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Die Entwicklung von Gottesbildern bei Kindern und Jugendlichen. Religionslehrkraft als Zuschauer oder Begleiter?

Titel: Die Entwicklung von Gottesbildern bei Kindern und Jugendlichen. Religionslehrkraft als Zuschauer oder Begleiter?

Bachelorarbeit , 2019 , 55 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Schwerpunkt dieser Arbeit sind Gottesvorstellungen von Kindern. Dabei wird sowohl auf theoretische Grundlagen, wie beispielsweise entwicklungspsychologische Modelle eingegangen, als auch konkret auf die Entwicklung des Gottesbildes nach Schweitzer. Außerdem wird auch Bezug auf problematische Entwicklungen genommen. Die Arbeit wird durch ein Unterrichtsbeispiel abgerundet.

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung von Gottesbildern bei Kindern und Jugendlichen und untersucht die Rolle, die Religionslehrkräfte in diesem Prozess spielen können. Sie heben die Bedeutung von Gottesbildern für die Religionspädagogik hervor und betonen, dass Bilder dazu beitragen, eine Beziehung zu Gott aufzubauen und die Wirklichkeit Gottes für Kinder und Jugendliche greifbarer zu machen.

Ziel ist es, zu untersuchen, wie Gottesbilder bei Kindern und Jugendlichen entstehen und ob Religionslehrkräfte diesen Prozess begleiten sollten. Es wird die Bedeutung von Bildern bei der Vermittlung von religiösen Vorstellungen betont und aufgezeigt, dass Gottesbilder eine wichtige Rolle in der Religionspädagogik spielen.

Zu Beginn wird der Unterschied zwischen Gottesvorstellungen und Gottesbildern erläutert. Es wird verdeutlicht, dass Gottesvorstellungen kognitive Repräsentationen und Gefühle darstellen, die Menschen von Gott haben, während Gottesbilder auf gemalten Bildern oder Metaphern für Gott basieren. Trotz dieser Abgrenzung stehen Gottesbilder und Gottesvorstellungen in enger Beziehung zueinander.

Es werden die theoretischen Modelle der Entwicklungspsychologie vorgestellt, die die religiöse Entwicklung von Kindern und Jugendlichen erklären. Es legt die Grundlagen für das Verständnis der Entwicklung von Gottesbildern und betont deren Bedeutung in der religiösen Entwicklung.

Auch wird auf die Rolle der Religionslehrkräfte bei der Begleitung des Prozesses der Gottesbildentwicklung eingegangen. Es stellt das Konzept "Theologisieren mit Kindern" vor, das eine Möglichkeit bietet, diesen Prozess angemessen zu begleiten. Besonderes Augenmerk liegt auf der Methode des Theologischen Gesprächs. Zuletzt wird die Planung einer Unterrichtsstunde zur Entwicklung von Gottesbildern vorgestellt. Diese Stunde wird in eine Unterrichtssequenz eingebettet, um die Hintergründe zu verstehen. Das Kapitel zeigt, wie die theoretischen Aspekte praktisch umgesetzt werden können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung und Abgrenzung

