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Lässt sich der Erfolg der AfD als Ausdruck einer neuen gesellschaftlichen und kulturellen Spaltung begreifen?

Eine kritische Betrachtung der normativen Debatte um einen neuen Cleavage

Titel: Lässt sich der Erfolg der AfD als Ausdruck einer neuen gesellschaftlichen und kulturellen Spaltung begreifen?

Hausarbeit , 2019 , 30 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Leander Fricke (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen dieser Arbeit wird untersucht, ob die These einer neuen gesellschaftlichen und kulturellen Spaltung als Erklärungsansatz fungieren könnte, oder sich andere Erklärungsmuster anbieten, um den Erfolg rechtspopulistischer Parteien zu erklären. Dazu wird zunächst das Grundkonzept der Cleavage-Theorie nach Lipset und Rokkan erläutert, die These eines neuen Cleavage noch einmal genauer beschrieben, empirische Erhebungen von Wählenden der AfD hinzugezogen und in dem Zusammenhang noch einmal komprimiert auf die "Modernisierungsverlierer-These" eingegangen. Anschließend wird die These einer neuen Konfliktlinie kritisch diskutiert und ein weiteres theoretische Modell zur Erklärung des Rechtsdruckes hinzugezogen.

Der Erfolg der rechtspopulistischen Partei ist kein Einzelfall, sondern reiht sich in einen europaweiten, man kann auch sagen weltweiten Trend, ein. Der rasante Aufstieg (rechts-) populistischer Parteien ist zu einem relevanten Forschungsgegenstand der Sozialwissenschaften, somit auch der Politikwissenschaft geworden, die aus unterschiedlichen Perspektiven der Frage nachgehen, wie sich das Phänomen "Rechtspopulismus" erklären lässt und warum sich große Teile der Bevölkerung dazu entscheiden ihren demokratischen Einfluss genannter Parteien zu übertragen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Wahlforschung

Cleavage-Theorie

Klassifizierung

„Kosmopoliten“ vs. „Kommunitaristen“

Empirische Daten

Zusammenfassung und Rückschlüsse

Modernisierungsverlierer-These

Einordnung

Diskussion

Neoliberale Modernisierung

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob der Erfolg rechtspopulistischer Parteien, insbesondere der AfD, auf eine neu entstandene gesellschaftliche und kulturelle Spaltung („Cleavage“) zurückgeführt werden kann oder ob andere Erklärungsansätze für den Rechtsruck besser geeignet sind.

  • Analyse der klassischen Cleavage-Theorie nach Lipset und Rokkan.
  • Untersuchung der These einer neuen Konfliktlinie zwischen „offener“ und „geschlossener“ Gesellschaft.
  • Empirische Auswertung der AfD-Wählerschaft auf Basis der Longitudinal Election Study (GLES).
  • Kritische Betrachtung der „Modernisierungsverlierer-These“ und neoliberale Modernisierungskritik.
  • Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen der Einordnung rechtspopulistischer Erfolge in soziostrukturelle Modelle.

Auszug aus dem Buch

„Kosmopoliten“ vs. „Kommunitaristen“

„Seit einiger Zeit wird ein neuer Cleavage postuliert, der sich durch die Trennlinie einer ‚offenen‘ und einer ‚geschlossenen‘ Gesellschaft bzw. Identitätspolitik auszeichnet und ‚[…] die traditionelle Konfliktlinie zwischen ‚links‘ und ‚rechts‘ beziehungsweise ‚oben‘ und ‚unten‘ übertüncht und zum Teil verdrängt“ (Bizeul 2019, S. V).

Der neu postulierte Konflikt fokussiert ökonomische und kulturelle Dimensionen, die sich in den zentralen Fragen nationalstaatlicher Grenzen äußert und somit Bereiche der Staatssouveränität und der Staatssolidarität im globalen Zusammenhang anschneidet. Dies betrifft die Abgabe nationalstaatlicher Kompetenzen an supra- und transnationale Institutionen, sowie die Öffnung globaler Märkte für Güter, im breiten Sinne betrifft dies also auch Dienstleistungen, Kapital, Arbeitskräfte etc., sowie (Menschen)-rechte, die als Folge der Globalisierung verstanden wird. Auf der einen Seite stehen demnach „Kosmopoliten“, die sich für die Öffnung globaler Märkte und universeller Menschenrechte aussprechen, den „Kommunitaristen“ gegenüber, die ein hohes Interesse an nationalstaatlichen Grenzen auf den beschriebenen Ebenen bekunden (vgl. Merkel 2017, S. 9). Kosmopoliten präferieren den Multikulturalismus und das Abgeben nationalstaatlicher Kompetenzen auf supranationale Institutionen, da, so ein Kernargument ihrerseits, nationalstaatliche Kompetenzen nicht wirksam genug sein, um den Herausforderungen der fortschreitenden Globalisierung und weitreichender Probleme wie bspw. dem Klimaschutz entgegenzuwirken. Idealtypisch sind sie überdurchschnittlich gebildet und verfügen somit über ein hohes „Humankapital“, lehnen Assimilation ab und sind in ihrer beruflichen Ausübung nicht auf einen festgelegten Standort beschränkt. Die Definition des Kommunitaristen beschreibt sich maßgeblich über die jeweiligen Gegenüberstellungen idealtypischer Kosmopoliten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung des Forschungsgegenstandes, der Relevanz des AfD-Erfolgs und der Fragestellung bezüglich einer neuen kulturellen Spaltung.

