Der Machtbegriff bei Michel Foucault und Louis Althusser


Seminararbeit, 2019

9 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Zugange zum Machtbegriff

In allen Gesellschaften spielt die Frage der Herrschaft über diese und damit die der Ordnung in einem Gemeinwesen eine zentrale Rolle. Ausgehend von einem intuitiven und umgangssprachlichen Verstandnis dessen, was Macht eigentlich bedeutet namlich die „Gesamtheit der Mittel und Krafte, die jemandem oder einer Sache andern gegenüber zur Verfügung stehen; Einfluss“, soll im Weiteren anhand zweier spezifischer Machtverstandnisse ergründet werden welche Facetten dieser Begriff ebenfalls beinhaltet (Duden.de 2019). Dabei deutet die folgende kurze Definition bereits an welche Teilbereiche dabei von Bedeutung sein können, namlich die „mit dem Besitz einer politischen, gesellschaftlichen, öffentlichen Stellung und Funktion verbundene Befugnis, Möglichkeit oder Freiheit, über Menschen und Verhaltnisse zu bestimmen, Herrschaft auszuüben“ (Duden.de 2019). Diese für den alltaglichen Gebrauch mitunter ausreichende Definition soll nun jedoch anhand zweier spezifischer Machtverstandnisse, denen von Louis Althusser und Michel Foucault weiter vertieft und verfeinert werden.

Das Thema Macht in Gesellschaften, in ihren Erscheinungsformen, ihren Auspragungen und Spielarten stellt für die beiden Autoren Michel Foucault und Louis Althusser aus unterschiedlichen Beweggründen ein wichtiges Feld dar, zu dem beide unterschiedliche Abhandlungen veröffentlicht haben.

So beschaftigt sich Foucault, auch unter dem Einfluss der Studentenunruhen und sozialen Protesten schon früh mit Machtmechanismen und Machttechniken (Thomas 2009, S. 64). „Bereits in Wahnsinn und Gesellschaft, [.] aus dem Jahre 1961, interessiert er sich für die vielfaltigen Machttechniken, mit denen Geisteskranke kontrolliert, überwacht und bestraft werden“ (Kneer 2013, S. 267). Zwar besitzt Foucault zu diesem Zeitpunkt noch keine eigenstandige Machttheorie, ab den 1970ziger Jahren wird Macht jedoch zum hauptsachlichen Thema seiner Arbeiten wodurch er sich auch einen eigenen Zugang erarbeitet (Kneer 2013, S. 267). Dieser wird notwendig, da für ihn die traditionelle Machtkonzeption seinen Anforderungen immer weniger genügt und er Macht als „[.] grundlegendes Entwicklungs- und Integrationskonzept moderner Gesellschaften [.]“ begreifen möchte (Kneer 2013, S. 267). „Foucaults Genealogie ist vor allem an den gesellschaftlichen Funktionen von Diskursen im Zusammenhang mit den Machtpraktiken und Herrschaftsstrukturen interessiert, in deren Mittelpunkt die Beziehung zwischen Wissen, Macht, Körper und Sexualitat steht“ (Thomas 2009, S. 64).

Die Machttheorie von Louis Althusser erfordert die Schaffung von ideologischen Staatsapparaten, mit deren Hilfe dem Staat die Möglichkeit gegeben wird die Gesellschaft abseits von der reinen Zwangsanwendung zu beherrschen. Ideologisch deshalb, da die Ideologie nur dazu gebraucht wird, um die Wirtschaft funktionsfahig zu halten und den Individuen überzeugend ihre jeweilige Rolle darin zu vermitteln, um die Reproduktion der Produktionsbedingungen zu gewahrleisten (Althusser 2010, S. 43; 54). Das zugrunde liegende Staatsverstandnis dieser Machtausübung muss demnach ein repressives sein, da die ideologischen Staatsapparate zwar keineswegs vornehmlich über Repression oder Zwang tatig werden, wohl aber im Gesamtsystem der Unterdrückung, im Zusammenspiel und an der Seite mit repressiven Staatsapparaten zum Einsatz kommen (Althusser 2010, S. 47). Die herrschende Klasse und damit der Staat, welcher auch über die Möglichkeit verfügt eben genau ihre Ideologie durch den Einsatz der ISAs zur Verbreitung gelangen zu lassen, besitzt bei ihm eine grofte Machtfülle, wohingegen der einzelne Mensch, wenn überhaupt vordergründig am Entscheidungsprozess teilhaben kann, „[.] unterdrückt und als Produktivkraft ausgebeutet wird“ (Althusser 2010, S. 42; 69).Dabei steht für Althusser nicht die Wahrheit oder Objektivitat von Ideologie oder Wissen im Vordergrund, sondern die Machtverhaltnisse, auf die sich die Ideologie stützt und welche die der herrschenden Klasse darstellt (Althusser 2010, S. 57-58, 69).