3. Modelle der Entwicklungspsychologie

3.1 Stufen des Glaubens nach James W. Fowler

3.2 Die psychosoziale Entwicklung nach Erikson

3.3 Entwicklungsstufen des religiösen Glaubens nach Oser/Gmünder

4. Die Entwicklung des Gottesbildes

4.1 Stufen nach Schweitzer

4.1.1 Frühe Kindheit: Der elterliche Gott

4.1.2 Mittlere und späte Kindheit: Die Unterscheidung zwischen Gottesbild und Elternbild

4.1.3 Jugendalter: Verinnerlichung, Verpersönlichung und Abstraktion des Gottesbildes

4.2 Paradigmenwechsel

4.3 Problematische Entwicklungen

4.4 Chancen und Grenzen der Entwicklungspsychologie für die Religionspädagogik

5. Religionspädagogische Konsequenzen

5.1 Die Begleitung der Entwicklung des Gottesbildes von Kindern und Jugendlichen als Aufgabe einer Religionslehrkraft

5.2 Die Rolle der Lehrperson und die Gewichtung des Gottesbildes bei Religionslehrerinnen und Religionslehrern

5.3 Kinder- und Jugendtheologie

5.3.1 Entwicklung der Kinder- und Jugendtheologie

5.3.2 Theologie von, für und mit Kindern

5.3.3 Geeignete Impulse und Methoden

5.3.4 Grenzen und Herausforderungen einer Kindertheologie

6. Umsetzung im Religionsunterricht anhand eines konkreten Unterrichtsbeispiels

6.1 Sequenzplan „Wer oder was ist Gott für mich?“

6.2 Verortung im LehrplanPlus

6.3 Artikulationsschema zur Unterrichtsstunde „Mein Gottesbild“

7. Schlussfazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung von Gottesbildern bei Kindern und Jugendlichen und stellt die zentrale Frage, welche Rolle der Religionslehrkraft in diesem Prozess zukommt: Soll sie lediglich als Zuschauer agieren oder ist eine aktive Begleitung sinnvoll und notwendig?

  • Entwicklungspsychologische Modelle und ihre Bedeutung für die Gottesbildentwicklung.
  • Die kritischen Phasen der Gottesbildentwicklung im Kindes- und Jugendalter.
  • Das Konzept der Kindertheologie als Methode der Begleitung.
  • Möglichkeiten der Gestaltung des Religionsunterrichts zur Förderung individueller Gottesbilder.
  • Die Reflexion der eigenen Lehrerpersönlichkeit und des eigenen Gottesbildes.

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Frühe Kindheit: Der elterliche Gott

Die Erkenntnis Freuds, dass das Gottesbild zwischen dem 4. Und 6. Lebensjahr entspringt, ist bereits überholt. „Die Wurzeln der kindlichen Religiosität werden nun in der allerfrühesten Zeit der nachgeburtlichen Einheits- und Verschmelzungserfahrungen gesehen“ (Schweitzer, 2010, S. 217). Das Gottesbild entsteht durch Erfahrungen, Vorstellungen und Gefühle, so kann beispielsweise das Gefühl des Geborgenseins oder des Verlassenwerdens Einfluss nehmen. Dadurch bildet sich eine erste Gestalt, welche jedoch zunächst stillschweigend bleibt. In einer späteren Phase, wenn das Kind beginnt auch von Gott zu sprechen, wird sich herausstellen wie die beschriebenen Erfahrungen die Entwicklung des Gottesbildes beeinflussen.

Um Bezug auf das Stufenmodell von Erikson zu nehmen, lässt sich sagen das diese Herausforderung dem Erwerb des Grundvertrauens zuzuordnen ist. Dieses Grundvertrauen entsteht aus der Beziehung zwischen Mutter und Kind. Diese Beziehung ist nicht als eine zu verstehen, die zwischen zwei unterschiedlichen Menschen stattfindet, da das Kind noch keine eigenen Grenzen unterscheiden kann und somit nicht zwischen sich selbst und seiner Mutter differenzieren kann. Diese „anfängliche Offenheit und die fließenden Grenzen des Selbst“ wird von der Psychoanalyse als Verschmelzung umschrieben (Schweitzer, 2010, S. 218). Die Verschmelzung hat diverse religiöse Ähnlichkeiten. Sowohl das Einssein mit der Welt, also auch die Allmacht von mütterlicher Seite und die Geborgenheit, sind ebenso religiöse Themen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema Gottesbilder bei Kindern und Formulierung der Forschungsfrage nach der Rolle der Religionslehrkraft.

2. Begriffserklärung und Abgrenzung: Definition und Abgrenzung der Begriffe Gottesvorstellung und Gottesbild sowie deren wechselseitige Bedingtheit.

3. Modelle der Entwicklungspsychologie: Darstellung stufenförmiger Entwicklungsmodelle nach Fowler, Erikson sowie Oser/Gmünder als Basis für das Verständnis religiöser Entwicklung.

