmungsarten, in denen die Leiche nur im Hintergrund oder aus größerer Entfernung zu sehen ist, werden zunehmend weniger. Im Vergleich dazu war von 1970 bis 1980 das Verhältnis von „Leiche“ und „Leiche Spezialeffekt“ zu anderen Präsentationsweisen fast genau umgekehrt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Allgegenwart des Todes im Fernsehen: Einführung in die Präsenz des Todes als zentrales, dramaturgisches Element in Massenmedien und speziell in der Krimireihe Tatort.

2. Der reale Tod im Kontext der Lebenswelt: Theoretische Auseinandersetzung mit der strukturellen Verdrängung des Todes in der modernen Gesellschaft und dessen Privatisierung.

3. Der mediale Tod im Kontext der Lebenswelt: Analyse, wie das Fernsehen als Teil der Lebenswelt den Tod als Unterhaltungselement und Mittel zur Bindung der Zuschauer nutzt.

4. Die Entwicklung der audiovisuellen Darstellungsformen des Todes im Tatort: Empirische Untersuchung der filmischen Mittel wie Abfilmungsarten, Einstellungsgrößen, Licht und Requisiten über vier Jahrzehnte.

5. Der Zusammenhang von medialem Totenboom und struktureller Verdrängung des Todes: Reflexion über das Bedürfnis nach medialer Sichtbarkeit des Todes als Kompensation fehlender Primärerfahrung.

6. Analyse der Leichendarstellung in Tatorten der fünften Dekade (2011-2020) an zwei Beispielen: Konkrete Anwendung der Analyseergebnisse anhand der Folgen „Mitgehangen“ und „Meta“.

7. „Lammerts Leichen“: Fazit und Ausblick auf die fortwährende Integration von Leichen-Thematiken in moderne Webserien-Ableger.

Schlüsselwörter

Tatort, Leichendarstellung, Mediengeschichte, audiovisuell, Fernsehforschung, Todesbild, Gerichtsmedizin, Lichtgestaltung, Einstellungsgröße, mediale Inszenierung, Todesbewusstsein, Requisiten, Kriminalfilm, Unterhaltungswert, Lebenswelt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Veränderung in der Darstellung von Leichen in der Krimireihe Tatort im Laufe der letzten Jahrzehnte und untersucht deren Beziehung zur gesellschaftlichen Verdrängung des Todes.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die visuelle Medienanalyse, die soziologische Betrachtung des Todes sowie die technische Inszenierung von Gewalt im Fernsehen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie und warum sich die audiovisuelle Präsentation des Todes im Tatort im Zeitverlauf verändert hat und welche Funktion diese Darstellung für den Zuschauer erfüllt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich primär um eine medienwissenschaftliche Analyse, die auf Daten von Stephan Völlmicke aufbaut und diese durch aktuelle Fallbeispiele (Tatort-Folgen von 2018) ergänzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über den realen und medialen Tod sowie eine detaillierte Auswertung filmischer Parameter wie Licht, Musik, Kameraeinstellungen und Requisiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Tatort, Leichendarstellung, mediale Inszenierung, Gerichtsmedizin und soziologische Todesforschung.

Wie hat sich die Darstellung der Pathologie im Tatort verändert?

Die Pathologie hat sich von einem Randbereich zu einem zentralen Ort entwickelt, an dem heute medizinische Fachsprache und forensische Detailaufnahmen die Szenerie prägen.

Was lässt sich aus dem Vergleich der Tatort-Folgen „Mitgehangen“ und „Meta“ ableiten?

Beide Folgen zeigen ein hohes Maß an Detailtreue bei der Leichenpräsentation, wobei unterschiedliche Ausprägungen wie „Leiche“ oder „Leiche Spezialeffekt“ genutzt werden, um die Spannung und den Fokus zu steuern.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Todesbilder im "Tatort". Die Darstellung des Todes und die Inszenierung von Leichen im "Tatort"
Hochschule
Universität Regensburg
Note
1,0
Autor
Anna Gangkofner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
15
Katalognummer
V906945
ISBN (eBook)
9783346215918
ISBN (Buch)
9783346215925
Sprache
Deutsch
Schlagworte
darstellung inszenierung leichen tatort todes todesbilder
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna Gangkofner (Autor:in), 2018, Todesbilder im "Tatort". Die Darstellung des Todes und die Inszenierung von Leichen im "Tatort", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/906945
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Leseprobe aus  15  Seiten
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