Forschungsmethoden der empirischen Sozialforschung


Projektarbeit, 2018

30 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

I Inhalt

II Abbildungsverzeichnis

III Tabellenverzeichnis

1. Themengrundlage und Entwicklungsprozess der Forschungsfrage
1.1 Phanomen
1.2Forschungsfragen
1.3 Forschungsziel

2. Untersuchungsmethodik
2.1 Die verschiedenen sozialwissenschaftlichen Methoden
2.1.1 Befragung
2.1.2 Beobachtung
2.1.3 Experiment
2.1.4 Inhaltsanalyse
2.2 Untersuchungsstrategie
2.3 Anforderungen an die Forschungsmethode
2.3.1 Objektivitat
2.3.2 Reliability
2.3.3 Validitat
2.4 Messinstrument und Operationalisierung
2.4.1 Die Methodik der Online-Umfrage
2.4.2 Operationalisierung und Konstruktion des Fragebogens

3. Beispielstudien

IV Literaturverzeichnis

V Anhang

II Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Der Zusammenhang von Forschungsfrage, Messinstrument und Methodenregeln (Eigene Darstellung)

III Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Vor-und Nachteile der wichtigsten Forschungsmethoden (Lang, o.J.)

1. Themengrundlage und Entwicklungsprozess der For-schungsfrage

In dieser Arbeit werden die verschiedenen Methoden der empirischen Sozialforschung erklart und es wird naher auf die Methode der Onlinebefragung eingegangen, die an ei-nem konkreten Bespiel untersucht wird. Grundlage dafiir bildet die eigens erstellte Ba-chelorarbeit mit dem Titel „Live-Video-Streaming von Konzerten als Kommunikations-instrument und Erganzung zum Live-Event". Anhand dieses Themas und der Forschungs-frage, wird die empirisch relevante Onlinebefragung mit den dazugehorigen Methoden-regeln erklart. Darauf folgen die Konstruktion des Fragebogens und Beschreibung des Aufbaus, sowie die Operationalisierung, ausgehend von theoretischen Grundlagen. Her-ausforderungen der Onlinebefragung werden anhand von qualifizierten Beispielstudien beleuchtet Forschungsfragen dienen der Orientierung, um Hypothesen zu entwickeln, die iiberpruft werden. Ausgangspunkt fiir die Forschungsfragen ist zunachst ein bestimmtes Phanomen, welches im Folgenden erklart wird.

1.1 Phanomen

Trotz des digitalen Zeitalters vielfaltiger Verbreitungsmoglichkeiten von Musik, welche meist als technische Reproduktion gehort wird, macht live dargebotene Musik vor Publi-kum einen GroBteil der deutschen Kulturwirtschaft aus (vgl. Kalies, Lehmann, Kopiez, 2008).

Wahrend man diese (aus Sicht der Livebranche positive) Entwicklung betrachtet, gibt es beim Erfullen der Bediirfnisse des Live-Publikums auch einige Herausforderungen fur die Livebranche. Zum einen ist die Zuschauerzahl von Live-Events bzw. Live-Konzerten meist stark begrenzt. Die Ticketpreise fur bestimmte Kiinstler konnen leicht dreistellig sein sind und stellen dadurch ein Hindernis fiir benachteiligte soziale Schichten dar. Die Sicherheit bei Events spielt ebenfalls eine groBe Rolle.

Den Herausforderungen der Livebranche das Live-Erlebnis fiir immer mehr Menschen und mit dem Streben nach immer aufwendigeren Veranstaltungen zu organisieren, steht die Entwicklung technischer Moglichkeiten im Zeitalter der Digitalisierung gegeniiber. Immer mehr Menschen haben durch eine verbesserte Online-Infrastruktur Zugriff auf Streaming-Angebote und verschiedene Videoplattformen. Eine Reihe von sozialen Netz-werken bietet schon eine Live-Funktion an, die von diversen Unternehmen genutzt wird. Die technische Ausstattung und Organisation bei Live-Events wird immer fortschrittli-cher, sodass professionelle Ubertragungen mit viel Reichweite auch bei kleinen Konzer-ten moglich sind.

Mit der Entwicklung des Social Web wurden Live-Events gleichzeitig um digitale Echt-zeit-Partizipationsmoglichkeiten erweitert. Dem medialen Publikum bieten sich dadurch neue Wege der Mediennutzung. Livestreaming als relativ neue Form des Medienkon-sums, birgt Potential als wichtiges erganzendes Kommunikationsinstrument und Kon-summedium zum Konzert selbst. Mithilfe der Forschungsfragen soil diese Annahme ge-nauer analysiert werden.