4. Die Entwicklung des Gottesbildes: Analyse der Entwicklung von Gottesbildern in verschiedenen Altersstufen, inklusive kritischer Phasen und aktueller Paradigmenwechsel.

5. Religionspädagogische Konsequenzen: Diskussion über die Notwendigkeit der Begleitung durch Lehrkräfte und Vorstellung des Konzepts der Kindertheologie.

6. Umsetzung im Religionsunterricht anhand eines konkreten Unterrichtsbeispiels: Planung und Verortung einer Unterrichtssequenz zum Thema „Gottesbilder“ im LehrplanPlus.

7. Schlussfazit: Zusammenfassende Reflexion der Bedeutung der Begleitung und Ausblick auf künftige Herausforderungen wie die Integration bei heterogenen Lerngruppen.

Schlüsselwörter

Gottesbilder, Religionspädagogik, Kindertheologie, Entwicklungspsychologie, Religionsunterricht, Glaubensentwicklung, Gottesvorstellung, Schülervorstellungen, Symbolik, Begleitung, theologische Gespräche, Identitätsfindung, Anthropomorphismus, Lehrkraftrolle, Religionsdidaktik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung kindlicher Gottesbilder und der Frage, wie eine professionelle religionspädagogische Begleitung dieses Prozesses im Unterricht aussehen sollte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die entwicklungspsychologischen Grundlagen religiöser Entwicklung, die kritischen Phasen der Gottesbildentwicklung sowie das didaktische Konzept der Kindertheologie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, ob eine Religionslehrkraft bei der Gottesbildentwicklung von Kindern und Jugendlichen eher als Zuschauer oder als aktiver Begleiter agieren sollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine fachwissenschaftliche Arbeit, die bestehende theoretische Modelle der Entwicklungspsychologie und Religionspädagogik analysiert und auf die Unterrichtspraxis anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Entwicklungsmodelle, untersucht die Entwicklung des Gottesbildes in verschiedenen Altersphasen und reflektiert die Rolle der Lehrperson im Rahmen des Theologisierens mit Kindern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gottesbilder, Kindertheologie, Entwicklungspsychologie, Begleitung, theologische Gespräche und Religionsunterricht.

Warum ist das "Theologisieren" so wichtig für die Arbeit?

Das Konzept der Kindertheologie ist zentral, da es Kindern ermöglicht, eigene theologische Fragen und Deutungen zu entwickeln, anstatt nur vorgefertigte Inhalte zu übernehmen.

Welche Rolle spielt die Lehrkraft im Unterrichtsbeispiel?

Die Lehrkraft fungiert als Begleiter und Impulsgeber, die das kindliche Denken ernst nimmt und den Unterricht offen gestaltet, um auf die individuellen Gottesbilder der SuS einzugehen.

Warum wird das Thema "Gottesbilder" als fragmentarisch im Jugendalter bezeichnet?

Im Vergleich zur Kindheit ist die Entwicklung im Jugendalter weniger durch die Familie determiniert und verläuft individueller, weshalb sie sich weniger linear durch ein einfaches Stufenmodell erfassen lässt.

Wie gehen Lehrkräfte mit "falschen" Gottesbildern um?

Die Arbeit betont, dass es keine richtigen oder falschen Gottesbilder gibt; die Aufgabe der Lehrkraft ist es, die individuellen Bilder der Kinder wertzuschätzen und diese mit biblischen Traditionen in einen reflektierten Dialog zu bringen.

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Details

Titel
Die Entwicklung von Gottesbildern bei Kindern und Jugendlichen. Religionslehrkraft als Zuschauer oder Begleiter?
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
55
Katalognummer
V907860
ISBN (eBook)
9783346214904
ISBN (Buch)
9783346214911
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gottesbilder Religionspädagogik Grundschule
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2019, Die Entwicklung von Gottesbildern bei Kindern und Jugendlichen. Religionslehrkraft als Zuschauer oder Begleiter?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/907860
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Leseprobe aus  55  Seiten
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