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Glanz oder Elend der französischen Orthographie?

Ein Blick auf die Rechtschreibreformen in Frankreich und den Stand der Orthographie heute

Title: Glanz oder Elend der französischen Orthographie?

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Catharina Niedermeier (Author)

French Studies - Linguistics
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1. Einleitung
Die Franzosen haben seit jeher ein besonders enges Verhältnis zu der Orthographie ihrer Sprache, was alleine der aktuelle Erfolg von Rechtschreibe-Ratespielen in Fernsehen und Presse beweist. „Der gebildete Franzose nimmt an seiner Sprache wirklich Anteil, er ist sprachbewusst“ . Hinreichender Beweis für dieses ausgeprägte Sprachbewusstsein der Franzosen wäre schon die Gründung der Académie française im Januar 1635. In anderen Ländern gibt es keine äquivalenten Organisationen, mit denen man die Akademie vergleichen könnte – sie ist einzigartig. Ihre Aufgabe ist es, die Sprache der Franzosen zu gliedern, von Einflüssen anderer Sprachen, besonders dem Englischen, frei zu halten und eine möglichst einheitliche Orthographie zu finden. In den Statuten der Akademie aus dem Februar 1635 heißt es:

„La principale fonction de l’académie sera de travailler avec tout le soin, et toute la diligence possibles, à donner des règles certaines à nostre langue, et à la rendre pure, éloquente, et capable de traiter les Arts, et les Sciences."

Auf der aktuellen Internetseite der Akademie finden sich folgende Angaben zur eigenen Definition:
„Le rôle de l’Académie française est double : veiller sur la langue française et accomplir des actes de mécénat "

Noch heute ist die Akademie eine der angesehensten Institutionen im Bereich der französischen Kultur. Zahlreiche Rechtschreibreformen hat es seit ihrer Gründung gegeben, die allesamt für viel Aufruhr in der Bevölkerung gesorgt haben. Immer ging es um die „Vereinheitlichung und Pflege“ der Sprache, also um die Vereinfachung.
Diese Reformen gilt es genauer zu betrachten. Was macht die französische Sprache zu einer so schwer erlernbaren? Inwieweit trägt die Diskrepanz zwischen code parlé und code écrite zu den Schwierigkeiten bei und wie haben Reformen versucht, diese Probleme zu lösen? Dabei stellt sich schlussendlich die Frage, ob die Vereinfachung der Sprache auch folgengleich eine Verbesserung ist.
Die Arbeit wird zunächst kurz die Entwicklung der französischen Sprache skizzieren, bei der die Académie française seit jeher eine tragende Rolle gespielt hat. Nach einer kurzen Definition der Sprachnormierung in Frankreich und ihrer Entwicklung sollen einige der heutigen Schwierigkeiten der französischen Orthographie dargestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Debatten über die Reformen der Académie – Beispiel anhand des 17. Jahrhunderts

3. Sprachnormierung im Französischen

4. Einige Schwierigkeiten der französischen Orthographie

5. Glanz oder Elend der französischen Orthographie? – ein Statement von Klaus Hunnius

6. Aktuelle Statements zur französischen Orthographie

7. Abschließende Betrachtung

8. Literaturangaben

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis der Franzosen zu ihrer Orthographie unter besonderer Berücksichtigung der historischen Reformbemühungen durch die Académie française und der damit verbundenen gesellschaftlichen Debatten. Zentrale Forschungsfrage ist, ob die orthographischen Besonderheiten als notwendiger Ausdruck einer gewachsenen Schriftsprache zu verstehen sind oder ob eine Modernisierung zwingend erforderlich bleibt, um den Anforderungen an eine zeitgemäße Schriftsprache gerecht zu werden.

  • Historische Entwicklung der französischen Orthographie und der Académie française.
  • Theorie der Sprachnormierung und ihre gesellschaftliche Implementierung in Frankreich.
  • Analyse der Schwierigkeiten beim Erwerb und der Anwendung der französischen Schriftsprache.
  • Diskussion von Hunnius' These zur Vorkommensfrequenz und orthographischen Stabilität.
  • Bewertung aktueller Reformen im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne.

Auszug aus dem Buch

Glanz oder Elend der französischen Orthographie? – ein Statement von Klaus Hunnius

Im Vorangegangenen sind nun einige der vielen Schwierigkeiten der französischen Sprache und somit auch ihrer Orthographie aus verschiedenen Sichten dargestellt worden. Betrachtenswert ist die Frage, wozu es diese Hindernisse heute noch gibt und warum sie nicht längst ausgemerzt worden sind.

Die Literatur zu dieser Problematik ist umfassend, sowohl Verfechter der etymologischen Richtung, als auch Kämpfer für eine lautgetreue Orthographie melden sich zu Wort. Einen besonders interessanten Ansatz liefert jedoch HUNNIUS, der im Folgenden genauer erläutert werden soll.