1.2 Forschungsfragen

Aus dem Beschriebenen Phanomen lassen sich Forschungsfragen ableiten, die zur Orien-tierung der Forschung dienen. Die iibergeordnete Forschungsfrage lautet:

Welche Bedeutung hat Livestreaming als Erganzung zu Live Konzerten der Popu-larmusik fiir das Publikum, um somit eine Event-Atmosphare zu erschaffen?

Daraus ergeben sich die folgenden untergeordneten Forschungsfragen:

- Welche Bediirfnisse haben reales und mediates Publikum bei Live-Konzerten?
- Wie konnen diese Bediirfnisse durch die verschiedenen Rezeptionsarten erfiillt werden?

1.3 Forschungsziel

Forschungsziel ist es, die Motive der Mediennutzung empirisch zu untersuchen und fest-zustellen, von welchen Faktoren diese abhangig sind. Es gilt ebenso, auf neue For-schungsfelder und -fragen hinzuweisen, die fiir weitere theoretische Untersuchungen in-teressant sein konnten und den Gesamtkontext des Themas erweitern. In diesem Fall sind dies Implikationen fiir die Wissenschaft und Musikwirtschaft. Inwiefern konnen Akteure der Musikwirtschaft Livestreaming effektiv nutzen, um positiv zur Musikwirtschaft bei-zutragen? Welche technischen Moglichkeiten gibt es dafiir?

Untersuchungen unterscheiden sich je nach Forschungsziel. Es lassen sich vier verschiedene Herangehensweisen festhalten.

1. Explorative Untersuchungen
2. Deskriptive Untersuchungen
3. Priifung von Hypothesen und Theorien
4. Evaluationsstudien

Die explorative Studie dient meist der Gewinnung von Hypothesen in weniger erforsch-ten Bereichen und ist oft eine Vorstudie zu einer strukturierteren Hauptstudie. Deskriptive Studien zeigen auf, wie sich Theorien in der Bevolkerung bemerkbar machen. Hier geht es um die Schatzung von Haufigkeiten, Anteilen und Durchschnittswerten. Wie auch in dieser Arbeit, geht es in der wissenschaftlichen Sozialforschung vorrangig um die empirische Priifung von Theorien und Hypothesen. Da es sich um einen aktuellen Themenbereich handelt, sind jedoch auch explorative Ansatze in der vorliegenden For-schung vorhanden. Die Evaluationsstudie iiberpruft ebenfalls Hypothesen, ist jedoch an-wendungsbezogener und iiberpriift die Wirkung bestimmter MaBnahmen oder Projekte auf soziale Merkmale (vgl. Diekmann, 2006).

2. Untersuchungsmethodik

Die wichtigsten vier Untersuchungsmethoden der empirischen Sozialforschung werden im Folgenden einzeln genauer beschrieben. Vor- und Nachteile der Methoden sind bereits in dieser Tabelle zusammengefasst.

Verschiedene Methoden und ihre Vor- und Nachteile

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Vor- und Nachteile der wichtigsten Forschungsmethoden (Lang, o.J.)

2.1 Die verschiedenen sozialwissenschaftlichen Methoden

2.1.1 Befragung

Bei der Befragung konnen zunachst das quantitative, sowie das qualitative Vorgehen un-terschieden werden. Quantitative Befragungen stiitzen sich auf strukturierten Fragebogen, auf welche der Befrager meist keinen Einfluss hat. Der Ablauf der Befragung ist somit oft der gleiche, wahrend sich der Gesprachsverlauf bei der qualitativen Befragung aus einem Leitfaden mit Schliisselfragen unterschiedlich entwickeln kann. Die Gesprachs-fiihrung ist offener gestaltet. Die extremste Form ist das qualitative, narrative Interview, bei dem sich die Befragten frei iiber ein genanntes Thema auBern konnen. Mit der quantitativen Forschung werden vor allem Meinungen und Einstellungen einer groBen Gruppe, dem Abbild der Grundgesamtheit, dargestellt. Die Befragung selbst ist meist einfacher durchzufuhren, als beim qualitativen Verfahren, da der Ablauf klar struk-turiert und ist und nicht verandert wird. Das ist fiir viele Teilnehmer einfacher, als langere und intensivere Befragungen zu einem Thema. Quantitative Befragungen konnen beson- ders dann verwendet werden, wenn man bereits erforschte Forschungsgegenstande in ei-nem neuen Kontext untersuchen mochte. Qualitative Methoden werden insbesondere bei wenig bekannten Forschungsgegenstanden, sowie als Erganzung und zur Validierung an-derer Methoden eingesetzt (vgl. Lang, o.J.).