ImFolgenden sollen die Zugangeder beidenAutoren zum Thema Macht sowie deren Sichtweise naher beleuchtet werden. Dabei werden für jeden Autor nacheinander Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersucht und die Ursprünge der Sichtweisen betrachtet. Zum Schluss werden die wichtigsten Elemente noch einmal zusammengefasst und mit einem eigenen Fazit versehen.

Der Machtbegriff bei Michel Foucault

„Das Machtmodell des Kampfes“ speist sich aus „[.] einer machtheoretischen Konzeption, die soziale Zusammenhange als Konfrontation, als Wirken von Krafteverhaltnissen, als Permanenz offener und verdeckter Gewalt, als Krieg und als Unterwerfung, insbesondere jedoch als Kampf beschreibt“ (Kneer 2013, S. 267). Nach Kneer (2013) sind vier Eigenschaften des Machtmodells charakteristisch:

Zunachst ist Macht keine Substanz, keine Ware, die von Subjekten gehandelt oder vermehrt, geschweige denn vertraglich eingehegt werden kann, „vielmehr muss Macht als ein vielschichtiges, multidimensionales Krafteverhaltnis mit einer Pluralitat von Manövern, Techniken, Verfahrensweisen und Taktiken begriffen werden (Kneer 2013, S.268).Macht wird demnach nicht besessen, sie ist dezentral und depersonalisiert ist jedoch „[.] in ökonomischen Verhaltnissen sowie im Erziehungswesen immanent und in den Subjekten allgegenwartig“ (Thomas 2009, S. 64). Dabei sind Machtbeziehungen nicht-subjektiv und gleichzeitig intentional (Foucault 1983, S. 116).

Daran anschlieftend behauptet Foucault, dass Macht „[...] allgegenwartig, ubiquitar, omniprasent“ sei, demnach also kein machtfreier Raum existiert (Kneer 2013, S. 268). Er beginnt seine Untersuchungen auf der Ebene, auf der die Macht ihre Wirkung entfaltet, sprich auf der Mikroebene, innerhalb der Mikroprozesse, die unser Verhalten beherrschen und unser Handeln maftgeblich beeinflussen (Thomas 2009, S. 65). Die eine Macht gibt es also nicht, auch verlauft sie nicht ausschlieftlich von „[.] oben nach unten, sie ist [.] nicht allein im Staatsapparat konzentriert (Thomas 2009, S. 65; Kneer 2013, S. 268).„Ich will nicht sagen, dass der Staat nicht wichtig ist [.] [aber], daft[sic] die Machtverhaltnisse und infolgedessen die Analyse [.] über den Staat hinausgehen [.][muss.][.] Der Staat ist Überbau in Bezug auf eine ganze Serie von Machtzentren, die die Körper, die Sexualitat, die Familie, die Verhaltensweisen, das Wissen, die Techniken usw. durchdringen“ (Foucault 1978, S. 39).

Drittens postuliert Foucault einen Zusammenhang von Wissen und Macht, wonach zur Ausübung von Macht bestimmtes Herrschaftswissen notwendig ist dabei aber seinerseits wieder Wissen generiert wird, welches zur Ausübung der Macht genutzt wird (Kneer 2013, S. 269). „Eher ist wohl anzumerken, daft[sic] die Macht Wissen hervorbringt (und nicht bloft fördert, anwendet, ausnutzt); daft[sic] Macht und Wissen einander unmittelbar einschlieften; daft[sic] es keine Machtbeziehungen gibt, ohne daft[sic] sich ein entsprechendes Wissensfeld konstituiert, und kein Wissen, daft[sic] nicht gleichzeitig Machtbeziehungen voraussetzt und konstituiert“(Foucault 1977, S. 39).