HUNNIUS stellt die These auf, dass die Vorkommensfrequenz der Wörter verantwortlich für Unregelmäßigkeiten ist, also je öfter ein Wort im Sprachgebrauch vorkommt, desto unwahrscheinlicher ist, dass orthographische Unstimmigkeiten behoben werden. Das bei BÖRNER bereits behandelte Problem der zahlreichen Grammemenpaare greift er wieder auf. Er sieht jedoch die große Anzahl der entstandenen Homophonien als Grund für das Bedürfnis nach einer graphischen Entschärfung an. Diese finden im Französischen vor allem durch drei graphische Mittel statt. Der Überhang an Phonogrammen im Vergleich zu Phonemen macht Unterscheidungen wie ce / se ; ancre / encre; lire / lyre; chœr / cœur; pin / pain etc. möglich. Auch das Inventar der Akzente lässt eine graphische Unterscheidung gerade von einsilbigen Wörtern zu wie bei a / à , du / dû oder pécheur / pêcheur.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das besondere Sprachbewusstsein der Franzosen ein und stellt die Rolle der Académie française sowie die Kernfragen der Orthographiedebatte dar.

2. Debatten über die Reformen der Académie – Beispiel anhand des 17. Jahrhunderts: Das Kapitel beleuchtet den historischen Ursprung der normierenden Bestrebungen der Akademie und die Bedeutung des Buchdrucks für die Fixierung der Rechtschreibung.

3. Sprachnormierung im Französischen: Hier werden soziolinguistische Grundlagen der Sprachnormierung erläutert und die historische Etablierung eines offiziellen Sprachstandards (bon usage) nachgezeichnet.

4. Einige Schwierigkeiten der französischen Orthographie: Dieser Abschnitt analysiert die spezifischen Lern- und Anwendungsfehler der Sprache, wie sie durch das Auseinanderklaffen von Phonem und Graphem entstehen.

5. Glanz oder Elend der französischen Orthographie? – ein Statement von Klaus Hunnius: Fokus auf Hunnius' Theorie, dass die Frequenz eines Wortes dessen orthographische Unregelmäßigkeit stabilisiert, um kommunikative Differenzierungen zu gewährleisten.

6. Aktuelle Statements zur französischen Orthographie: Eine Darstellung zeitgenössischer Kontroversen und linguistischer Positionen zur Sinnhaftigkeit von Modernisierung und Reformen.

7. Abschließende Betrachtung: Eine Synthese, die die Notwendigkeit eines Mittelwegs zwischen den radikalen Positionen betont und die Zukunft der französischen Schriftsprache reflektiert.

8. Literaturangaben: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Académie française, französische Orthographie, Sprachnormierung, Bon usage, Rechtschreibreform, Vorkommensfrequenz, Homophonien, Sprachbewusstsein, Schriftsprache, Lautgetreue Orthographie, Etymologie, Phonem-Graphem-Diskrepanz, Sprachwandel, Klitika, Sprachkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis der Franzosen zu ihrer Schriftsprache, insbesondere den Einfluss historischer Institutionen wie der Académie française auf die Rechtschreibung und die fortwährende Debatte über deren Reformbedürftigkeit.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zu den Schwerpunkten zählen die historische Entwicklung der Sprachnormierung, die psycholinguistische Analyse orthographischer Schwierigkeiten sowie die diskursiven Auseinandersetzungen über Modernisierungsversuche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, warum sich die französische Orthographie trotz ihrer Komplexität und der Kritik von Sprachwissenschaftlern so beständig hält und welche Rolle Tradition sowie praktischer Nutzen dabei spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, die verschiedene linguistische Positionen – von historischen Debatten bis hin zu zeitgenössischen Statements – miteinander vergleicht und kritisch einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ursprünge der Normierung, identifiziert konkrete Fehlerquellen (z. B. durch das Verhältnis von gesprochener und geschriebener Sprache) und erörtert detailliert die These von Klaus Hunnius zur Stabilität hochfrequenter Wörter.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?

Wesentliche Begriffe sind Académie française, bon usage, Sprachnormierung, Orthographiereform sowie das Spannungsfeld zwischen Tradition und lebendigem Sprachgebrauch.

Welche Bedeutung hat die Académie française in diesem Zusammenhang?

Sie gilt als zentrale staatliche Instanz, die seit 1635 versucht, die französische Sprache zu normieren und durch Wörterbücher verbindliche Schreibregeln festzulegen, was regelmäßig zu hitzigen gesellschaftlichen Debatten führte.

Was besagt die These von Hunnius?

Hunnius argumentiert, dass Unregelmäßigkeiten in der Orthographie bei hochfrequenten Wörtern oft erhalten bleiben, weil sie einen kommunikativen Nutzen bieten: Sie helfen dem Leser, gleich lautende Wörter (Homophone) grafisch sofort voneinander zu unterscheiden.

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Details

Title
Glanz oder Elend der französischen Orthographie?
Subtitle
Ein Blick auf die Rechtschreibreformen in Frankreich und den Stand der Orthographie heute
College
University of Münster  (Romanisches Seminar – Linguistische Abteilung)
Course
Schrifttheorie und Orthographie des Französischen
Grade
1,3
Author
Catharina Niedermeier (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V90738
ISBN (eBook)
9783638054300
Language
German
Tags
Glanz Elend Orthographie Schrifttheorie Orthographie Französischen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Catharina Niedermeier (Author), 2005, Glanz oder Elend der französischen Orthographie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90738
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