2.1.2 Beobachtung

Besonders bei unbewussten oder unreflektierten Handlungen die untersucht werden sol-len oder bei sensiblen Themen, ist die Beobachtung eine geeignete Forschungsmethode. Die Beobachteten konnen iiber ihre Handlungen oft nicht verbal kommunizieren. Sie kann in unterschiedliche Weise strukturiert und verdeckt oder offen sein. Der Beobachter kann auch selbst Teil des Erhebungsszenarios sein. Es werden stets Kategorien aufgestellt wie z.B.: „konkret", „eindimensional", „ausschlieBlich", „vollstandig", „nicht zu zahl-reich". Beobachtungen konnen tauschen und sind keine sicheren Indizien fur Motive oder Einstellungen. Vorschnelle Ableitungen sind somit methodisch riskant (vgl. Lang, o.J.).

2.1.3 Experiment

Das Experiment untersucht den Effekt der Veranderung einer unabhangigen Variable auf eine abhangige Variable. Um diesen Effekt zu verdeutlichen werden mindestens zwei Gruppen moglichst zufallig gebildet. Zum einen die Versuchsgruppe und zum anderen die Kontrollgruppe. Die Bedingungen werden fur beide Gruppen vollig gleichgehalten, nur die unabhangige Variable wird verandert. Experimente konnen im Feld oder im Labor stattfinden, verlangen oft apparative Einrichtungen (z.B. Gerate zum Messen des Haut-widerstandes oder der Augenbewegungen) und werden vor allem in der Grundlagenfor-schung der Sozialpsychologie verwendet (vgl. Lang, o.J.).

2.1.4 Inhaltsanalyse

Die vierte Forschungsmethode ist die Inhaltsanalyse bei der nicht Personen beobachtet bzw. befragt werden, sondern Medien selbst. Zur Analyse wird ein Codier- oder Klassi-fikationsschema entwickelt, in das die Inhalte einsortiert werden. Die groBe Auswahl an Material muss sorgfaltig ausgewahlt werden, was zeitaufwendig sein kann. Die nicht-reaktive Eigenschaft des Verfahrens macht das Material jedoch nicht beeinflussbar (vgl. Lang, o.J.).

2.2 Untersuchungsstrategie

Ob eine Forschungsmethode geeignet ist bzw. Vorteile aufweist, ist zunachst vom gene-rellen Forschungsziel abhangig. Es handelt sich bei den Forschungsfragen um publikums-bezogene Fragen, die sich mit allgemeinen Zusammenhangen der Mediennutzung be-schaftigen. Ziel ist es, ein Ergebnis bzw. ein Abbild von einer groBen Grundgesamtheit zu erarbeiten. Ergebnisse der theoretischen Analyse und die daraus entstandenen Hypothesen werden dadurch quantitativ gepriift. Quantitative Befragungen eignen sich beson-ders, um die Meinung einer groBen Stichprobe reprasentativ darzustellen. Da das Verfah-ren anders als bei der qualitativen Befragung in die breite geht, konnen mehrere Blick-winkel eingefangen und ausgewertet werden.

Der Fragebogen als Erhebungsinstrument ist stark durchstrukturiert, von einem hohen Standardisierungsgrad gepragt und somit nicht direkt durch den Befrager oder die Teil-nehmer beeinflussbar. Die Reihenfolge der Fragen ist genau vorgegeben, genau wie die meisten Antwortmoglichkeiten. Zusammenhange zwischen Variablen konnen somit gut statistisch gepriift werden. Auf der anderen Seite der Medaille geschieht jedoch die Er-kenntnisgewinnung bei standardisierten Verfahren in einem bestimmten, vorgegebenen Rahmen, da nur bekannte Themenbereiche hinterfragt werden.

