Therapeutisches Reiten. Das Pferd in Medizin, Pädagogik und Sport


Hausarbeit, 2001

14 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Therapeutisches Reiten – Das Pferd in Medizin, Pädagogik und Sport

1. Was ist therapeutisches Reiten?

Der Begriff „Therapeutisches Reiten“ dient als Oberbegriff für die unterschiedlichen Bereiche, in denen das Pferd[1], seine Bewegung und der Reitsport zur Therapie eingesetzt wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Schematische Darstellung der verschiedenen Bereiche im therapeutischen Reiten aus „Therapeutisches Reiten“ von Heipertz

2. Das Pferd in der Medizin – Hippotherapie und Reittherapie in der Krankengymnastik

Hippotherapie bedeutet die Behandlung mit Hilfe des Pferdes mit dem Ziel der Heilung von Krankheiten und der Besserung von Schäden. Die Bewegung des Pferdes in seinen verschiedenen Gangarten Schritt, Trab und Galopp verursacht vielfältige, vorwiegend lockernde, durchblutungsfördernde, kräftigende und anregende Effekte im gesamten Stütz- und Bewegungsapparat, den inneren Organen und dem Herz-Kreislauf-System.

Der Verlauf der Therapie ist passiv für den Patienten, seine Aufgabe ist es lediglich, auf dem Pferderücken zu sitzen und sich den Schwingungen des Pferdes anzupassen. Diese werden auf das Becken und den Rumpf übertragen. Durch diese passive Anpassung an den Bewegungsrhythmus kommt es zu einem dauernden Wechsel zwischen An- und Entspannung, der dem der dynamischen Muskelarbeit vollkommen gleicht. Zeitgleich werden motorische Fähigkeiten wie z.B. Gleichgewicht geschult. Auf diese Weise erfahren gehbehinderte Personen die Vorstellung eines symmetrischen Ganges.

Klassische Anwendungsgebiete der Hippotherapie sind die infantile Cerebralparese, eine Form der frühkindlichen Hirnschädigung, die zu Störungen der Bewegungskoordination führt, multiple Sklerose und Lumbalgie, dem klassischen Hexenschuss.

In der Reittherapie handelt es sich im Gegensatz zur Hippotherapie um aktive, krankengymnastische Übungen auf dem Pferd. Diese unterscheiden sich in Lockerungs-, Dehnungs- und Kräftigungsübungen, sowie Gleichgewichts-, Reaktions-, Koordinations- und Vertrauensübungen. Das sieht dann zunächst so aus, dass der Patient die ausgewählten Übungen zunächst „trocken“ erlernt und eventuell auf einem Holzpferd übt, bevor er sie auf dem zunächst stehenden Pferd probiert. Ist der Patient sicher genug, wird das Pferd im Schritt herumgeführt. Die Steigerung der Anforderungen muss in solchen kleinen Schritten erfolgen, da es für Patienten, die noch nie auf einem Pferd gesessen haben, eine grosse Anstrengung bedeutet, beispielsweise auf dem Pferd mit nach oben gestreckten Armen zu sitzen.

Der Schwerpunkt in der Reittherapie liegt auf der Muskelarbeit bei der Behandlung von Gliedmaßenschäden, Querschnittslähmungen, Wirbelsäulenerkrankungen und allgemeinen Haltungsschäden. Der Gleichgewichtssinn, die Reaktions- und Koordinationsfähigkeit und das Vertrauen werden fast schon automatisch im Umgang mit dem Pferd und bei den ersten Reitversuchen mitgeschult.

Sowohl die Hippotherapie, als auch die Reittherapie, wird immer unter Aufsicht eines Arztes, eines Krankengymnasten und eines Reitlehrers durchgeführt. Hinzu kommen noch Helfer, die zum Beispiel das Pferd durch die Halle führen oder den Patienten an den Seiten absichern. Die folgende Grafik zeigt das Zusammenspiel des Behandlungsteams:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Das Pferd im Behindertensport – Behindertenreiten und Behindertenvoltigieren

Im Behindertensport ist die eigentliche Rolle des Pferdes nicht so vordergründig. Hierbei geht es hauptsächlich um die Erweiterung des Angebots an sportlichen Betätigungen für körperlich und geistig behinderte Menschen. Auch an den Rollstuhl gebundene Menschen können das Reiten erlernen. Mittels verschiedener Sicherungsmassnahmen und Hilfsmittel können auch Gehbehinderte genauso auf ein Pferd einwirken wie Personen ohne körperliche Einschränkungen.

[...]


[1] Ich setze hierbei voraus, dass es sich um ein ruhiges, ausgeglichenes Pferd handelt, welches artgerecht gehalten wird und somit keine Unarten aufweist und emotional zuverlässig ist.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Therapeutisches Reiten. Das Pferd in Medizin, Pädagogik und Sport
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Fallanalyse und Hilfepläne
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2001
Seiten
14
Katalognummer
V907
ISBN (eBook)
9783638105781
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Therapeutisches, Reiten, Pferd, Medizin, Pädagogik, Sport, Fallanalyse, Hilfepläne
Arbeit zitieren
Mandy Hibbeler (Autor:in), 2001, Therapeutisches Reiten. Das Pferd in Medizin, Pädagogik und Sport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/907

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