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Biografieforschung und –arbeit mit ErzieherInnen

Title: Biografieforschung und –arbeit  mit ErzieherInnen

Examination Thesis , 2008 , 71 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Katharina Spohn (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Jeder Mensch besitzt eine eigene Biografie, die sich aus strukturellen Daten und seiner jeweiligen individuellen Lebensgeschichte zusammensetzt. Diese kann mit Hilfe eines Lebenslaufes, mit Gesprächen über sich selbst, autobiografischer Aufzeichnung, wie zum Beispiel Tagebuch schreiben, oder auch mit Hilfe von Fotos dokumentiert und festgehalten werden.
Jeder Mensch ist einzigartig. Er ist in einem bestimmten Umfeld aufgewachsen, erzogen worden und hat seine eigenen Erfahrungen gemacht. Das Wissen darüber, sich dieser Vielfalt bewusst zu sein, sie zu akzeptieren, zu nutzen und zu fördern, ist gerade für den personenbezogenen Dienstleistungsbereich von Bedeutung. Jeder, der mit Menschen arbeitet, trifft auf individuelle Lebensgeschichten.

„Alles, was Eltern, Erzieher, Lehrer, Ausbilder anstreben und erreichen können, wird erst wirksam im Zusammenhang einer Lebensgeschichte, also in einem Prozess, der sein Zentrum nicht im Erzieher, sondern im Heranwachsenden und Lernenden hat.“

Ebenso besitzen Eltern, ErzieherInnen, LehrerInnen und Ausbilderinnen ihre eigene Lebensgeschichte, die sie und ihre Arbeit prägt.

Um Biografien zu rekonstruieren und sie auf Lern- und Bildungsprozesse hin zu untersuchten , wird in der Wissenschaft mit der Methode der Biografieforschung gearbeitet. Diese wird daher zu Beginn dieser Arbeit näher erläutert. Ihre geschichtliche Entwicklung wird aufgedeckt und die Methoden der Datenerhebung und Datenauswertung die sich in diesem Bereich entwickelt haben, werden angesprochen. Hier wird besonders das narrative Interview von Fritz Schütze näher erläutert, da es eine der gängigsten Methoden der Biografieforschung darstellt. Um einen Überblick über die möglichen Arten der Datengewinnung und –auswertung zu erhalten, werden nachfolgend das Leitfadeninterview, als Variante des narrativen Interviews, die Objektive Hermeneutik von Oevermann und die Grounded Theorie von Glaser und Strauss vorgestellt.
Nach der Auswertungsmethodik erfolgt die Auseinandersetzung mit dem Begriff der „Biografizität“ und anschließend mit der Darstellung der Biografiearbeit. Beim „Biografischen Lernen“ kristallisiert sich heraus, dass die Biografiearbeit einen Beitrag zur Subjektstärkung und zur Identitätsbildung bietet.
Dies bildet einen Übergang zu der Frage, wie Biografieforschung und Biografiearbeit in der Aus- und Weiterbildung mit ErzieherInnen eingesetzt werden kann. In diesem Teil der Arbeit werden die Lernfelder in der ErzieherInnenausbildung auf Bereiche der Biografieforschung und –arbeit hin untersucht.

Den Schluss dieser Arbeit bildet die Ausführung, wie Bereiche der Biografieforschung und –arbeit mit Kindern und Kindern im Kindergartenalter durchgeführt werden können.

Ziel dieser Arbeit ist es, einen Einblick in die Biografieforschung und die Biografiearbeit zu gewinnen, um die Bedeutung dieser Ansätze zu erkennen und auf die Arbeit mit ErzieherInnen zu übertragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Womit beschäftigt sich die Biografieforschung

2. Geschichtlicher Hintergrund

1.0 Ansätze der Biografieforschung

1.0 Verbindung zu anderen Forschungsrichtungen

3. Methoden der Biografieforschung

3.1 Das narrative Interview

3.2 Leitfadeninterview

3.3 Objektive Hermeneutik

3.4 Grounded Theory

4. Auswertungsmethodik

4.1 Triangulation

4. Biografizität

5.1 Biografiearbeit

5.2 Biografisches Lernen

4. Biografieforschung und Biografiearbeit mit ErzieherInnen

6.1 Biografieforschung und Biografiearbeit in der ErzieherInnenausbildung

5.1 Biografiearbeit und Biografieforschung mit Kindern

6.3 Biografiearbeit mit Kindern im Kindergartenalter

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen fundierten Einblick in die Methoden und Konzepte der Biografieforschung sowie der Biografiearbeit zu geben. Dabei soll insbesondere analysiert werden, welche Bedeutung diese Ansätze für die pädagogische Professionalität besitzen und wie sie gezielt in die Aus- und Weiterbildung von ErzieherInnen sowie in die praktische Arbeit mit Kindern integriert werden können.