Im Hinblick auf das in Kapitel 1 erlauterten Forschungsthemas ist eine quantitative Befragung sinnvoll, da die Meinung einer groBen Bevolkerungsgruppe (Interessenten von Konzerten der Popularmusik in Deutschland) untersucht werden soil. Es handelt sich um ein grundsatzlich gut untersuchtes Forschungsfeld (U&G-Ansatz, Motive der Mediennutzung), welches in einen neuen Kontext gebracht wird (Livestreams von Konzerten). Durch die Befragung werden Sachverhalte und Tatsachen erfragt (z.B.: Welche Faktoren sind fur einen Konzertbesuch entscheidend?). Dabei wird keine bestimmte soziale Gruppe ausgeschlossen um ein breites Meinungsbild zu bekommen. Einzelne, detaillierte Aussagen und Einstellungen stehen nicht im Fokus, sondern representative Zusammenhange.

Die fur die Forschung geeignete Methode der quantitativen Befragung stellt einen deduk-tiven Forschungsprozess dar, da theoretische Untersuchungen den Ausgangspunkt der Entwicklung von Hypothesen markieren. Diese werden wiederum mit der empirischen Forschungsmethode, in diesem Fall einer Online-Befragung, gepriift (vgl. Ellert, Schaf-meister & Germelmann, 2013).

2.3 Anforderungen an die Forschungsmethode

Jede Forschungsmethode bzw. Messung sollte moglichst objektiv, zuverlassig und giiltig sein. Die drei Anforderungen werden im Folgenden jeweils naher erklart.

2.3.1 Objektivitat

Je hoher der Grad der Objektivitat ist, desto unabhangiger sind die Messergebnisse von der Person, die das Messinstrument anwendet. Stimmen die Ergebnisse von zwei Anwen-dern mit dem gleichen Messinstrument iiberein, liegt somit eine vollstandige Objektivitat vor (vgl. Diekmann, 2006).

Bei der anonymen Online-Befragung mit gleichbleibender, wenig beeinflussbarer Durch-fiihrung und Auswertung ist eine mangelnde Objektivitat weitgehend ausgeschlossen.

2.3.2 Reliabilitat

Die Reliabilitat oder Zuverlassigkeit eines Messinstruments ist dann gegeben, wenn es bei einer Wiederholung der Messung unter denselben Bedingungen und Untersuchungs-gegenstanden, zu demselben Ergebnis kommt. Sie gibt an, wie hoch das MaB der Repro-duzierbarkeit der Messergebnisse ist (vgl. Diekmann, 2006). Dafiir miissen Storfaktoren eliminiert und bei Befragungen missverstandliche Formulierungen verbessert werden. Ein Pretest, welcher auch im Vorfeld der Datenerhebung dieser Arbeit durchgefiihrt wurde, generiert wichtiges Feedback von Teilnehmern und dient der Anpassung des Fra-gebogens, bevor die Hauptdurchfiihrung im Feld startet.

2.3.3 Validitat

Ein moglichst valides Messinstrument gilt als das Hauptziel der Forschung. Die Validitat oder Giiltigkeit bezieht sich auf die Genauigkeit der Messung. Misst das Erhebungsinstru-ment tatsachlich was es messen soil? Fragestellungen miissen sich somit moglichst pra-zise von theoretischen Grundlagen (wie Modellen oder Ansatzen) ableiten konnen (Ope-rationalisierung). Die Skalen und Werte miissen geeignete Ergebnisse fiir die zu untersu-chenden Hypothesen generieren.

Zusammenfassend lasst sich sagen, dass Objektivitat Voraussetzung fiir Reliabilitat ist und Reliabilitat wiederum Voraussetzung fiir Validitat ist.

2.4 Messinstrument und Operationalisierung

Die Wahl des Messinstruments ist vom Untersuchungsgegenstand abhangig. Die Online-Umfrage „Livestreaming als Erganzung zum Live-Konzert" dient dazu, die im Theoreti-schen entwickelten Hypothesen und Fragestellungen mit groBen Fallzahlen zu iiberprii-fen. Diese Art der Erhebung macht eine groBe Antwortzahl moglich um die zu untersu-chenden Zusammenhange zu quantifizieren. Dadurch werden in diesem Beispiel Motive fiir den Konsum von Livestreams in Zusammenhang mit Live-Konzerten untersucht. Der Fragebogen ist ein oft genutztes Messinstrument um Einstellungen der Befragten und Zusammenhange quantitativ zu beschreiben.

