Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Economics - Foreign Trade Theory, Trade Policy

Einfluss der Erdöl exportierenden Länder auf das amerikanische Defizit und die globalen Ungleichgewichte

Title: Einfluss der Erdöl exportierenden Länder auf das amerikanische Defizit und die globalen Ungleichgewichte

Seminar Paper , 2008 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Michael Förster (Author)

Economics - Foreign Trade Theory, Trade Policy
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Das seit Beginn der 1990er Jahre ansteigende amerikanische Leistungsbilanzdefizit drückt ein globales Ungleichgewicht aus.
Die Wirtschaftspresse berichtet in jüngster Zeit sehr häufig darüber, flankiert von Nachrichten über Rekordstände von Erdöl und weiteren Rohstoffen. Ebenfalls diskutiert wird eine mögliche Abkopplung der Wechselkurse einiger Erdöl exportierender Nationen von der US-amerikanischen Leitwährung.
Diese Arbeit geht der Frage nach, inwieweit die Ursache des amerikanischen Defizits mehr als bisher angenommen in den fixen Wechselkursen der Golfstaaten zu suchen ist.
Der momentane Ölpreis befindet sich mit über 100 US-Dollar pro Barrel auf einem Rekordniveau. Dies betrifft gerade die Vereinigten Staaten als einen der Hauptimporteure von Rohöl. Zeitgleich leiden die USA unter einem erheblichen Leistungsbilanzdefizit. Dabei gestaltet sich die Ursachenforschung äußerst komplex.
Neben inländischen Faktoren wie geringer Sparquote der US-Amerikaner und dem Haushaltsdefizit der Regierung, der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung liegen insbesondere in der Wirtschaftspolitik der Überschüsse aufweisenden Länder Gründe hierfür.
Eine Besonderheit der Erdöl exportierenden Länder sind die fest an den US-Dollar gekoppelten Währungskurse. Die Feststellung des Chefökonomen einer deutschen Großbank, dass den Golfstaaten deutlich mehr Relevanz am amerikanischen Defizit und den globalen Ungleichgewichten zugesprochen werden muss als dies gemeinhin getan wird, soll nachfolgend untersucht werden. Diese Arbeit verfolgt das Ziel, diese Aussage zu interpretieren und hinsichtlich ihrer tatsächlichen Relevanz zu evaluieren. Dabei beginnt sie mit einer Erklärung der grundsätzlichen volkswirtschaftlichen Zusammenhänge und Definition der relevanten Fachtermini. Die Arbeit fokussiert primär auf die Fragestellung nach der Relevanz der Golfstaaten am amerikanischen Defizit. Auf die vielen weiteren Ursachen dieses globalen Ungleichgewichts wird allenfalls nur sekundär eingegangen. Auch der Ausblick auf mögliche Veränderungen in der Zukunft wird nur kurz erläutert.
Ein Überblick über das Inhaltsgebiet und theoretische Grundlagen werden zu Beginn der Arbeit erläutert. Dennoch ist es zum besseren Verständnis und einer vollständigen Durchdringung des Themengebiets sinnvoll, die Lektüre mit vertiefenden Begleittexten zu kombinieren. Hierzu wird in der Arbeit auf die entsprechenden Quellen verwiesen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Überblick

1.2 Zielstellung und Aufbau der Arbeit

1.3 Abgrenzung des Themengebietes

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Die Zahlungsbilanz

2.1.1 Die Kapitalbilanz

2.1.2 Die Leistungsbilanz

2.1.2.1 Leistungsbilanzdefizit

2.1.2.2 Leistungsbilanzüberschuss

2.2 Wechselkurse

2.2.1 Freie Wechselkurse

2.2.2 Fixe Wechselkurse

2.2.3 Wechselkurssysteme erdölexportierender Länder

2.2.4 Realer und nominaler Wechselkurs

2.2.5 Auswirkung des Wechselkurses auf die Leistungsbilanz

3. Die derzeitige Situation

3.1 Das Leistungsbilanzdefizit der USA

3.2 Globale Ungleichgewichte

3.3 Erdölexportierende Länder - Die Golfsstaaten

3.4 Die Bedeutung der Erdölstaaten

3.5 Reale Wechselkurse der Golfstaaten

4. Ursachen des amerikanischen Defizits

4.1 Außenhandelsorientierte Wechselkurspolitik

4.2 Einfluss des Wechselkursmechanismus auf das amerikanische Defizit

4.3 4.3 Erklärungen des US-Leistungsbilanzdefizits

4.3.1 Die Wachstumsdifferenz

4.3.2 Der US-Dollar Wechselkurs

4.3.3 Der Ölpreis als weiterer Einflussfaktor

5. Schlussbetrachtung

5.1 Zusammenfassung

5.2 Fazit

5.3 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die These, dass den Golfstaaten und ihren fixen Wechselkurssystemen eine signifikant höhere Relevanz für das amerikanische Leistungsbilanzdefizit und die damit verbundenen globalen Ungleichgewichte zukommt, als dies in der bisherigen wirtschaftswissenschaftlichen Debatte häufig angenommen wird.

  • Analyse der volkswirtschaftlichen Zusammenhänge von Zahlungsbilanzen und Wechselkursen.
  • Untersuchung der Wechselkurspolitik erdölexportierender Länder (Golfstaaten) und ihrer Bindung an den US-Dollar.
  • Einfluss der globalen Ölpreisdynamik auf die US-amerikanische Leistungsbilanz.
  • Evaluation der Ursachen für die globalen Ungleichgewichte ("Global Imbalance").
  • Betrachtung der Geld- und Fiskalpolitik als komplementäre Faktoren des Defizits.