Als vierte und letzte These führt Foucault an, dass Macht nicht mit Zwang oder Gewalt gleichzusetzen sei, demnach nicht nur in negativ konnotierten Spharen wirkt und auch nicht auf Repression beschrankt sein muss (Kneer 2013, S. 269). Vielmehr wird durch die Ablehnung der reinen Repressionsvermutung ermöglicht der Macht etwas Schaffendes, etwas Produktives beizufügen. Demnach verfügt Macht über „[...] innovative, kraftesteigernde Wirkungen“ (Kneer 2013, S. 269). „Man muss aufhören, die Wirkungen der Macht immer negativ zu beschreiben, als ob sie nur ,ausschlieften‘, ,unterdrücken‘, ,verdrangen‘ [...] würde. In Wirklichkeit ist die Macht produktiv; und sie produziert Wirkliches“ (Foucault 1994, S. 250). „Sie produziert Gegenstandsbereiche und Wahrheitsrituale: das Individuum und seine Erkenntnisse sind Ergebnisse dieser Produktion“ (Foucault 1994, S. 250).

Die von Foucault zum Thema verfassten Schriften dienen dem Zweck „[.] eine machttheoretisch angeleitete Diagnose moderner Gesellschaften zu formulieren“, dabei lenken die oben genannten vier Thesen den Blick auf [.] strukturelle Eigentümlichkeiten moderner Machtverhaltnisse. (Kneer 2013, S. 269; 272). Diese Eigentümlichkeiten werden durch Foucault in vier Besonderheiten unterteilt.

Die erste besteht in der Prazisierung, dass „die Machtmechanismen, der minutiösen Überwachung, Kontrolle und Dressur, die die moderne Gesellschaft durchziehen [.]“ intentional sind, d.h. sie verfolgen einen Plan oder ein Ziel und haben die Absichtder Disziplinierung und darüber hinaus auch „nicht-subjektiv“ da sie in ihrem Handeln nicht an konkrete Personen oder Individuen gebunden sind, sich somit gewissermaften „versachlicht“ haben (Kneer 2013, S. 273).

Weiters kann es in Gesellschaften, in deneneine moderne Disziplinarmacht existiert keinen Punkt aufterhalb ihrer Geltungssphare geben, es existiert demnach kein machtfreien Raum, da sich „die Kontroll- und Überwachungsmechanismen [.] in neuzeitlichen Gesellschaften zu einem lückenlosen und allgegenwartigen [.] Disziplinierungsapparat zusammengeschlossen haben (Kneer 2013, S. 273).„[.] Die Produktionssteigerung der Macht [ist nur möglich] [.], wenn die Macht ohne Unterbrechung bis in die elementarsten und feinsten Bestandteile der Gesellschaft eindringen kann [.]“ (Foucault 1977, S. 267).

Drittens führt eine lückenlose und fortdauernde Kontrolle der Gesellschaft dazu, dass aus der Überwachung selbst Wissen generiert wird wie beispielsweise die Effizienzsteigerung der Kontrolle möglich ist, was wiederum dazu führt, dass das so erhaltene Wissen der Machtsteigerung als solches dient und damit den weiter oben bereits angesprochenen Zusammenhang zwischen Wissen und Macht verdeutlicht und zum Vorschein bringt. (Kneer 2013, S. 273).

Die starkste und zugleich vierte Aussage Foucaults birgt zwar einerseits einen positiven Aspekt moderner Disziplinarmacht, namlich die ebenfalls bereits erwahnte „produktive Wirkung“ und wirkt dadurch geradezu „schöpferisch“ (Kneer 2013, S. 274). Dem gegenüber steht jedoch die These, dass „die Produktion des Menschen, d.h. die Konstituierung des beseelten Individuums [...] nichts anderes [ist] als die Transformation eines aufteren in ein inneres Disziplinarverhaltnis“ wodurch ein „innerpsychischer Selbstzwang“ erschaffen wird (Kneer 2013, S. 274). Mit anderen Worten, „das moderne Individuum tragt somit selbst zur Verfestigung der Macht über den Körper bei - und ist selbst nichts anderes als eine Wirkung der Macht (Kneer 2013, S. 274). „Der Mensch [.] zu dessen Befreiung man einladt, ist bereits in sich das Resultat einer Unterwerfung, die viel tiefer ist als er“ (Foucault 1977, S. 42).