Wahlforschung: Überblick über theoretische Grundlagen zur Erklärung von Wahlverhalten mit Fokus auf die klassische Cleavage-Theorie.

Empirische Daten: Darstellung und Analyse statistischer Daten zur Wählerstruktur der AfD unter Verwendung der GLES-Daten von 2016.

Zusammenfassung und Rückschlüsse: Synthese der statistischen Befunde und erste theoretische Einordnung der AfD-Wählerschaft.

Modernisierungsverlierer-These: Diskussion psychologischer Mechanismen wie Ressentiments und Statusängste als alternative Erklärungsmodelle.

Einordnung: Historischer Abriss der AfD-Parteientwicklung und programmatische Ausrichtung der Partei.

Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit der Anwendbarkeit des Cleavage-Begriffs auf die aktuelle politische Situation.

Neoliberale Modernisierung: Analyse der Wechselwirkungen zwischen ökonomischen Transformationsprozessen und rechtsextremen Einstellungen.

Fazit: Zusammenführende Beantwortung der Ausgangsfrage und kritischer Ausblick auf die normative Forschung.

Schlüsselwörter

AfD, Rechtspopulismus, Cleavage-Theorie, Modernisierungsverlierer, Globalisierung, Kosmopoliten, Kommunitaristen, Wahlverhalten, Parteienlandschaft, Identitätspolitik, Neoliberalismus, Sozialstruktur, politische Konfliktlinie, soziale Exklusion, Wertekonflikt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob der Aufstieg der AfD und anderer rechtspopulistischer Parteien als Ausdruck einer neuen tiefgreifenden gesellschaftlichen Spaltung („Cleavage“) verstanden werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Wahlforschung, die Theorie politischer Konfliktlinien, die sozioökonomische Wähleranalyse sowie die psychologischen Folgen neoliberaler Modernisierungsprozesse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu prüfen, ob die Theorie einer neuen gesellschaftlichen Kluft („offen“ vs. „geschlossen“) als tragfähiges Erklärungsmodell für den Erfolg der AfD taugt oder ob herkömmliche Konzepte wie die „Modernisierungsverlierer-These“ ergänzt werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse der normativen Debatte, kombiniert mit einer empirischen Auswertung von Datensätzen der Longitudinal Election Study (GLES) aus dem Jahr 2016.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch Lipset und Rokkan, eine empirische Analyse der AfD-Wählerstruktur sowie eine kritische Diskussion der „Modernisierungsverlierer-These“ und der neoliberalen Modernisierungskritik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Cleavage-Theorie, Rechtspopulismus, Globalisierung, Identitätspolitik und sozioökonomische Faktoren charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die AfD-Wählerschaft in Ost- und Westdeutschland laut der Analyse?

Die Studie zeigt signifikante Unterschiede in Bezug auf Alter, Geschlechterverteilung, Bildungsabschluss und das Ausmaß des politischen Interesses zwischen ost- und westdeutschen Wählern.

Warum hält der Autor die „Cleavage“-Definition in Bezug auf die AfD für problematisch?

Der Autor argumentiert, dass die stabile soziale Basis und die organisatorisch-institutionelle Verankerung, die für einen echten „Cleavage“ nach Lipset und Rokkan notwendig sind, bei der kulturellen Spaltung noch nicht ausreichend nachgewiesen werden können.

Welche Rolle spielt das Konzept der „modernen Identität“ im Rahmen der neoliberalen Kritik?

Neoliberale Prozesse forcieren eine ständige Selbstoptimierung, die bei ausbleibendem Erfolg zu Enttäuschung, Entwertung und schließlich zu einem „Abwehrnationalismus“ führt, um das eigene Selbstwertgefühl über ethnisch-kulturelle Identitätsmerkmale zu stabilisieren.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Lässt sich der Erfolg der AfD als Ausdruck einer neuen gesellschaftlichen und kulturellen Spaltung begreifen?
Untertitel
Eine kritische Betrachtung der normativen Debatte um einen neuen Cleavage
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
1,3
Autor
Leander Fricke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
30
Katalognummer
V906966
ISBN (eBook)
9783346205735
ISBN (Buch)
9783346205742
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ausdruck betrachtung cleavage debatte eine erfolg lässt spaltung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Leander Fricke (Autor:in), 2019, Lässt sich der Erfolg der AfD als Ausdruck einer neuen gesellschaftlichen und kulturellen Spaltung begreifen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/906966
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  30  Seiten
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