2.4.1 Die Methodik der Online-Umfrage

Um die Motive der Mediennutzung, in diesem spezifischen Fall, beim Konsum von Livestreams zu untersuchen wird eine Online-Befragung durchgefiihrt mit dem Ziel, mog-lichst viele Probanden fiir die Stichprobe zum Teilnehmen zu motivieren. Die Durchsetzung internetbasierter Forschungsmethoden basiert praktisch auf der Ent-wicklung des Internet selbst. Seit sich die Bedienerfreundlichkeit verbessert hat und der ubiquitare Zugriff auf unzahlige Websites moglich ist, dient das World Wide Web als stark genutzte Plattform der empirischen Forschung (vgl. Brake & Weber, o.J.).

Um den Fragebogen zu konstruieren, gilt es, bestimmte Methodenregeln einzuhalten. Zu-nachst werden Begriffe definiert und es wird Operationalisiert. Das bedeutet, dass die Antworten auf die jeweiligen Fragen per Skalen messbar gemacht werden, um sie nach der Umfrage auswerten zu konnen und Schliisse im Hinblick auf die Hypothesen zu Ziehen. Die Formulierung der Fragen bestimmt letztendlich iiber das Ergebnis der Befra-gung. Somit sollten die Fragenarten passend gewahlt werden. Offene Fragen machen eine Auswertung durch eine freie Antwort der Probanden aufwendiger, konnen jedoch wich-tige Informationen fiir die Hypothesenpriifung enthalten. Sie konnen aber erfahrungsge-maB auch die Teilnahmequote verringern und zu erhohten Abbruchquoten fiihren. Geschlossene Fragen dagegen geben bestimmte Antworten zum Auswahlen vor, beinhal-ten jedoch manchmal auch ein individuelles Antwortfeld. Diese Fragen sind durch vor-gegebene Items leichter Auszuwerten. Eine hohe Usability ist ausschlaggebend fiir eine gute Teilnahmequote. Dazu gehoren eine einfache generelle Bedienung bzw. Navigation, eine Fortschrittsanzeige und gegeben falls eine Filterfiihrung, sodass bestimmte Fragen, die fur den Teilnehmer nicht relevant sind, erst gar nicht eingeblendet werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Der Zusammenhang von Forschungsfrage, Messinstrument und Methodenregeln (Eigene Darstellung)

2.4.2 Operationalisierung und Konstruktion des Fragebogens

Fur die Strukturierung des Fragebogens sollten weitere Aspekte beachtet werden. Eine motivierende Einladung und Eisbrecherfragen am Anfang, erleichtern dem Probanden den Einstieg ins Thema. Um die Befragung nicht nur effektiv, sondern auch interessant zu gestalten, werden Fragearten variiert und eine einfache Navigation gewahrleistet. Die Fragen sollten eindeutig, kurz und klar formuliert sein und geschlossene Fragen mit den Antworten „Ja" oder „Nein" nicht zu haufig verwendet werden. Insgesamt sollte die Befragung nicht langer als 15 Minuten dauern. Moglichst viele Leute sollten befragt werden um der errechneten Stichprobe gerecht zu werden.

Im theoretischen Teil wurden drei publikumszentrierte Konstrukte untersucht: Das reale Erlebnis bzw. die Motive bei Live-Events, die Motive der medialen Rezeption und die Erweiterung von Events im Web 2.0. Dabei lag der Fokus auf dem Uses and Gratifica-tions-Ansatz und den dazugehorigen Bediirfnisgruppen beim Medienkonsum. Dieser weit verbreitete Ansatz steht in empirischer Tradition und hat durch die Entwicklungen in der dynamischen Medienwelt auch nach vielen Jahren der Verwendung nicht an Bedeutung verloren. Hauptsachlich wurde und wird der Ansatz in der quantitativen Forschung her-angezogen, um die publikumszentrierte Mediennutzung an groBen Stichproben zu erfor-schen. In diesem Fall wurde der Fragebogen erstellt, um die Wahl realer und medialer Erlebnisse zu untersuchen. Der Fokus lag hierbei auf dem Medium Livestream, die Stichprobe bestand aus konzertinteressierten Deutschen iiber 14 Jahre.

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Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Forschungsmethoden der empirischen Sozialforschung
Hochschule
Macromedia Fachhochschule der Medien München
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
30
Katalognummer
V907537
ISBN (eBook)
9783346226495
ISBN (Buch)
9783346226501
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Empirie, Empirische Sozialforschung, Forschungsmethoden, Forschung, Sozialforschung
Arbeit zitieren
Tobias Schreiner (Autor), 2018, Forschungsmethoden der empirischen Sozialforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/907537

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