Der Machtbegriff bei Louis Althusser

Um sich an Louis Althusser Begriff von Macht und dem Herrschen in Gesellschaften anzunahern soll im Folgenden zunachst ein Einblick in den Unterbau seiner Theorie und sein Verstandnis vom Funktionieren eines Staates aus seiner Abhandlung über Ideologie und die ideologischen Staatsapparate gegeben werden.

Eine Gesellschaft muss immer auch ihre Produktionsbedingungen reproduzieren, dabei müssen sowohl die in ihr existierenden Produktivkrafte als auch die existierenden Produktionsverhaltnisse reproduziert werden. (Althusser 2010, S. 37­38). Eine reine materielle Reproduktion ist jedoch nicht ausreichend, darüber hinaus muss die Arbeitskraft kompetent sein, d.h. „sie muss dazu fahig sein, im komplexen System des Produktionsprozesses eingesetzt zu werden“ (Althusser 2010, S. 42). Dieses Erlangen der Kompetenz wird tendenziell nicht am Arbeitsplatz, sondern aufterhalb der Produktion sichergestellt, beispielsweise durch das „kapitalistische Schulsystem und durch andere Instanzen und Institutionen“ (Althusser 2010, S. 42). Hierbei werden auch „[...] die ,Regeln‘ [...] desjenigen Verhaltens, das der Trager der Arbeitsteilung einhalten muss [.]“ vermittelt (Althusser 2010, S. 42). Die Reproduktion der Arbeitskraft erfordert „[.] zugleich auch eine Reproduktion ihrer Unterwerfung unter die Regeln der etablierten Ordnung“ (Althusser 2010, S. 43).

Nach Marx ist die Struktur der Gesellschaft für Althusser gekennzeichnet durch den „[.] Unterbau oder die ökonomische Basis und [.]“ den „‘Überbau, der seinerseits zwei ,Ebenen‘ [...] enthalt: das juristisch-Politische [...] und die Ideologie [...]“ (Althusser 2010, S. 45). Die beiden oberen Etagen können sich dabei „nicht alleine (in der Luft) ,halten‘ [...]“ (Althusser 2010, S. 45). Allerdings gibt es „[...] eine ,relative Autonomie‘ des Überbaus im Verhaltnis zur Basis [.]“ und aufterdem „eine ,Rückwirkung‘ des Überbaus auf die Basis“ (Althusser 2010, S. 46). In letzter Instanz determiniert die Basis jedoch das ganze Gebaude (Althusser 2010, S. 45).

Der Staat wird von Althusser in marxistischer Tradition „[.] als repressiver Staat begriffen“ (Althusser 2010, S. 47). Er, der Staatsapparat, ermöglicht es die Herrschaft „[.] über die Arbeiterklasse zu gewahrleisten, um sie dem Prozess der Abpressung des Mehrwerts [.] zu unterwerfen“ (Althusser 2010, S. 47). Der Definition des Staates als Staatsapparat wird die Dimension der Staatsmacht hinzugefügt, erstgenannter „[.] kann angesichts von politischen Ereignissen, welche den Besitz der Staatsmacht betreffen, ganz unberührt bleiben“ (Althusser 2010, S. 51-52). „Der Klassenkampf hat die Staatsmacht zum Ziel und in der Konsequenz dann auch die Verwendung des Staatsapparates [...]“ (Althusser 2010, S. 52).

Dem repressiven Staatsapparat, der offensichtlich eine beherrschende Rolle einnimmt, stehen die „ideologischen Staatsapparate“ (ISAs) zur Seite, wenngleich diese nicht mit ihnen übereinstimmen, so nehmen diese doch für die erstgenannten eine wichtige unterstützende Funktion war (Althusser 2010, S. 54). Der Staatsapparat umfasst beispielsweise „die Regierung, die Verwaltung, die Armee, die Polizei, [.]“ und funktioniert auf Grundlage von Gewalt (Althusser 2010, S. 54). Demgegenüber umfassen die ISA Schulen, Kirchen, Familie, Interessenverbande, Sport, Kultur u.A. (Althusser2010, S. 54-55). Dabei ist es nicht von Belang „[.]ob die Institutionen, die ihre Funktion erfüllen, ,öffentlich‘ oder ,privat‘ sind. Entscheidend ist ihre Funktionsweise“ (Althusser2010, S. 56). Der Unterschied besteht darin, „[.]dass der (repressive) Staatsapparat [.] auf massive Weise und in erster Linie durch den Rückgriff auf Repression funktioniert [.], wenn auch in zweiter Linie durch Rückgriff auf Ideologie [.]“, umgekehrt jedoch funktionieren die ISAs „[.]in erster Linie durch den Rückgriff auf Ideologie [.], auch wenn sie in zweiter Linie durch den Rückgriff auf Repression arbeiten [.]“(Althusser 2010, S. 56-57). Die Vielfalt der ISAs wird dabei insofern „[...] vereinheitlicht, in dem Mafte namlich, wie die Ideologie, durch deren Einsatz sie funktionieren, [.], immer schon faktisch vereinheitlicht ist unter der herrschenden Ideologie, welche die der ,herrschenden Klasse' ist“ (Althusser 2010, S. 57-58). So „[.] kann keine Klasse dauerhaft die Staatsmacht in Besitz halten, ohne zugleich ihre Hegemonie über und in den ideologischen Staatsapparaten auszuüben“ (Althusser 2010, S. 58).

Unter dem Schild der repressiven SAs stehend, sind es die ISAs, „[.]welche für einen groften Teil die Reproduktion der Produktionsverhaltnisse als solche gewahrleisten [.]“, was trotz ihrer Verschiedenartigkeit ihre gemeinsame Rolle darstellt (Althusser 2010, S. 62).

In der vorkapitalistischen Periode stellte die Kirche den herrschenden ISA dar (Althusser 2010, S. 63-64). Um die ideologische Hegemonie der Bourgeoise zu sichern, „[.]wie sie für die Reproduktion der kapitalistischen Produktionsverhaltnisse unverzichtbar ist“, musste man sich deren [der Kirche] „ideologischer Funktionen bemachtigen" (Althusser 2010, S. 65). Dazu wurde der schulische Apparat aufgebaut, „[.] der faktisch den vorherigen beherrschenden ideologischen Staatsapparat, namlich die Kirche, in dessen Funktionen ersetzt hat. Das Paar Schule-Familie hat das Paar Kirche-Familie ersetzt“ (Althusser 2010, S. 66). Obwohl die Schule unauffallig agiert, ist sie doch der Haupttrager der politischen und geistigen Erziehung (Althusser 2010, S. 67). Sie wird begünstigt durch jahrelange „[.] zwangsverpflichtete Zuhörerschaft [.]“ und ein kostenloses Schulsystem, durch welches die gegenwartig herrschende politische Klasse ihre Ideologie verbreitet und festigt (Althusser 2010, S. 69). „Die Mechanismen, die dieses für das kapitalistische Regime lebensnotwendige Ergebnis produzieren, werden dabei natürlich überdeckt [.]durch eine Ideologie der Schule, die universell herrscht, [.] eine Ideologie, die die Schule als ein neutrales Milieu darstellt, in dem es keine Ideologie gibt [.]“ (Althusser2010, S. 69).

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Der Machtbegriff bei Michel Foucault und Louis Althusser
Hochschule
Universität Wien  (Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Theoriegeschichte und Theoriedebatten
Note
1
Autor
Jahr
2019
Seiten
9
Katalognummer
V907647
ISBN (eBook)
9783346223562
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Althusser, Macht, Foucault, Machttheorien, Machtbegriff
Arbeit zitieren
Dominik Contes (Autor), 2019, Der Machtbegriff bei Michel Foucault und Louis Althusser, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/907647

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