Auszug aus dem Buch

2.2.5 Auswirkung des Wechselkurses auf die Leistungsbilanz

Wenn ein Staat seine Währung abwertet, dann erwartet er von dieser Maßnahme eine Verminderung des Leistungsbilanzdefizits. Umgekehrt erwartet er von einer Aufwertung einen Rückgang des Leistungsbilanzüberschusses. Bei beiden Erwartungen spricht man von einer Normalreaktion der Leistungsbilanz.

Die Wechselkursänderung kann dabei bewusst von der Wirtschaft herbeigeführt werden oder vom Markt genommen werden (in einem System floatender Wechselkurse). Ingesamt ergibt sich, dass bei einer Abwertung umso eher mit einer Normalreaktion der Leistungsbilanz zu rechnen ist, je elastischer Export- und Importnachfrage sind.

Dabei kommt auch der zeitlichen Frist eine große Bedeutung zu. Diese erklärt sich am besten am J-Kurven-Effekt: Der J-Kurven-Effekt beschreibt die Reaktion der Handelsbilanz auf Veränderungen der Währungsrelationen. So tritt die Auf- bzw. Abwertung der eigenen Währung wegen des Auseinanderfallens von Preis- und Mengeneffekten nur mit zeitlicher Verzögerung ein. Während sich der Preiseffekt nahezu unmittelbar einstellt, reagiert die Mengenkomponente mit Verzögerung. Bei einer Abwertung bleibt die Import bzw. Exportmenge zunächst konstant, während die Preise für die Im- und Exporte schneller reagieren (die Preise für importierte Güter steigen, die Preise für exportierte Güter sinken). Dadurch entsteht bei der Handelsbilanz eine J-Kurve, während bei einer Aufwertung der Spazierstockeffekt zu beobachten ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des amerikanischen Leistungsbilanzdefizits vor dem Hintergrund des Ölpreises und der Wechselkurspolitik erdölexportierender Länder ein.

2. Theoretische Grundlagen: Das Kapitel vermittelt die notwendigen Fachkenntnisse über Zahlungsbilanzstrukturen und die Funktionsweise unterschiedlicher Wechselkurssysteme.

3. Die derzeitige Situation: Hier wird die aktuelle Lage der US-Leistungsbilanz im Kontext globaler Ungleichgewichte und der spezifischen Rolle der Golfstaaten analysiert.

4. Ursachen des amerikanischen Defizits: Dieses Kapitel identifiziert die verschiedenen Treiber des Defizits, darunter die Wechselkurspolitik, Wachstumsdifferenzen und die Ölpreisentwicklung.

5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Ergebnisse und einem Ausblick auf zukünftige währungspolitische Entwicklungen in den Ölstaaten.

Schlüsselwörter

Leistungsbilanzdefizit, Wechselkurse, Golfstaaten, US-Dollar, Ölpreis, Zahlungsbilanz, Kapitalbilanz, Global Imbalance, Fiskalpolitik, Geldpolitik, Währungsanbindung, Importnachfrage, Rohstoffpreise, Geldmengensteuerung, Inflation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen dem amerikanischen Leistungsbilanzdefizit und der Wechselkurspolitik erdölexportierender Länder, insbesondere der Golfstaaten.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen die Funktionsweise von Zahlungsbilanzen, die Auswirkungen fixer Wechselkurse auf die Handelsbilanz und die Rolle des Ölpreises als exogener Faktor.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die Forschungsfrage lautet, inwieweit die Ursachen des amerikanischen Leistungsbilanzdefizits stärker als bisher angenommen in den fixen Wechselkursbindungen der Golfstaaten an den US-Dollar begründet liegen.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde für die Arbeit angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung der Außenwirtschaftslehre sowie der Analyse aktueller volkswirtschaftlicher Daten und Sekundärliteratur (wie EZB-Berichte und ökonomische Gutachten).

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung theoretischer Grundlagen, die Analyse der derzeitigen ökonomischen Lage der USA und die Erörterung spezifischer Defizitursachen wie Wachstumsdifferenzen und Wechselkursinterventionen.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Analyse am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Global Imbalance, Leistungsbilanz, US-Dollar-Anbindung und die Rohstoffpreisabhängigkeit charakterisiert.

Welche Rolle spielt der sogenannte J-Kurven-Effekt in der Argumentation des Autors?

Der J-Kurven-Effekt wird verwendet, um zu erläutern, warum Währungsabwertungen Handelsbilanzeffekte aufgrund von Zeitverzögerungen zwischen Preis- und Mengenreaktionen oft erst mit Verspätung zeigen.

Warum können die Ölstaaten ihre Geldpolitik laut Autor nur eingeschränkt autonom steuern?

Da die Golfstaaten ihre Währungen fest an den US-Dollar gebunden haben, müssen sie ihre Zinspolitik weitgehend dem US-Zinsniveau anpassen, um die Wechselkursbindung zu verteidigen.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Einfluss der Erdöl exportierenden Länder auf das amerikanische Defizit und die globalen Ungleichgewichte
College
University of Applied Sciences Hamburg  (Euro FH Hamburg)
Course
Außenwirtschaftstheorie und Außenwirtschaftspolitik
Grade
2,0
Author
Michael Förster (Author)
Publication Year
2008
Pages
23
Catalog Number
V90717
ISBN (eBook)
9783638050944
ISBN (Book)
9783638943789
Language
German
Tags
Einfluss Erdöl Länder Defizit Ungleichgewichte Außenwirtschaftstheorie Außenwirtschaftspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Förster (Author), 2008, Einfluss der Erdöl exportierenden Länder auf das amerikanische Defizit und die globalen Ungleichgewichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90717
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  23  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint