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Behavioral Finance-Theorie und die Grenzen von Arbitragegeschäften

Title: Behavioral Finance-Theorie und die Grenzen von Arbitragegeschäften

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christopher Reiche (Author)

Economics - Finance
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In der Vergangenheit ist es schon an allen wichtigen Börsenplätzen der Welt zu großen Kurseinbrüchen innerhalb kurzer Zeit, so genannten „Crashs“, gekommen. Als das letzte markante Ereignis dieser Art lässt sich wohl das Platzen der Internet- und New Economy Blase an den Finanzmärkten um die Jahrtausendwende anführen. Die klassische Finanztheorie mit ihrem Modell der informationseffizienten Märkte, auf denen rationale Akteure optimale Entscheidungen treffen, ist nicht in der Lage gewesen solche Vor-kommnisse in der Vergangenheit zu erklären. Insbesondere die von der Ökonomie so vielfach verwendete Annahme des „homo oeconomicus“ ist zunehmend in die Kritik geraten, da Menschen in der Wirklichkeit häufig die geforderte Rationalität nicht an den Tag legen. Insofern war es an der Zeit über neue Erklärungsansätze für die an den Finanzmärkten auftretenden Anomalien nachzudenken. Als Ergebnis dieser Bemühungen kann die Begründung der Behavioral Finance angesehen werden. Sie versucht das von den klassischen Annahmen abweichende Verhalten der Akteure, mit Hilfe psychologischer Verhaltensmodelle zu erklären. Ein wichtiger Baustein in den Modellen der klassischen Theorie ist das Prinzip der Arbitrage. Sie garantiert, dass rationale Akteure Kursentwicklungen, die eventuell von Fundamentalwerten abweichen, über die Möglichkeit von risikolosen Arbitragegewinnen wieder in die Richtung der realistischen Werte bewegen.
Das Ziel dieser Arbeit soll es sein zu zeigen, wie die Arbitrage als das zentrale Instrument zum Erreichen von Gleichgewichten an den Finanzmärkten, im Rahmen der veränderten Modellannahmen der Behavioral Finance, an die Grenzen ihrer Wirksamkeit stößt. Dazu gilt es in einem ersten Teil die Behavioral Finance von der klassischen Finanztheorie abzugrenzen, deren grundlegende Konzepte und Annahmen darzustellen, sowie die Erklärungsansätze dieser Forschungsrichtung für empirisch beobachtete Marktverhaltensanomalien aufzuzeigen. In einem zweiten Teil wird dann ein klassisches Grundmodell der Arbitrage als Referenzstandard erläutert, um anschließend dieses Modell unter den Prämissen der Behavioral Finance zu beleuchten und die Grenzen der Arbitragewirkung unter verschiedenen Bedingungen darzulegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Ziel der Arbeit

2. Grundlagen der Behavioral Finance

2.1.Behavioral Finance vs. klassische Finanzwirtschaft

2.2.Empirische Verhaltensanomalien und deren Erklärungskonzepte

3. Arbitrage und Behavioral Finance-Theorie

3.1.Grundmodell der Arbitrage

3.2.Grenzen der Arbitrage in der Behavioral Finance

3.2.1.Performancebewertung und Noise Trader Risiko

3.2.2.Kurzfristige Investments und Transaktionskosten

3.2.3.Weitere Marktfriktionen

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das Prinzip der Arbitrage, das in der klassischen Finanztheorie als zentrales Instrument zur Erreichung von Marktgleichgewichten fungiert, unter den veränderten Modellannahmen der Behavioral Finance an seine Grenzen stößt. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, unter welchen Bedingungen und durch welche Mechanismen die Arbitragewirkung eingeschränkt wird, um reale Marktverhaltensanomalien zu erklären.

  • Abgrenzung der Behavioral Finance zur klassischen Finanztheorie
  • Analyse empirisch beobachteter Marktverhaltensanomalien
  • Darstellung klassischer Arbitragemechanismen als Referenzstandard
  • Untersuchung von Barrieren für Arbitragegeschäfte (Noise Trader Risiko, Transaktionskosten, Marktfriktionen)

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Performancebewertung und Noise Trader Risiko

Arbitrage unterliegt in der realen Welt vielen Restriktionen, wie Transaktionskosten, finanziellen Begrenzungen und den Verzerrungen von Kursen durch nicht vollkommen rationale Akteure. In der Konsequenz ergeben sich für die Arbitrage Einschränkungen in ihrer Wirksamkeit, die Kurse auf die Fundamentalwerte zu bringen. Insofern sollen die folgenden drei Abschnitte zeigen, dass in einem nicht gänzlich effizienten und damit der Realität besser entsprechenden Marktmodell, längere Abweichungen von den Fundamentalwerten möglich sind.

In der Theorie scheint die Arbitrage ein relativ anspruchsloses Konzept zu sein, dessen Umsetzung in der Realität jedoch viel Spezialwissen und Informationen erfordert. Diesbezüglich ist die Annahme der klassischen Theorie, dass viele Investoren viele kleine risikoneutrale Positionen gegen abweichende Preise aufbauen, bedenklich. Dem Privatanleger wird es in der Realität häufig an den notwendigen Informationen und Fachwissen mangeln. Darauf Bezug nehmend wird sogar in Frage gestellt, dass Individuen überhaupt in der Lage sind von irrational handelnden Akteuren verursachte Preisabweichungen zu finden. In Folge dessen werden Arbitragegeschäfte zumeist von professionellen Anlegern, bspw. Fondsmanagern getätigt.