  • Grundlagen und geschichtliche Entwicklung der Biografieforschung
  • Methoden der Datenerhebung und -auswertung in der qualitativen Forschung
  • Biografiearbeit als Instrument der Subjektstärkung und Identitätsbildung
  • Praktische Relevanz biografischer Reflexion in der Erzieherausbildung
  • Ansätze und Herausforderungen der Biografiearbeit mit Kindern

Auszug aus dem Buch

2.0 Das narrative Interview

Das narrative Interview wurde Anfang 1980 von Fritz Schütze entwickelt. Es handelt sich dabei um eine offene Interviewform; Schütze spricht hier auch von einer „maximalen Offenheit“. Anders, als zum Beispiel beim problemzentrierten Interview, bei dem der/die ForscherIn Rückfragen stellt und eine neugierige und fragende Rolle einnimmt, ist die Aufgabe des Forschers/der Forscherin beim narrativen Interview eine unterstützende. Er/Sie ist ZuhörerIn, der/die ErzählerIn besitzt die Rederolle. Diese Rollenverteilung ist ein Bestandteil, der das narrative Interview so besonders macht. Der/Die ErzählerIn steht im Mittelpunkt und kann das Interview erzählerisch so gestalten, wie er/sie möchte. Der/Die ForscherIn interveniert dabei nicht, sondern hört aufmerksam zu. Er/Sie setzt dazu so genannte „Aufmerksamkeitsmarkierer“, wie zum Beispiel „Hm“, „Aha“, „Oh“ ein. Zu beachten ist, dass der/die ForscherIn während der Erzählung möglichst keine Kommentare abgibt oder den/die ErzählerIn unterbricht, um Nachzufragen zu stellen oder Unklarheiten zu klären. Die Grundannahme beim narrativen Interview besteht darin, dass der/die Befragte seine/ihre Geschichte nach dem tatsächlich stattgefundenen zeitlichen Ablauf erzählt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Womit beschäftigt sich die Biografieforschung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Biografie sowie der qualitativen Forschung und ordnet die Biografieforschung als bedeutenden Forschungsansatz innerhalb der Sozialwissenschaften ein.

2. Geschichtlicher Hintergrund: Der Abschnitt skizziert die historische Genese der Biografieforschung vom 18. Jahrhundert bis zur Anerkennung als wissenschaftlicher Forschungsansatz in den 1980er Jahren.

3. Methoden der Biografieforschung: Hier werden zentrale Erhebungsmethoden wie das narrative Interview, das Leitfadeninterview, die objektive Hermeneutik und die Grounded Theory detailliert erläutert.

4. Auswertungsmethodik: Dieses Kapitel befasst sich mit den verschiedenen Ansätzen zur Interpretation von biografischem Material, wobei die Triangulation als Brücke zwischen qualitativer und quantitativer Forschung hervorgehoben wird.

4. Biografizität: Hier wird der Begriff der Biografizität als notwendige Kompetenz für professionelles Handeln sowie die Bedeutung der Biografiearbeit für das biografische Lernen diskutiert.

4. Biografieforschung und Biografiearbeit mit ErzieherInnen: Dieses Kapitel überträgt die theoretischen Konzepte auf die Erzieherausbildung und untersucht, wie die Reflexion der eigenen Erziehungsgeschichte das pädagogische Handeln beeinflussen kann.

4. Resümee: Die Schlussbetrachtung fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die wachsende Bedeutung biografischer Reflexion für die Identitätsbildung und Professionalität in pädagogischen Berufen.

Schlüsselwörter

Biografieforschung, Biografiearbeit, Narratives Interview, Qualitative Sozialforschung, Erzieherausbildung, Biografie, Lebensgeschichte, Identitätsbildung, Reflexion, Pädagogisches Handeln, Sozialpädagogik, Biografizität, Kindheitsforschung, Lernbiografie, professionelles Handeln.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die theoretischen und methodischen Grundlagen der Biografieforschung sowie deren konkrete Anwendungsmöglichkeiten in der ErzieherInnenausbildung und der pädagogischen Arbeit mit Kindern.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die Geschichte der Biografieforschung, methodische Ansätze zur Datenerhebung (z. B. das narrative Interview), das Konzept der Biografizität und der Nutzen biografischer Reflexion für pädagogische Fachkräfte.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Relevanz biografischer Ansätze für den personenbezogenen Dienstleistungsbereich aufzuzeigen, um ErzieherInnen zur kritischen Reflexion ihrer eigenen Erziehungsgeschichte zu befähigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär erläutert?

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem narrativen Interview nach Fritz Schütze, ergänzt durch Auswertungsmethoden wie die objektive Hermeneutik und die Grounded Theory.

Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Methoden und eine Anwendungsorientierung auf die Ausbildung von ErzieherInnen sowie die Arbeit mit Kindern im Kindergartenalter.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Biografieforschung, Biografiearbeit, Biografizität, professionelles Handeln, Identitätsbildung und reflexive pädagogische Praxis.

Warum ist die biografische Reflexion gerade für ErzieherInnen essenziell?

Die Reflexion hilft, unbewusste Reaktionsmuster und das eigene Erleben der Kindheit aufzudecken, um unreflektierte Übertragungen in der Arbeit mit Kindern zu vermeiden und die eigene Berufsrolle professionell zu gestalten.

Gibt es spezielle Einschränkungen bei der Anwendung biografischer Methoden bei Kindern?

Ja, bei jüngeren Kindern sind herkömmliche Interviews oft nicht möglich; hier stehen altersgerechte, spielerische Erhebungsmethoden wie Beobachtungen oder die Arbeit mit Bildern und Lebensketten im Vordergrund.

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Details

Title
Biografieforschung und –arbeit mit ErzieherInnen
College
Leuphana Universität Lüneburg
Grade
2,0
Author
Katharina Spohn (Author)
Publication Year
2008
Pages
71
Catalog Number
V90747
ISBN (eBook)
9783638068697
Language
German
Tags
Biografieforschung ErzieherInnen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Spohn (Author), 2008, Biografieforschung und –arbeit mit ErzieherInnen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90747
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