Der Begriff „Therapeutisches Reiten“ dient als Oberbegriff für die unterschiedlichen Bereiche, in denen das Pferd , seine Bewegung und der Reitsport zur Therapie eingesetzt wird.
Hippotherapie bedeutet die Behandlung mit Hilfe des Pferdes mit dem Ziel der Heilung von Krankheiten und der Besserung von Schäden. Die Bewegung des Pferdes in seinen verschiedenen Gangarten Schritt, Trab und Galopp verursacht vielfältige, vorwiegend lockernde, durchblutungsfördernde, kräftigende und anregende Effekte im gesamten Stütz- und Bewegungsapparat, den inneren Organen und dem Herz-Kreislauf-System.
Der Verlauf der Therapie ist passiv für den Patienten, seine Aufgabe ist es lediglich, auf dem Pferderücken zu sitzen und sich den Schwingungen des Pferdes anzupassen.
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Inhaltsverzeichnis
1. Was ist therapeutisches Reiten?
2. Das Pferd in der Medizin – Hippotherapie und Reittherapie in der Krankengymnastik
3. Das Pferd im Behindertensport – Behindertenreiten und Behindertenvoltigieren
4. Das Pferd in Pädagogik und Psychologie – Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren
4.1. Die Rolle des Pferdes
4.2. Ziele
4.3. Wirkungsweisen
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das therapeutische Reiten als ganzheitliches Förderinstrument in den Bereichen Medizin, Pädagogik und Sport. Dabei steht die Analyse der vielfältigen Möglichkeiten und Wirkungsweisen des Pferdes als Interaktionspartner im Vordergrund, um therapeutische Ziele bei unterschiedlichen Patientengruppen zu erreichen.
- Grundlagen des therapeutischen Reitens in Medizin und Pädagogik
- Die spezifische Rolle des Pferdes in der Psychologie und Kommunikation
- Methodische Ansätze zur sozialen und emotionalen Förderung
- Wirkungsweisen bei der Entwicklung von Motorik und Selbstwahrnehmung
Auszug aus dem Buch
Die Rolle des Pferdes
Warum gerade Pferde? Diese Frage wurde mir schon x-mal gestellt, wenn ich äusserte, dass ich Reittherapeutin werden möchte. An dieser Stelle möchte ich nun einige Begründungen aus verschiedenen Sichtweisen darstellen.
SCHEIDHACKER begründet mit der Verwandtheit der Instinktausstattung von Mensch und Pferd und den wesentlichen Entsprechungen in der Verhaltensorganisation und Interaktion. So könne der Therapeut an den Reaktionen des Pferdes auf den Menschen, der sich ihm nähert, bereits dessen unbewussten Gefühlszustand erkennen. „So können die Reaktionen des Pferdes wie ein Spiegel unbewusster Seelenzustände erlebt und gedeutet werden“(Scheidhacker).
KLÜWER ergänzt dies noch damit, das der Mensch durch das Erscheinungsbild des Pferdes, Nähe zu ihm empfindet. Die Grösse unterscheidet sich im Durchschnitt nur wenig, die Augen blicken sanft und starren nicht und das Gesicht ist ebenso aufgebaut, wie das des Menschen. Dies spreche gemeinsam mit dem edlen Erscheinungsbild des Pferdes den Menschen an (vgl. KLÜWER 1995).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was ist therapeutisches Reiten?: Dieser Abschnitt definiert den Oberbegriff des therapeutischen Reitens und zeigt auf, wie das Pferd in Medizin, Pädagogik und Sport zur Therapie genutzt wird.
2. Das Pferd in der Medizin – Hippotherapie und Reittherapie in der Krankengymnastik: Hier werden die medizinischen Einsatzbereiche erläutert, wobei zwischen der passiven Hippotherapie und der aktiven Reittherapie bei orthopädischen und neurologischen Leiden unterschieden wird.
3. Das Pferd im Behindertensport – Behindertenreiten und Behindertenvoltigieren: Dieses Kapitel thematisiert die sportliche Inklusion von Menschen mit Behinderungen und den Fokus auf Freizeitreiten, Leistungssport und Fahrsport.
4. Das Pferd in Pädagogik und Psychologie – Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren: Der Fokus liegt auf der psychologischen Bedeutung des Pferdes als Partner und den pädagogischen Zielen zur emotionalen, kognitiven und sozialen Entwicklung des Patienten.
5. Schlussbetrachtung: Die Autorin reflektiert die Möglichkeiten des therapeutischen Reitens und begründet ihre persönliche Motivation, diesen Berufsweg einzuschlagen.
Schlüsselwörter
Therapeutisches Reiten, Hippotherapie, Reittherapie, Heilpädagogisches Reiten, Behindertensport, Psychologie, Motorik, Sozialverhalten, Vertrauensaufbau, Körperwahrnehmung, Persönlichkeitsreifung, nonverbale Kommunikation, therapeutische Interaktion, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine Übersicht über die verschiedenen Einsatzbereiche des Pferdes in der Therapie, Pädagogik und im Sport.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der medizinischen Behandlung, der pädagogisch-psychologischen Förderung sowie dem Behindertensport.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Medium Pferd zur ganzheitlichen Förderung von Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen beitragen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener Fachautoren sowie der theoretischen Einordnung des therapeutischen Reitens.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen therapeutischen Ansätze, wie das Pferd als „Übergangsobjekt“ wirkt und welche konkreten Ziele in emotionaler, kognitiver und motorischer Hinsicht verfolgt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernelemente sind therapeutisches Reiten, ganzheitliche Förderung, Mensch-Pferd-Dyade und psychosoziale Entwicklung.
Wie dient das Pferd als „Übergangsobjekt“?
Es ermöglicht Kindern, durch eine sichere Bindung zum Tier Loslösungsprozesse von Bezugspersonen nachzuholen und dabei Schutz sowie Sicherheit zu erfahren.
Warum ist die nonverbale Kommunikation mit dem Pferd so effektiv?
Da das Pferd nicht lügt und keine Verneinungen kennt, entfallen bei der Interaktion die für psychisch Kranke oft belastenden Widersprüche zwischen Sprache und Gefühl.
- Quote paper
- Mandy Hibbeler (Author), 2001, Therapeutisches Reiten. Das Pferd in Medizin, Pädagogik und Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/907