Diese Konstellation mündet dann in einer Agency-Beziehung. Die von der Modellwelt abweichende Kapitalintensität der Arbitrage in der Realität gewinnt gerade im Kontext der Agency-Beziehung an besonderer Brisanz, wenn Anleger dem Fondsmanager Geld aufgrund einer kurzfristig schlechten Performance entziehen, obwohl dieser langfristig einen Gewinn erwartet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Ziel der Arbeit: Einführung in die Thematik der Börsencrashs und Begründung der Behavioral Finance als notwendige Erweiterung zur klassischen Finanztheorie.

2. Grundlagen der Behavioral Finance: Gegenüberstellung der klassischen Nutzenmaximierung mit den verhaltenswissenschaftlichen Erkenntnissen der Behavioral Finance.

2.1.Behavioral Finance vs. klassische Finanzwirtschaft: Skizzierung des "homo oeconomicus" und der Hypothesen rationaler Erwartungen im Kontext der Markteffizienz.

2.2.Empirische Verhaltensanomalien und deren Erklärungskonzepte: Erläuterung von Phänomenen wie dem Dispositionseffekt, Referenzpunktorientierung und mentalen Konten.

3. Arbitrage und Behavioral Finance-Theorie: Einleitung in die Problematik der Arbitrage-Grenzen durch theoretische Referenzmodelle.

3.1.Grundmodell der Arbitrage: Mathematische Herleitung der klassischen Arbitragebedingungen und der Rolle des risikolosen Gewinns.

3.2.Grenzen der Arbitrage in der Behavioral Finance: Untersuchung der realweltlichen Restriktionen, die Arbitrageaktivitäten begrenzen.

3.2.1.Performancebewertung und Noise Trader Risiko: Analyse der agency-theoretischen Probleme bei der Arbitrage durch professionelle Fondsmanager.

3.2.2.Kurzfristige Investments und Transaktionskosten: Diskussion darüber, wie Transaktionskosten und kurze Zeithorizonte Arbitrage unrentabel machen können.

3.2.3.Weitere Marktfriktionen: Betrachtung weiterer Hindernisse wie Informationskosten, finanzielle Restriktionen und Leerverkaufsbeschränkungen.

4. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Behavioral Finance als realistischeres Modell zur Erklärung von Marktprozessen.

Schlüsselwörter

Behavioral Finance, Arbitrage, klassische Finanztheorie, Markteffizienz, Noise Trader, Dispositionseffekt, Referenzpunktorientierung, mentale Konten, Transaktionskosten, Agency-Beziehung, Kapitalmarkt, Anlegerverhalten, Kapitalmarkttheorie, Informationskosten, Leerverkäufe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen und praktischen Grenzen von Arbitragegeschäften an Finanzmärkten, betrachtet durch die Linse der Behavioral Finance.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Abgrenzung zur klassischen Kapitalmarkttheorie, die Analyse kognitiver Verhaltensanomalien von Anlegern und die Untersuchung von Marktfriktionen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum Arbitrage in der Realität oft nicht in der Lage ist, Kurse effizient auf ihre Fundamentalwerte zurückzuführen, und welche Faktoren diese Wirksamkeit beschränken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine theoretische Modellanalyse, ergänzt durch die Herleitung von Referenzmodellen und die Einbeziehung verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse aus der psychologischen Forschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert das Grundmodell der Arbitrage, die Auswirkungen von Noise Tradern, die Agency-Problematik bei Fondsmanagern sowie die Hemmnisse durch Kosten und Marktfriktionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Behavioral Finance, Arbitrage, Noise Trader, Markteffizienz und Verhaltensanomalien.

Welche Rolle spielt die Agency-Beziehung bei der Arbitrage?

Die Agency-Beziehung zwischen Anlegern und Fondsmanagern führt dazu, dass Arbitrageure ihre Positionen unter Umständen liquidieren müssen, wenn kurzfristige Performances schlecht ausfallen, was die Effizienz gefährdet.

Warum können Transaktionskosten die Arbitrage zum Erliegen bringen?

Transaktionskosten schmälern die potenziellen Erträge. Wenn diese Kosten die erwarteten Gewinne übersteigen, unterbleibt die Arbitrage, was eine dauerhafte Fehlbepreisung am Markt ermöglicht.

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Details

Title
Behavioral Finance-Theorie und die Grenzen von Arbitragegeschäften
College
http://www.uni-jena.de/  (Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre)
Grade
1,3
Author
Christopher Reiche (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V90808
ISBN (eBook)
9783638051699
ISBN (Book)
9783638944632
Language
German
Tags
Behavioral Finance-Theorie Grenzen Arbitragegeschäften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christopher Reiche (Author), 2007, Behavioral Finance-Theorie und die Grenzen von Arbitragegeschäften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/90808
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